Nordkorea für Arme

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Misstrauen Verzweiflung Gesellschaft Politik

Ich beichte, dass ich wahnsinnige Angst vor der Zukunft in diesem Land habe. Vor der kommenden Bundestagswahl, vor dem, was passiert, wenn die AfD in den Bundestag kommt und nicht zuletzt vor der Dummheit all der Menschen, die diese Partei wählen werden. Ich verstehe nicht, wie sich dermaßen viele Leute ihr eigenes Grab schaufeln können, nur weil sie gegen Flüchtlinge wählen wollen. Mir scheint es oft, nichtmal die Hälfte dieser Menschen kennt das Wahlprogramm der AfD und das Ausmaß an Diktatur, das die anstreben.

Denn wer wählt freiwillig FÜR die Entmenschlichung eines jeden, der nicht reich ist. Und mit "reich" meine ich niemanden, der ottonormal verdient, sondern wirklich REICHE. Man wählt für die Privatisierung von Krankenhäusern, für die Ausgrenzung von Alleinerziehenden, für selbst zu tragende Kitagebühren, für Zwangsarbeit, gegen den Mindestlohn, für selbst zu finanzierende ALG-I-Kosten, für ein noch höheres Rentenalter, für die Inhaftierung von Kindern ab 12 Jahren nur auf Verdacht, gegen die Sozialversicherung, gegen den Mieterschutz, gegen den Klimaschutz, gegen jeden, der sich jetzt schon den Buckel krummschuftet, um gerade so über die Runden zu kommen. Man wählt gegen das Grundgesetz, dass die Würde des Menschen unantastbar ist (ja, das gilt auch für die Würde des Wählers) und setzt seine Stimme ein für eine Partei, die ausnahmslos jedem das Leben zur Hölle machen will, der nicht drei Porsches in der Garage stehen hat. Und warum? Nur weil er keine Flüchtlinge hier haben will.

Niemand von all den Leuten scheint zu begreifen, dass sie unter der AfD vielleicht schon bald selbst Flüchtlinge werden. Und zwar notgedrungen. Weil sie ihre Miete nicht mehr zahlen können, weil sie sich ihre eigenen Versicherungen nicht mehr leisten können. Weil sie, wenn sie im Job gekündigt werden, bald über jede Pfandflasche froh sind, die sie bei ihrer "gemeinnützigen Arbeit", zu der sie gezwungen werden, finden. Weil sie begreifen, dass sie es im Grunde keinen interessiert, ob sie "unverschuldet alleinerziehend" sind. Weil sie merken, dass die Partei, die sie gewählt haben, dankend ihre Stimme eingesackt hat, nur um anschließend auf sie zu scheißen. Um zu begreifen, dass all die Politik nicht für sie gilt und nie gegolten hat, da kaum einer das Zielklientel sein wird, auf das diese Partei abzielt.

Es macht mir Angst, wie diese Leute mit selbstsicherem Grinsen munter an dem Ast rumsägen, auf dem sie sitzen und dabei noch glauben, sie täten sich und Deutschland damit einen Gefallen. Ich bin mir jedenfalls sicher, dies ist nicht mehr das Land, in dem ich leben möchte, denn diese kollektive, antisoziale Einstellung trifft nicht nur Flüchtlinge, sondern auch den eigenen Kopf. Und während der Flüchtling dann, wenn es hier kocht, einfach zurück in sein Land geht, sind wir schon zu Hause - in unserem selbst erschaffenen Nordkorea für Arme.

Beichthaus.com Beichte #00040335 vom 21.09.2017 um 01:39:37 Uhr (78 Kommentare).

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Ich will mein perfektes Leben zurück!

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Ungerechtigkeit Verzweiflung Liebe

Ich (m/23) fühle mich vom Leben verarscht. Zur Erklärung: Da mein Vater sehr kurz nach meiner Geburt gestorben ist und meine Mutter nicht geheiratet hat, bin ich ein Einzelkind und war immer sehr viel alleine. Dadurch fällt es mir schwer neue Freunde zu finden, weil ich eher schüchtern bin. Das Ganze wird dadurch verschlimmert, dass ich aufgrund einer Erkrankung sehr schlecht höre und auch mit Hörgeräten nicht wie ein normaler Mensch hören kann. Ich habe es aber geschafft, meinen Traumjob machen zu können. Und ich habe eine Freundin gefunden, von der ich dachte, sie wäre die Liebe meines Lebens. Mein Glück war perfekt, als sie schwanger wurde. Die Schwangerschaft war zwar ungeplant, aber wir haben uns zusammengerauft und uns auf das Kind gefreut. Außerdem wollte ich mein Leben mit ihr verbringen und mit ihr zusammenziehen.

Dann hatte meine Freundin eine Fehlgeburt und hat ein halbes Jahr später - nach eineinhalb Jahren Beziehung - Schluss gemacht, weil wir, wie sie sagt, nicht zusammenpassen. Um über die Trennung hinwegzukommen, habe ich lange gebraucht, habe es dann aber mit Arbeit und Sport geschafft. Nur habe ich mir jetzt beim Sport eine Verletzung zugezogen, aufgrund derer ich für mehrere Wochen keinen Sport machen kann und mir das Arbeiten extrem erschwert wird und mir auch keinen Spaß mehr macht, vor allem da gerade sehr viel zu tun ist. Jetzt bin ich wieder alleine und fühle mich vom Leben verarscht, weil ich alles hatte und jetzt gar nichts mehr habe. Ich weiß auch, dass alles wieder besser wird und das andere schlechter dran sind als ich, aber momentan geht es mir einfach scheiße und meiner Familie und meinen Arbeitskollegen spiele ich vor, dass es mir gut geht. Dabei will ich einfach nur, dass alles wieder so wird wie vor sieben Monaten, denn da war ich wunschlos glücklich.

Beichthaus.com Beichte #00040322 vom 16.09.2017 um 21:15:56 Uhr (13 Kommentare).

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Das Monster in meiner Wohnung

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Verzweiflung Peinlichkeit Tiere

Mir (m/26) ist heute etwas äußerst Unangenehmes passiert. Ich wollte ausschlafen, doch ein lautes Geräusch ließ mich aufschrecken. Ich lief ins Wohnzimmer und bemerkte, dass ein Blumentopf umgefallen war, etwas verwirrt ging ich in die Küche, um einen Besen zu holen und dann sah ich sie. Die Katze meiner Nachbarn, die durch die Balkontür gekommen war, welche ich vergessen hatte zu schließen. Andere hätten sich Sorgen um einen Einbrecher gemacht, der durch eine offene Tür im Erdgeschoss in die Wohnung gekommen wäre. Ich allerdings hatte ein Problem mit der Katze - seit meiner Kindheit fürchte ich mich vor Katzen. Sie sind für mich die personifizierten Teufel, besonders schlimm: das Monster war eine Perserkatze, Perserkatzen haben diesen bösen Gesichtsausdruck, der es mir kalt den Rücken runterlaufen lässt. Mit zitternden Beinen kletterte ich auf den Küchentisch, rational denken war unmöglich. Sie starrte mich an, während ich mit den Tränen kämpfte. Eine ganze halbe Stunde blieb ich ängstlich in dieser Situation, dann kam meine Freundin (23) zurück. Sie hat die Katze zu den Nachbarn gebracht und mich getröstet. Ich schäme mich.

Beichthaus.com Beichte #00040320 vom 16.09.2017 um 20:46:55 Uhr (15 Kommentare).

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Krawall in der Fußgängerzone

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Rache Last Night

Ich war unlängst mit meiner Frau in der Fußgängerzone spazieren. Dann sind wir unverschuldet in eine Demonstration geraten, bei der sich Rechte und Linke gegenseitig nette Worte an den Kopf geworfen haben. Wir haben versucht dem Ganzen zu entgehen, aber die Geschäfte waren schon geschlossen und so waren wir mittendrin in dem Trubel. Es war offensichtlich, dass wir alleine schon aufgrund unseres eleganteren Kleidungsstiles zu keiner der Gruppen dazugehören konnten. Als wir schon aus dem meisten Trubel draußen waren, läuft plötzlich so ein Spacko mit vermummtem Gesicht bei uns vorbei, bezeichnet uns als Bonzenschweine, zieht sich das Halstuch runter und spuckt meiner Frau ins Gesicht. Da ist mir die Hutschnur geplatzt! Ich bin dem Milchgesicht nachgelaufen und habe ihn an seinem Kapuzenpulli zu fassen bekommen. Ich verabscheue Gewalt und habe bei meinem Kampfsporttraining immer eingebläut bekommend, dass Gewalt immer zu vermeiden ist und die Verteidigung das letzte Mittel ist.

Aber dem Burschen habe ich für die Frechheit so die Hucke verdroschen, dass er zu heulen begonnen hat. Seine Freunde waren plötzlich auch alle weg, weil sie wohl Angst hatten, sich auch ein paar Schläge zu fangen. Dann zwang ich ihn seine Eltern anzurufen, um ihn persönlich abzuholen. Die wussten gar nicht, was los war, denn zu Hause hatte er erzählt er treffe sich mit Freunden zum Schwimmen. Als seine Eltern, zwei wirklich nette und konservative Menschen dann da waren und ich ihnen erzählte, was vorgefallen war, sah man, wie bei der Mutter eine Welt einzustürzen schien und ihr netter Junge auf einmal eine Person war, die sie so nicht kannte. Sie entschuldigten sich unzählige Male für das Verhalten ihres Sohnes und man merkte, wie peinlich ihnen die ganze Sache war. Für mich war die ganze Sache damit erledigt und ich hoffe, der junge Mann lernt etwas daraus und belästigt und beleidigt keine fremden Menschen mehr. Ich bitte um Vergebung für mein Verhalten und dafür, dass ich die Beherrschung verloren habe, aber meiner Frau tut niemand so etwas an. Ich bitte um Vergebung.

Beichthaus.com Beichte #00040315 vom 15.09.2017 um 11:04:21 Uhr (27 Kommentare).

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Mein Spülungs-Alibi

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Faulheit Trägheit Waghalsigkeit Ekel Arbeit Stuttgart

Ich (m) mache sowohl im Geschäft als auch zu Hause mein kleines Geschäft immer ins Waschbecken - einfach nur, weil es weniger umständlich ist. Wenn gerade Kollegen vor dem Klo sind, drücke ich trotzdem die Spülung um keinen Verdacht zu erregen.

Beichthaus.com Beichte #00040309 vom 14.09.2017 um 14:05:56 Uhr in Stuttgart (11 Kommentare).

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