Briefe an einen Unbekannten

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Neugier Köln

Ich (20) habe es schon immer geliebt, Briefe zu schreiben. Manchmal schreibe ich Briefe und lege diese an verschiedenen Orten ab, mal in einer ruhigen Lese-Ecke in einem Buchladen oder in einem Cafe. Habe ich den Brief platziert, setze ich mich in die Nähe und warte. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen den Briefumschlag mit den erfundenen Adressen öffnen, um den Inhalt zu lesen. Oft hatte ich nur geschrieben, dass ich hoffe, der Leser hätte einen schönen Tag gehabt. Mit der Zeit wurde es langweilig, weshalb mir die dümmsten Dinge eingefallen sind. Einmal schrieb ich, dass ich mich von dem Empfänger liebend gern in jeder Stellung nehmen lassen würde. Ich schmückte die Sache noch ein wenig erotisch aus und zum Abschluss sprühte ich das Parfüm meiner Mitbewohnerin auf das Papier. Lustigerweise wurde der Brief von einem Jugendlichen mitgenommen.

Erst letzte Woche hatte ich einen Drohbrief verfasst, ganz klischeehaft mit ausgeschnittenen Buchstaben aus Zeitungen. Im Brief stand, dass ich "Stefanie", so hieß die fiktive Empfängerin, schon lange beobachten würde, einmal wäre ich sogar bei ihr eingebrochen und hätte sie beim Schlafen beobachtet. Mit den Worten "Wenn ich dich nicht haben kann, wird dich keiner haben!" schloss ich den Brief ab. Der arme Kerl, der den Brief geöffnet hatte, suchte kreidebleich das Weite.

Beichthaus.com Beichte #00040350 vom 23.09.2017 um 22:18:51 Uhr in Köln (6 Kommentare).

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Fehlgeschlagene Empörung

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Neugier Zwietracht Kollegen Schwerin

Ich (w) habe mich in meiner neuen Firma ziemlich unbeliebt gemacht. Nach einem Umzug fing ich vor acht Wochen an, dort zu arbeiten. Mein neuer PC war noch nicht eingerichtet, also musste ich am Rechner eines anderen Kollegen arbeiten, der gerade im Urlaub war. Hier hatte ich auch Zugriff auf seine Cloud, wo auch aktuelle private Fotos hochgeladen wurden. Also habe ich mehr oder weniger seinen Urlaub mit anschauen können. Relativ schnell kamen dann die Ersten Fotos vom FKK-Strand zusammen mit seiner Frau. In der Pause habe ich das dann meinen neuen Kollegen unter gestellter Empörung berichtet und gelte seitdem als prüde und verklemmt. Selbst der Chef reagierte sehr gelangweilt auf die Fotos und hat mich darum gebeten, sowas direkt mit dem Kollegen abzuklären. Nachdem ich es ein paar Tage später nochmal angesprochen habe, reagieren alle sehr genervt. Als mein Kollege aus dem Urlaub zurück kam, bin ich leider auch noch rot angelaufen und das Gelächter im Büro war dann wirklich sehr groß. Seitdem hängt auch ein Penthouse Kalender im Büro und der Chef teilte mit, dass die Weihnachtsfeier dieses Jahr in einer Saunalandschaft stattfinden wird.

Beichthaus.com Beichte #00040300 vom 12.09.2017 um 13:04:42 Uhr in Schwerin (18 Kommentare).

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“Beichte

Meine Nummernschild-Erkennungs-Software

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Neugier Nachbarn München

Die Beichte dürfte für alle Datenschützer der Albtraum sein. Während meines Informatikstudiums vor vielen Jahren habe ich ein Programm geschrieben, das der damaligen Zeit schon sehr voraus war. Das Programm konnte mithilfe einer der ersten Digitalkameras Nummernschilder lesen und sie einspeichern. Die Kamera befand sich in einem PVC-Kaktus getarnt am Fenster meiner Studentenbude. Im Laufe der Zeit habe ich das Programm dann noch ausgebaut, es wurden Bewegungsprofile der Autos angelegt und auch Abweichungen vermerkt. Neben dem Kennzeichen fand auch eine Speicherung der Autofarbe statt und sogar eine Erkennung des Markensymbols. Tatsächlich konnte ich der Polizei irgendwann einen anonymen Hinweis für eine Einbrecherbande geben. Die Fotos der Autos wurden übrigens direkt nach Erkennung gelöscht, der Festplattenspeicher war damals sehr bescheiden. Nach dem Studium bin ich dann in einer Firma mit viel Arbeit gelandet und schließlich Ehemann und Vater geworden. Manchmal träume ich davon den Kaktus vom Dachboden zu holen und wieder aufzustellen.

Beichthaus.com Beichte #00040279 vom 05.09.2017 um 13:38:05 Uhr in München (13 Kommentare).

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Beziehung mit einer Synchronsprecherin

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Peinlichkeit Neugier Dating München

Ich (m/26) war mit einer Synchronsprecherin zusammen - die Betonung liegt auf war. Als ich sie kennenlernte, kam mir ihre Stimme sofort bekannt vor, ich sprach sie darauf an. Ein wenig verlegen hatte sie mir dann von ihrem Beruf erzählt, ich war begeistert! Nicht nur, dass sie sehr sympathisch war, nein, sie verlieh einem weiblichen Charakter aus meiner Lieblingsserie ihre liebliche Stimme. Ich habe es geliebt, mich mit ihr zu unterhalten, als würde ich mit dem Charakter selbst sprechen und irgendwie war es auch lustig. Denn die Dialoge in Serien sind ja nie wirklich realistisch, aber diese Stimme sagen zu hören: "Ich gehe kurz auf die Toilette", das war fast schon magisch. Ich wurde übermütig und schrieb ihr banale Sätze auf, die sie mir vorlesen sollte, zum Beispiel: "Ich habe Durchfall, wo ist das Klopapier?", "Ich mag nackte, alte Männer", "Mama, ich habe in die Hosen gemacht!"

Anfangs konnte sie noch schief darüber grinsen, doch irgendwann sprach sie mich verärgert darauf an. Ich wusste nicht so recht, was ich sagen sollte, versprach ihr aber, damit aufzuhören. Wir hatten uns schnell wieder vertragen, aber ich konnte es nicht lassen, weshalb ich immer wieder seltsame Gespräche startete, in der Hoffnung, die gewünschte Antwort zu bekommen. Die Taktik ging auf, als ich allerdings wie ein Irrer lachte, wusste sie, dass ich mal wieder ihre Stimme missbraucht hatte. Nach dem achten Mal hatte es ihr gereicht und sie trennte sich per Sprachnachricht von mir.

Beichthaus.com Beichte #00040233 vom 27.08.2017 um 15:39:13 Uhr in München (16 Kommentare).

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“Folge

Die versteckte DVD-Sammlung meines Patenonkels

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Morallosigkeit Schamlosigkeit Neugier Masturbation

Vor zehn Wochen kam die Todesnachricht von meinem Patenonkel aus heiterem Himmel. Er war gerade einmal Ende 40 und ein Typ, der in Verhalten und Aussehen deutlich jünger wirkte. Beruflich war er immer sehr viel unterwegs und hat auch sehr viele Prominente gekannt, dies war seinem Beruf geschuldet. Aus Diskretionsgründen möchte ich auf seine berufliche Tätigkeit nicht näher eingehen. Dieser Unfalltod hat die Folge, dass ich, als sein Lieblingsneffe, der ihm auch ziemlich nahe gestanden ist, sein ganzes Haus leer räumen muss. Die Erbfolge war klar, bloß lebt keiner dieser Personen in der Nähe, sodass man mich fragte, ob ich das tun würde. Man sagte mir, dass ich mit den Wertsachen aus dem Haus machen kann, was ich will. Die wichtigsten und wertvollsten Teile hatten seine Ex-Frau und meine Cousine bereits nach der Beerdigung eilig und überstürzt mitgenommen.

Den Großteil der Möbel habe ich den Johanniter gegeben, manches wertvolle Stück habe ich im Internet vertickt und auch einige Dinge an Bekannte verschenkt. Wenn das Haus leer ist, wird es verkauft. Es sind jetzt schon über 4.000 Euro, die ich verbuchen kann, was mir als Schüler momentan sehr gut tut, denn ich spare auf ein Auto.

Mein Onkel hatte in einem Raum mehrere Computer und viele andere elektronische Geräte untergebracht. Hier haben meine Verwandten nur vier sehr teure Kameras mitgenommen, am Rest bestand kein Interesse. Ich habe hier fast meine gesamten Schulferien gebraucht, bis ich verstanden habe, was hier vor sich gegangen ist. Die vielen Feuerzeuge, Kugelschreiber und andere Utensilien hatten alle kleinste Kameras oder USB-Sticks als Innenleben. Auch Sporttaschen mit Innenkameras sowie Knöpfe, Brillen und vieles andere habe ich nach und nach als Aufzeichnungsgeräte ausgemacht. Alles, was dort aufgezeichnet wurde, war von den jeweiligen Geräten gelöscht worden. Mehrere Aktenordner hatten Register und waren von 1 bis 800 durchnummeriert. Am Anfang konnte ich mit den Nummern z. B. A/1 2014 nichts anfangen, im Register innerhalb standen Namen, Daten, Bilder-Nummer oder eine Zeit von wenigen Sekunden bis mehrere Stunden. Als ich dann aber versteckt hunderte Disks gefunden habe, mit denselben Nummerierungen wie auf den Ordnern, habe ich die Zusammenhänge schnell erkannt. Ich habe mir dann einige der Disks angeschaut und mir stockte der Atem. Teilweise waren dies aufgezeichnete Gespräche über Verträge, Vereinbarungen usw. Aber der Großteil bestand aus hochaufgelösten Bildern mit Nacktfotos verschiedenster Frauen und Pärchen, teilweise in Wohnungen, teilweise beim Sex, teilweise in Saunen oder Stränden.

Beim Bestaunen der Fotos ist mir aufgefallen, dass diese ganz offensichtlich ohne das Wissen der Fotografierten bzw. gefilmten Personen entstanden sind. Auf einigen der Filme ist mein Onkel selbst zu sehen, der natürlich wusste, wo die Kamera platziert war. Einige der gefilmten Frauen kenne ich aus dem Verwandten- bzw. Bekanntenkreis, nicht zu fassende Szenen bekam ich da zu Gesicht. Ich war fasziniert.

Ich habe jetzt mit ein paar meiner Freunde einige Filmchen und Bilder angeschaut, alle waren begeistert, einige der Frauen konnten sogar identifiziert werden. Jetzt habe ich mir überlegt, was ich mit diesen Aufzeichnungen machen soll. Einer meiner Kumpels meint, ich solle sie der Polizei geben. Ich werde sie jetzt aber erst mal zu Ende schauen, obwohl ich bereits Schwielen an der rechten Hand habe. Natürlich ist auch Geld damit zu verdienen, ich habe hier schon vage Vorstellungen über privat eingestellte Pornos und Pics mit Klickraten oder Ähnlichem. Ich muss aber jetzt mein Gewissen erleichtern, denn auf einem Film mit zusammengeschnittenen Nacktbildern war die Hauptperson meine Mutter, dies war mir extrem unangenehm, weswegen ich auch um Vergebung bitten möchte. Das wollte ich absolut nicht sehen.

Beichthaus.com Beichte #00040220 vom 23.08.2017 um 19:09:08 Uhr (29 Kommentare).

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