Nach außen gefühlskalt

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Feigheit Stolz Verzweiflung

Nach außen gefühlskalt
Mein Vater ist vor drei Jahren gestorben, ich lasse mir aber nichts anmerken, da ich generell als gefühlskalt, rational und souverän gelte - und bin. Ich habe auch nicht die Blumen vom Grab geräumt und behauptete, das sei eh nicht nötig. In Wahrheit hatte ich nicht die Kraft dazu, aber niemand anders hat sich darum gekümmert. Er hatte sich von der Familie abgewandt und nur wenige Freunde. Ich vermisse ihn sehr und habe es bis heute nicht überwunden - niemand weiß das. Über alles andere konnte ich immer, wie es meine Art ist, hinwegsehen, ohne mit der Wimper zu zucken. Weder, als mich meine Freundin verlassen hat, noch als ich meine Katze, die angefahren wurde und unrettbar verletzt war, selbst von ihrem Leid erlöst habe. Noch als meine Oma, oder ein sehr guter Freund von mir starben. Ich gestehe also, dass ich selbst vor einem Therapeuten nie zugeben könnte, dass es mich noch sehr bedrückt und das ich diese Beichte schon mindestens 10-12 Mal in den letzten zwei Jahren hier geschrieben habe, es dann aber nicht abschicken konnte, oder gar geweint habe.

Beichthaus.com Beichte #00026835 vom 09.08.2009 um 23:37:42 Uhr (27 Kommentare).

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Meine jüdische Gastfamilie

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Peinlichkeit Unreinlichkeit London

Mir ist heute etwas echt peinliches passiert. Wahrscheinlich werden die meisten Leser nichts mit den Regeln des koscher Lebens vertraut sein. Ich bin gerade ein Au-pair in einer jüdischen Familie in England. Eine Reglung besagt, dass man Milch und Fleisch nicht mischen darf. Deswegen ist mein Gast-Haus mit einer super großen Küche ausgestattet, weil man alles zweimal haben muss. Nicht einmal vom gleichen Teller darf Milch und Fleisch gegessen werden. Auch den ganzen Kochkram, sei es Kochtöpfe, Messer und Mixer, haben wir doppelt. In der Regel wird bei mir in der Gastfamilie relativ wenig Fleisch gegessen, unter anderem jedoch wenigstens einmal in der Woche, nämlich Freitag Abends, wenn der Sabbat beginnt. Zum Mittag hatte ich also noch schön meinen Kartoffelbrei und die Fischstäbchen, also eine milchig gehaltene Mahlzeit. Nach dem Mittagessen wollte ich dann noch fix die Spülmaschine fürs Fleisch ausräumen. Die Sachen haben tatsächlich eine Woche sauber drin gestanden, weil wir in der Regel ja nur die für Milch benutzen. Ich beuge mich also runter und plötzlich kommt mir so mein Essen wieder hoch. Nun habe ich erst gedacht, was tun? Badezimmer ist weiter entfernt. Waschbecken war mir in dem Augenblick auch nicht nah genug. Lange Rede kurzer Sinn, ich habe mich in die Fleischspülmaschine übergeben und sie dadurch unkoscher gemacht. Es tut mir leid. Ich persönlich finde es ja eher witzig und habe das Ding danach gleich nochmal angeworfen und war froh, dass ich fast gar nichts aufwischen musste. Da ich selber nicht jüdisch bin, kann es mir auch egal sein, aber wenn meine Gast-Eltern das rauskriegen, werden sie vermutlich gleich das ganze Ding rausreißen und mich für ein neues bezahlen lassen. Es ist schon eine verdammt krasse Erfahrung, welche kulturellen Unterschiede hier aufeinander treffen.

Beichthaus.com Beichte #00026825 vom 07.08.2009 um 23:24:37 Uhr in London (32 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Erlebnisse eines Nachtportiers

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Hass Zwietracht Vorurteile

Ich arbeite neben dem Studium in einem Hotel als Nachtportier. Das Hotel ist so ziemlich das Beste, was diese Stadt an der Nordsee zu bieten hat, ein Vier-Sterne-Hotel und wird von einem gepflegteren Publikum besucht - gerne ältere Menschen, die ein paar Tage entspannen […]
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Beichthaus.com Beichte #00026821 vom 07.08.2009 um 14:05:21 Uhr (21 Kommentare).

Gebeichtet von Kohli18
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Täglich Selbstmordgedanken

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Selbstverletzung Sucht Verzweiflung Belgien

Ich leide schon seit etwa einem Jahr an SVV (selbstverletzendem Verhalten). Es hat damit angefangen, dass so einiges in meinem Leben schief ging. Meine Gefühle waren einfach nicht richtig. Mein Herz existiert irgendwie nicht mehr. Es fühlt keine Liebe, keine Freude, keinen Hass, keine Freundschaft. Nur den Schmerz, wenn ich mir mit einem Messer die Arme aufschneide. Ich kann einfach nicht mehr aufhören, mich zu ritzen. Ich habe schon viele, tiefe, hässliche Narben, aber niemand bemerkt sie. Wenn ich ein T-Shirt an habe, merkt es auch niemand. Ich habe auch täglich Selbstmordgedanken. Und diese werden jedesmal brutaler. In manchen Gedanken schneide ich mir nur die Pulsadern auf, in den anderen hacke ich mir Gliedmaßen mit einer Axt ab und kaue dann auf ihnen herum. Ich meine, wer würde mich denn vermissen? Meine Eltern, denen ich eh scheißegal bin? Meinen Freunden, die eh nichts von mir wissen? Ich weiß es einfach, dass mein Schicksal voraussagt, dass ich Selbstmord begehen werde. Ich werde nicht normal sterben. Ich werde einsam, allein, verlassen und verzweifelt mit aufgeschlitzten Pulsadern in einer Ecke gefunden.

Beichthaus.com Beichte #00026807 vom 05.08.2009 um 21:23:45 Uhr in Belgien (Avenue Marie-Jose,1200 Brüssel) (50 Kommentare).

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Wie eine Elster

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Diebstahl Maßlosigkeit Habgier Shopping

Ich gebe zu dass ich mit 13 geklaut habe wie eine Elster. Ich bin mit Freunden in einen Supermarkt gegangen, wir hatten alle leere Rücksäcke mit und sind mit vollen wieder raus, wir haben vorher sogar Bestellungen von Freunden aufgenommen die nicht mitgegangen sind. Dabei haben wir alles mitgehen lassen, von Schminke, Zigaretten, Chips, Alkohol war alles dabei. Es kam vor dass wir das bis zu dreimal an einem Tag gemacht haben und das immer im selben Supermarkt. Ich bin froh dass ich nie erwischt wurde, ich hätte den Arschvoll meines Lebens bekommen.

Beichthaus.com Beichte #00026801 vom 05.08.2009 um 12:03:29 Uhr (18 Kommentare).

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