Meine Stasi-Vergangenheit

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Falschheit Verrat Lügen Verzweiflung Röslau

Das wird jetzt nicht leicht für mich, aber ich beichte, dass ich in den 1980er Jahren IM (Inoffizieller Mitarbeiter) bei der Stasi war. Zu dieser Zeit war ich sehr unzufrieden mit meinem Leben, ich hatte überhaupt keine Perspektive. Ich kam zwar mit allen Leuten gut klar, aber ich habe meine zwischenmenschlichen Beziehungen nie als echte Freundschaft empfunden. Nach meinem Empfinden waren "die anderen" immer nur oberflächlich und dumm, ich konnte mich mit ihnen einfach nicht identifizieren.


Ich bin dann irgendwann in die Punk-Szene geraten, da es für mich die Möglichkeit war, mich von der ganzen vermeintlichen Oberflächlichkeit der Gesellschaft abzugrenzen, aber ich war nach wie vor unfähig, echte Freundschaft zu empfinden. Ich glaube den Leuten die mit mir zu tun hatten, ging es anders - ich war wohl sehr begabt was das "Vorspielen" von Freundschaften anging. Viele schütteten mir ihr Herz aus und ich hörte mir immer alles an, auch wenn ich mich nie wirklich für die Probleme der anderen interessiert hatte. Ich heuchelte nur Interesse vor.

Wie genau die Stasi, bzw. das K1 nun ausgerechnet auf mich gekommen ist, weiß ich nicht. Ich wurde jedenfalls angeworben und mir wurde die Tätigkeit mit allerlei Vergünstigungen schmackhaft gemacht. Da ich - wie gesagt - eh keine richtige Freundschaft zu den anderen empfand, fand ich auch nichts dabei hier und da mal ein wenig auszuplaudern. Ich bekam manchmal Geld dafür, was mir ganz gelegen kam. Ein paar meiner "Freunde" verschwanden sogar nachdem ich bei der Stasi berichtet hatte, doch ich setzte das alles nicht in den richtigen Zusammenhang. Sicher, ich hatte Informationen ausgeplaudert und nun war die Person plötzlich weg. Doch da ich mich eh nicht für die Probleme der anderen interessierte, glaubte ich (oder ich redete es mir erfolgreich ein) dass die Leute einfach für eine Zeit in eine andere Stadt gegangen sind.


Mit dem Zusammenbruch der DDR und der Aufarbeitung der Bespitzelungen wurde mir allmählich klar, was ich da eigentlich gemacht hatte. Es dauerte zwar Jahre bis es mir endlich dämmerte (ich war sehr gut im Verdrängen) doch dann traf es mich eines Tages wie mit einem Vorschlaghammer. Ich verfiel in tiefe Depressionen und war sogar in stationärer Behandlung deswegen, doch den wahren Grund für meine Depressionen konnte ich niemandem verraten, ich schämte mich vor mir selbst. Ich konnte in keinen Spiegel mehr gucken, weil ich mich nicht mehr sehen wollte.

Ich habe sogar 3 Selbstmordversuche hinter mir, weil ich es einfach nicht mehr ertragen konnte, das Vertrauen anderer Leute für ein paar lächerliche Vergünstigungen so missbraucht zu haben genau so wie ich es nicht mehr ertragen konnte, dass ich zu niemandem so viel Vertrauen fassen konnte, dass ich mich ihm anvertrauen konnte, nicht einmal zu den Ärzten. Noch heute leide ich unter den Geschehnissen und ich befinde mich immer noch in psychiatrischer Behandlung, nachdem ich nach einer wahren Odyssee endlich einen Psychiater fand, zu dem ich ein Vertrauensverhältnis aufbauen konnte. Und jetzt habe ich Angst von diesem Psychiater so missbraucht zu werden, wie ich damals das Vertrauen anderer Missbraucht habe und diese Beichte ist das erste mal, dass ich mich mit meiner IM-Vergangenheit so sehr auseinandersetze.

Mir tut es sehr Leid, was ich damals getan habe und ich wünschte ich könnte es meinen Opfern ins Gesicht sagen, doch das werde ich wohl nie schaffen und ich fürchte mich davor Leute von damals zufällig auf der Straße zu begegnen.

Beichthaus.com Beichte #00028608 vom 06.02.2011 um 14:25:52 Uhr in Röslau (29 Kommentare).

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Verwechslungsgefahr

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Falschheit Lügen Schule Familie Hamburg

Meine Schwester, meine Mutter und ich haben sehr ähnliche Stimmen. Damit haben wir schon so manchen am Telefon veräppelt und verwirrt. Kollegen meines Vaters, die anrufen und gleich anfangen mit: "Hey K., na, ist R. da? Wie war der Urlaub?"... "Äh, ja, ich gebe Ihnen mal meinen Vater!" Sowas ist ja relativ harmlos. Eines Tages hat die Lehrerin meines kleinen Bruders angerufen. Man muss dazu sagen, dass meine Geschwister mir lieb und teuer sind und ich fast alles für sie tun würde. Sie fing gleich ohne Umschweife an mir zu erzählen, dass er wiederholt keine Hausaufgaben gemacht hatte. Mal ehrlich: Ich finde diese Problematik gar nicht so schlimm. Ich bin jetzt 22 Jahre alt und war in der Schule faul, richtig stinkendfaul. Ich habe trotz 2 mal 8. Klasse und 2 mal 10. Klasse einen guten Abschluss gemacht und eine tolle Ausbildung bei einem der größten deutschen Unternehmen gemacht. Nun sitze ich im Ausland und arbeite hier. Und ich habe selten Hausaufgaben gemacht - das nur am Rande. Ich hörte der Lehrerin zu mit einigen "Aha"s und "Mmmh"s als Zustimmung. Sie bat mich dieses Thema noch einmal eingehend mit meinem "Sohn" zu besprechen und hoffte auf Besserung. Ich versprach ihr mit meinem "Sohn" zu sprechen und bedankte mich für Ihren Anruf. Natürlich sprach ich mit meinem Bruder darüber. Aber lockerer und angenehmer, als jede Mutter es getan hätte. Ich schäme mich eigentlich nicht. Natürlich hätte meine Mutter es wissen sollen, aber ich fand mein Verhalten nicht falsch. Manchmal ist es einfacher auf die älteren Geschwister zu hören, als auf die Eltern.
Übrigens: Das ist ja nun schon eine ganze Weile her, aber gestern wollte ich mit meinem Bruder chatten und bekam die Antwort: "Neee, ich muss noch Mathe machen. Sorry."

Beichthaus.com Beichte #00028599 vom 04.02.2011 um 09:17:56 Uhr in Hamburg (23 Kommentare).

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“35.000

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Mein Kater und der Dorfraudi

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Mord Gewalt Aggression Auto & Co. Tiere Harz

Mein Kater und der Dorfraudi
Vor etwa 2 Jahren zog in unser Dorf ein junger Mann, circa 20 Jahre alt. Er stammte aus einer berüchtigten Familie hier in der Gegend und zog in meine Straße. Trotzdem ich (m/28) hier recht provinziell wohne, bin ich nicht so eingestellt und verurteile auch Menschen nicht nach ihren Verwandten, Herkunftsländern oder ähnlichem. Ich dachte mir gib ihm eine Chance, vielleicht haben seine missratenen, bekanntlich mehrfach vorbestraften, älteren Brüder ihn einfach auf den falschen Weg gebracht und in seiner kleinen Wohnung allein fängt er sich.

Unsere Straße ist recht schmal und die Anwohner fahren hier alle zwangsweise langsam, weil man sonst nicht sehen kann, wenn ein Kind durch die Grundstückstore auf die Straße laufen. Dörfer im Harz haben oft Grundstücke mit hohen Mauern und schweren Toren - man kann also nicht über den Zaun schauen und sehen was gleich auf die Straße kommt. Besagter junger Mann fuhr mit seinem tiefergelegten Hobel auch ganz gern rasant durch den Ort. Ich selbst habe ihn mehrfach höflich (wirklich höflich) darauf hingewiesen, dass dies in dieser Straße gefährlich ist und hier Kinder wohnen. Außer weit offenen Augen und halbweit offenem Mund und definitionslosem Glucksen kam von ihm aber keine Reaktion.

Eines schönen Tages vernahm ich Bremsenquitschen von der Straße. Ich stand schon auf dem Hof und musste nur einen Meter weiter Richtung Straße gehen, um zu sehen was nun folgte: am Fahrbahnrand (auf einem Schotterstreifen) saß mein Kater, in circa 60 Meter Entfernung stand der Wagen des besagten jungen Mannes. Bevor ich begriff was hier gespielt wurde, hörte ich seinen Motor aufheulen und er steuerte auf meinen Kater zu. Dieser war Autos an der Straße gewöhnt und ging deshalb nie weiter als bis auf den schmalen Schotterstreifen neben der Straße. Ich konnte nur noch mit ansehen wie mein Kater mehrere Meter durch die Luft flog und gegen eine Mauerecke klatschte. Den Schrei des Tieres werde ich nie vergessen.
Es war schon zu spät um was zu unternehmen, doch erst jetzt begriff ich, dass der Typ aus blanker Gaudi meinen Kater angefahren hat! Ich lief gleich zu meinem "Grobi" und er lebte noch. Ich fuhr sofort mit ihm zum Tierarzt, aber der konnte ihn nur noch einschläfern. Zurück zu hause begrub ich ihn an einem schönen Plätzchen im Garten. Der Kater war mir ein guter Freund, treu wie ein Schäferhund und sehr auf mich fixiert (hat sogar meine Ex angefaucht und geknurrt als die mich mal rundmachen wollte).

In diesem Moment packte mich auch eine unbändige Wut. Ich lief die Straße hoch und der Typ stand gerade draußen an seinem Auto. Ich weiß im Detail selbst nicht mehr was passiert ist, ich bin total ausgetickt! Ich habe ihn, da er mir körperlich nicht gerade ebenbürtig war, gepackt und ihn mehrfach auf sein Auto geknallt und ihn bestimmt 100 mal gefragt, ob es ihm Spaß macht Lebewesen leiden zu sehen. Als er wimmernd und blutend vor mir lag hab ich mir dann sein Auto vorgenommen. Ich hab sogar geheult dabei - aus Wut, aus Trauer, aus noch mehr Wut.

Resultat dieses Sommernachmittages war ein Sachschaden von 5.000 Euro, ein Eintrag in mein bis dato leeres Führungszeugnis, und bei meinem Spezi ein gebrochener Kiefer, 2 angeknackste Rippen und eine Narbe auf der Stirn, die ihn immer an die Tür seines Golfs (und an mich) erinnern wird.

Ich beichte, dass es mich noch heute ärgert ihn nicht heimtückischer und überlegter dafür fertig gemacht zu haben. Ich beichte, dass ich durch die 5.000 Euro Schadensersatz und dem Schmerzensgeld auch noch sein neues Auto finanziert habe! Ich beichte, dass ich nicht garantieren kann ihm nicht wieder die Fresse zu polieren, wenn er mir begegnet. Ich beichte, dass ich nicht die nötige kriminelle Energie hatte, um ihm nachts die Karre abzufackeln und ihn von Beauftragten zusammentreten zu lassen! Ich bereue, dass ich wegen diesem ignoranten, dauerarbeitslosen und dauerfeiernden Wi***er jetzt eine Vorstrafe habe.

Beichthaus.com Beichte #00028559 vom 24.01.2011 um 14:42:21 Uhr in Harz (92 Kommentare).

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Laubschlacht

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Gewalt Waghalsigkeit Schule

Als ich (m/20) in der zweiten Klasse war, habe ich eine Laubschlacht durch unfaire Mittel für mich entschieden. Das kam so: Wie immer im Herbst waren wir Zweitklässler-Jungs während der Hofpause in einem martialischen Gedankenspiel über große Kämpfe befangen, das wir in der Realität durch das Schleudern von Laub aufeinander auslebten. Ein harmloser Kindheitsspaß? Mitnichten, zumindest nicht mit mir in der Clique. Ich kleiner Taktiker wollte für mehr Schlagkraft sorgen und stattete mein Laubgeschoss mit voller Absicht mit einem etwa Ei großen Stein aus. Zugegebenermaßen war ich mir damals noch nicht ganz der Konsequenzen meines Handelns bewusst. Konsequenzen, das hieß in diesem Fall den Verlust von anderthalb Schneidezähnen für einen meiner Klassenkameraden. Die Geschichte hatte noch ein unangenehmes Nachspiel, denn unsere Klassenlehrerin fand meinen taktischen Kniff weniger gelungen. Ob der getroffene Junge noch Milchzähne hatte, entzieht sich übrigens meiner Kenntnis. Jedoch tut mir das Ereignis heute noch Leid, weil ich mich an das unbedarfte, warme Gefühl, mit dem ich den Stein in meinen Laubhaufen lud, noch lebhaft erinnere. So ähnlich müssen sich Serienkiller fühlen. Mir jedenfalls war die Sache eine Lehre und ich habe seitdem nie wieder jemandem mutwillig geschadet. Dennoch habe ich mich bei dem Gesteinigten nie entschuldigen können und bitte deshalb hier stellvertretend um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00028550 vom 21.01.2011 um 21:14:15 Uhr (14 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Unfall mit Zwei

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Dummheit Waghalsigkeit Unfall Auto & Co. Lahr

Ich (m/22) möchte hiermit beichten, dass ich in frühen Jahren eine Straßenlaterne mit meinem Kopf zertrümmerte. Vor etwa ziemlich genau 20 Jahren, habe ich recht früh Fahrradfahren gelernt, zwar mit Stützrädern, aber ja es hat geklappt. Es war mein 2. Geburtstag, als ich ein Fahrrad mit Stützrädern bekam. Zu Besuch waren meine Verwandten und Bekannten, unter anderem auch der Klassenkamerad meines Bruders. Beide sind etwa 4-5 Jahre älter, also um die 6-7 Jahre. Als ich gegen Abend wieder mit meinem neuen Bike posierte und Jedem die neuen Funktionen und Stunts erklärte, kamen die Beiden auf die Idee mir doch einfach die Stützräder abzumontieren, weil sie der Meinung waren, ich sei in dem Alter auch ohne fahren zu können. Die Dinger waren schnell abmontiert und ich wurde auf das Fahrrad gesetzt. Es kam, wie es von keinem erwartet wurde. Ich fuhr wie eine wilde Sau auf der Straße rum und küsste die Straßenlaterne. Der Kuss bescherte mir ein Loch im Kopf und ein Loch am Kinn, so dass ich meine Zunge unterhalb der Lippe raus strecken konnte. Außerdem fiel durch den Aufschlag die Abdeckung der Straßenlaterne, hinter der sich die Sicherung versteckte, ab. Es tut mir sehr Leid eine Laterne in meinem kindlichen Elan zerstört zu haben, sie konnte ja nichts dafür, sie stand da wo sie immer stand. Aber eigentlich hätte sie es doch auch sehen und aus dem Weg springen können. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, ist sie doch auch selbst schuld, nicht wahr?

Beichthaus.com Beichte #00028536 vom 18.01.2011 um 17:04:33 Uhr in 77933 Lahr (26 Kommentare).

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