Nicht hartnäckig genug

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Ignoranz Gesundheit Freunde Tod

Vor Kurzem ist meine beste Freundin gestorben. Wir kannten uns so viele Jahre, hatten keine Geheimnisse voreinander, haben so viel miteinander erlebt und durchgestanden. Wir haben uns gegenseitig gestützt und geholfen, wenn Not am Mann bzw. an der Frau war. So viele Abende haben wir gemeinsam verbracht, uns über Gott und die Welt unterhalten, gerne auch mal ein gutes Glas Wein zusammen getrunken. Gemeinsam waren wir bei tollen Konzerten, haben den neusten In-Laden unter die Lupe genommen. Dann kam dieser dumme Streit, es ging um einen größeren Geldbetrag. Danach war unsere Beziehung nie wieder so eng und schön wie früher.
Vor einem Jahr kamen dann keine Anrufe mehr, sie kam nicht mehr spontan auf einen kleinen Plausch vorbei. Da sie manchmal sehr kratzbürstig sein konnte und Wert auf ihre Privatsphäre legte, habe ich sie dann einfach in Ruhe gelassen, dachte, das gibt sich schon wieder. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass sie um diesen Zeitpunk herum den Kontakt zu allen Freunden und Bekannten abgebrochen hatte. Drei Monate vor ihrem Tod begegnete ich ihr zufällig. Wir unterhielten uns nur kurz, mir fiel auf, dass sie abgenommen hatte, und sprach sie darauf an, aber sie meinte, sie hätte erfolgreich eine Diät gemacht.

Vor einigen Wochen erfuhr ich, dass sie als Notfall ins Krankenhaus gekommen war. Natürlich besuchte ich sie sofort, sie war in einem erbarmungswürdigen Zustand, kaum ansprechbar. Vier Tage später war sie tot, gestorben an Krebs, den sie aus Furcht vor Ärzten und Krankenhäusern nicht hatte behandeln lassen. Vielleicht wäre Sie mit meiner Hilfe heute noch am Leben. Ich war nicht hartnäckig genug, habe mich nicht genug gekümmert.

Beichthaus.com Beichte #00029413 vom 06.10.2011 um 16:22:21 Uhr (8 Kommentare).

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Die Rächerin der Fremdgeher

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Verrat Fremdgehen Falschheit Ehebruch Partnerschaft

Ich (w) hatte eine sogenannte gute Freundin, die zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Lebensabschnittsgefährten (LAG) schon mehrere Jahre zusammen ist. Er ist in meinem Alter, sie 16 Jahre jünger als wir. Der Typ ist ein netter Kerl, der in seinem Handwerkerberuf Überstunden schiebt und sich noch in der Jugendarbeit engagiert. Sie arbeitet im Büro und hat keine Hobbys, außer sich mit Freundinnen zu treffen. Die beiden haben eh so ein komisches Verhältnis, gehen oft getrennt irgendwo hin, trinken dann gerne mal einen über ihren Durst. Seine erste Ehe zerbrach, weil er betrogen wurde. Die beiden waren schon mal getrennt, sind aber wieder zusammengekommen.
Sie jammerte mir ständig vor, dass sie sich von ihm nicht befriedigt fühlt und ihn eigentlich am Liebsten verlassen würde, aber sie möchte ihm ja nicht weh tun, das würde er nicht überstehen, denn er liebt sie ja so sehr. Ich habe wirklich eine Engelsgeduld mit ihr gehabt, ihr erklärt, dass er natürlich auch fix und fertig ist, wenn er von der Arbeit kommt. Dass sie mit ihm reden sollte. Das sie vielleicht auch mal Interesse für seine Jugendarbeit zeigen könnte. Auf einem Stadtfest waren die beiden getrennt unterwegs, sie hat sich betrunken mit einem anderen rumgeknutscht. Dieses hat der LAG irgendwann erfahren und es gab nur etwas Knatsch zwischen den beiden. Als diese Freundin noch eine eigene Wohnung hatte, hatte sie Kontakt zu einem Ex-Freund, den sie noch heimlich für Schäferstündchen besucht hat. Trotzdem ist sie mit ihrem LAG in eine gemeinsame Wohnung gezogen.


Irgendwann fuhr sie alleine in den Urlaub zu einer anderen Freundin und rief mich von dort an, weil sie in der Disco einen Typen kennen lernte, mit dem sie ihren LAG betrog. Sie wusste nicht, was sie machen sollte, der sei ja so süß und bla bla bla. Sie wollt endlich ausziehen, doch dann stellte sich irgendwann heraus, dass der Typ sie nur ficken wollte. Wieder zu Hause, die gleiche Leier, immer noch das Jammern und Ja und Aber.
Diese Freundschaft wurde mir irgendwann zu einseitig, denn wenn ich mal was zum Bereden hatte, fehlte die nötige Tiefe. Wenn ich sie mal überraschend besuchte, hatte sie nie Zeit, umgekehrt war ich aber da, wenn sie plötzlich mal vorbeikommen wollte. Ich war oft ärgerlich deswegen. Zu dieser Zeit arbeitete ich im Verkauf. Plötzlich stand ihr LAG mit einer Flasche Sekt und Eis da und erzählte freudestrahlend, dass sie ja morgen Geburtstag hätte und er sich heute extra frei genommen hat und damit sogar seinen Arbeitsplatz riskiert hat, denn die Firma hatte dringende Terminarbeit zu erledigen. Und das alles nur, um ihr eine Torte zu backen und um Mitternacht gäbe es den Sekt. Da tat er mir etwas Leid, dass ich ihn um ein kurzes Gespräch unter vier Augen bat und ihm in einem freien Moment (denn ich war ja auf Arbeit) die ganzen Stories erzählt habe. Er meinte noch, er wird ihr erst mal nicht sagen, dass er das nun alles weiß, denn es ist ja ihr Geburtstag.


Am nächsten Tag schrieb ich ihr eine SMS, in der ich ihr zum Geburtstag gratulierte und auch schrieb, dass ich ihrem LAG alles erzählt hätte. Ich würde also aus dem Grund nicht zum Geburtstag kommen und schrieb auch, dass damit wohl unsere Freundschaft zu Ende sein würde. Ich wünschte ihr, dass sie endlich erwachsen wird und lernt, ihre Probleme zu lösen. Ich könnte das alles nicht mehr aushalten, da ich ja ihren LAG als netten Kumpel kenne und meine Loyalität ihr gegenüber in krassem Kontrast zu meinem Gewissen stand.
Er hat mich später noch angerufen und gesagt, dass sie selbst in diesem Moment nichts zu ihm gesagt hätte und er auch noch nicht in der Lage war, mit ihr zu reden. Sie kam sogar bei mir auf Arbeit vorbei, um einzukaufen, sagte aber nichts. Sie sah ziemlich fertig aus. Der Kontakt zu den Zweien war dann beendet. Heute sind die beiden immer noch ein Paar, wurden Händchen haltend gesehen, und wie ich von seinem Bekannten hörte, sind sie sogar zusammen in den Urlaub zu der Freundin gefahren, bei der sie die Disco-Bekanntschaft machte. Mit mir redet niemand mehr.
Ich beichte nun, dass ich eine "Freundin" verraten habe, aber ich es trotzdem nicht bereue, auch wenn ich nun der Buhmann bin. Ich fühle mich aber frei. Abgesehen davon, dass in meinem ganzen Leben somit bisher schon 7 Freundinnen/Bekannte an mir vorbeigezogen sind, die ihren Partner betrogen und mich mit diesem ganzen Scheiß belastet haben. Ich beichte auch, dass ich eine andere dieser Personen ebenfalls verraten habe, aber erst, nachdem diese schon bei ihrem Mann ausgezogen ist zu dem neuen Partner, diese Story würde hier den Rahmen sprengen. Ich weiß nur, dass der Ex von dieser zweiten Tussi dann sehr dankbar war, weil er sich plötzlich viele Dinge erklären konnte und er sich nicht mehr die Schuld am Ende seiner Ehe geben musste, weil er sich immer unzureichend gefühlt hatte.


Selbst wenn Fremdgehen bei vielen eine Freizeitbeschäftigung zu sein scheint, werde ich für solche Leute nie wieder der seelische Mülleimer sein. Entweder behalten die alle ihre dreckigen Geheimnisse für sich oder die sollen mir fern bleiben. Ich bin nicht eifersüchtig auf sowas und prüde schon gar nicht, aber zu meiner Lebenseinstellung gehört Treue zum Partner. Ich bin sehr glücklich mit meinem Freund. Der wurde, genau wie ich, in vorherigen Beziehungen auch schon betrogen.

Beichthaus.com Beichte #00029398 vom 29.09.2011 um 22:26:58 Uhr (25 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Der Koffer mit dem Silberbesteck

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Diebstahl Habgier Dummheit Familie

Vor 2 Jahren war ich auf einer Hochzeit eines weit entfernten Verwandten. Wir konnten uns noch nie leiden und so war meine Anwesenheit reine Formsache. Nachdem die Feierlichkeiten vorbei waren, hatte ich einen kurzen Anfall von Elster-Syndrom und habe einen alten Koffer mit Silberbesteck mitgehen lassen. Optisch war es in nicht mehr besonders gutem Zustand, es war Vorkriegsbesteck. Ich bin damals gerade umgezogen und konnte zusammen passendes Besteck gut gebrauchen. Mittlerweile ist die Ehe in die Brüche gegangen und im Zuge der Besitzaufteilung sollte auch das Besteck geschätzt werden, was aber logischerweise nicht mehr da war. Jetzt beschuldigen sich Beide gegenseitig das gute Silber heimlich verkauft zu haben. Das heißt also, es ist 2 Jahre lang gar nicht aufgefallen, dass es weg war. Ich habe vor kurzem mal ein paar Teile von dem Besteck schätzen lassen und bin fast vom Glauben abgefallen. Der Juwelier hätte für das vollständige Set im Koffer über 2.500 Euro gezahlt. Der ideelle Sammlerwert dürfte noch weitaus höher liegen. Blöderweise habe ich den Koffer schon entsorgt und vom Besteck fehlen nach 2-jähriger Nutzung auch schon ein paar Teile, welche im Geschirrspüler im Laufe der Zeit unansehnlich wurden. Um die zerscherbte Ehe tut es mir nicht im geringsten Leid - die wäre sowieso gescheitert, aber das ich den Wert des Bestecksets so ruiniert habe, macht mich so sauer, dass ich mir am liebsten selber pausenlos eine reinhauen möchte.

Beichthaus.com Beichte #00029395 vom 28.09.2011 um 22:04:11 Uhr (35 Kommentare).

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Aufmüpfiger Bengel

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Gewalt Aggression Bodensee

Ich wurde vor vielen Jahren vor einem Fast-Food-Restaurant von einem circa 13-jährigen Bengel mit "Hurensohn" beschimpft, weil ich ihn gebeten habe, ein anderes Kind in Ruhe zu lassen. Grenzte schon an Mobbing. War ein sehr aufmüpfiger, aufgedrehter Junge. Dieser […]
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Beichthaus.com Beichte #00029369 vom 16.09.2011 um 11:49:07 Uhr in Bodensee (54 Kommentare).

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Schmierereien im Matheheft

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Vandalismus Dummheit Peinlichkeit Schule Wankendorf

Ich (m) habe seit circa 10 Jahren einen besten Freund (türkische Herkunft), mit dem ich durch dick und dünn gehe und alles erlebt habe. Damals in der Schule haben wir nebeneinander gesessen und hatten nichts besseres zu tun als uns gegenseitig zu nerven. Mit dem Bleistift haben wir uns gegenseitig die Hefte voll gemalt, so dass der andere schon total genervt war. Er kritzelt was rein, ich bin mit dem wegradieren beschäftigt, da kritzelt er den nächsten Mist über meine fein säuberlich geschriebenen Aufgaben.
Irgendwann im Matheunterricht hatten wir wieder solch ein Szenario. Er hat mich so sehr genervt, dass ich total sauer auf ihn war. Circa 10 Minuten später ist er kurz für wenige Minuten auf dem Klo verschwunden und ich habe die Gunst der Stunde genutzt um ihm so richtig eins auszuwischen. Ich nahm mir sein Matheheft und habe auf so vielen Seiten wie möglich riesige Hakenkreuze geschmiert, nicht aus irgendwelchen politischen Gründen, sondern einfach nur um ihn zu ärgern. Als er wieder kam, hat er den Schmarrn gesehen und zuerst gelacht. Nach dem er sah, wie viel er weg zu radieren hatte, war er natürlich sauer, aber da war er ja selber schuld. Er hat mich davor ja auch genervt wie sonst was. Auf jeden Fall kam es, wie es kommen musste: Unser Mathelehrer (jüdischen Glaubens) wollte spontan unsere Aufgabenhefte einsammeln, um zu kontrollieren, ob wir auch unsere Hausaufgaben die Woche gemacht hatten. Wir hatten nicht mehr im Sinn, dass meine Schmierereien noch in seinem Heft sind, zumindest hatten wir den Glauben, dass er alles wegradiert hat.


Als unser Lehrer in der nächsten Woche die Hefte zurückgab, war die Überraschung unserseits natürlich riesig.
Der Lehrer legte meinem Kumpel sein Heft auf den Tisch, blickte betroffen, schüttelte den Kopf und sagte nur trocken: "Das hätte ich echt niemals von dir gedacht". Er öffnete verwundert sein Heft und sah drei rote, dick umkringelte Hakenkreuze und wir fielen aus allen Wolken! Ich fand es dann irgendwie ziemlich lustig und habe mich erst mal köstlich amüsiert. Ich möchte beichten, dass ich unseren Lehrer nicht erzählt habe, dass die Schmierereien nicht von meinem Kumpel sind. Mein Kumpel hat es aber mit Humor genommen und wir beide können uns immer noch amüsieren wenn wir uns an die Geschichte zurückerinnern.

Beichthaus.com Beichte #00029342 vom 06.09.2011 um 00:08:26 Uhr in Wankendorf (11 Kommentare).

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