Die unglückliche Beziehung in Indien

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Dummheit Eifersucht Ex

Ich lebe seit einigen Jahren in Indien, wo ich für ein deutsches Unternehmen arbeitete. Ich habe hier schon einige Zeit während meines Studiums verbracht, habe gute Freunde, fühle mich sehr wohl und habe diese Entscheidung für ein so fremdes Land eigentlich sehr bewusst getroffen. Nach einiger Zeit habe ich dann einen indischen (muslimischen) Mann kennengelernt. Am Anfang war die Liebe groß und alles super. Da wir in der gleichen Branche arbeiteten, beschlossen wir irgendwann, uns zusammen selbständig zu machen. Die Grundvoraussetzungen dafür schienen alle sehr gut zu sein und wir ergänzten uns genau mit unseren Fähigkeiten. Nachdem wir einige Zeit alles vorbereitet hatten (und ich meinen Job noch behalten habe), wollten wir dann so richtig durchstarten und ich kündigte meine Stelle. Die Beziehung gestaltete sich jedoch, umso mehr ich an ihn gebunden war, zunehmend schwieriger und er fing an, öfters aggressiv zu werden und mich auch psychisch fertig zu machen. Die kleinsten Dinge wurden zum Drama und ständig drohte er mir mit Trennung und dass ich dann schauen könnte, wo ich bleibe.

Ich hing zu diesem Zeitpunkt bereits so in der Geschichte fest, da es ja nicht nur um Liebe ging sondern auch um meine materielle Existenz, dass ich total panisch wurde, ihn zu verlieren. Er übertrat viele Grenzen. So schnüffelte er zum Beispiel in meiner Abwesenheit in meinem E-Mail Postfach und fand dort eine fünf Jahre alte Mail von meinem Ex-Freund. Da machte er mich dann tagelang total fertig, obwohl das ja lange vorbei war und da auch gar nichts besonderes drin stand. Aber ihn störte schon allein die Tatsache, dass es andere Männer vor ihm gab. Er war auf alles und jeden so eifersüchtig, dass ich meine Freunde kaum mehr sah und mein Telefon immer auf lautlos stellte, weil ich Angst hatte, dass er wieder ausflippt, wenn mich ein anderer Mann anruft. Da er als Muslim keinen Alkohol trank, ich aber einmal bei einer Einladung ein Glas Bier getrunken habe, ist er total ausgerastet. Er redete dann oft tagelang nicht mit mir und es kam auch manchmal zu körperlicher Gewalt. Aber ich ignorierte diese Sachen einfach. Ich war langsam in eine totale Abhängigkeit gerutscht und hatte schlichtweg Angst und war deshalb bereit, alles hinzunehmen was er tat und entschuldigte sein ganzes Benehmen mit kulturellen Differenzen.

Zwischendrin war es schon auch manchmal schön und manchmal gab er sich auch Mühe, wenn ich krank war zum Beispiel. Aber im Großen und Ganzen lebte ich in ständiger Angst. Ich traute mich auch nie, meinen Freunden und meiner Familie zu erzählen, wie er mich behandelte, weil ich mich irgendwie dafür schämte und ich dachte, jeder wird mich sowieso für blöd halten und sagen "du bist ja selber schuld, warum ziehst du in so ein Land." Und es ist ja auch so eine saublöde Klischeegeschichte: Muslimischer Mann, der sich als aggressiver Unterdrücker herausstellt und man selber ist das dumme Weibchen, das es sich gefallen lässt. Das ist echt so unangenehm, das irgendjemandem zu erzählen, dass man als gebildete Frau in so etwas hineingerutscht ist, was man nie für möglich gehalten hätte. Im Sommer war ich dann ein paar Monate in Deutschland und hoffte, dass es nach meiner Rückkehr besser gehen würde. Ich weiß, es hört sich total blöd an, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch auf Besserung hoffte, aber manchmal steckt man so im eigenen Leben fest, dass man total blind ist und notwendige Veränderungen gar nicht sieht. Er wurde dann in dieser Zeit nach und nach immer abweisender und ich hatte dann irgendwann das Gefühl, dass es da eine andere Frau gibt. Er beteuerte aber, dass da niemand sei und er nur mich liebte. Ich war zu diesem Zeitpunkt recht misstrauisch, verriet ihm deshalb das Datum meiner Rückkehr nach Indien nicht und tauchte dann unverhofft bei ihm auf. Und just in dem Moment standen sie dann da, er und eine zierliche Taiwanesin mit glühenden Backen, die gerade von einem Ausflug mit ihm zurückkehrte. Eigentlich schien alles klar, aber er beteuerte seine Unschuld und dass die beiden sich in der Zwischenzeit nur gut angefreundet hätten. Ich habe sie dann auch darauf angesprochen und sie meinte sie, seien nur gute Freunde, also vielleicht stimmt es. Er hatte ihr aber auch nie von mir erzählt und sie schien mir überrascht zu sein, dass es da eine Freundin gab.

Er teilte er mir dann jedoch mit, dass er sich jetzt tatsächlich und endgültig trennen möchte, wir könnten jedoch Freunde bleiben und weiter zusammen arbeiten. Ich war so vor den Kopf gestoßen, dass ich weiterhin so blöd war, da erst einmal ja zu zu sagen. So gingen dann ein paar Monate ins Land und auf einmal teilte er mir mit, er habe jetzt eine neue Freundin. Und, wenn wundert es: es war die Taiwanesin. Erst da kam bei mir der Punkt, wo es mir echt zu viel wurde und mir klar wurde, wie schlecht er mich die ganze Zeit behandelt hatte und dass er die Macht, die ich ihm über mich gegeben hatte, total ausgenutzt hat. Ich habe mich dann komplett von ihm gelöst und entschieden, dass ich es auch schaffen könnte, alleine weiter zu arbeiten. Seit der endgültigen Trennung geht es mir eigentlich ein bisschen besser, aber ich habe permanente Rachegelüste. Ich habe dann der Taiwanesin zwei Mails geschrieben - heutzutage findet man ja fast jeden auf Facebook. Sie wusste bis dahin eigentlich gar nicht so richtig von mir und was da los war. Wir hatten uns nur einmal kurz gesehen als sie von besagtem Ausflug zurück kamen und einmal bin ich ihr noch auf der Straße begegnet. Und ich glaube, er hatte ihr nie erzählt, dass er eine Freundin hatte. Ich habe ihr dann von mir erzählt und wie ich mich fühle. Irgendwann habe ich dann einen bösen Anruf von meinem Ex bekommen, was ich denn für ein Arsch sei und mich in sein Privatleben einmischen würde und dass die Taiwanesin sich jetzt wegen mir von ihm getrennt hätte.

Es hat mich in dem Moment schon gefreut, dass ich es ihm vielleicht doch ein bisschen heimzahlen konnte. Es war vielleicht nicht ganz in Ordnung, weil die andere Frau eigentlich gar nichts so richtig was dafür kann und ich sie da in mein Drama mit hineingezogen habe. Vielleicht war es für sie aber auch eine Warnung zur rechten Zeit, wer weiß. Liebe Taiwanesin, ich möchte hiermit aber doch sagen (auch wenn Du das vermutlich nie lesen wirst), dass, was immer ich geschrieben habe, nur gegen ihn gerichtet war und ich Dir eigentlich nur wünsche, dass er Dir nicht so weh tut, wie mir. Leider ist es immer noch so, dass ich mich von meinem Ex so verletzt fühle, dass ich auch weitere Rachepläne in die Tat umsetzen würde. Deshalb wünsche ich mir für mich selbst, dass diese ganzen Rachegefühle sich auflösen und es mir einfach egal wird. Es ist nämlich eigentlich kein schönes Gefühl, jemanden zu hassen und sich selber ständig Vorwürfe zu machen, wie blöd man war.

Beichthaus.com Beichte #00030883 vom 14.03.2013 um 14:56:57 Uhr (22 Kommentare).

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Die Geldbörse auf der Straße

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Morallosigkeit Habgier Gesellschaft Emmental

Als ich 17 Jahre alt war, fand ich eine Geldbörse am Wegrand zu mir nach Hause. Es ist zu erwähnen, dass ich damals buchstäblich am Arsch der Welt gewohnt habe. Auf dem etwa vier Kilometer langen Weg zwischen dem 40-Seelen-Dorf bis zu unserem abgeschiedenen Haus lag nur ein Bauernhof. Also sehr schwer herauszufinden, wem die wohl gehört haben könnte. Im Nachhinein betrachtet, wusste ich sofort, dass ich falsch handeln würde. Denn ich habe nur kurz in die Geldbörse reingeschaut, etwa 150 Franken in Noten entdeckt und sie dann gleich eingesteckt. Auf meinem weiteren Weg nach Hause habe ich immerzu um mich gesehen, ob mich wohl jemand beobachtet hat. Zu Hause habe ich alles ausgeräumt. Schlussendlich kamen in einem versteckten Fach noch vier 200er Noten heraus. Alles in allem knapp 1000 Franken. Für einen Azubi mit 600 Franken Lohn viel Geld. Und ehrlich gesagt halte ich es auch heute noch für viel Geld. Ich jedenfalls möchte es nicht verlieren. Natürlich befanden sich auch EC-Karten, Kundenkarten und selbst Telefonnummer und Adresse der Besitzerin darin. Es war nicht die "Nachbarin" vom Bauernhof, sie trug aber den selben Nachnamen und wohnte nur ein paar Dörfer weiter.


Nach drei Tagen war das Geld weg, und obwohl ich mir vorgenommen habe, zumindest Führerschein, Bankkarten und Ähnliches, die ja alle auch noch Geld kosten, anonym zurückzuschicken, entsorgte ich alles kurz darauf. Offensichtlich habe ich aber nichts daraus gelernt. Vor zwei Jahren sah ich beim Überqueren eines Parkplatzes, wie jemandem ein Zettel aus der Tasche fiel. Erst dachte ich, es wäre Müll, doch als ich näher kam, sah ich sofort, dass es sich um einen 100er, eingefaltet in eine Quittung, handelte. Ich habe ihn aufgehoben, mich umgeschaut und dann vermutet, dass mich niemand beobachtet hat. Der Besitzer war erst 20 Meter von mir entfernt.
Die Quittung war sogar die der Bank, also selbst, wenn der Besitzer nicht mehr da gewesen wäre, wäre es kein Problem gewesen, es zurückzugeben. Ich beichte zwar hier, doch ich denke, ich werde in Zukunft nicht anders handeln. Wer eine Geldbörse mit 1000 Franken verlieren kann, oder Hunderter lose in der Hosentasche trägt, ist selber schuld. Vielleicht würde ich das anders sehen, wenn ich auch mal so viel Geld verlieren würde - doch jeder Betrag unter 1000 Franken würde ich als versoffen vermuten.

Beichthaus.com Beichte #00030880 vom 13.03.2013 um 18:14:39 Uhr in Emmental (25 Kommentare).

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Schaum im Brunnen

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Vandalismus Stolz Shopping Zürich

Schaum im Brunnen
Im Sihlcity, dem Einkaufszentrum in Zürich, gibt es einen Brunnen, welcher unten so Düsen hat. Sieht ein bisschen aus wie ein Sprudelbad. Auf jeden Fall war ich mit Freunden mal dort, als das Einkaufszentrum ganz neu aufgemacht hatte. Ich hatte die Idee, in den Brunnen Spüli reinzukippen. Gesagt, getan. Natürlich sind wir schnell verschwunden, haben etwas gegessen und eine halbe Stunde später sind wir wieder zum Brunnen gegangen. Dort war bereits alles überschäumt und alle hatten Freude daran. Am Abend habe ich das Ganze ein bisschen Stolz meinen Eltern erzählt, sie wussten aber bereits von dem Vorfall - aus den Nachrichten! Ich hatte lange ein etwas schlechtes Gewissen, vor allem, weil der neue Brunnen danach etwa zwei Jahre kein Wasser mehr hatte.

Beichthaus.com Beichte #00030879 vom 13.03.2013 um 16:19:16 Uhr in Zürich (Büttenweg) (10 Kommentare).

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Die Ökos von nebenan

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Rache Ernährung Tiere Nachbarn WG Nordwalde

Die Ökos von nebenan
Ich (w/27) wohne in einem Dorf. Direkt nebenan wohnt eine WG mit Ökos. Diese pflegen einen alternativen Lebensstil, das heißt, sie leben streng vegan und bauen fast alles, was sie essen, selber an. Sie tragen nur Kleidung aus Biobaumwolle oder Leinen und haben kein Auto. Im Prinzip habe ich nichts gegen solche Leute, nur gehören die zu der Sorte, die meinen, sie müssten ständig andere missionieren und jeder müsse so leben wie sie. Schon kurz, nachdem sie in das Haus nebenan eingezogen waren, wurde ich über den Zaun wegen meines Autos belabert, wie schädlich das doch für das Klima sei und so weiter. Das weiß ich auch, aber ich muss nun mal 20 Kilometer bis in die nächste Stadt fahren um zur Arbeit zu kommen. Das Dorf liegt in der Pampa, der Bus fährt nur zweimal am Tag und der Bahnverkehr wurde schon vor Jahren eingestellt. Ich kann aber auch nicht in die Stadt ziehen, denn meine Oma lebt noch in dem Haus, aus dem sie auch nicht weg will, und sie ist körperlich nicht mehr so fit und ich erledige die Dinge, die sie nicht mehr kann.

Das habe ich so auch den Ökos erklärt, aber aufgehört mit ihrem Gelaber haben sie nicht. Nachdem die Ökos dann noch herausgefunden haben, dass ich in einem Supermarkt an der Fleischtheke arbeite, bin ich in ihren Augen eh das abgrundtiefe Böse. Dabei schlachte ich die Tiere selber gar nicht, sondern verkaufe das Fleisch nur. Ich selber esse nicht einmal besonders viel Fleisch, aber ich muss ja irgendwie mein Geld verdienen. Nun zur eigentlichen Beichte: Die Ökos haben Hunde, die sie selbstverständlich auch nur vegan ernähren, was in meinen Augen Schwachsinn ist, da Hunde bekanntlich Allesfresser sind. Da wir auf der Arbeit die Möglichkeit haben, Fleisch, was kurz vor Ablauf des Verbrauchsdatums steht, für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises zu kaufen, nehme ich manchmal ein paar Stücke Fleisch mit und verfüttere es heimlich an die Hunde der Ökos. Inzwischen freuen sich die Hunde schon richtig, wenn sie mich sehen. Sehr zu Verwunderung ihrer Herrchen und Frauchen.

Beichthaus.com Beichte #00030878 vom 13.03.2013 um 12:48:17 Uhr in Nordwalde (49 Kommentare).

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Der Einäugige unter den Blinden

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Dummheit Gesellschaft

Der Einäugige unter den Blinden
Meine Freundinnen und Freunde halten mich für super-schlau und glauben, dass ich mein Talent in meinem Bürojob verschwende. Ich soll lieber Bücher schreiben, Lebensberatung machen, studieren und irgendwas "Besseres" werden und so weiter. Ich selbst halte mich nicht für super-schlau, bin nicht kreativ genug, um Bücher zu schreiben und habe einen zu großen Knall, als dass ich anderen erzählen könnte, wie sie ihr Leben in den Griff kriegen. Das mache ich höchstens augenzwinkernd hier auf Beichthaus. Und jetzt noch studieren würde mich beruflich auch nicht weiter bringen, weil ich schon Mitte 30 bin und es dann auch schwer wird, irgendwo rein zu kommen. Ich beichte hiermit, dass ich meinen Freunden den Glauben lasse, weil ich ihnen sonst sagen müsste, dass alles, was ich weiß, daher kommt, dass ich überdurchschnittlich viel lese und mir jeden Scheiß merken kann. Wichtige Sachen vergesse ich dagegen schon mal. Und ich müsste ihnen sagen, dass sie selber nicht besonders gebildet sind und wenn sie mehr lesen und weniger RTL2 schauen würden, ich ihnen nicht mehr so schlau vorkäme. Schließlich ist unter den Blinden der Einäugige König.

Beichthaus.com Beichte #00030877 vom 13.03.2013 um 12:04:34 Uhr (16 Kommentare).

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