Kiffer im Pumakäfig

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Feigheit Lügen Verzweiflung Dating

Ich (w) war letzten Sommer mit einem Typen verabredet, auf den ich wirklich sehr stand. Es war so ausgemacht, dass ich zu ihm in seine Wohnung komme und wir dann in die Stadt gehen. Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass er wirklich mit Abstand der verplanteste, chaotischste und unorganisierteste Mensch war, den ich bis dato kennengelernt hatte! Ich machte mich also frisch geduscht und schön gestylt auf den Weg zu ihm - und fand dort das reine Grauen vor. Er empfing mich, freundlich und offen, gleich mit Umarmung, jedoch in dreckigem, zerknitterten T-Shirt, Jogginghose, barfuß, und mit furchtbaren Augenringen. Ich folgte ihm wie in Trance weiter in seine Wohnung und nach einem tiefen Atemzug wusste ich nicht, welcher der Gerüche mir mehr zu schaffen machte: der seiner verschwitzten, unrasierten Achseln, der der herumliegenden Essensreste diverser Burgerketten oder des vollen, vor sich hinmüffelnden Katzenklos. Seine Wohnung war im Obergeschoss und draußen herrschten Temperaturen jenseits der 30 Grad, somit übertreibe ich wirklich nicht, wenn ich schreibe, dass es stank wie im Pumakäfig!


Ich weiß gar nicht mehr, warum ich nicht sofort abgehauen bin, aber ich war zu dem Zeitpunkt einfach viel zu vernarrt in diesen Kerl. Deshalb folgte ich ihm auch ins Wohnzimmer und sah, dass da noch ein Typ auf dem Sofa saß. Wohl ein Freund von ihm, der öfters bei ihm chillen würde. Der Fernseher lief, und somit waren die beiden Jungs vollkommen abgelenkt. Von mir oder unserem Date war gar keine Rede mehr. Ich saß da und wurde eigentlich gar nicht mehr beachtet. Ich wollte einfach nur noch weg, als es an seiner Tür klingelte und drei weitere Kumpels das Wohnzimmer betraten - mit Bier und Burgern im Gepäck. Sie setzten sich wie selbstverständlich und würdigten mich ebenfalls keines Blickes.
Einer fragte meinen Schwarm dann, ob er etwas da habe, und dieser öffnete eine Schublade und holte eins von zahlreichen kleinen Päckchen mit Gras raus. Während sie sich Joints bauten und mein Schwarm es sogar vor meinen Augen an einen seiner Kumpels weiterverkaufte, saß ich total perplex da und konnte meinen Augen nicht trauen. Ich wollte nur noch weg, aber da ich leider ein lieber Mensch bin, der schlecht Kritik äußern kann und Angst hat, Menschen zu verletzen, traute ich mich nicht, einfach aufzustehen und zu gehen, geschweige denn diesem Typen alles an den Kopf zu knallen, wie ich es hier mache. Was ich beichten möchte? Ich habe dann auf den ältesten, miesesten und unehrlichsten Trick zurückgegriffen, um einem Horrordate zu entkommen.


Die Jungs waren gerade munter beim Kiffen und ich schrieb meiner besten Freundin per SMS, dass sie mich anrufen und unter irgendeinem Vorwand da rausholen soll. Das hat sie als gute Freundin natürlich auch getan, ich habe natürlich schnell den Lautsprecher meines Handys laut gestellt, sodass jeder gut verstehen konnte, als sie sagte, dass mein Mitbewohner ohnmächtig zusammengebrochen wäre und ich ihn sofort ins Krankenhaus bringen müsste. Ich habe sofort Panik geheuchelt, musste auch nicht mehr viel erklären und konnte so schnell verschwinden. Es tut mir leid, dass ich die Gesundheit meines Mitbewohners als Lüge benutzt und meinen Schwarm so dreist angelogen habe. Aber ich wusste mir nicht anders zu helfen, das war mit Abstand das schlimmste Date meines Lebens!

Beichthaus.com Beichte #00032781 vom 25.02.2014 um 23:48:34 Uhr (24 Kommentare).

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Verschenkte Lebenszeit

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Faulheit Trägheit Dummheit Verzweiflung

Ich (m/21) habe den Eindruck, Lebenszeit mit Dingen zu verschwenden, die mich nicht glücklich machen. Nach dem Abitur wusste ich nicht, was ich machen sollte - die Bewerbung für ein Studium hatte ich verrissen, da ich vergessen hatte, wichtige Dokumente einzuschicken, sodass ich noch kurzerhand eine Ausbildung im medizinischen Bereich angefangen habe. Nach einem Jahr habe ich diese abgebrochen, weil mich die Mehrarbeit mit Planung und Papierkram abschreckte. Wieder kurz vor knapp habe ich es geschafft, noch eine zweite Ausbildung anzufangen, und stehe jetzt auf einem Schrottplatz, bis ich Ende 22 bin. Das Schlimmste ist, dass ich nur aus schlechtem Gewissen meinen Eltern gegenüber das Abi gemacht, und mich danach nicht auf die faule Haut gelegt habe.


Mein Vater wollte, dass ich mich, wenn ich schon gerne Musik mache, zu 100 Prozent in die Materie vertiefe - was meine Mutter wiederum für "weltfremd" hielt. Ich brauche ganz dringend Abstand von ihnen - vielleicht überwinden sie sich zu einer Trennung, wenn sie verstehen, dass Geld zwar beruhigt, aber nicht glücklich macht. Ich bin zwar schon ausgezogen, aber es fühlt sich eher an, als wäre mein Kinderzimmer in ein anderes Gebäude in einer anderen Stadt verlegt worden. Mit so einer miesen Einstellung vermeide ich auch lieber Beziehungen mit Frauen - ich möchte niemanden als Ventil für meine selbst eingebrockte Lebenssituation missbrauchen. Sobald ich mich losgeeist habe, werde ich bestimmt eine Frau in meiner geistigen Kragenweite finden. Bis dahin bleibt der Porno meine Freundin. Wenn ich fertig gelernt habe, ziehe ich in eine WG, mache Musik und jobbe nebenher - wenn nicht in Deutschland, dann woanders. Scheiß auf den Facharbeiterlohn. Mich kotzt es an, dass ich erst jetzt angefangen habe, ein Selbstbewusstsein zu entwickeln. Es tut mir leid, dass ich so langsam bin.

Beichthaus.com Beichte #00032762 vom 22.02.2014 um 14:40:14 Uhr (8 Kommentare).

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“Beichte

Gefährlicher Käseball

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Dummheit Ignoranz

Gefährlicher Käseball
Ich habe viele Jahre lang die roten Wachshüllen einer bekannten Käsemarke gesammelt. Im Laufe der Zeit konnte ich daraus eine Kugel formen, welche die Größe eines Fußballs hatte. Ein Freund, der künstlerisch begabt ist, ritzte irgendwann die Nähte und Muster eines echten Balls ein. Als meine Freundin bei mir einzog, bestand sie darauf, dass der aus ihrer Sicht ekelhafte "Käseball" aus der Wohnung verschwindet. Zum Wegwerfen war er mir allerdings viel zu Schade. Also nahm ich ihn abends mit in die Stadt und legte ihn am Hauptplatz neben dem Brunnen ab, in der Hoffnung, jemand anderes würde Freude daran finden. Zwei Tage später las ich dann in den Stadtnachrichten, dass sich jemand am Hauptplatz den Fuß verletzt hatte - beim Versuch einen vermeintlichen Ball wegzukicken, der aber viel zu hart war. Ich möchte mich hiermit vielmals bei dem armen Tropf entschuldigen, der sich meinetwegen verletzt hat. Das war so wirklich nicht von mir beabsichtigt. Es tut mir echt leid, deshalb bitte ich um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00032749 vom 20.02.2014 um 08:33:42 Uhr (16 Kommentare).

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Der Hund mit dem Assi-Namen

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Peinlichkeit Familie Tiere

Ich (m) habe die besten Eltern der Welt und bin auch wahnsinnig stolz auf sie. Meine Eltern haben lange und hart gearbeitet, um sich den Traum von einem eigenen Häuschen im Grünen zu erfüllen, seit einem viertel Jahr wohnen wir in einer ruhigen Gegend am Stadtrand. Da ich noch in der Ausbildung bin und nicht so viel verdiene, lebe ich bis zu meiner Gesellenprüfung noch bei ihnen und bin dafür sehr dankbar. So weit, so gut. Meine Mutter hat sich neben einem eigenen Häuschen immer einen Hund gewünscht, also dachte ich, dass ich ihr diesen Wunsch zum Geburtstag erfülle und nach längerer Suche und einigen Vorbereitungen war es dann so weit: Eine kleine Mops-Dame zog bei uns ein, keine drei Monate alt. Meine Mutter war die glücklichste Frau der Welt und liebte die Kleine vom ersten Augenblick an. Sie hatte nicht damit gerechnet und konnte es kaum fassen. Noch am gleichen Abend meinte meine Mutter euphorisch, sie nenne die Kleine Chantall. Zuerst dachten mein Vater und ich an einen Scherz. Schließlich konnte meine sonst so bodenständige Mutter ihren Hund nicht ernsthaft Chantall nennen?! Doch, sie konnte es. Wie sie ausgerechnet auf diesen Namen kam, ist mir ein absolutes Rätsel, aber seit mittlerweile zwei Wochen müssen mein Vater und ich mit einer "Chantall" zusammenleben, der Hund reagiert schon auf den Namen und ist sogar bei der Stadt als "Chantall" registriert.


Ich liebe die Kleine genauso sehr wie meine Mutter, aber immer, wenn meine Mutter mit ihr im Garten tobt und durch die ganze Gegend diesen Namen ruft, möchte ich am liebsten im Erdboden versinken. Wenn ich mit "Chantall" Gassi gehe, andere Hundebesitzer treffe und die fragen, wie mein Hund heißt, vermeide ich es, die Wahrheit zu sagen und lasse mir schnell einen anderen Namen einfallen. Meine Mutter bleibt stur, sie hat sich für Chantall entschieden und Fertig. Langsam habe ich das Gefühl, die Nachbarn machen sich schon über uns lustig, wenn meine Mutter mal wieder quer durch den Garten "Chantall, komm mal her!" ruft. Mein Vater und ich versuchen sie weiter zu überreden, doch noch einen anderen Namen für "Chantall" auszusuchen, nur irgendwann wird es sicher schwierig, einen Hund wieder an einen komplett neuen Namen zu gewöhnen. Ich beichte also, dass ich mich, obwohl ich meine Mutter wirklich sehr liebe und achte, für den Namen unseres Hundes schäme. Mama, verzeih mir, aber wie konntest du uns und dem Hund das antun?

Beichthaus.com Beichte #00032743 vom 19.02.2014 um 15:09:07 Uhr (28 Kommentare).

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“35.000

“Folge

Von der Judenfeindlichkeit geprägt

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Vorurteile Lügen Verzweiflung Gesellschaft Freudenstadt

Ich habe etwas ziemlich Außergewöhnliches zu beichten. Ich (w/27) verheimliche meine Identität vor einigen Menschen. Dazu muss ich etwas ausholen: Ich bin das Kind jüdischer Eltern. Ich bin so erzogen worden, dass ich mir meiner Herkunft bewusst bin und darauf auch stolz sein kann. Bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr wussten die wenigsten meiner Mitschüler, dass ich Jüdin bin. Man entwickelt ja erst als Jugendliche/r seine Identität bzw. ist sich seiner Identität bewusst. Eher beiläufig erzählte ich einer Mitschülerin, dass ich Jüdin sei, da wir das Thema Holocaust im Unterricht durchnahmen. Ich dachte mir natürlich nichts dabei, es war eben eine einfache Information. Am nächsten Schultag erlebte ich jedoch mein blaues Wunder: Es begann ein Spießrutenlauf. Mir wurden Judenwitze ins Gesicht geschleudert, ein selbst gebastelter Judenstern auf mein Pult gelegt, Bemerkungen zum Holocaust gemacht und alle anderen erdenklichen Geschmacklosigkeiten, die man sich vorstellen kann. Das Schlimme war, dass dies die nächsten Jahre immer wieder aufkochte. Ich zog mich immer mehr zurück, da ich inzwischen beinahe täglich damit konfrontiert wurde, ich wurde einfach in den Dreck gezogen. Natürlich vertraute ich mich auch einer Lehrerin an, die jedoch eher ratlos als hilfsbereit war. Meinen Eltern erzählte ich nichts - mein Vater hatte einen Schlaganfall erlitten und meine Mutter war jahrelang mit seiner Pflege beschäftigt. Ich wollte niemanden belästigen, außerdem dachte ich dummerweise, ich müsse das als Fast-Erwachsene alleine lösen.


Ich beendete die Schule, fing mein Studium an und merkte, dass ich meine wahre Identität verleugnete. Meine Freunde sind weltoffene und tolerante Menschen und von der Logik her weiß ich absolut, dass ihnen meine Ethnie egal ist. Doch sobald ich auch nur daran denke, ihnen das "Geheimnis" zu offenbaren, kriege ich Schweißausbrüche und Panikattacken und fühle mich in die Schule zurückversetzt. Da mein Nachname nicht "Jüdin" schreit, wissen es die meisten nicht und es ist ihnen auch schlichtweg egal. Ich hatte seit meinem achtzehnten Lebensjahr einen jüdischen Freund, den ich in unserer Gemeinde kennengelernt habe. Daher war es ganz logisch, dass ich kein Geheimnis vor ihm hatte. Doch nach vielen Jahren ging unsere Beziehung in die Brüche. Nun habe ich seit drei Monaten einen nicht-jüdischen Freund und habe beschlossen, dass dieses irre Theater aufhören muss und meine Kindheitstraumata nicht mein Leben bestimmen können. Deswegen habe ich heute einen Termin bei einem Psychologen gemacht, um mich endlich zu befreien und um zu sein, wer ich bin.

Beichthaus.com Beichte #00032741 vom 18.02.2014 um 23:58:53 Uhr in Freudenstadt (30 Kommentare).

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