Drogen und die große Liebe
Beichthaus.com Beichte #00030434 vom 06.11.2012 um 21:51:15 Uhr in Berlin (Oranienstraße) (23 Kommentare).
Beichthaus.com Beichte #00030434 vom 06.11.2012 um 21:51:15 Uhr in Berlin (Oranienstraße) (23 Kommentare).
Beichthaus.com Beichte #00030419 vom 01.11.2012 um 13:09:30 Uhr in Berlin (Spandauer Straße) (9 Kommentare).
Beichthaus.com Beichte #00030393 vom 27.10.2012 um 14:25:03 Uhr in Berlin (Seegitzdamm) (45 Kommentare).
Beichthaus.com Beichte #00030387 vom 26.10.2012 um 01:52:36 Uhr in Magdeburg (Berliner Straße) (51 Kommentare).
Beichthaus.com Beichte #00030382 vom 25.10.2012 um 10:53:03 Uhr in Berlin (Straße des 17. Juni) (26 Kommentare).
Aggression Begehrlichkeit Betrug Boshaftigkeit Diebstahl Drogen Dummheit Ehebruch Eifersucht Eitelkeit Ekel Engherzigkeit Falschheit Faulheit Feigheit Fetisch Fremdgehen Geiz Gewalt Habgier Hass Hochmut Ignoranz Lügen Manie Maßlosigkeit Masturbation Missbrauch Misstrauen Morallosigkeit Mord Neid Neugier Peinlichkeit Prostitution Rache Schamlosigkeit Selbstsucht Selbstverletzung Sex Stolz Sucht Trägheit Trunksucht Ungerechtigkeit Unglaube Unreinlichkeit Vandalismus Verrat Verschwendung Verzweiflung Völlerei Vorurteile Waghalsigkeit Wollust Zorn Zwang Zwietracht
Ich war zwar also schnell nicht mehr mit dem Spanier zusammen, blieb aber trotzdem in der Clique, da ich mittlerweile fest integriert war und ich viele der Leute auch wirklich ins Herz geschlossen hatte. Ich war bereits tief in dem Sumpf versunken, hatte nur noch Streit mit meinen Eltern, da sie einiges natürlich mitbekamen, ich aber kaum noch zu Hause wohnte, weil ich ständig abhaute und bei meinen Leuten schlief. Eines Tages rief mich dann mein Ex-Freund an und wollte sich mit mir und M., einem unserer Dealer, den ich bis dahin nur einmal persönlich gesehen hatte, treffen. Wir hingen also mit ihm ein bisschen ab, kifften ein wenig. Ich lernte unseren Dealer etwas näher kennen, wir tauschten Handynummern. Bereits am nächsten Tag rief er mich an und wollte sich mit mir treffen. Eins führte zum anderen und schließlich küssten wir uns. Seitdem war ich unsterblich in ihn verliebt. Wir verbrachten Tage, vor allem aber Nächte, und Monate zusammen. Mal mit den Anderen, aber meistens allein. Wir waren ständig unterwegs, taten die verrücktesten Dinge, waren ständig high, immer auf der Suche nach Neuem. Ich kann mich noch heute genau an seine wunderschönen, braunen Augen erinnern, seinen perfekten Körper, sein Lächeln, die stundenlangen Gespräche, die wir geführt haben, die Träume, die wir hatten. Vor allem kann ich mich aber auch an unsere gemeinsame Drogensucht erinnern.
Obwohl ich im Nachhinein weiß, dass es wohl der größte Fehler meines Lebens war, dass ich in diese Kreise geraten bin, muss ich gleichzeitig aber auch zugeben, dass es das wohl schönste Jahr meines Lebens war. Ich könnte Seiten schreiben über M. und mich, denn er war meine erste und einzige Liebe im Leben. Der Tag, an dem sich alles änderte, war, als vier unserer Freunde völlig high Auto fuhren und von der Straße abkamen. Einer unserer Freunde starb noch am selben Ort, Fahrer und Beifahrer sitzen noch heute im Gefängnis, der Vierte im Wagen, mein spanischer Ex-Freund, kam mit einer Geldstrafe und Bewährung von sechs Monaten davon. An diesem Tag zerbrach unser ganzes damaliges Leben, unsere Clique löste sich auf und M. und ich entschieden beide, sofort mit dem ganzen Scheiß aufzuhören. Wir wurden beide clean, er machte sein Abitur (mit 1,5) und ich ging auch wieder zur Schule, um auch meins zu schaffen. Doch unmittelbar nach unserem Entzug trennten wir uns, denn plötzlich war dort einfach nichts mehr zwischen uns. Es war, als ständen wir uns, nach all dem, was wir hatten, wie Fremde gegenüber. Nach seinem Abi wurde er an einer Uni in den USA angenommen und studiert dort seitdem. Ich machte auch mein Abi, mit 1,8, und mache zur Zeit ein Freiwilliges Soziales Jahr. Es ist jetzt etwas über zwei Jahr her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben und wir haben seitdem keinen Kontakt mehr. Zunächst dachte ich, die Gefühle, die ich damals für ihn empfand, waren bloße Einbildung oder Halluzinationen, aber mittlerweile weiß ich, dass es nicht so ist. Ich hatte seitdem schon unzählige Freunde, allerdings hielt keine Beziehung länger als ein paar Wochen. Mir kommen jedes Mal die Tränen, wenn ich einen Liebesfilm schaue, ein bestimmtes Lied höre oder Bilder von damals sehe. Es reicht manchmal schon ein bestimmter Geruch oder ein Gedanke. Ich wache regelmäßig nachts auf und weine, weil ich von ihm geträumt habe. Wenn ich mit einem anderen Mann schlafe oder ihn auch nur küsse, muss ich auch dann oft weinen. Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich mir wünsche oder vorstelle, die Männer wären er. Ich vergleiche sie mit ihm oder erinnere mich an ihn. Dabei liegt es nicht einmal an den Männern, ich habe schon viele tolle Kerle kennengelernt, aber keiner ist eben so wie er. Und nie wieder hatte ich die gleichen Gefühle für einen Mann wie damals. Heute bete ich jeden Tag zu Gott, dass er uns irgendwie, irgendwann wieder zusammenführt, obwohl über 8000 Kilometer, mehr als zwei Jahre, und vor allem viele schlechte Erfahrungen zwischen uns liegen.