Von der eigenen Mutter enttäuscht

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Engherzigkeit Hass Trunksucht Familie

Ich beichte, dass ich meine Mutter abgrundtief hasse. Sie ist einfach der Mensch, der mich in meinem Leben am meisten enttäuscht hat. Ich bin damit aufgewachsen, dass meine Mutter immer und ständig betrunken war. Als kleines Kind wurde ich Nachts oft wach und war meist immer alleine, weil sie mit irgendwelchen Typen in ihrer Stammkneipe trinken gewesen ist. Als ich sechs Jahre alt war, wurde ich morgens wach und keiner war da. Meine Oma wohnte zum Glück damals unter uns, also bin ich zu ihr runter und als sie mir aufmachte, bemerkte sie einen Zettel in ihrem Flur. Den hatte meine Mutter einfach durch den Briefschlitz geworfen. Auf dem Zettel stand "bin mit XXX nach XXX gefahren, kümmere dich bitte solange um XXX." Mit sieben Jahren musste ich morgens selber aufstehen, Brote für die Schule machen und alleine los zur Schule gehen. Ich hatte fast jeden Tag dieselben Klamotten an, weil kein Geld für neue Sachen da waren. Wie meine Mitschüler darauf reagiert haben, könnt Ihr Euch ja denken. Ich war das Mobbingopfer Nummer eins in unserer Klasse. Freunde konnte ich nie einladen, denn meine Mutter hielt es nicht für nötig, mal aufzuräumen oder abzuwaschen, geschweige denn, Essensreste wegzuschmeißen. Sie ging damals putzen in einer Kneipe um die Ecke. Wenn ich so gegen 14 Uhr von der Schule kam, habe ich sie jedes Mal geweckt und sie zur Arbeit gescheucht, wo sie dann nach dem Putzen saß und weiter trank. Fast jeden Winter hatte ich alte, kaputte Turnschuhe an und immer klitschnasse Füße. Handschuhe, Mütze und Schal? Sie hielt es anscheinend nicht nötig, mir das zu besorgen.


Weihnachten und Geburtstage wurden jedes Jahr bei meiner Oma gefeiert. Meine Oma hatte damals selber nicht viel Geld, aber hatte immer ein kleines Geschenk für mich. Meine Mutter nicht. Das war dann auch immer unangenehm, wenn man dann nach den Ferien in der Schule über das eigene Weihnachtsfest erzählen sollte. Meine Lehrerin sprach mich mal an, ob bei uns zu Hause alles in Ordnung sei und ich habe dann einfach mit ja geantwortet. Ich hatte einfach Angst, dass ich in ein Heim komme oder so. Regelmäßig standen Geldeintreiber bei uns vor der Tür und ich habe immer für sie gelogen und gesagt, sie sei nicht da, dabei lag sie stinkbesoffen auf der Couch und hat ihren Rausch vom Vorabend ausgeschlafen. In der Pubertät gibt es ja mal öfter Streit zwischen Eltern und Kindern und so war das auch bei uns. Nach einem Streit rief sie ihre damalige beste Freundin an und erzählte ihr am Telefon, dass sie mich mal auch lieber abgetrieben hätte, so wie das andere Kind. Sie wusste, dass ich im Zimmer nebenan saß und das Telefonat mitbekommen könnte.


Als ich 17 Jahre alt war, stand auf einmal der Vermieter mit Gerichtsvollzieher vor der Tür und wollte die Wohnung leer räumen. Meine Mutter wusste das offensichtlich, denn sie war zwei Wochen vorher schon zu ihrem Freund gezogen und hat mich da allein in der Wohnung gelassen, ohne Strom, Wasser oder Essen. Ich musste mit ansehen, wie meine zwei heiß geliebten Katzen ins Tierheim gebracht worden sind. Ich bin dann, bis ich meine eigene Wohnung hatte, erst einmal zu meiner Oma gezogen. Als ich dann selber Mutter wurde, dachte ich, meine Mutter kriegt die Kurve und macht das, was sie bei mir verkehrt gemacht hat, besser bei ihrer Enkeltochter, aber Pustekuchen. Genau dieselben leeren Versprechungen und Lügen wie bei mir. Als vor knapp sechs Jahren ein sehr junges und enges Familienmitglied von mir sich das Leben genommen hat, war ihre Ausrede, um nicht zur Beerdigung zu gehen, dass es ja so stark regne und sie sich keine Erkältung zuziehen wollte. Da war der Punkt erreicht, an dem ich den Kontakt zu ihr ganz abgebrochen habe, das war einfach zu viel für mich. Wenn ich sie denn mal auf der Straße treffe, reicht es bei mir gerade mal für ein kurzes, oberflächliches Gespräch, dann muss ich auch schon wieder weiter. Habe ja auch genug zu tun mit drei Kindern. Mich kotzt es an, dass Leute mich anrufen und sagen, ich solle ihr doch helfen bei ihrem Problem. Wenn ich dann sage, dass ich ihr schon so oft geholfen habe, sagt man mir, was ich doch für ein undankbares Kind sei und es ja immerhin meine Mutter sei. Genau dieselben Leute sind übrigens die gewesen, die mich als junges Kind haben hängen lassen. Heute habe ich selber drei süße Kinder, einen tollen Mann und kann ihr eigentlich dankbar sein, denn ich weiß, dass meine Kinder es gut haben bei mir. Ich bin nicht die perfekte Mama, auch ich mache Fehler, aber das sind Kleinigkeiten gegen das, was meine Mutter mir angetan hat.

Beichthaus.com Beichte #00030435 vom 07.11.2012 um 06:27:38 Uhr (38 Kommentare).

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Drogen und die große Liebe

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Dummheit Drogen Verzweiflung Ex Berlin

Als ich (w) 15 bis 17 Jahre alt war, hatte ich sozusagen die Hochphase meiner Pubertät: Ich lernte ein paar Leute kennen und geriet dadurch in einen Kreis von Menschen, die, sagen wir mal, kein guter Umgang sind. Es fing damit an, dass ich einen Spanier in meinem Alter kennenlernte und mich ein bisschen in ihn verliebte. Er integrierte mich dann in seine Clique und nach einiger Zeit hing ich ausschließlich mit ihm und seinen Freunden herum. Zunächst fing es nur damit an, dass sie mich zum trinken animierten, dann kam das Rauchen dazu und dann eben auch Gras und andere Drogen. Anfangs fand ich alles total cool und aufregend und ich nahm alles auf die leichte Schulter, nach dem Motto "young, wild and free". Da merkte ich auch gar nicht, dass ich immer tiefer hineinrutschte und es auch zu der ein oder anderen kleineren Straftat kam. Ich schwänzte immer häufiger die Schule und feierte stattdessen mit meinen neuen Freunden. Ich merkte selbst nicht, wie ich für all das desensibilisiert wurde. Für mich wurden der tägliche Rausch, Partys, Polizei und ständiger Stress mit Dealern zum Alltag. Und auch mein damaliger Freund hielt sich leider nicht lange. Bereits nach einigen Monaten hatte er mich mehrmals mit verschiedenen Mädchen betrogen, aber das wäre eben so, sagte er mir dazu. Sex stand für diese Leute auf der gleichen Stufe wie Gras und Alkohol.

Ich war zwar also schnell nicht mehr mit dem Spanier zusammen, blieb aber trotzdem in der Clique, da ich mittlerweile fest integriert war und ich viele der Leute auch wirklich ins Herz geschlossen hatte. Ich war bereits tief in dem Sumpf versunken, hatte nur noch Streit mit meinen Eltern, da sie einiges natürlich mitbekamen, ich aber kaum noch zu Hause wohnte, weil ich ständig abhaute und bei meinen Leuten schlief. Eines Tages rief mich dann mein Ex-Freund an und wollte sich mit mir und M., einem unserer Dealer, den ich bis dahin nur einmal persönlich gesehen hatte, treffen. Wir hingen also mit ihm ein bisschen ab, kifften ein wenig. Ich lernte unseren Dealer etwas näher kennen, wir tauschten Handynummern. Bereits am nächsten Tag rief er mich an und wollte sich mit mir treffen. Eins führte zum anderen und schließlich küssten wir uns. Seitdem war ich unsterblich in ihn verliebt. Wir verbrachten Tage, vor allem aber Nächte, und Monate zusammen. Mal mit den Anderen, aber meistens allein. Wir waren ständig unterwegs, taten die verrücktesten Dinge, waren ständig high, immer auf der Suche nach Neuem. Ich kann mich noch heute genau an seine wunderschönen, braunen Augen erinnern, seinen perfekten Körper, sein Lächeln, die stundenlangen Gespräche, die wir geführt haben, die Träume, die wir hatten. Vor allem kann ich mich aber auch an unsere gemeinsame Drogensucht erinnern.

Obwohl ich im Nachhinein weiß, dass es wohl der größte Fehler meines Lebens war, dass ich in diese Kreise geraten bin, muss ich gleichzeitig aber auch zugeben, dass es das wohl schönste Jahr meines Lebens war. Ich könnte Seiten schreiben über M. und mich, denn er war meine erste und einzige Liebe im Leben. Der Tag, an dem sich alles änderte, war, als vier unserer Freunde völlig high Auto fuhren und von der Straße abkamen. Einer unserer Freunde starb noch am selben Ort, Fahrer und Beifahrer sitzen noch heute im Gefängnis, der Vierte im Wagen, mein spanischer Ex-Freund, kam mit einer Geldstrafe und Bewährung von sechs Monaten davon. An diesem Tag zerbrach unser ganzes damaliges Leben, unsere Clique löste sich auf und M. und ich entschieden beide, sofort mit dem ganzen Scheiß aufzuhören. Wir wurden beide clean, er machte sein Abitur (mit 1,5) und ich ging auch wieder zur Schule, um auch meins zu schaffen. Doch unmittelbar nach unserem Entzug trennten wir uns, denn plötzlich war dort einfach nichts mehr zwischen uns. Es war, als ständen wir uns, nach all dem, was wir hatten, wie Fremde gegenüber. Nach seinem Abi wurde er an einer Uni in den USA angenommen und studiert dort seitdem. Ich machte auch mein Abi, mit 1,8, und mache zur Zeit ein Freiwilliges Soziales Jahr. Es ist jetzt etwas über zwei Jahr her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben und wir haben seitdem keinen Kontakt mehr. Zunächst dachte ich, die Gefühle, die ich damals für ihn empfand, waren bloße Einbildung oder Halluzinationen, aber mittlerweile weiß ich, dass es nicht so ist. Ich hatte seitdem schon unzählige Freunde, allerdings hielt keine Beziehung länger als ein paar Wochen. Mir kommen jedes Mal die Tränen, wenn ich einen Liebesfilm schaue, ein bestimmtes Lied höre oder Bilder von damals sehe. Es reicht manchmal schon ein bestimmter Geruch oder ein Gedanke. Ich wache regelmäßig nachts auf und weine, weil ich von ihm geträumt habe. Wenn ich mit einem anderen Mann schlafe oder ihn auch nur küsse, muss ich auch dann oft weinen. Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich mir wünsche oder vorstelle, die Männer wären er. Ich vergleiche sie mit ihm oder erinnere mich an ihn. Dabei liegt es nicht einmal an den Männern, ich habe schon viele tolle Kerle kennengelernt, aber keiner ist eben so wie er. Und nie wieder hatte ich die gleichen Gefühle für einen Mann wie damals. Heute bete ich jeden Tag zu Gott, dass er uns irgendwie, irgendwann wieder zusammenführt, obwohl über 8000 Kilometer, mehr als zwei Jahre, und vor allem viele schlechte Erfahrungen zwischen uns liegen.

Beichthaus.com Beichte #00030434 vom 06.11.2012 um 21:51:15 Uhr in Berlin (Oranienstraße) (23 Kommentare).

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“Beichte

Dick im Geschäft

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Fetisch Völlerei Arbeit Intim

Ich (w/32) habe seit einiger Zeit, zusätzlich zu meiner öden Büroarbeit, einen lukrativen Nebenjob. Ich arbeite als Escort-Lady, was ja mehr oder weniger nur eine bessere Umschreibung für Prostituierte ist. Das weiß allerdings keiner aus meinem Umfeld und es vermutet sicher auch niemand. Denn ich bin 1,70 Meter groß und wiege zirka 120 Kilogramm. Also, um es kurz zu machen: ich bin fett. Früher habe ich sehr darunter gelitten und habe ständig versucht, abzunehmen. Ein paar Mal ist es mir auch gelungen, aber dauerhaft halten konnte ich das nie. Meine Kolleginnen im Büro sind alle superschlank, tragen maximal Größe 36 und lästern über mich, wenn sie denken, ich höre es nicht. Bis vor einiger Zeit machte mich das traurig und ich habe im Büro immer nur Salat gegessen, damit meine Kolleginnen nicht denken "Kollegin X isst schon wieder Schokolade, die hat es ja nötig." Mit den Männern klappte es auch lange Zeit nicht. Dann habe ich aber übers Internet einen Mann kennengelernt, der auf dicke Frauen steht. Wir haben uns ein paar Mal getroffen und hatten auch Sex. Er erzählte mir, dass er schon manchmal mit Frauen aus einer Escort-Agentur ausgegangen ist, die sich auf dicke Frauen spezialisiert hat. Er meinte, das könnte doch auch was für mich sein und gab mir die Telefonnummer der Agentur. Ich habe eine Woche lang überlegt, denn natürlich wusste ich auch, dass so etwas sehr oft mit Sex mit dem Kunden endet.

Aber schließlich beschloss ich, das einfach auszuprobieren. Ich bin Single und ein bisschen Geld zusätzlich kann man ja immer brauchen. Also habe ich mich bei der Agentur beworben und wurde angenommen. Seitdem bin ich schon einige Male mit fremden Männern aus gewesen und hatte Sex mit ihnen. Am Anfang war es seltsam, aber inzwischen ist es schon fast ein Job wie jeder andere. Es gibt überraschend viele Männer, die auf Mollige stehen. Viele geben das aber nicht zu, weil in unserer Gesellschaft nur Schlanke attraktiv sein dürfen. Manche Männer sind sogar mit schlanken Frauen liiert, obwohl sie auf Dicke stehen und betrügen ihre Frauen regelmäßig mit mir oder anderen Damen aus der Agentur. Ich zumindest bin jetzt zufrieden mit meinem Körper, denn er ist ja jetzt mein Kapital. Im Büro gibt es jetzt keinen Salat mehr, stattdessen hole ich mir jeden Morgen beim Bäcker ein schönes Stück Kuchen und mittags eine leckere Currywurst und esse das genüsslich vor den Augen meiner Kolleginnen, die weiterhin an Gemüse knabbern, das ihnen nicht schmeckt, nur damit ihr Hintern weiter in die Jeans mit Größe 36 passt. Wenn ich höre, wie sie lästern, lächle ich nur. Wenn die wüssten, wie dick im Geschäft ich bin.

Beichthaus.com Beichte #00030427 vom 03.11.2012 um 01:44:31 Uhr (49 Kommentare).

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Lehrerin gemobbt

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Zwietracht Hass Hochmut Waghalsigkeit Schule

Als ich (w) noch zur Schule gegangen bin, hatten wir eine ziemlich schlimme Lehrerin. Eine von der Sorte, die ihre Schüler nach Sympathie benotete. Ich gehörte, auch aufgrund meiner eher gelangweilten Einstellung zur Schule, nicht zu ihren Lieblingen. Durch meines eher trotzigen Charakters, habe ich mir zunehmend weniger Mühe in ihrem Unterricht gegeben, was sich auch an meinen Noten widerspiegelte. Als in einer Projektwoche ein Wettbewerb vereinzelter Unterrichtsfächer stattfand, belegte ich in dem ihren den ersten Platz. Aber das schien sie nicht zu kümmern, und änderte auch nichts an unserem Verhältnis. Eines Tages, sie hatte mir in der vorherigen Stunde wieder mal ihre Abneigung mir gegenüber gezeigt, indem sie während des Unterrichts ihre Machtposition als Lehrer mir gegenüber demonstrierte, schrieb ich mit einer Freundin Zettel. Wir sind sehr über die Lehrerin hergezogen und ich habe mich tierisch aufgeregt. Das Ganze lief irgendwie aus dem Ruder und ging so weit, dass wir Sachen geschrieben haben, wie: dass ihr ja mal auf den Heimweg ein Unfall passieren kann. Mit solchen und schlimmeren Aussagen füllte sich der Zettel. Es kam, wie es kommen musste, und unser Zettel wurde vom Lehrer eingesammelt.


Ein paar Tage später, wir hatten es schon vergessen, kam während des Unterrichts der Direktor in Begleitung eines Polizisten ins Klassenzimmer. Er begann einen Vortrag über Gewalt an Schulen und gegenüber Lehrern zu halten. Wir bekamen ein ganz schlechtes Gefühl. Dann begann er unseren Zettel vorzulesen. Zugegeben, wenn man das so hörte, klang es echt böse. Dann forderte er die Schreiber des Briefes auf, sich zu melden. Mein Herz schlug bis zum Hals. Zögernd hoben wir unsere Hand. Wir mussten darauf hin ins Zimmer des Direktors, wo wir die Ansage unseres Lebens bekommen haben. Zu unserer Überraschung bestand unsere Strafe nur darin, einen Entschuldigungsbrief an die betroffene Lehrerin zu schreiben. Unsere Eltern wurden nicht informiert.


Einige Zeit später gab es den Zwischenfall an dem Gymnasium in Erfurt. Auch an unserer Schule fanden dazu Gesprächsrunden statt. Erst da wurde mir wirklich der Inhalt des Zettels bewusst. Zu keiner Zeit habe ich ernsthaft daran gedacht einem anderen Menschen etwas anzutun, egal wie dessen Verhalten mir gegenüber war. Ich war damals unendlich dankbar, das dieser Vorfall in Erfurt erst einige Monate nach unserer Aktion statt gefunden hat, sonst wären unsere Konsequenzen mit Sicherheit schlimmer gewesen! Ich verstehe bis heute nicht, warum trotz unseres dummen Verhaltens, nie jemand auf die Idee kam zu fragen, wo die Ursachen der Differenzen lagen. Ich verstehe bis heute nicht, warum niemand den Unterrichtsstil eines Lehrers hinterfragt, und seinen Umgang mit den Schülern. Ich verstehe bis heute nicht, warum es immer verschwiegen wird, das nicht nur Mitschüler, sondern auch sehr viele Lehrer einen großen Teil zum Mobbing an Schulen bei tragen.
Es gibt durchaus viele gute Lehrer, auch solchen bin ich begegnet, und es ist sicher ein harter Job, aber es gibt auch viel zu viele schwarze Schafe, und das wird auch noch wissentlich toleriert. Ich beichte das ich so blöd war, mich während des Unterrichts beim Zettel schreiben erwischen zu lassen. An der Beziehung zwischen mir und der Lehrerin änderte sich daraufhin übrigens nichts.

Beichthaus.com Beichte #00030424 vom 02.11.2012 um 14:58:55 Uhr (17 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Die Bekehrungen meiner Religionslehrerin

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Hass Rache Hochmut Selbstverletzung Schule

Vor einigen Tagen habe ich erfahren, dass sich meine frühere Religionslehrerin das Leben genommen hat. Und so wie es aussieht, bin ich wohl nicht ganz unschuldig an dem, was geschehen ist. Als ich die 10. Klasse meines Gymnasiums besuchte, haben wir zum Halbjahreswechsel eine neue Religionslehrerin bekommen, frisch aus dem Studium und noch voller Tatendrang. Ich war noch nie gläubig und bin aus der Kirche nur noch nicht ausgetreten, da es meiner Mutter sehr wichtig ist und ich damit keine größeren Probleme habe. Jedenfalls habe ich mich nie besonders am Religionsunterricht beteiligt, doch gestört habe ich ihn auch nicht und so waren alle zufrieden. Doch diese Lehrerin hatte ein Problem damit. Sie war sehr sehr religiös und hat mitbekommen, dass mir die ganze Sache ziemlich egal war und hat sich in den Kopf gesetzt, mich zu bekehren.
Eigentlich war sie ein herzensguter Mensch, hat immer an das absolute Gute im Menschen geglaubt, im Gegensatz zu mir. Mein Vater ist Alkoholiker und meine Mutter war größtenteils nur in Krankenhäusern und hat gegen den Krebs gekämpft. Ich war mein Leben lang allein und wurde von allen herumgeschubst. Aufgewachsen zwischen Gewaltverbrechern und Drogendealern lag ich als kleines Mädchen oft wach und hab die Schreie um mich rum gehört, wenn unser Nachbar seine Frau mal wieder halb tot prügelte. Jedenfalls geriet ich früh auf die schiefe Bahn, Alkohol/Zigaretten mit 12, Drogen mit 13. Dazu kamen noch verschiedene Verbrechen wie Einbruch, Diebstahl, Erpressung etc. Ich konnte nie an einen Gott glauben, doch ich respektierte immer die Meinung von anderen und lies sie glauben, an was auch immer sie wollten. Solange man auch meine Einstellung dazu respektierte, war für mich alles in Ordnung.


Doch sie tat es nicht. Sie fing mich nach der Schule immer wieder ab, versuchte auf mich einzureden. Sie merkte, dass ich Probleme habe und sagte mir Gott könne mir helfen. Er könne mir helfen Vergebung für meine Sünden zu finden. Ich versuchte ihr aus dem Weg zu gehen, so gut ich konnte. Doch irgendwann hielt ich es nicht mehr aus. Dieses penetrante Auftreten und dieser Unwille einzusehen, dass nicht alle Menschen gut sind, dass nicht alles im Leben rosarot ist, machte mich rasend. Besonders da sie, trotz einiger eindeutiger Warnungen meinerseits, nicht locker lassen wollte, brachte mich schließlich dazu ihre Welt zerstören zu wollen. Ich wollte ihr einen Aspekt der Welt zeigen vor dem sie so lange die Augen verschlossen hat. Und ich wusste auch, wie ich das machen würde.


Während unserer Gespräche hat sie mir oft von einem Mädchen erzählt, das angeblich auch so war wie ich, doch dem sie helfen konnte. Sie hätte mit den Drogen aufgehört und wäre umgezogen, würde einen guten Job haben. Ich wusste, wen sie meinte. Und ich wusste, dass das eine Lüge war. Ich bot meiner Lehrerin also an, uns eines Abends zu treffen, um mehr reden zu können. Wir trafen uns im Viertel der Stadt, um das man lieber einen Bogen macht. Ich sagte ich wolle ihr etwas zeigen. Wir gingen also los, bis wir in eine Gasse kamen in der Junkies sich gerne etwas spritzten. Und dort zeigte ich ihr die Person, von der sie all ihre Hoffnung ins Gute hatte. Nichts weiter als ein Junkie. Ein Junkie auf der Straße lebend und der fast alles machen würde für die nächste Dosis. Diesen Gesichtsausdruck werde ich nie vergessen. Ich hab auf sie eingeredet, ihr gesagt, dass alles, woran sie glaubte, nur eine Lüge gewesen sei. Ich erzählte ihr von den schlimmen Dingen, die auch andere Menschen aus ihrer Umgebung gemacht haben. Ich habe ihr ins Gesicht gelacht und ihr erzählt was ihr Vorzeigemädchen alles macht, um an Stoff zu kommen. Ich habe nicht aufgehört. Ich weiß nicht warum. Ich sah, dass ich es geschafft hatte, sie zu brechen. Sie weinte schrecklich. Sie sackte zusammen. Ich lies sie in der Gasse sitzen und ging.


Sie kam nicht mehr in die Schule zurück. Uns wurde gesagt sie hätte sich versetzen lassen, aufgrund persönlicher Probleme. Ich dachte nicht mehr daran. Ich habe auch bis vor ein paar Tagen nicht an sie gedacht. Doch dann bekam ich einen Anruf von ihrer Schwester. Ich habe sie nie gesehen und verstand auch nicht wer das war zuerst. Doch dann begriff ich. Sie erzählte mir meine frühere Lehrerin habe Selbstmord verübt. Sie hat sich die Pulsadern aufgeschnitten. Anrufen würde sie mich nur, da sie noch einen Brief für mich hat von ihrer Schwester. Sie hat ihn nicht geöffnet. Morgen bringt sie mir den Brief vorbei. Ich weiß nicht was ich denken soll. Ich weiß, dass ich zu weit gegangen bin, damals. Ich weiß, dass das vielen nicht schlimm erscheinen wird. Doch ihr hat es eine Menge bedeutet. Und ich habe ihr das genommen. Das wirklich zynische an der Sache ist, dass sie recht hatte. Menschen können sich ändern. Ich habe mich geändert, ich bin raus aus dem ganzen Mist, bin weg, studiere jetzt.
In dem Moment damals tat es mir nicht leid. Ich weiß auch nicht genau, ob es mir jetzt leidtut. Das Einzige was ich dabei empfinde ist eine Art dumpfer pochender Schmerz. Sollte sie wirklich Selbstmord wegen mir begangen haben? Ich weiß auch nicht. Doch es tut mir leid. Ich weiß nicht, ob mich irgendjemand versteht, aber ich hoffe, dass es vielleicht doch einer tut.

Beichthaus.com Beichte #00030423 vom 01.11.2012 um 23:18:03 Uhr (42 Kommentare).

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