Die Wahrheit über die USA

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Dummheit Maßlosigkeit Ungerechtigkeit Vorurteile Gesellschaft

Ich (m/24) verbringe gerade ein Jahr in den USA. Ich war nie ein großer Fan des amerikanischen Lifestyles, nichtsdestotrotz übte die amerikanische Kultur immer eine gewisse Faszination auf mich aus. Mir war klar, dass ich es einfach für mich selbst herausfinden muss, ob alles nur Bullshit ist, und all die Klischees wahr sind oder doch etwas dran ist, am amerikanischen Traum. Schließlich sind wir ja selbst in vielen Lebensbereichen stark amerikanisiert. Nur lebe ich seit knapp zehn Monaten im Süden der USA. Ich habe studiert und gearbeitet, in einer Familie gelebt und die Kirche besucht. Ich habe mich amerikanisch ernährt - ums Scheiße fressen kommt man hier schlicht nicht herum und ironischerweise habe ich in den USA abgenommen - Freundschaften geknüpft und Liebeleien gehabt. Meine Beichte ist: Es ist genauso, wie man es sich vorstellt und ich hätte es besser wissen müssen. Die meisten Menschen sind von den amerikanischen Idealen überzeugt. Negative Seiten des Systems werden mit persönlichem Versagen abgetan (He didn't try hard enough) und den Heldentod fürs Vaterland zu sterben, ist für die meisten Menschen, die ich getroffen habe, kein abwegiger Gedanke. Selbst wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass alles auf einer Lüge basiert.

Vielleicht muss man als Volk erst die absolute Katastrophe verursachen und scheitern, um all dem argwöhnisch gegenüberzustehen. Auch der religiöse Fanatismus hat mich unvorbereitet erwischt. Da darf man sich in der Kirche anhören, dass die 68er-Bewegung das Frauenbild versaut hat und dass man zu biblischen Werten zurückkehren müsse, die Frau gehöre an den Herd und habe folgsam zu sein. Homosexualität ist gegen den Willen Gottes und deshalb nicht duldbar, und sexuelle Aufklärung ermutigt die Jugend ja nur dazu, herumzuhuren. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass in dem Amerika, das ich kennengelernt habe, die meisten Frauen unter 20 schwanger werden. Und die Kinder dann mit den Eltern ohne den Erzeuger großziehen. Das kommt eigentlich in fast jeder Familie vor. Und das vor allem aufgrund nicht vorhandener Aufklärung. Da wundert es auch nicht, dass mit Einverständnis der Eltern die Prügelstrafe an Schulen - zumindest bis zur Middle School - noch zum Alltag gehört.

Auch die Medien sind erschütternd. Es ist reinste Propaganda ohne Maß und Blick für das große Ganze. Es wird vermittelt, dass es das Ziel aller Muslime sei, alle Christen zu töten. Das stände im Koran. Und das Schlimme ist: Es wird nicht hinterfragt, sondern geglaubt. Ich habe Menschen kennengelernt, die tatsächlich glauben, dass es das Ziel von über einer Milliarde Menschen auf diesen Planeten sei, sie umzubringen. Darauf, dass es sich dabei aber um Extremisten handelt und deren Beweggründe vielleicht auch im außenpolitischen Auftreten der USA in den letzten Jahrzehnten zu suchen sind, kommt keiner. Dagegen sieht unsere "Lügenpresse" doch auf einmal ganz vertretbar aus. Es sind gerade diese Dinge, die einem als Europäer selbstverständlich vorkommen, die einen hier so hart treffen. Man stellt schlicht fest: Die Amerikaner sind von Gleichberechtigung, Weltoffenheit und persönlicher Freiheit weitaus weiter entfernt, als wir guten alten Europäer. Auch und vor allem der allgegenwärtige Rassismus hat mir zu schaffen gemacht. Man kann sich hier mit Leuten anfreunden, die aufgeschlossen und nett wirken. Erst nach einiger Zeit, wenn sie sich sicher fühlen (denn ein Gespür für "political correctness" haben sie alle), darf man sich Sachen anhören wie "Rassentrennung war nicht das schlechteste Modell." Nicht umsonst gäbe es hier den Spruch "Don’t let the Sun rest on your black ass", was ziemlich offen angekündigt hat, was passiert, wenn sich ein Schwarzer noch nach Sonnenaufgang im falschen Landkreis sehen lässt.

Man bekommt dann auch in Ruhe erklärt, dass eine geladene Waffe im Kleiderschrank zum Selbstschutz eine durchaus gute Idee ist und dass Schwarze im Allgemeinen ungebildet, faul und von niederen Trieben gesteuert sind. Die Angst vor rassistisch motivierten Übergriffen ist hierbei übrigens eine ernst gemeinte, obwohl noch keiner selbst negative Erfahrungen gemacht hat, mit dem ich gesprochen habe. Aber man sieht es ja täglich. Man darf dabei auch nicht vergessen, dass der KKK hier noch Ende der 70er Jahre vermummt durch die Städte zog - laut Aussage einer Lehrerin die hier aufwuchs. Verwundert hat mich auch, dass man hier ohne Weiteres eine versteckte Feuerwaffe tragen darf. Für das offene Tragen braucht man übrigens gar keine Genehmigung. Es sind aber nicht nur die Weißen, die hier Rassisten sind. Ich habe mich in meinem Leben noch nie unwohler gefühlt, als an dem Abend, an dem ich als einziger Weißer in einem schwarzen Club aufgetaucht bin, um ein Jazzkonzert zu hören - jaja, dummer Tourist. Ich war geduldet. Das war es aber auch. Ich bin dann auch schnell wieder gegangen. Ein ähnliches Erlebnis hatte ich in der Filiale eines bekannten Fast-Food-Restaurants in einer hispanischen Gegend, in der wir nach einer durchzechten Nacht frühstücken wollten. Wir wurden angeschaut und behandelt wie Aliens.

Es gibt übrigens auch die tollen, intelligenten und aufgeschlossenen Amerikaner. Diese sind aber - hier im Süden - schwer zu finden. Und nichts hat mich hier härter getroffen als ein 7-jähriges Mädchen, das in einem "weißen" County aufwächst und Dinge wie: "What do you expect? He is black" von sich gibt. Der Brunnen wird hier schon von klein auf vergiftet. Und es gibt keine Chance für diese Kinder, aus diesen Denkmustern auszubrechen. Sie werden zu Rassisten erzogen. Und sie werden als Rassisten sterben. Erstaunlich ist übrigens auch, dass ich mit meinem bisschen Schulgeschichte in der Oberstufe oft mehr über amerikanische Geschichte weiß, als viele Amerikaner. Zudem habe ich mich noch selten in meinem Erwachsenenleben weniger frei gefühlt. Pinkeln in der Öffentlichkeit wird als "sexual offense" gehandelt und mit Gefängnis bestraft. Trunkenheit in der Öffentlichkeit ist eine Straftat und ratet mal, womit das bestraft wird. Selbiges gilt für alkoholisiertes Fahren, jeglichen Drogenbesitz und stark überhöhte Geschwindigkeit.

Eine ehemalige Freundin von mir muss im Sommer für drei Tage ins Gefängnis, weil sie einen Strafzettel nicht bezahlt hat. Dass sie während dieser Zeit für ihr Master-Studium ans College muss, interessierte den Richter nicht. Hier wird nicht resozialisiert. Gefängnisse sind privat und deren Auslastung ist staatlich garantiert. Meine Beichte? Vieles hiervon wusste ich schon im Voraus. Ich wollte es nur nicht wahrhaben. Ich wollte das schöne, saubere Hollywood-Amerika erleben. Diesen Traum gibt es aber nur in der Traumfabrik. Ich musste mir diese Lektion persönlich abholen. Ich habe das wohl irgendwie gebraucht, um für mich mit dem Thema Amerika abschließen zu können. Das Schöne ist, dass ich Deutschland mehr zu schätzen weiß als je zuvor. Man hat zwar, gerade wenn man die Nachrichten verfolgt, nicht das Gefühl, dass zu Hause allzu viel Vernunft regiert, aber im Vergleich zu dem, was ich hier erlebe, erscheint die Aussicht auf Zuhause einfach nur paradiesisch.

Beichthaus.com Beichte #00035743 vom 18.05.2015 um 22:10:33 Uhr (35 Kommentare).

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Die perfekte Masche

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Schamlosigkeit Begehrlichkeit

Ich habe gewohnheitsmäßig Sex mit Frauen, die offensichtlich zu viel Alkohol getrunken haben. Also ich lese sie in gewissen Stadtvierteln auf, und verwickele sie aufgrund ihres Zustands in ein Gespräch, beispielsweise mit: "Na, wie weit müssen Sie noch?", oder Ähnlichem, das ist natürlich situationsbedingt. Oft entwickelt sich dann ein belangloses Gespräch, in dessen Verlauf die meisten zustimmen, dass ich sie nach Hause bringen soll. Die klassische Frage der Frauen ist oft tatsächlich: "Magst du noch auf einen Kaffee mitkommen?" Und wenn ich bejahe, wird nicht selten gefragt, ob ich auch Sex mit ihnen haben möchte. Wenn wir dann angekommen sind, vergewissere ich mich nochmals bei ihr, ob es auch wirklich niemanden gibt, der Ärger machen könnte. In der Wohnung geht es dann meistens ziemlich zügig zur Sache, in der Regel im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer. Es tut mir irgendwie leid, dass ich den Zustand der Frauen ausnutze.

Beichthaus.com Beichte #00035728 vom 17.05.2015 um 21:07:37 Uhr (23 Kommentare).

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“Beichte

Das Auto des reichen Bonzen

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Ungerechtigkeit Zorn Rötz

Ich bin letzten Freitag zu meinem besten Kumpel gefahren, der am anderen Ende der Stadt wohnt. Auf diesem Weg fährt man immer durch das "Reichenviertel". Auf der höchsten Erhebung dieses Viertels steht eine riesige Villa mit etlichen Sportwagen im Vorgarten. Vor dem Eingang steht allerdings ein getuntes Rolce Royce Coupe, mit goldenen Felgen in Dollarform, der Aufschrift "Capitalism rules!" über dem Nummernschild und schönen Aufklebern wie "Eure Armut kotzt mich an!", "Ich bremse nicht für BMW 7er" oder "Bonze on Board". Da für mich schon ein alter PC mit Internetzugang purer Luxus ist und ich meine Rechnungen kaum bezahlen kann, brachte mich dieser Wagen richtig in Rage und so überlegte ich mir einen besonderen Streich. Ich kaufte mir auf dem Rückweg eine große Flasche Nagellackentferner, der allerdings auch großzügig Autolack verätzt, malte mir ein Schild mit der Aufschrift "Jeder Wurf ein Stück Gerechtigkeit" und stellte beides vor das Haus des reichen Schweines. Ich hoffe, dass der Besitzer mal darüber nachgedacht hat, obwohl nichts beschädigt wurde.

Beichthaus.com Beichte #00035726 vom 17.05.2015 um 13:29:03 Uhr in Rötz (26 Kommentare).

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Lüge vs. Wahrheit

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Lügen Falschheit Verzweiflung Trunksucht Belzig

Ich möchte beichten, dass ich gelogen habe. Ich wollte richtig lange etwas von einem Typen und da lief dann auch was - bis er auf einmal eine Freundin hatte. Auf einer Party neulich wollte er auch da sein, er kam allerdings nicht. Nach der Party habe ich gegenüber zwei guten Freundinnen behauptet, dass ich wieder was mit ihm hatte. Ich weiß, dass es total lächerlich ist, da nur mein verletztes Ego spricht und ich einfach nur betrunken war, aber irgendwie tat es gut, das zu behaupten. Die beiden haben das allerdings viel krasser aufgenommen und reden immer noch voll oft davon und ich wünschte einfach nur, dass ich das betrunken nicht behauptet hätte. Ich überlege nun, ihnen die Wahrheit zu sagen, da es einfach nicht fair war. Ich weiß nur nicht, wie man erklären soll, warum man so etwas macht. Theoretisch kann die Lüge nie rauskommen, da die beiden in anderen Städten leben und ihn nicht kennen, aber ich fühle mich trotzdem schlecht. Allerdings weiß ich auch, dass unsere Freundschaft dann einen großen Knacks hätte.

Beichthaus.com Beichte #00035719 vom 16.05.2015 um 09:59:20 Uhr in Belzig (4 Kommentare).

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Das älteste Kaninchen der Stadt

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Peinlichkeit Tiere Tod

Das älteste Kaninchen der Stadt
Vor ungefähr drei Jahren ist eines unserer Kaninchen gestorben. Es war schon sieben Jahre alt, aber das Lieblingskaninchen unseres damals 5-jährigen Sohnes. Da ich Urlaub hatte, wollte ich kein Drama zu Hause haben. Ich hatte also nur noch eine Stunde Zeit, um ein Kaninchen zu besorgen, bevor er wieder nach Hause kam. Und das Kaninchen sollte selbstverständlich so aussehen wie das Verstorbene. Ich fuhr also in Windeseile mit dem toten Kaninchen in eine Zoohandlung und fragte, ob sie noch so eins da haben. Die Verkäuferin war ziemlich entsetzt und fragte mich, ob ich das nicht hätte abfotografieren können. Mir ist es noch heute unendlich peinlich, dass ich einfach so mit dem toten Kaninchen in die Zoohandlung marschiert bin. Dennoch bekam ich ein Kaninchen, das wirklich fast genauso aussah. Es fiel ihm zum Glück nicht auf. Jetzt hat er ganz stolz in den Hausaufgaben geschrieben, dass er das älteste Kaninchen der ganzen Stadt hat.

Beichthaus.com Beichte #00035718 vom 16.05.2015 um 09:42:25 Uhr (13 Kommentare).

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