Das Gesangsbuch des Pastors

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Rache Ekel Vandalismus Kinder

Ich war circa 11 Jahre, da bin ich mit einem Freund in regelmäßig unsere katholische Kirche eingestiegen. Es gab dort ein Fenster, welches zu einem rückwärtigen Raum der Kirche führte. Meine Eltern hatten mir dies verboten, als ich es ihnen einmal erzählt habe. Ich habe mir bei dem Geständnis nichts gedacht, da ich ja nicht vor hatte irgendetwas zu zerstören oder zu stehlen. Wir fanden es einfach nur aufregend in diesen dunklen, kalten Gewölben umherzustreifen. Jedenfalls wurde mir unter Androhung von Strafe untersagt dort nochmal reinzugehen. Naja, was hab ich gemacht? Der Abenteuerdrang überwog und so schlichen wir uns auch weiter in die Kirche. Eines Tages, wir fühlten uns mittlerweile schon so sicher, dass wir gar nicht damit rechneten erwischt werden zu können, stand plötzlich unser Pastor vor uns. Er hatte immer schon einen kalten, hartherzigen und sogar latent aggressiven Eindruck gemacht. Wir hatten Anfangs auch echt Angst von ihm ertappt zu werden, dies legte sich dann aber nach unzähligen gut gegangenen Besuchen. Jedenfalls stand er plötzlich vor uns. Die Reaktion meines Kollegen war gegenwärtiger als meine, so dass er nur mich zu packen bekam. Ich hatte echt Panik und werde die einzigen Worte wohl auch nie vergessen. "Nicht in meinem Haus, nicht in meinem Haus". Dann schlug er mich zwei mal hart in Gesicht und warf mich aus der Kirche. Ziemlich verstört und zitternd wollte ich es erst meinen Eltern beichten, hab mich dann aber an ihre Warnung erinnert. Sie hätten natürlich reagiert, zu dem Zeitpunkt kam es mir aber falsch vor. Meinem Kollegen war ich nicht böse, ich hätte es wahrscheinlich auch so gemacht und wäre verschwunden.


Nach dem ersten Schock kam die Wut. Ich war stinksauer, was maßt der dumme Pfaffe sich an mich zu schlagen. Das gibt Rache. Und so sind wir eine Woche später, diesmal mit schlotternden Knien und einer Plastiktüte voll Hundekot, zurück in die Kirche. Komischerweise war mir als nicht religiös erzogener Mensch, trotzdem klar, dass man heilige "Reliquien" nicht beschmutzen sollte. Des Pastors Gesangsbuch auf dem Altar, kam mir aber wenig heilig vor. Und so nahmen wir den Inhalt aus der Plastiktüte, am Stock aufgespießt, und schmierten den stinkenden Hundekot in diverse Stellen, des recht schön illustrierten Gesangsbuches. Wir machten uns danach natürlich sofort vom Acker und leider, zu meinem wirklichen Bedauern, habe ich die Reaktion auf die duftende Entdeckung nicht mit erleben dürfen. Wir ließen uns danach nie wieder auf dem Gelände blicken, geschweige denn in der Kirche und auch der Pastor, den man dennoch ab und zu sah, hat darüber geschwiegen und immer nur finster geschaut, wenn er uns begegnete. Vielleicht weil er, als er mich schlug, überreagiert und Angst vor Konsequenzen hatte. Ich werde es nie erfahren, denn mittlerweile hat ihn der Herr zu sich geholt und in seinen Memoiren wird man darüber wohl nichts lesen, falls es welche gibt. Wenn Gott aber Sinn für Humor hat, wird unser guter Herr Pastor noch heute damit aufgezogen.

Beichthaus.com Beichte #00028116 vom 03.09.2010 um 12:01:21 Uhr (31 Kommentare).

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Selbstunterhalter

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Falschheit Peinlichkeit Telefon

Selbstunterhalter
Ich halte mir manchmal wenn ich auf der Straße unterwegs bin mein Handy ans Ohr und tu so, als ob ich telefoniere. In Wirklichkeit rede ich aber mit mir selbst und überlege zum Beispiel, was ich an dem Tag alles erledigen muss. Wenn ich laut spreche, fällt es mir einfach leichter, die Dinge zu strukturieren. Aber weil Leute, die mit sich selbst reden für gewöhnlich komisch angeschaut werden, greife ich zu diesem Trick.

Beichthaus.com Beichte #00028088 vom 24.08.2010 um 23:03:29 Uhr (20 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Vom Horrordate geflüchtet

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Falschheit Lügen Feigheit Dating Rheinstetten

Vom Horrordate geflüchtet
Ich war damals 19 Jahre alt, Single und auf der Suche nach der Richtigen. Da ich zu der Zeit viel in diversen Chaträumen unterwegs war, hatte ich auch immer ganz nette Internetbekanntschaften. Getroffen habe ich mich allerdings nur mit wenigen. Dieses eine Mal allerdings war es einfach bedeutend zu viel. Ich lernte die besagte Person also in einem Chat kennen. Wir unterhielten uns ein paar Mal nett und das, was ich auf dem Profilfoto sehen konnte, war auch echt hübsch. Etliche Chats später beschlossen wir, uns zu treffen und was trinken zu gehen, um uns auch mal real kennenzulernen. Gesagt, getan, fuhr ich also damals ein paar Ortschaften weiter, um die vermeintliche Topfrau zu treffen. Dass sie bei einer Hamburger Kette arbeitete, störte mich nicht weiter, denn sie sah ja gut aus, war nett und konnte sich sogar eine eigene Wohnung leisten. Doch wie Ihr euch denken könnt, kam alles anders. Nach Betätigen der Türklingel, meldete sich eine Kinderstimme über den Lautsprecher. "Komm rein, meine Schwester ist gleich fertig." Ihr kleiner Bruder ist wohl da, warum auch immer, dachte ich. Nachdem ich dann endlich im fünften Stock angekommen war, stand ein kleiner Junge in einer geöffneten Wohnungstüre und grinste mich breit an. Ich lächelte nett zurück und ging die letzten Stufen in Richtung des Eingangs. "Bin gleich fertig", hörte ich sie nur rufen und dann kam sie! Im Türrahmen erschien ein 1,60m mal gefühlt 1,60m großer Kasten mit langen schwarzen Haaren, geschminkt, jenseits von Gut und Böse und mit einer Stimme, an die ich mich heute noch erinnern kann. Kennt ihr diesen Wow-Effekt im negativen Sinne, der einen eigentlich mental gerade wieder fünf Stockwerke rückwärts die Treppe herunterfallen lässt? Ja, so fühlte ich mich.

Da ich aber eigentlich kein Arsch bin, der dann irgendwas Beleidigendes sagt, kam ich, mit eingezogenem Genick, in ihre Wohnung. Wohnung ist hierbei übertrieben. Bis zu dem Tag wusste ich nicht, wie klein eine Ein-Zimmer-Wohnung sein kann. Da ihre Mutter wohl unterwegs war, hatte sie die Aufsicht für ihren kleinen Bruder. Dieser wurde jedoch nach etwa zehn Minuten von der Mutter abgeholt. Dann kam sie wieder nach oben, lief an mir vorbei und setzte sich an den PC. Sie loggte sich in den Chat ein und hackte erst mal drauf los. Nach fünf Minuten Geduld fragte ich mich dann so langsam, was sie da eigentlich macht. Ich meine, es ist ja nicht gerade höflich, wenn man einen Gast hat und dann nur am PC sitzt. "Oh, ich rede gerade mit meinem Ex, der macht etwas Stress und will sich das Leben nehmen", sagte sie, als sie meinen langsam aber sicher genervten Blick sah. Warum der Typ sich das Leben nehmen wollte? Bei der Ex-Freundin - ich konnte ihn verstehen! Gut, dachte ich mir. Du gehst mit ihr eine Kleinigkeit trinken, unterhältst dich über irgendwas und dann zischt du wieder ab nach Hause. Nicht dass das Vorhaben schon schwer genug gewesen wäre, aber wie gesagt, ich lasse normalerweise nicht so den Arsch heraushängen. Als sie während des Chats jedoch noch ihre Schreibtischschublade öffnete, und sich eine Zigarette drehte, während der Tabak gerade so in die Tastatur rieselte, wurde es mir zu viel! Sie steckte sich die Kippe an und blies genüsslich den Rauch in die Luft in einer Minus-Ein-Zimmer-Wohnung mit geschlossenen Fenstern. Das alles zusammenbrachte in mir auf einmal einen ungeheuren Fluchtdrang hervor und es tat sich mir nur noch ein Gedanke auf: "Ich will hier raus!"

Mir kam eine Idee. Ich bemerkte in meiner Gesäßtasche meinen Feuerwehrmelder. Warum ich ihn an diesem Tag zu einer vermeintlichen Verabredung mitgenommen hatte, kann ich nicht mal genau sagen. Wahrscheinlich war es so eine böse Vorahnung. Jedenfalls hat das Gerät die Eigenschaft, wenn es aus und wieder eingeschaltet wird, einen Selbsttest durchzuführen. Dieser klingt dann so, als ob ein Alarm eingehen würde. Doch warum sollte ich jetzt auf einmal aufspringen, nur weil das Ding piept?! Und auch noch von einer Verabredung? In meiner grenzenlosen Not wurde ich auf einmal immer erfinderischer. Als sich die besagte "Traumfrau" wieder dem Chat mit ihrem Ex widmete, schrieb ich kurzerhand eine SMS an einen Feuerwehrkollegen mit dem Inhalt: "Ruf mich in fünf Minuten an, sag es ist was Schlimmes passiert, und alle werden gebraucht." Ich wusste nicht, ob mein Plan aufgehen würde, aber er musste es einfach. Irgendwie. Nach circa drei Minuten tat ich es einfach. Ich stellte den Melder aus und wieder an. Der Alarmton ertönte und ich schreckte, wie von einer Tarantel gestochen auf. "Oh Gott", schrie ich.

Als sie fragte, was los sei, sagte ich, dass das ein Alarm von der Feuerwehr wäre, ich aber nicht wisse, was los ist. Die Frage "musst du da jetzt weg" konnte ich nur mit einem "ich weiß es noch nicht" beantworten. Kurz darauf klingelte mein Handy. "Wo bist Du? Hier ist die Hölle los, die Firma XY brennt lichterloh, wir brauchen jeden Mann!" "Oh f*ck, ok, ich komme sofort". Aufgelegt, sie angeschaut: "Oh man, tut mir echt leid, aber du hast es ja mitbekommen, bei uns ist die Hölle los! Ich muss leider weg!" Sie schaute mich an und meinte dann nur "Das ist aber sehr schade, aber kann man nichts machen, wir reden dann wieder im Chat." Ich, die Treppe runter, zu meinem Auto gehechtet, Reifen durchdrehen lassen und ab um die nächste Ecke. Da stand ich nun, zwei Straßen weiter. Und erst im Nachhinein begriff ich, was ich da gerade für eine schauspielerische Leistung vollbracht hatte. Voller Erleichterung trat ich den Heimweg an. Ich finde es ist eine Schweinerei, wenn man falsche oder verfälschte Bilder von sich hergibt und damit prahlt! Gechattet haben wir danach übrigens noch einmal. Sie ist dann irgendwie wieder zu Ihrem Ex zurück. Es hat wohl nicht so geklappt, mit seinem Selbstmord. Armer Kerl!

Beichthaus.com Beichte #00027972 vom 09.07.2010 um 15:44:19 Uhr in Rheinstetten (52 Kommentare).

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Auto geklaut

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Diebstahl Dummheit Auto & Co.

Früher, als wir alle gerade 18 Jahre alt waren, haben wir oft auf einem Parkplatz an der Universität rumgehangen, an dem Abends nichts mehr los war. Eines Tages haben wir einen Autoschlüssel gefunden, der auch direkt auf das Auto daneben gepasst hat. Es war ein Kleinwagen, wahrscheinlich einer Studentin, den Sachen im Wagen nach zu urteilen. Wir haben uns umgeschaut und überlegt, und dann beschlossen den Wagen zu klauen.
Wir sind ein bisschen durch die Stadt gefahren, haben dann, als ein Polizeiwagen neben uns stand, Angst bekommen dass das Auto mittlerweile vermisst wird und als gestohlen gemeldet worden ist, und haben es in einem ganz anderen Stadtteil in einer ruhigen kleinen Straße abgestellt, alles abgewischt wegen Fingerabdrücken, und sind abgehauen. Den Schlüssel haben wir wo anders entsorgt.
Nach einigen Monaten sind wir mal dort vorbeigefahren, das Auto stand immer noch dort. Es tut mir wirklich Leid für die Besitzerin, zumal uns das rumfahren nichts besonderes gebracht hat, und wir nicht den Mumm hatten das Auto zur Universität zurück zu bringen. Ich glaube nicht dass sie von der Versicherung etwas wiederbekommen hat, da ja ein Fahrzeugschlüssel fehlen wird. Sie hat bestimmt nicht viel Geld gehabt und war vielleicht auf das Auto angewiesen. Jahrelang haben wir die Story niemandem erzählt, obwohl man in dem Alter durch so etwas "cooler" gewesen wäre.

Beichthaus.com Beichte #00027929 vom 24.06.2010 um 22:13:14 Uhr (29 Kommentare).

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Krematorium Bremen-Nord

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Zorn Aggression Peinlichkeit Telefon Bremen

Ich (w/23) trete so ziemlich jedes Frauenklischee mit Füßen. Ich hasse Handtaschen, Schuhe, und vor allem hasse ich klingelnde Telefone. Ich werde beim Klang dieser bimmelnden Teufelsdinger wütend, auch wenn ich noch gar nicht weißt, wer dran ist. Vor zwei Wochen habe ich im Rahmen meiner Ausbildung mit drei anderen angehenden Sozialpädagogen bei mir daheim für ein Gruppenprojekt gearbeitet. In dem Moment bimmelte, schon zum bestimmt fünften Mal an diesem Abend, das Telefon. Fuchsteufelswild ging ich ran und sagte mit überraschend gelassener Stimme: "Krematorium Bremen-Nord, Sie killen, wir grillen, einen schönen guten Tag?" Dummerweise hatte ich in meiner kopflosen Aggro nicht auf die Nummer geschaut. Es war meine Großmutter, und sie brachte nur ein unzusammenhängendes Stammeln heraus. Das war mir schrecklich unangenehm, genau wie die blöden Blicke meiner Teammitglieder. Tut mir Leid, Oma. Ich bereue.

Beichthaus.com Beichte #00027926 vom 24.06.2010 um 01:59:41 Uhr in 28779 Bremen (Schwaneweder Straße 152 B) (36 Kommentare).

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