Der Kater aus meiner Kindheit

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Verzweiflung Ungerechtigkeit Tiere München

Vor drei Wochen ist der Kater unserer Nachbarn verstorben. Meine Kommilitonen und Freunde machen sich schon Sorgen um mich, weil ich krankhaft dünn und bleich aussehe. Ich (w/19) wohne noch bei meinen Eltern und bin mit diesem Kater aufgewachsen. Da wir im Erdgeschoss wohnen, kam er immer auf unseren Balkon, er war ziemlich verfressen, einmal hatten wir vergessen die Balkontür zu schließen, er hat sich in die Wohnung geschlichen und das Hähnchen, unser Mittagessen, gegessen. Manchmal ließen wir ihn in die Wohnung und er legte sich in mein Bett und schlief dort. Ich war damals noch klein und fand es lustig, ihn mit Wasser zu bespritzen, wofür ich mich noch heute verachte. Er hatte Angst und kam immer seltener, doch irgendwann schien er mir verziehen zu haben und aus dem grummeligen Kater, der sich nicht streicheln ließ, wurde ein Freund. Ich habe ihm immer Katzenfutter hingestellt, weil die Nachbarn mittlerweile einen Hund hatten, wurde er nämlich vernachlässigt.

Er schnurrte, wenn ich ihn streichelte und leckte mir über die Hand, kam sogar wieder in die Wohnung, um zu schlafen. Einmal wollte er sogar in der Wohnung bleiben, obwohl er sonst immer herumstreunte. Wenn er im Treppenhaus war und nicht in den Hof konnte, wartete er immer vor unserer Haustür und kam sofort auf mich zu. Ich kann einfach nicht glauben, dass er gestorben ist und muss schon wieder weinen. Ich vermisse alles an ihm so sehr und wünschte, ich hätte ihn noch einmal gesehen. Er hat mich auf seine eigene Art aufgemuntert, wenn es mir schlecht ging, wir hatten keinen tollen Start, aber ein schönes Ende. Einige würden nun vielleicht sagen, dass es nur ein verfressener Kater war, einer von vielen, aber für mich wird er immer einzigartig sein. Mein süßer, grummeliger Kater, ich hoffe, dass er nicht leiden musste. Alles, was mir von ihm bleibt, ist ein Foto, auf dem ich als Dreijährige abgebildet bin, er sitzt auf einem Stuhl und schaut in meine Richtung.

Beichthaus.com Beichte #00040126 vom 29.07.2017 um 21:40:08 Uhr in München (11 Kommentare).

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Abziehbilder meiner Persönlichkeit

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Engherzigkeit Selbstsucht Freunde Düsseldorf

Ich (22) habe nie zu den sozialen Menschen gehört, zwar habe ich Freunde, doch auch mit denen gibt es Probleme, für die ich verantwortlich bin. Sobald ich mich nämlich länger und ausführlicher mit ihnen befasse, merke ich, dass sie mir immer unsympathischer werden. Manchmal entwickelt sich sogar ein Gefühl von Ekel und ich ignoriere sie tagelang, ich weiß nicht, woran es liegt. Manchmal bin ich einfach nur noch genervt von meinen Freunden, denn nach und nach nehmen sie Eigenschaften von mir an, sie reden wie ich, benehmen sich wie ich und werden mir immer ähnlicher. Ich verstehe nicht, warum sie das tun, es stört mich, weil ich die Personen mochte, die nicht wie eine zweite, dritte oder vierte Version von mir waren.

Es ist nicht einmal so, dass ich einen tollen Charakter hätte, weshalb es mich noch mehr verwundert, dass sie sich an meinem Verhalten orientieren. Einmal ist es sogar vorgekommen, dass eine Person innerhalb von einem Tag meinen Humor lustig fand, obwohl sie ihn vorher überhaupt nicht mochte. Seitdem lacht der Betroffene immer noch über diesen Humor, dabei ist es schon knapp zwei Jahre her. Ich beichte, freundliche Menschen mit meinem Verhalten zu verderben, ohne es zu wollen. Es tut mir leid, dass ich nicht einmal gut zu meinen Freunden bin, obwohl wir so viele tolle Dinge erlebt haben. Aber ich möchte einfach keine Abziehbilder meiner Persönlichkeit.

Beichthaus.com Beichte #00040121 vom 29.07.2017 um 14:39:22 Uhr in Düsseldorf (3 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Das zufällige Treffen mit meinem ehemals besten Freund

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Peinlichkeit Dummheit Bahn & Co.

Ich (w/24) beichte, dass ich mich vor ein paar Tagen auf einer Zugfahrt von München nach Salzburg über eine Stunde in der Toilette eingesperrt habe. Manche Leute bekamen mit, wie lang ich dort drin war und tuschelten, ob ich schwarz gefahren bin und mich vor dem Kontrolleur verstecken wollte oder einen nervösen Magen habe. Es war unglaublich unangenehm. Ich habe mich vor Schreck dort verschanzt, weil mein ehemals bester Freund am Ostbahnhof in den Zug einstieg und ich mich derart erschrocken hatte.

Wir beide kannten uns seit der zweiten Klasse. Er war damals mein Nachbar und wir waren 10 Jahre lang allerbeste Freunde. Als wir noch klein waren, war er fast jeden Tag bei uns zu Hause und auch am Wochenende kam er oft auf Familienausflüge mit, da seine Eltern nie etwas unternahmen. Seine Mutter war depressiv und sein Vater nur am arbeiten. Es verging kein Tag, an dem wir keinen Kontakt hatten, wenn wir uns nicht sehen konnten, telefonierten wir oder schrieben. Wir haben uns alles erzählt und hatten nie Streit. Als wir älter waren, dichteten uns viele eine Beziehung an. Aber wir waren nie zusammen. Wir waren wie Geschwister, die sich sehr gut verstehen; eigentlich Seelenverwandte. So viele Leute wunderten sich stets über unser Verhältnis. Einmal hatte er eine Freundin die auf mich eifersüchtig war, aber sie waren nicht lange zusammen und wir hatten trotzdem Kontakt.

Im Jahr 2009 trennten sich dann seine Eltern und er zog mit seiner Mum in eine andere Stadt, eine Stunde entfernt. Wir besuchten uns trotzdem nahezu jedes Wochenende und telefonierten unter der Woche. Im Februar (2010) wurde jedoch plötzlich alles anders. Er verhielt sich immer seltsamer, ging oft nicht an sein Handy und rief auch nicht zurück. Als er mich besuchte, hatte er nicht viel zu erzählen. Irgendwann hatten wir zwei Wochen gar keinen Kontakt gehabt. Das war extrem ungewöhnlich und furchtbar für mich. Da ich ihn nicht erreichte, fuhr ich an einem Samstag im April damals einfach zu ihm und wollte ihn zur Rede stellen. Durch meinen unangekündigten Besuch erfuhr ich zufällig, was für Freunde er inzwischen gefunden hatte. Kurz gefasst; er ist in die Nazi-Szene geraten. In einem Zeitraum von etwa zwei Monaten (ich hätte nie gedacht, dass das möglich ist in so kurzer Zeit). Davor kannte er diese Leute noch gar nicht. Ich und unsere damals gemeinsamen Freunde haben alles versucht, damit er wieder "normal" wird. Ich sprach mit seinen Eltern und kontaktierte sogar seine Großeltern in Österreich. Es half nichts. Ab einem Punkt musste ich den Kontakt zu ihm komplett abbrechen, da ich mich sonst in Gefahr gebracht hätte. Ein Mädel aus seinem neuen Freundeskreis hatte mich angegriffen und mit ihrem Freund bedroht.

Das war vor sieben Jahren. Ich vermisse sein altes ich bis heute unglaublich. Selbst heutzutage will ich ihn noch öfter instinktiv anrufen, wenn ich etwas lustiges sehe oder gute Nachrichten bekomme. Bis ich mich wieder daran erinnere, dass wir nicht mehr sprechen. Es ging so weit, dass ich ihn (2013) in meiner Whatsapp-Liste gesucht habe und von meiner Ausbildung berichten wollte, bis mir einfiel, dass ich seine Nummer längst nicht mehr habe. Als er dann tatsächlich nach all den Jahren vor mir stand, bin ich einfach instinktiv geflüchtet, ohne etwas zu sagen. Er hatte mich angeschaut und schnell wieder weggeguckt. Er sah komplett normal aus, ich habe keine Ahnung, ob er überhaupt noch in der rechten Szene ist (aber Aussehen ist ja heute kein Kriterium mehr dafür, außerdem hätte er sich dann bestimmt wieder bei mir gemeldet, wäre er ausgestiegen). Irgendwann verließ ich das WC und er war weg... Ich werde das Getuschel und die Situation insgesamt nie vergessen. Ich fühlte mich den restlichen Tag wie eine komplette Idiotin.

Beichthaus.com Beichte #00040120 vom 29.07.2017 um 00:48:19 Uhr (17 Kommentare).

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Ich habe meine Frau für eine Schlampe verlassen

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Verzweiflung Liebe Neunkirchen

Manchmal habe ich (46) das Gefühl, das gute alte Karma hat mich ganz schön an den Eiern. Nachdem ich meine Frau 2011 wegen einer - aus heutiger Sicht gesehen - Schlampe verlassen habe, läuft nichts mehr richtig rund. 2014 hat mich dann besagte Schlampe für ihren Chef (er war 63 sie 33 ) sitzen lassen (nach einem halben Jahr Affäre). Ich denke, da hat das Karma begonnen, mich richtig zu ficken. Klar, ich weiß dass es ja auch nicht richtig war, von meiner Seite aus, aber irgendwann ist ja mal gut. Seitdem läuft nichts mehr richtig in Sachen Beziehung. Versuche ich mal was, treffe ich entweder auf gestörte Weiber oder welche, die gar verheiratet sind und sich dann im Endeffekt doch wieder ihrem Mann zuwenden, etc. Oder habe kurze Affären und das war es dann wieder. Dabei will ich doch einfach nur ankommen. Gott sei Dank verstehe ich mich heute mit meiner Ex-Frau wieder sehr gut.

Sie ist inzwischen wieder verheiratet und hat ihr Wunschkind, da es bei uns damit nicht geklappt hat. Gott sei Dank hat wenigstens sie nicht mehr unter meiner Dummheit zu leiden und ist glücklich. Das beruhigt mich dann doch wieder etwas. Ich glaube, langsam ich muss mal zum Psycho-Doc, da ich langsam zum Psycho werde... Kaum einen klaren Gedanken kann ich noch fassen, oder mich irgendwie entspannen oder abschalten, weil ich es mir irgendwie nicht mehr gönnen kann. Am liebsten würde ich auch am Wochenende arbeiten gehen, damit ich nicht zu Hause sitze und grübele und im Endeffekt doch nichts Produktives mache. Mich kotzt das Leben einfach nur noch an! Ich will doch auch einfach nur ein bisschen glücklich sein. So, das musste mal raus. Danke fürs lesen.

Beichthaus.com Beichte #00040117 vom 28.07.2017 um 10:48:23 Uhr in 66539 Neunkirchen (14 Kommentare).

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Bisexuell gefangen in einer unglücklichen Ehe

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Ehebruch Lügen Begehrlichkeit Verzweiflung Marienburg (Köln)

Ich (27) bin ein schwuler Mann. Ich habe eine sehr gute Beziehung zu meiner Familie, besonders zu meiner Oma und meinem Vater. Letztes Silvester war ich bei meiner Familie in Marienburg und wurde Bekannten der Familie vorgestellt, die ich vorher nicht kannte, da mein Vater absolut begeistert von ihnen war. Alle waren (mindestens) ein bisschen angetrunken und da wird man ja so schnell brüderlich und fängt an mit allen rumzutratschen, pi pa po. Und da traf ich mein jetziges Problem an. Ich kam mit dem Herr des Hauses ins Gespräch und, da er stark angetrunken war, erzählte mir von ihren Eheproblemen und den Missetaten seiner Frau. Sie soll die größte Schlampe Kölns sein, er hat bloß keine Beweise dafür. Ich nickte alles ab, ich kannte die Familie ja kaum. Noch dazu soll sie Alkoholprobleme haben und sich jeden Tag ohnmächtig saufen. Die Bekannten sind eine kleine Familie, eine wirklich sehr beschauliche noch dazu. Sie besteht aus einer Frau, dem Mann und deren drei Kindern, die alle im Teenie-Alter sind.

Die Tage darauf verbrachte ich weiterhin bei meiner Familie und traf diesen Mann dann auch regelmäßig. Wir sprachen oft miteinander und ich fand ihn echt sympathisch, wenn er denn nicht über seine Frau herzog. Im Februar war ich dann erneut bei meiner Familie. Irgendwann tauschten ich und der Mann Nummern aus und ich lernte sogar seine Kinder und Frau kennen, als wir einen gemütlichen Abend miteinander verbrachten. Kurz vor Ostern kamen beide Familien zusammen, beim Karten spielen. Da traf ich ihn beim (heimlichen) Rauchen auf der Terrasse und es kam zu einem eher tiefgründigen Gespräch, woraufhin wir uns wild wie zwei unerfahrene Teenager küssten.
Von da an hatten wir sozusagen eine Affäre, mit Sex und allem Drum und Dran. Ich wusste ja von Anfang an, dass er verheiratet war und war definitiv nicht auf Spielchen aus und sagte ihm, dass er einen klaren Kopf kriegen sollte, bevor er sich in etwas reinstürzt, was er eventuell nicht will. Dennoch war er sehr persistent und ich muss zugeben, dass ich mich doch verliebt habe.

Bloß hat er mir vor ein paar Tagen gesagt, dass er mich liebt, sein Leben lang bisexuell war und er definitiv keine Gefühle für seine Frau hegt; sagte aber auch klipp und klar, dass er seine Frau nicht verlassen kann und will, da er sie nicht im Stich lassen möchte, weil sie psychische Probleme hat (Alkohol, Depressionen, etc.) und er seinen Kindern das nicht antun will. Und teilweise verstehe ich das auch. Und so war sein Einfall, dass wir weiterhin eine Beziehung führen, er aber bei seiner Frau bleiben wird.

Meine Beichte ist: ich habe mit einem verheirateten Mann etwas angefangen, wir haben Gefühle füreinander und jetzt bin ich in einer Zwickmühle. Ich will ihn verlassen, da er sich und seiner Familie, wenn er denn nicht mit ihnen klar Schiff macht, großen Schaden zufügt und ich definitiv keine Zeit für so ein Kasperletheater habe, aber trotzdem will ich gleichzeitig bei ihm bleiben, da ich starke Gefühle für ihn habe. Jetzt bin ich kinnhoch in der Scheiße.

Beichthaus.com Beichte #00040115 vom 27.07.2017 um 22:54:26 Uhr in Marienburg (Köln) (18 Kommentare).

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