3441 Gewaltfantasien im Fall Edathy

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Aggression Morallosigkeit Gesellschaft Hanau

Ich habe zu beichten, dass ich schockiert bin, von den Gewaltfantasien vieler Deutscher. Besonders der Fall Edathy zeigt zurzeit wieder, wie es offensichtlich um die geistige Gesundheit vieler Mitbürger bestellt ist. Auf der einen Seite werden zwar Länder, in denen die Scharia gilt, als rückständig und barbarisch verurteilt, auf der anderen Seite schwelgt man aber bei Fällen von Kindesmissbrauch, Vergewaltigung oder Tierquälerei in Tötungs- und Folterfantasien, auf die wahrscheinlich nicht mal der konservativste Scharia-Richter kommen würde und die eher an das dunkelste europäische Mittelalter erinnern. Natürlich kann man darüber streiten, ob die Prozesseinstellung nach § 153 a StPO angemessen ist und sich wegen mir auch eine lebenslange Gefängnisstrafe oder dergleichen wünschen, aber der Lynchmob, der derzeit durch die sozialen Netzwerke tobt, ist schlicht beängstigend.

Was geht in den Köpfen solcher Leute vor, dass sie sich solche grausamen Gewaltfantasien überhaupt nur ausmalen können? Sind diese Menschen nicht fast genauso gefährlich wie Pädophile? Wer weiß, ob sie ihre Neigung zur Gewalt nicht auch einmal ausleben, wenn die bloße Vorstellung nicht mehr reicht? Und wen wird es treffen? Einen richtigen Pädophilen oder vielleicht auch nur einen harmlosen Rentner, der seine Tage nur deshalb gerne auf einem Bänkchen am Spielplatz verbringt, weil er sich durch die spielenden Kinder an seine eigene Kindheit erinnert fühlt? Und zu was studieren Richter und Staatsanwälte eigentlich jahrelang Jura, wenn doch jeder Bildzeitungsleser offensichtlich besser über Recht und Unrecht entscheiden könnte?

Beichthaus.com Beichte #00035206 vom 06.03.2015 um 12:19:27 Uhr in 63452 Hanau (Moselstraße) (18 Kommentare).

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3442 Brotzeit

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Verschwendung Dummheit Schule

Vor einigen Jahren habe ich mir in der Schule während des Englisch-Unterrichtes einen dummen Scherz erlaubt. Wir haben immer zwei Doppelstunden am Stück und zwischen den Stunden eine kurze Pause, in der ich mein Pausenbrot auspackte. Schon beim Öffnen der Brotzeitbox traf mich fast der Schlag, so sehr hat der Käse gestunken, der da drauf war. Meine Mutter macht mir die Brote immer am Vorabend. Meine Kumpels die mit mir in einer Reihe sitzen, haben das natürlich mit bekommen und wir haben uns köstlich amüsiert. Während der zweiten Stunde hat mein Banknachbar mich dann auf die Idee gebracht, das Brot unter das Fensterbrett auf die Heizung zu legen. Das habe ich dann auch gemacht, nur leider ist das Brot dabei hinter den Heizkörper gerutscht, weshalb es unmöglich war dieses wieder hervorzuholen. Als wir am nächsten Morgen in der ersten Stunde wieder Englisch-Unterricht hatten, stank es im Englisch-Klassenzimmer so bestialisch, dass die gesamte Klasse den Raum verlassen musste und wir auf einen anderen Raum ausweichen mussten. Das Schlimme: Außer meinen Kumpels und mir wusste keiner woher der Gestank kommt, bis man einen Tag darauf herausfand, dass dieser wohl aus der Heizung kommen musste. Folglich mussten die Handwerker kommen und den Heizkörper abmontieren bis man das Brot gefunden hatte. Bis heute weiß niemand außer mir und einigen Wenigen, dass ich das war.

Beichthaus.com Beichte #00029879 vom 22.03.2012 um 20:39:45 Uhr (15 Kommentare).

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3443 Der letzte Wunsch meines Vaters

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Selbstsucht Verzweiflung Tod Arbeit

Ich (m/34) möchte hiermit beichten, dass ich den letzten Wunsch meines vor knapp sechs Wochen verstorbenen Vaters nicht erfüllen werde. Und zwar war mein Vater Landwirt in der mindestens siebten Generation auf unserem Hof. Da meine Mutter schon starb, als ich fünf Jahre alt war, er nie mehr geheiratet hat und auch mit meiner Mutter keine weiteren Kinder hatte, bin ich Alleinerbe. Es geht um einen Haupt- und drei Nebenhöfe und sehr viel gutes Ackerland. Der Wert ist immens. Ich selbst habe aber gesehen, wie sich mein Vater für den Hof zu Tode geschuftet hat und nicht einmal das Rentenalter erreichte. Ich selbst bin zwar auch als Landwirt ausgebildet, aber habe einfach kein Interesse daran. Dennoch habe ich ein sehr schlechtes Gewissen, denn mein Vater war trotz seiner zur Schau gestellten Bärbeißigkeit ein extrem gutmütiger Mensch.


Als ich beispielsweise 15 wurde, war mein Wunsch ein Mofa, wie für jeden, der auf dem Land lebt. Er tat die ganze Zeit so, als wollte er davon nichts wissen. Als ich an dem Tag nach Hause kam, meinte er nur, wir würden später Kuchen essen, aber ich soll vorher die Stallgasse ausfegen. Dort stand eine alte, aber blitzsaubere und extrem gepflegte Puch, ein Mofa, das damals schon ein Oldtimer war und außerdem dafür berühmt ist, sehr schnell zu sein. Auf dem Sattel lag ein Umschlag mit 300 Mark darin, für den Führerschein. Und er stand wie ein Honigkuchenpferd grinsend hinter mir. Oder aber man sah ihn eine seiner geliebten Milchkühe minutenlang streicheln und leise und liebevoll mit ihr reden. Er fehlt mir auch immer noch sehr...


Trotzdem habe ich mich entschlossen, bis auf den Kernhof alles abzustoßen. Die Kühe schicke ich in Rente, sprich, ich melke sie ab, sorge also dafür, dass sie keine Milch mehr geben müssen, aber behalte sie. Bis sie sterben, was noch dauern kann, da einige noch recht jung sind. Die Weide liegt ja zum Glück nahe und der Stall ist eh ein großer Freilaufstall, sie haben es also echt gut. Sogar eine Streichelrolle haben sie da drin. Aber das Land verkaufe ich. Für zwei große Stücke Ackerland, die direkt an der Straße und am Ortseingang liegen, gibt es bereits erste Angebote und die sind in zweistelliger Millionenhöhe. Dort soll wohl eine Art Lagerhallenpark entstehen. Und da wir in unmittelbarer Nähe des Münchner Flughafens liegen, werde ich auch den Rest teuer los. Ich weiß, mein Vater würde im Grab rotieren, aber ich will mich nicht kaputtschuften.

Beichthaus.com Beichte #00037853 vom 16.03.2016 um 19:44:16 Uhr (19 Kommentare).

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3444 Der Glücksvibrator

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Peinlichkeit

Ich muss beichten, dass ich einen etwas ausgefallenen Glücksbringer habe. Eigentlich war es anfangs bloß Zufall, dass ich besagten Glücksbringer in der Tasche hatte, wenn irgendetwas Wichtiges anstand, wie zum Beispiel der Kauf meines neuen Autos oder ein Bewerbungsgespräch. Mittlerweile nehme ich ihn aber absichtlich mit. Naja - andere haben ein Glückskuscheltier, ich habe eben einen Glücksvibrator in der Handtasche. Und ich schwöre, es funktioniert, zwar nicht bei dem letzten Job, aber immerhin habe ich bei meinem Auto knapp 1000 Euro gespart. Peinlich wäre es mir aber trotzdem, wenn mal meine Handtasche zu vibrieren anfangen würde. Außerdem nenne ich ihn liebevoll Pocketrocket.

Beichthaus.com Beichte #00031812 vom 28.08.2013 um 22:24:19 Uhr (13 Kommentare).

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3445 Lehrgang zum Zocken

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Ignoranz Lügen Partnerschaft Games

Lehrgang zum Zocken
Ich (m/27/Techniker) habe meine Freundin angelogen und ihr gesagt, ich wäre im August eine Woche auf einem Lehrgang. Dabei habe ich mich eine Stadt weiter in einem Hotel einquartiert und arbeite in der Woche ganz normal. Aber im August kommt ein Videospiel raus, auf das ich seit Jahren warte und ich will es einfach in Ruhe zocken können - und zwar jeden Abend und solange ich will, ohne Gemecker und Gezeter. Das ist zu Hause unmöglich, weil es jedes Mal Gemecker gibt, wenn ich auch mal nur länger als zehn Minuten an meinen PC gehe. Meine Freundin hat keine Freundinnen und keine Hobbys, es wird also in jeder Sekunde Freizeit erwartet, dass ich mich nur ihr widme. Würden die positiven Seiten diese negativen nicht überschatten, hätte ich schon lange das Weite gesucht.

Im Normalfall kann ich einen Abend pro Woche mal in Ruhe etwas zocken und dann eventuell mal am Wochenende, wenn meine Freundin früh einschläft, ein paar Stunden. Und Freitagmittags mal zwei bis drei Stunden, da ich da früh Feierabend machen kann. Da ich dieses Spiel aber einfach mal mega durchsuchten will, bin ich einfach eine Woche auf dem angeblichen Lehrgang. In Wahrheit werde ich mir aber jeden Abend direkt nach der Arbeit eine Pizza reinziehen und dann von 17 bis 1 Uhr durchzocken. Samstag und Sonntag habe ich natürlich auch noch dran gehängt, also noch zwei Tage mit lockeren 12 Stunden durchzocken. Das wird ein Fest, sage ich euch! Im Übrigen bin ich auch 2-3 Wochenenden pro Quartal zusätzlich auf "angeblichen Lehrgängen", wobei ich dort dann auf Lan-Partys oder auch in einem Hotel bin, um einfach mal in Ruhe zu zocken.

Beichthaus.com Beichte #00038545 vom 23.07.2016 um 23:07:28 Uhr (22 Kommentare).

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