Unter einem Dach und doch nicht miteinander

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Ignoranz Partnerschaft

Vor fast 21 Jahren habe ich meine heutige Frau in einem Urlaub kennengelernt. Wir wohnten in Westdeutschland und sie etwa 200 Kilometer entfernt. Wir sahen uns nur am Wochenende. Sie verließ für mich ihren langjährigen Freund, was mich ganz schön unter Druck setzte, da ich noch gar nicht wusste, ob ich bereits wieder eine neue feste Bindung wollte. Ich hatte mich erst zirka drei Monate zuvor von meiner langjährigen Freundin im gegenseitigen Einvernehmen getrennt, nachdem meine Ex-Freundin sich mehrere partnerschaftsschädliche Dinge geleistet hatte. Meine Frau ist jedoch eine ganz liebe Frau, die man einfach mögen muss und die mir so viel Liebe schenkte, wie ich es noch nie erlebt habe und ich wollte trotz meiner Bedenken nicht schon wieder eine Beziehung scheitern lassen, so dass wir aneinander festhielten. Nach ungefähr vier Monaten Wochenendbeziehung bekam ich das Angebot, in den Neuen Bundesländern eine tolle Aufgabe zu übernehmen, die mir sofort zusagte. Bei meiner heutigen Frau liefen Tränen, dass sie mich vielleicht dadurch verlieren würde, jedoch war diese berufliche Chance so lukrativ, dass ich diese nicht wegen einer recht neuen Beziehung absagen wollte und sagte ich dieser beruflichen Veränderung zu. Meine Frau überraschte mich dann mit dem Wunsch, sie dorthin mitzunehmen, was mich noch mehr "unter Druck" setzte. Ich war hin- und her gerissen. Letztlich habe ich ihrem Wunsch entsprochen und wir zogen gemeinsam um, bezogen eine neue Wohnung und sie fand dort auch schnell Arbeit. Unsere Beziehung festigte sich von Woche zu Woche. Wir hatten quasi nie Streit. Meine Bindungsängste verringerten sich und wir lernten uns immer mehr schätzen und lieben. Letztlich vermittelte ich jedoch scheinbar doch eine gewisse Restunsicherheit. Den Wunsch meiner Frau, sie zu heiraten, schob ich immer auf. Nach dreijähriger Beziehung hatten wir uns jedoch genug geprüft. Ich glaubte, alles richtig zu machen, als ich sie heiratete. Wir bauten ein Haus und bekamen nach einem Jahr eine Tochter. Alles war sicherlich nicht immer glücklich, aber doch zufriedenstellend und harmonisch. Drei Jahre später kam unser Sohn zur Welt. Damit wuchsen unsere Herausforderungen, jedoch auch Probleme. Wir hatten kaum noch Zeit miteinander, sexuelle Kontakte ließen erheblich nach und jeder ging etwas seinen Weg. Meine Frau mit den Kindern und ich meinen beruflichen Weg. Wir lebten unter einem Dach, jedoch irgendwie doch nicht zusammen. Es begann eine Teufelsspirale nach unten, in der Jeder unzufriedener wurde, was auch unsere Kinder spürten. Unsere inzwischen fast 17-jährige Tochter entwickelte aufgrund von Schul- und der Familienprobleme eine Magersucht und unser 14-jähriger Sohn hat sich in eine virtuelle Welt verzogen. Seit vier Wochen arbeiten wir nunmehr mit einer Paartherapeutin zusammen, die uns hilft, unsere Probleme aufzuarbeiten. Dies ist ein schwieriger und steiniger Weg. Ich fühle mich schuldig, da ich glaube, dass am Anfang unserer Beziehung vielleicht eine Trennung doch besser gewesen wäre und ich viele Jahre mehr Wert auf meine berufliche Karriere als meine Familie gelegt habe. Eine jetzige Trennung sehe ich jedoch auch nicht als Alternative, da diese nur noch mehr Tränen und Schmerzen hinterlassen würde.

Beichthaus.com Beichte #00030354 vom 18.10.2012 um 13:28:58 Uhr (24 Kommentare).

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Lügen des Drecks wegen

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Lügen Unreinlichkeit Peinlichkeit

Ich (w/23) möchte beichten, dass mein Haushalt unter aller Sau ist. Obwohl ich selber optisch gar nicht den Eindruck mache, so eine Schlampe zu sein, schaffe ich es nicht, hier alles mal auf Vordermann zu bringen. Wäsche wasche ich nur alle zwei Wochen, wenn ich wirklich keine frischen Blusen und Hosen mehr habe. Ich danke Gott für die Erfindung der Spülmaschine, die ich einmal die Woche anschmeiße. Den Boden habe ich das letzte Mal vor zwei Monaten gewischt und die Fenster vielleicht vor zwei Jahren zu Weihnachten geputzt. Meine engsten Freunde wissen, wie es hier aussieht und unterstützen mich schon mal dabei, das größte Chaos zu beseitigen. Bekannte, Arbeitskollegen oder gar meine Familie habe ich ewig nicht mehr zu mir eingeladen, weil mir das alles einfach zu peinlich ist. Ich weiß nicht, ob es wirklich an meinen Depressionen liegt, wie meine Therapeutin sagt, oder ob ich einfach nur tierisch faul bin. Ich bin mir sicher, dass ich allein für den Teil meiner Beichte keine Absolution von euch bekomme. Aber meine eigentliche Beichte besteht darin, dass ich so Panik davor habe, dass jemand all das hier sehen könnte, dass ich mir echt merkwürdige Ausreden einfallen lasse, damit bloß niemals jemand vorbeikommt. Am Anfang waren es nur so Sachen wie "Ich hab 'nen Termin, ich muss länger arbeiten, ich hab schon Besuch..." Doch letzte Woche habe ich es, glaube ich, übertrieben.


Ein Arbeitskollege nervte mich schon seit Wochen damit, dass er mal auf einen Kaffee vorbeikommen möchte. Nach gefühlten 100 Ausreden kam der Tag, an dem ich wirklich nicht mehr drum herum kam. Er schrieb mir eine SMS, dass er schon unterwegs ist. Ich antwortete, dass ich noch schnell mit meinem Moped Milch holen fahre. Natürlich hatte ich nicht vor, Milch zu holen. Ich schwang mich auf mein Moped und baute beabsichtigt einen Unfall. Es waren immerhin keine andere daran beteiligt. Ich habe mich einfach bei etwa 50km/h fallen lassen. Ich hätte nicht gedacht, dass so eine recht niedrige Geschwindigkeit solche Auswirkungen haben kann. Ich habe mir den linken Unterarm zweimal gebrochen, mein Becken angebrochen, Prellungen und habe einen Kapselriss an der Hand. Und ich muss trotzdem sagen, dass sich die Schmerzen lohnen. Ich weiß, dass mein Verhalten ziemlich krank ist. Doch jetzt habe ich sechs Wochen Ruhe vor meinem Kollegen und muss mir keine weiteren Ausreden überlegen. Vorerst.

Beichthaus.com Beichte #00030340 vom 14.10.2012 um 22:58:17 Uhr (33 Kommentare).

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“Beichte

Die Ente am Lopausee

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Gewalt Mord Dummheit Kinder Tiere Amelinghausen

Ich möchte beichten, dass ich im Alter von circa 8 Jahren im Winter eine Ente auf einem See mit gefrorenen Sand beworfen habe. Dabei wollte ich sie nicht treffen, sondern nur ein wenig erschrecken. Sie ist friedlich in gut 5 Metern Entfernung
geschwommen, nichts böses […]
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Beichthaus.com Beichte #00030222 vom 29.08.2012 um 12:01:34 Uhr in Amelinghausen (Lopausee) (23 Kommentare).

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Chemotherapie

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Peinlichkeit Gesundheit

Hiermit möchte ich mich bei allen Mitmenschen bedanken, die sich in den letzten vier Monaten, während meiner Chemotherapie, um mich gekümmert haben.


Chef: Tut mir Leid, dass ich in letzter Zeit nicht auf der Arbeit war. Ich werde ab dem 14. September wieder zur Verfügung stehen.

Mom: Tut mir Leid, dass ich die halbe Wohnung vollgekotzt habe und es nicht wegräumen konnte.

Bruder: Tut mir Leid, dass ich an Deinem Geburtstag Kopfschmerzen vorgespielt habe, nur um den ganzen Tag im Bett liegen zu dürfen und mich erholen zu können.

Schwestern: Tut mir Leid, dass ich wegen jeder Kleinigkeit die Klingel benutzt habe und zu faul war mich aus dem Bett zu bewegen. Ich weiß, die Eiswürfel, das Eis, euer Kaffee, ich hätte alles selbst holen können.

Es tut mir wirklich Leid. Da ich aber selbst in der Pflege tätig bin, möchte ich noch eins sagen: Ich habe etwas gelernt. Jedes einzelne Bedürfnis eines pflegebedürftigen Menschen zu respektieren. Ich sehe dies als zweite Chance und werde meine Arbeit mit mehr Liebe und Beachtung ausführen.

Beichthaus.com Beichte #00030191 vom 22.08.2012 um 01:38:28 Uhr (17 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Restaurant Trinkgeld

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Geiz Peinlichkeit Restaurant Familie Feldatal

Ich vermeide es schon seit Jahren mit meinen Eltern ins Restaurant zu gehen. Sie verdienen eigentlich ganz gut, und uns fehlt es an nichts, trotzdem kann sich meine Mutter nicht überwinden im Ansatz eine anständige Summe Trinkgeld für die Bedienung rauszurücken. Ein Beispiel: Letzten Monat hatte mein Vater Geburtstag, somit gingen meine Eltern, mein Bruder und ich also in eine örtliche Pizzeria. Dort angekommen bestellten wir also etwas zu trinken, dann zu essen und anschließend noch ein Dessert. Die Rechnung belief sich bei 68,60 Euro. Da ich weiß, wie gerne meine Mutter auch dem besten Service, das Trinkgeld verweigert und ich der Meinung war, dass es durchaus angemessen wäre zumindest auf 70 Euro aufzurunden, sagte ich dies meiner Mutter prompt, doch sie bestand darauf den exakten Betrag zu zahlen. Das war mir in dem Moment so sehr peinlich, dass ich mich also dazu entschlossen hatte selber den Betrag zu zahlen, unter dem Vorwand ich wolle auch einmal meiner Familie etwas zurückgeben. Weil es dann eh schon egal war, gab ich der Bedienung 75 Euro und meinte es passt schon, während meine Mutter auf der Toilette war. Mein Vater hat sich nur einen abgelacht und versprochen nichts zu erzählen. Heute sollen wir wieder ins Restaurant, doch während ich diese Zeilen schreibe überlege ich mir schon die nächste Ausrede, ich schwanke momentan zwischen Kopfschmerzen oder Übelkeit.

Beichthaus.com Beichte #00030157 vom 08.08.2012 um 15:01:56 Uhr in Feldatal (41 Kommentare).

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