In den Serverschrank geschissen

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Dummheit Ekel Unreinlichkeit Arbeit Chef Dortmund

Ich arbeitete bis vor kurzem noch in einer Informatikfirma. Wir stellten den Kunden verschiedene Server zur Verfügung - sowohl physikalische als auch virtuelle. Falls ihr nicht wisst wie es in einem Rechenzentrum aussieht: Dort sind riesige Schränke, wo allerhand technische Geräte rumstehen (8 - 10 Server in so einem Schrank), hunderte Kabel und mindestens halbsoviele Monitore. Man könnte sagen, das Chaos ist perfekt.

Dementsprechend war auch immer meine Laune, denn je mehr zu tun war, desto mehr musste ich mich durch die Kabel wühlen, was mich ankotzte. Bei einer internen Stellenausschreibung wurde ich nun Serveradministrator und konnte somit bequem vom Rechner aus die Systeme verwalten, denn jemand anderes musste den ganzen Hardwarekram an den Serverschränken nun machen.

Wir sind kein allzu großer Betrieb, sodass auch der Chef schon mal gerne mit anpackt, anstatt nur faul im Sessel zu hocken. Da ich in meiner neuen Position auch von Zuhause aus arbeiten kann und mein Chef an einem Sonntag der einzige in der Firma war, schrieb ich ihm eine kurze E-Mail mit der Bitte, nachzusehen ob ein Server richtig angeschlossen war. Das dauert höchstens. 5 Minuten, für einen geübten Techniker (was mein Chef ist) absolut kein Problem. Anstatt mich freundlichst zu unterstützen und dankbar zu sein, dass ich Ausnahmsweise auch am Sonntag arbeite (ich hatte eh nichts zu tun), schrieb er mir, ich müsse da schon selbst vorbeikommen, es geht schließlich nicht, dass ich immer nur Zuhause sitze.


Abgesehen davon, dass ich nicht so oft von Zuhause arbeite, finde ich das nicht nett, da ich eine halbe Stunde pro Fahrtrichtung zur Arbeit brauche. Aber da ich wie gesagt nichts zu tun hatte, machte ich mich auf den Weg und fuhr los.

Dort angekommen wunderte ich mich, was dort los war: Der Chef feierte seinen Geburtstag mit vielen Freunden in der Pausenhalle (die ist wirklich riesig). Ich kannte davon niemanden und auch als ich dem Chef gratulierte, bot mir dieser nicht einmal ein Stück Kuchen oder ein Glas Sekt an. Als ich sah, wie alle dort sich die leckersten Torten reinschaufelten und sich teuren Sekt in Massen rein kippten, war ich ziemlich wütend, zumal ich sowieso schon genervt war. Ich war so genervt, dass ich nicht mal dass tat, was ich eigentlich auf der Arbeit tun wollte. Als ich sichergestellt hatte, dass niemand mich sieht, ging ich in den Serverraum und habe so richtig in einen Serverschrank geschissen!


Als ich am nächsten Tag unauffällig in die Firma kam, wurde ich direkt vom Chef in sein Büro geholt. Ich Holzkopf hatte vergessen, dass ich der einzige an diesem Tag außer ihm war, der einen Schlüssel zu den Serverräumen hatte. Ich habe mich noch nie so geschämt wie da. Natürlich bin ich meinen Job jetzt los - immerhin bot er mir an, selbst zu kündigen bevor er es tut, sodass ich bei einer anderen Firma Chancen habe. Das Arbeitszeugnis ist auch nur auf den ersten Blick toll, wenn man das ganze deutet, bin ich der miserabelste Mitarbeiter überhaupt!

Beichthaus.com Beichte #00027889 vom 07.06.2010 um 20:01:52 Uhr in 44135 Dortmund (Brügmannstrasse 23) (46 Kommentare).

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Die Sucht Kopiereinstellungen zu ändern

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Boshaftigkeit Manie Vandalismus Arbeit

Die Sucht Kopiereinstellungen zu ändern
Ich habe ein großes Problem. Immer wenn ich einen Kopierer sehe, verspüre ich den unkontrollierbaren Zwang, die Einstellungen zu verändern. Gerade eben hab ich es wieder einmal getan. In der Universitätsbibliothek. 500 Kopien, 200% Verkleinerung, A3 doppelseitig. Die kleine BWL-Studentin hat es natürlich erst geschnallt, als es zu spät war. In meiner Firma werde ich auch schon steckbrieflich gesucht, aber ich kann es einfach nicht lassen.

Beichthaus.com Beichte #00027884 vom 05.06.2010 um 14:23:04 Uhr (29 Kommentare).

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“35.000

“Folge

Das Tattoo

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Dummheit Eitelkeit Feigheit Betrug Falschheit

Ich habe mich mit 14 heimlich tätowieren lassen, meiner Mutter sagte ich es, als ich 18 war. Sie wurde echt sauer und meinte, ich würde das bereuen, sie würde den Macher des Tattoos verklagen. Ich sagte natürlich nicht wer es war. Vor allen Dingen nicht, weil ich den Personalausweis meiner Schwester benutzt habe, der ich zum Verwechseln ähnlich sehe, ich hätte also wirklich großen Ärger bekommen. Heute bin ich 35, habe mir das Tattoo entfernen lassen, was ich meiner Mutter immer noch nicht gesagt habe. Ich ertrage es nicht, dass sie Recht hatte. Ich beichte, dass man auf seine Mama hören sollte und sie oft Recht haben, auch wenn man es in dem Alter nicht glauben will, bei mir zieht es sich sogar ins hohe Alter hinein. Ob ich es ihr je sagen werde? Ich weiß es nicht, aber ich schäme mich für mich selbst.

Beichthaus.com Beichte #00027880 vom 03.06.2010 um 21:33:40 Uhr (36 Kommentare).

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20 Jahre Racheplan

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Rache Maßlosigkeit Boshaftigkeit Auto & Co. Krefeld

Vor über 20 Jahren wurde ich beim Autofahren von einem äußerst rüpelhaften und rücksichtslosen Fahrer geschnitten und fast von der Fahrbahn gedrängt. Als ich an der nächsten Ampel neben ihm zum stehen kam und ihn auf das Geschehen ansprechen wollte, schrie er mich sofort an und belegte mich mit den übelsten Beschimpfungen. Ich bin darauf nicht weiter eingegangen, habe mir sein Nummernschild notiert und wollte ihn aus Wut bei der Polizei wegen der Beleidigungen anzeigen. Der diensthabende Polizist nahm aber keine Anzeige auf, er ermittelte den Namen und die Adresse des Herrn und übergab sie mir in einem verschlossenen Umschlag mit der Auflage, mich mit dem zuständigen Schiedsmann in Verbindung zu setzen. Da der Polizist meine Personalien nicht aufgenommen hatte, bin ich nicht seiner Aufforderung nachgekommen, sondern überziehe diesen Menschen seither mit den gröbsten Späßen, bestelle unaufhörlich alle möglichen Waren auf seinen Namen, lasse Erde, Pizza, Container, Kies, Heizöl und andere Dinge liefern, ich habe ihm sogar schon zwei mal ein Bestattungsunternehmen geschickt. Er ist sogar einmal umgezogen, aber wie der Teufel es wollte kam ich an seinem Haus vorbei, als gerade der Umzugswagen los fuhr. Ich bin ihm einfach gefolgt und habe meine Späße fortgesetzt. Ich kann diese Aktionen einfach nicht einstellen und selbst während ich diesen Text schreibe, muss ich dämlich grinsen. Seit über 20 Jahren gehe ich diesem Mann auf die Nerven und alles nur wegen ein paar Schimpfwörter.

Beichthaus.com Beichte #00027877 vom 02.06.2010 um 20:04:47 Uhr in Krefeld (48 Kommentare).

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“Beichte

Der Einbrech-Kick

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Neugier Waghalsigkeit Manie Trunksucht Last Night Stödtlen

Ich beichte, dass ich (m/23) ein eigenartiges Hobby habe. An Wochenenden, wenn ich gut einen getrunken habe und dann angetütert nach Hause laufe, kann ich es nicht lassen, besonders bei den Häusern wohlhabender Leute, in den Garten einzusteigen und mich umzusehen. Ich will nichts stehlen und hab auch sonst keine perversen Absichten oder so - ich interessiere mich lediglich dafür, wie die Menschen so leben. Ich stöbere also durch fremde Gärten und guck mir alles so an, natürlich heimlich, was mir einen unglaublichen Kick gibt. Meine größten Feinde sind Lampen mit Bewegungsmeldern sowie Hunde, das hat schon so manches mal zu einem beachtlichen Heckensprung geführt! Doch seit einigen Wochen gehe ich weiter. Ich versuche mir Zutritt zu den Häusern zu verschaffen. Es ist erstaunlich, wie schlecht die Menschen, besonders gut betuchte, ihre Häuser gegen Diebstahl absichern. So kam es schon ein halbes Dutzend mal vor, dass ich mich nachts durch die Häuser wildfremder Leute geschlichen habe, still und heimlich. Ich hätte Diebesgut in beträchtlicher Höhe mitnehmen können - aber das will ich gar nicht, ich will nur sehen wie die Leute sich so einrichten und was es an toller Raumarchitektur zu bestaunen gibt. Und der Kick ist mehr als unglaublich! Mittlerweile geht das schon so weit dass ich mir zu hause einen antrinke, mir dann möglichst bequeme schwarze Sachen anziehe und beinahe schon Splinter-Cell-mäßig in irgendwelche Häuser eindringe. Das ist mehr als schräg, aber unglaublich spannend, und wie gesagt, der Kick - heller Wahnsinn.

Beichthaus.com Beichte #00027876 vom 02.06.2010 um 18:37:49 Uhr in Stödtlen (56 Kommentare).

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