Die Widersprüche des Lebens
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Aggression Begehrlichkeit Betrug Boshaftigkeit Diebstahl Drogen Dummheit Ehebruch Eifersucht Eitelkeit Ekel Engherzigkeit Falschheit Faulheit Feigheit Fetisch Fremdgehen Geiz Gewalt Habgier Hass Hochmut Ignoranz Lügen Manie Maßlosigkeit Masturbation Missbrauch Misstrauen Morallosigkeit Mord Neid Neugier Peinlichkeit Prostitution Rache Schamlosigkeit Selbstsucht Selbstverletzung Sex Stolz Sucht Trägheit Trunksucht Ungerechtigkeit Unglaube Unreinlichkeit Vandalismus Verrat Verschwendung Verzweiflung Völlerei Vorurteile Waghalsigkeit Wollust Zorn Zwang Zwietracht
ABER: Ich sehe nicht schlecht aus. Habe einen IQ von 127, also "leicht" über dem Durchschnitt; beherrsche fünf Sprachen, studiere derzeit drei Fächer und bin gut in der Regelstudienzeit, obwohl ich 2/3 der Veranstaltung freiwillig besuche. Ich habe halb Europa durchreist, auch zu Fuß, darunter auch den Jakobsweg. Ich kann handwerklich einiges, zur Not koche ich auch. Ich male, schreibe. Habe die wichtigsten Klassiker in den Originalsprachen durchgelesen. Wofür das alles? Habe ich es verdient? Ja, ich lächle, und bin nett und hilfsbereit. Aber es lohnt nicht. Nur die wenigsten Menschen da draußen haben es verdient, dass man sie auch nur ansieht! Und nein, die habe ich noch nicht getroffen und wahrscheinlich werde ich es auch nicht, weil ich so verbittert bin. Die Welt ist einfach Mist und irgendwann wache ich nicht mehr auf. Was ich nun beichte ist, dass mir meine Mutter leidtäte. Für sie ginge ich in den Tod. Niemanden sonst, kein Mensch. Mein Vater spricht eh nicht mit mir, meine Oma hasst mich, weil meine Geburt ihre Pläne zum Scheitern brachte. Ich habe Phantasien, in denen ich alle die Menschen, die mir je im Leben wehtaten, quäle und beim Sterben zusehe. Vor allem die, die ich mal geliebt habe. Warum? Weil ich sie noch immer liebe. Das habt ihr aus mir gemacht. Und morgen werde ich euch lächelnd verfluchen. "Keiner blickt dir hinter das Gesicht. Keiner sieht, wie arm du bist."