Die Narben meiner Seele

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Verzweiflung Begehrlichkeit Selbstverletzung Gewalt Familie

Meine Arme zieren Narben, die von Rasierklingen stammen. Ich bin zeitig ausgezogen, oft allein und mit mir und meinem Leben nicht zufrieden. Alles fing mit meiner Teenager-Zeit an. Ich war der schlimmste Albtraum der Eltern, zog in der Nacht mit meiner Freundin herum, trank Alkohol, nahm Drogen, verlor mit 13 meine Jungfräulichkeit, bekam schlechte Noten in der Schule und schwänzte. Meine Eltern sind aufmerksame Menschen und bekamen alles mit. Meine Mutter ist eine ruhige Person, die alles, was sie mit mir durchmachte, in sich reinfraß. Mein Vater war dagegen das völlige Gegenteil. Er wurde autoritär erzogen und versuchte, mich mit allen Mitteln zu bestrafen. Immer öfter wurde er gewalttätig, manchmal hatte ich Blutergüsse am ganzen Körper. An eine Szene kann ich mich noch ganz genau erinnern: Ich weiß nicht mehr, warum er so ausrastete, aber er prügelte mich die Treppe runter und schlug mich mit dem Kopf auf den Boden. Mein Bruder, sein leiblicher Sohn, kam herein, weinte und schrie er solle aufhören, doch er hörte nicht auf. Ich liebe meinen Bruder dafür. Ich war so ekelhaft zu ihm und er versuchte, mich in Schutz zu nehmen.

Noch heute mobbe ich ihn und es tut mir so leid. Ich weiß nicht, warum ich das tue. Ich kann manchmal nicht anders. Ich schäme mich dafür und möchte mich dafür bestrafen, er ist ein lieber Mensch. Und ich dagegen bin so ein Scheusal. WARUM? Ich fing an mich zu ritzen, das erschien mir das einzige Mittel, um meine Wut zu kontrollieren. Irgendwann hat sich das mit meinem Vater gelegt. Ich bin in seinen Augen vernünftig geworden. Auch er ist ein netter Mensch und tut jetzt alles, damit ich glücklich bin, manchmal bin ich sogar stolz auf ihn, aber manchmal hasse ich ihn abgrundtief. Bin ich verrückt, zwiegespalten? Ich fing an, wieder normal zu werden, ging auf seriöse Partys, trank manchmal einen zu viel. Das sollte ich irgendwann bereuen. Auf meiner letzten Party wurde ich vergewaltigt, niemand glaubte mir und wenn doch dann sagten sie mir, dass ich doch selbst schuld bin. Ich wünsche so etwas niemanden. Mit meiner Freundin konnte ich nicht darüber reden, sie hätte das nicht verstanden. Seitdem ging ich nicht mehr auf Partys.

Mein jetziges Leben würden die meisten als glücklich bezeichnen, aber ich bin es nicht. Ich weiß nicht, was man dafür tun muss, um glücklich zu sein, aber ich würde jeden Preis dafür zahlen. Ich bin verliebt. Ihr denkt bestimmt, das ist schön, aber das ist es nicht. Er ist mein Traummann, ein Arbeitskollege, verheiratet und mit dem glücklich, was er hat. Ich will nur ihn und niemand anders, aber ich gehe nicht über Leichen dafür. In den wenigen und kurzen Momenten in seiner Nähe beruhigt mich seine Stimme, so ein Gefühl habe ich bei niemandem. Aber ich weiß, dass ich ihn nie bekommen kann. Wer will schon ein nervliches Wrack wie mich. Ich habe oft Depressionen und komme damit nicht klar. Ich bin nicht hässlich, aber ich fühle mich so. Wenn er, mein Traumann, weg ist, dann ist nichts mehr da, was mich hier hält. Ist es eine Sünde aus dem Leben zu gehen, früher als geplant? Wenn ja dann möchte ich das jetzt schon beichten, bevor es zu spät ist und bitte um Vergebung. Ich danke den Leuten, die sich meine Geschichte durchgelesen haben.

Beichthaus.com Beichte #00023352 vom 13.02.2008 um 07:07:46 Uhr (21 Kommentare).

Gebeichtet von sarah89
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Mein Bedarf an Pfandflaschen

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Diebstahl Habgier Arbeit

Ich (m/24) arbeite seit geraumer Zeit in einem großen Supermarkt und bin im Getränkebereich tätig. Wo es Getränke gibt, kommt auch Leergut zurück. Und da ich für meinen Geschmack zu wenig Gehalt bekomme, entschied ich mich, selbst etwas dagegen zu unternehmen. Also gehe ich regelmäßig in den Lagerraum, schaue mich kurz um, ob Kollegen oder Chefs in der Nähe sind, bediene mich der entsprechenden Anzahl an Kisten vom Leergutband und gehe in aller Seelenruhe zum Pfandautomaten. Dies wiederhole ich je nach Bedarf mehrmals täglich oder auch mal nur alle paar Tage.

Beichthaus.com Beichte #00023348 vom 13.02.2008 um 05:27:00 Uhr (11 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Ein


Meine Ex hat mein Leben zerstört!

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Verzweiflung Begehrlichkeit Ex

Meine Ex und ich waren ungefähr zwei Jahre zusammen. In diesen zwei Jahren hat sie ihren persönlichen Stress schön artig in sich hineingefressen (Familie im Eimer, Ausbildung scheiße, ihre "Freundinnen sind alle doof"), anstatt sich darum zu kümmern, damit es besser wird. Und mit Fressen meine ich das wörtlich. Aus ihrer recht ansehnlichen Figur wurde mit der Zeit eine nicht mehr so ansehnliche Figur, dazu kamen diverse gesundheitliche Probleme (Asthma, etc.). Und natürlich war ich immer derjenige, der den ganzen seelischen Müll abbekommen hat. Mit der Zeit wurde sie immer eifersüchtiger, klammerte immer mehr, unternahm immer weniger (auf MEINEM Sofa liegen und mich mit "Nur die Liebe zählt" nerven, war ihre Meisterdisziplin). So wurde unsere Beziehung immer mieser. Etwa auf der Hälfte der Zeitspanne habe ich in einer kleinen lauschigen Kneipe Silvester gearbeitet und hinter der Theke gemütlich gearbeitet/mitgefeiert (alles sehr familiär da, weil Studentenkneipe). Sie war auch da und hat mich den halben Abend belagert. Irgendwann, als ihr langweilig wurde, verkrümelte sie sich zu Bekannten von mir weiter hinten in der Kneipe.

Auf der Ecke von meiner Theke hatten sich schon drei recht ansehnliche Mädels eingefunden und sich seit geraumer Zeit von mir mit Cocktails versorgen lassen. Eine von denen (29, Ergotherapeutin) fing immer heftiger an, mich anzuflirten. Mir hat es nichts ausgemacht, da meine Dame ja außerhalb der Sichtweite war, also habe ich mitgemacht. Irgendwann hatte auch ich Feierabend und hatte mich mit etwas zu Futtern an einen Tisch mit den drei Mädels verkrümelt und bin angefangen, das Chili in mich hineinzuschaufeln. Meine Kumpels und auch meine Dame kamen auch hinzu und gemeinsam haben wir noch ein bis zwei Stündchen geredet. Als die Stunde des Abschieds kam, umarmte mich die Ergotherapeutin und flüsterte mir ins Ohr: "Lass sie sausen und komm mit zu mir" - und gab mir einen Kuss auf den Hals, dass es mir im Magen wieder ganz wohlig wurde (wenn meine Ex nicht zwei Meter neben mir gestanden hätte, hätte ich den Kuss wohl mit allen Extras auf den Mund bekommen); so etwas hatte ich schon lange nicht mehr gespürt.

Jedenfalls hat mir der Abend damals die Augen geöffnet, was die Beziehung zu meiner Dame anging. Das letzte Jahr war ich zu feige, mit ihr Schluss zu machen, da ich naiv genug war, ihren Drohungen ("Wenn Du jetzt Schluss machst, bringe ich mich um") zu glauben. Irgendwann habe ich glücklicherweise doch noch die Kurve gekriegt und die Beziehung beendet. Wäre ich mal mit meiner Silvesterbekanntschaft mitgegangen, dann hätte ich als 22-Jähriger von der noch eine Menge lernen können und einen Grund gehabt, mit meiner Ex die Beziehung zu beenden. Aber ich habe wohl definitiv eine zu gefestigte Moral. Im besagten letzten Jahr mit ihr sind mir noch andere Geschichten passiert, aber diese Silvesterparty hat sich mir in meine Erinnerungen eingebrannt. Warum ich das hier alles schreibe: Ich hasse meine Ex! Alles was sie mir an Psychoterror hat angedeihen lassen, hat mich marode gemacht.

Sie hatte ein paar Wochen später bereits einen neuen Macker (ähnliches Baumuster wie ich), ich habe die Neurosen behalten und habe seitdem keine feste Beziehung mehr aufbauen können, da ich mir die Mädels und ihre Familie vorher peinlichst genau unter die Lupe nehme und bei nur einem Fehler gleich alles beende. Ich hasse sie, weil sie danach versucht hat, einen meiner besten Freunde flachzulegen (ein ECHTER Freund, er hat es nicht mit sich machen lassen), behauptet hat, ich hätte sie geschwängert (obwohl in der Richtung im letzten Jahr gar nichts mehr passiert ist) und irgendwelche Lügen in meiner Bekanntschaft erzählt hat. Sie hat mich nur ausgenutzt. Jetzt, über fünf Jahre später, regt mich das alles immer noch tierisch auf. Ich hege immer noch Gedanken, was ich ihr alles Schreckliches angedeihen lassen könnte und ich gönne ihr ihre maroden Familienverhältnisse in ihrem Elternhaus. Eigentlich wäre es ihr Part, sich hier bei mir zu entschuldigen. Möge sie bleiben, wo der Pfeffer wächst. Ich hoffe, dass ich mal eine hübsche junge Dame für mich finde, die es wert ist, geliebt zu werden und die mich für genauso liebenswert hält.

Beichthaus.com Beichte #00023163 vom 20.10.2007 um 11:17:02 Uhr (12 Kommentare).

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In der Bahn mit einer Terminator-Oma

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Hass Zorn Dummheit Gesellschaft Bahn & Co.

Ich hasse mehr und mehr meine Mitmenschen auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das fängt schon morgens im Bus an, wo ein ca. 17-Jähriger es nicht mal schafft, seinen fetten Körper von Schweiß und Restalkohol zu befreien. Dazu ungekämmte fettige Haare und verklebten Augen, feine Sache! Dann gebe ich hiermit feierlich zu, dass ich die gleiche Abneigung gegenüber Schulkindern empfinde, die es im vollgestopften Bus nicht mal schaffen, ihren Schulranzen vom Nebenplatz zu entfernen, sodass andere Leute sich auch hinsetzen könnten. Oder aber, sie stehen im Gang und nehmen ihre Taschen nicht ab. Während der Bus um die Kurve rast, fordern sie einen zur Krönung auf, doch Platz zu machen, weil sie gleich aussteigen müssen.

Gibt man ihnen zu verstehen, dass man erst Platz macht, wenn der Bus hält, damit man nicht auf die Fresse fliegt, schieben sie sich halt rotzfrech mit ihrem Schulranzen durch die zusammengepferchte Menge - nicht ohne einem noch einmal kräftig auf den Fuß getreten zu haben - und hinterlassen so Striemen an Armen und Beinen, zerrissene Klamotten und blaue Flecke. Weiterhin hasse ich Menschen, die mit offenem Mund atmen und einem somit die Luft verpesten. Ich hasse Leute, die sich in aller Öffentlichkeit permanent kratzen, auf den Boden rotzen, stinken oder sich krankhaft räuspern. Noch mehr aber empfinde ich Aggressionen gegen alte Menschen, die gebückt und ächzend, am besten noch mit Gehstock, langsam vor sich hinschlurfen. Öffnet sich aber die Fahrgasttür, mutieren sie zu aggressiven Kampfmaschinen und drängen einen zur Seite, damit sie im leeren Bus einen Sitzplatz ergattern.

Sind sie erst mal drinnen, bildet sich hinter ihnen eine Traube von Menschen, weil es ihnen erst jetzt einfällt, sich in aller Seelenruhe ein Plätzchen im Bus zu suchen, wo sie dann ihre vergilbten Einkaufsbeutel auf den Nachbarplatz legen können, damit sich kein weiterer neben sie hinsetzen kann. Lässt sich dann die 80-jährige Nachbarin auch noch nieder, kann wieder in aller Ruhe über sämtliche Gebrechen debattiert werden, die sich beim Einstieg in ein öffentliches Verkehrsmittel seltsamerweise immer in Luft auflösen. Seien wir mal ehrlich: Ich selbst habe noch nie eine alte Oma oder einen gebrechlichen alten Mann im Bus stehen sehen, sobald ein älterer Mensch den Bus betritt, wird sofort von mindestens einer Person der Sitzplatz angeboten. Es gibt also keinen Grund, sich wie ein greisenhaftes Arschloch zu benehmen!

Ich könnte ewig so weiterschreiben. Da hat man einen Audi daheim und muss sich trotzdem tagtäglich den Hackfressen aussetzen und sich von alten Spannern begaffen lassen, weil man mit Auto in die Stadt noch länger braucht als eine gebetsmühlenartige Leidensgeschichte einer Terminator-Oma beim täglichen Arztbesuch. Es ist traurig. Einfach nur traurig.

Beichthaus.com Beichte #00023047 vom 28.09.2007 um 18:54:33 Uhr (38 Kommentare).

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“Beichte

Ich hoffe, er sucht nicht weiter nach dem Tod!

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Verzweiflung Selbstverletzung Partnerschaft

Ich (w/28) gestehe: ich habe vor zwei Jahren meinen Freund verlassen, obwohl ich ihn über alles geliebt habe! Er war mein Leben, mein Licht, meine Inspiration. Ich konnte aber seine selbstzerstörerische Weltanschauung nicht mehr ertragen, er ist Kettenraucher, versuchte mit viel Alk im Blut Geschwindigkeitsrekorde mit dem Auto aufzustellen, warf sich jede noch so ominöse Pille ein, missbrauchte Psychopharmaka, verletzte sich (und mich) beim Sex. Ich war am Ende meiner Kraft. Wie schwer ist es, DEN einzig wichtigen Menschen alleine zu lassen, sich selbst ausgeliefert? Kaum auszusprechen.

Er wollte nicht, dass ich gehe, er hat sich schlimm geritzt, mir Lieder gewidmet, die von Trauer und Abschied handelten, mir aufgelauert, sich beinahe an einem Baum mit dem Auto getötet. Ich bin hart geblieben, habe ihm keine Chance gegeben, musste mein Innerstes doch schützen. Ich denke immer noch an IHN, habe ihn trotz allem eingeschlossen, geheim in meiner Seele, werde ihm weiterhin viele Gedanken widmen und hoffe insgeheim, er möge endlich sein Glück finden und nicht so sehr nach dem Tod suchen!

Beichthaus.com Beichte #00023041 vom 28.09.2007 um 09:46:05 Uhr (6 Kommentare).

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