Das Pflegekind meiner Eltern

30

Engherzigkeit Familie

Ich (w/24) habe vorerst den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen. An und für sich ist das Verhältnis zu ihnen immer gut gewesen und das ist es jetzt eigentlich auch noch. Mit 18 bin ich ausgezogen, besuchte sie aber etwa einmal pro Woche und telefonierte mehrmals die Woche mit meiner Mama.

Der Grund, warum das jetzt nicht mehr so ist, ist das Pflegekind, das meine Eltern seit etwa 1,5 Jahren haben. Sie haben immer wieder mal ein Pflegekind, das hat schon angefangen, als ich noch zu Hause gewohnt habe. Aber das Kind, das sie momentan haben, ist so unerträglich. Ich kann es nicht mal richtig beschreiben, er ist laut, kreischt oft komplett sinnlos herum, dann weint er wieder, weil er sich zum Tausendsten mal wo gestoßen hat oder manchmal auch einfach so, ich weiß nicht, ob das bei Kindern normal ist. Mir kommt es jedenfalls abartig vor. Und an alle Übermuttis, sogar meine Mama meinte schon, dass er um einiges anstrengender und nervenaufreibender ist, als die vorigen Kinder.

Die letzten Male, wenn ich meine Eltern besuchte, konnten wir uns kaum unterhalten. Er war laut, man versteht sein eigenes Wort nicht, wenn ich ihn anschnauze, kommt von meiner Mama nur "so machst du es auch nicht besser" - schon klar. Aber sie scheints ja auch nicht richtig zu machen. Irgendwann bringt sie ihn ins Bett - er schläft nachmittags immer etwa eine Stunde - und danach ist sie von ihrer Arbeit und der Arbeit mit dem Kleinen so erledigt, dass sie sich auch eine Weile hinlegen will. Dann sitze ich alleine herum, löse ein Kreuzworträtsel und trinke Kaffee bis sie wieder aufsteht. Dann muss ich aber meistens schon wieder fahren, weil ich am nächsten Tag arbeite.

Beim Telefonieren ist es das selbe, man kann kein normales Gespräch führen, weil er immer im Hintergrund zu hören ist. Wenn er kreischt tut mir das im Ohr weh. Wir haben schon so einige Telefonate einfach abgebrochen, weil es sowieso sinnlos war.

Aber letzte Woche dann der Höhepunkt. Es war ausgemacht, dass meine Mama und ich uns auf einen Kaffee trafen, um unseren Urlaub zu planen. Im Dezember fliegen wir gemeinsam eine Woche weg und ich wollte ihr zeigen, was man alles unternehmen könnte und schon die eine oder andere Aktivität im Vorfeld buchen. Ich war auch fest davon überzeugt, dass sie den Kleinen nicht mitnahm, aber was war? E klar, er dabei. Also rein in das Café, ich hab mich so geschämt. Der Kleine rannte auf der Sitzbank auf und ab und meine Mutter machte nicht mehr, als ihm zu sagen, er solle sich setzen. Ein 1,5 Jahre altes Kind hört natürlich darauf. Nach etwa einer halben Stunde meinte sie, dass es so ja doch sinnlos war, weil wir uns nicht in Ruhe unterhalten konnten. Ach, hätte man nicht vorher drauf kommen können?

Seitdem haben wir nichts mehr voneinander gehört. Wir haben uns jetzt nicht gestritten, aber ich war so wahnsinnig enttäuscht und auch verletzt, weil sie sich absolut keine Zeit mehr nimmt. Es ist nur mehr diese Kind wichtig. Ich habe auch keine Lust mehr, zu meinen Eltern zu fahren, um alleine dort zu sitzen und Kaffee zu trinken, da verbringe ich meine wenigen freien Tage lieber damit, meine Wohnung zu putzen, Wäsche zu waschen oder vorzukochen. Da hab ich mehr davon. Mir übrigens egal, wenn mich jemand für herzlos hält, weil ich nur mehr bedingt Verständnis für ein Krisenpflegekind aufbringen kann. Danke fürs Lesen.

Beichthaus.com Beichte #00041615 vom 26.10.2018 um 20:47:06 Uhr (30 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Nicht die hellste Kerze auf der Torte

43

Dummheit Peinlichkeit

Mir macht meine Dummheit extrem zu schaffen. Leider bin ich schon seit Kindheitstagen nicht die hellste Kerze auf der Torte. Ich bin als Einzelkind aufgewachsen und habe alle Dinge viel später gelernt, als gleichaltrige Kinder. So konnte ich erst spät Fahrrad fahren, Schwimmen und Schleife binden. In der Grundschule bereitete es mir enorme Schwierigkeiten zu lesen, zu schreiben und zu rechnen. Später diagnostizierte man bei mir eine Lese- Rechtschreibschwäche. Durch hartes Training und meine Liebe zu Büchern, bin ich mittlerweile in der Lage fast so fehlerfrei zu schreiben, wie meine Mitmenschen ohne besagte Schwäche. In meiner Freizeit stellte ich mich ebenso unbegabt an, da ich weder über sportliche noch musische Talente verfüge. Mit ein wenig Mühe gelang es mir die Fachhochschulreife mit 2,1 abzuschließen, der größte Erfolg meines Lebens. Für mehr hat es leider nicht gereicht. Zwar wurde mir oft empfohlen das Abitur zu machen, aber die Leute überschätzen meine Intelligenz. Selbst meine beste Freundin hält mich für intelligent, obwohl ich das exakte Gegenteil bin.

Mit 21 habe ich weder einen Führerschein (zu große Verantwortung für mich und andere), keine Ahnung vom alltäglichem Leben (Haushalt, Miete, Versicherungen) und ich brauche Ewigkeiten, bis ich etwas lerne. Auch arbeite ich langsamer als Gleichaltrige. In meiner Ausbildung läuft es in der Schule nicht gut, weil ich mit der Klasse nicht zu recht komme und der Stoff nicht zu meinen wenigen vorhandenen Stärken passt. In der Praxis lief es bislang wirklich gut, zwar brauchte ich manchmal meine Zeit, aber am Ende waren alle zufrieden. Leider bin ich jetzt in einer Abteilung eingesetzt, die mir gar nicht zu sagt, ich muss auf viele Details achten, die ich oft übersehe, weil ich zu viel nachdenke. Könnte gerade heulen, ich versuche immer mein Bestes zu geben und am Ende erlange ich bestenfalls ein mittelmäßiges Ergebnis, meistens eher schlechter. Ich versuche mich in meiner Freizeit weiter zu bilden z.B setze ich mich mit Kunst und Kultur, Geschichte und Rechten auseinander, aber es bringt nichts. Kenne Menschen, die ebenfalls so dumm sind wie ich, nur halten sich eben diese für intelligent. Wohingegen ich mir meiner Dummheit bewusst bin. Dabei wünsche ich mir nur mein Leben beruflich und privat auf die Reihe zu bekommen und in irgendwas begabt zu sein. Bitte kein Mitleid, aber Tipps nehme ich dankend an.

Beichthaus.com Beichte #00041614 vom 25.10.2018 um 23:52:24 Uhr (43 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Der Zeitfaktor in einer Beziehung

4

Zwietracht Freunde Partnerschaft Potsdam

Ich (w/33) muss meine Schadenfreude beichten. Ich kenne meinen jetzigen Ehemann seit nunmehr etwas über zwölf Jahren. Als wir zusammengekommen sind, waren wir noch in einem Alter wo einen Langzeitpartner und/oder Kinder haben noch eher die Ausnahme von der Regel war. Unsere Beziehung war damals wie heute einfach wunderbar und sehr liebevoll. Er hat sich toll um mich gekümmert und ich war immer bemüht, ihm auch etwas Freiraum für sich einzuräumen. Ich hatte damals gerade meinen ersten festen Job nach der Ausbildung ergattert und er studierte noch ein sehr anspruchsvolles technisches Fach. Ich habe für uns beide Geld verdient, es reichte für eine winzige Wohnung, und habe auch fast allein den Haushalt geschmissen, damit er nicht seine knapp bemessene Zeit neben der Uni dafür aufbringen musste und wenigstens einmal die Woche auch seine Kumpels treffen konnte.

Leider war das besagten Kumpels zu wenig. Es wurde nur über mich gemeckert, nichts konnte ich richtig machen, ich wurde dauernd als Keil und Störfaktor in ihrer Männerfreundschaft betitelt, sie haben sogar versucht, ihn zum Fremdgehen zu überreden, weil ich ihn zu sehr beanspruchen würde. Irgendwann wurde es ihm zu dumm und einige seiner Freundschaften haben darunter gelitten, da er nicht zulassen wollte, dass so über mich geredet wurde. Natürlich war ich aus Sicht seiner Kumpels auch daran schuld. Sogar unsere Hochzeitsfeier wurde von ihrer Ablehnung überschattet.

Ich habe über die Jahre hinweg Ruhe bewahrt, die meckernden Affen ignoriert und einfach die Zeit für mich arbeiten lassen, und siehe da, irgendwann hat sogar der dämlichste von ihnen eine Frau an Land gezogen, und plötzlich sind alle von der Bildfläche verschwunden und stehen unter dem eisernen Pantoffel ihrer Weiber. Selbst die, die keine Kinder haben, lassen sich nirgends mehr blicken. Plötzlich ist mein Mann, mittlerweile längst mit beiden Beinen fest im Job und daher mit mehr Freizeit als während des Studiums gesegnet, der einzige, der überhaupt noch Zeit hätte, sich mit jemandem zu treffen. Nur ist niemand mehr da, mit dem er dies tun könnte, weil die Herren, die immer gegen mich waren, alle selbst in Beziehungen stecken und keine Zeit mehr haben. Nur wehe, jemand erinnert sie daran, wie wenig Verständnis sie damals für uns aufgebracht haben.

Ich beichte, dass ich insgeheim froh bin, dass mein Schatz seine rülpsenden, unterbelichteten, primatenhaften Kumpels los ist. Hab mich ohnehin immer gewundert, was ein intelligenter Kerl wie er mit diesen Kreaturen am Hut hatte. Nur für ihn tut es mir schon leid, dass ihm kaum noch jemand geblieben ist.

Beichthaus.com Beichte #00041607 vom 17.10.2018 um 12:01:53 Uhr in Potsdam (4 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Die Hoffnung auf den großen Lottogewinn

10

Verschwendung Habgier Geld

Ich habe von 2012 bis 2014 ca. 2000 € meiner Ersparnisse in der Hoffnung auf den großen Lotto-Gewinn verbrannt. Wenn ich das gleiche Geld im gleichen Zeitraum in Aktienfonds gesteckt hätte, hätte ich zwar auch nicht den großen Gewinn gemacht, aber ich hätte trotzdem wesentlich mehr gewonnen als verloren. Ich war naiv und habe dem Staat und dubiosen Glücksspielunternehmen mehr als zwei meiner damaligen Netto-Monatsgehälter geschenkt.

Beichthaus.com Beichte #00041604 vom 21.10.2018 um 12:44:09 Uhr (10 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“35.000

“Beichte

Vom Boden essen

12

Unreinlichkeit Peinlichkeit Brig

Vor ein paar Wochen habe ich mich (w/29) mit einer Freundin auf ein Day-Drinking-Day verabredet. Als wir spät Abends dann auf dem Weg zum Bahnhof waren, wollte ich mir noch was zu essen holen. Da wir an einem Dorffest waren, gab es Pommes und Bratwurst. Auf dem Weg zum Bahnhof habe ich dann den Teller auf einer Hand balanciert. Weil ich aber bereits einige Bier getrunken hatte, habe ich irgenwann das Gleichgewicht verloren und fiel hin. Die Pommes sowie die Bratwurst lag auf dem Boden verstreut. Ich habe alles wieder eingesammelt, bin aufgestanden und habe weitergegessen. Ich schäme mich dafür, dass ich Essen vom Boden gegessen habe. Wenn ich dasselbe bei einem anderen Dorffestbesucher beobachtet hätte, hätte ich mich geekelt.

Beichthaus.com Beichte #00041600 vom 17.10.2018 um 07:59:24 Uhr in Brig (12 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht