Mit Geistern gegen die Petze

30

anhören

Engherzigkeit Morallosigkeit Falschheit Last Night

Mit Geistern gegen die Petze
Ich möchte heute beichten, dass ich einem Menschen mal so viel Angst gemacht habe, dass dieser deswegen in die Hose gepisst hat. Es war so: Mit siebzehn fand ich nach der Schule keinen Ausbildungsplatz. Als ich am Verzweifeln war, bot mir das Jugendamt einen Ausbildungsplatz an, der allerdings auch wieder mit einem Heimplatz verbunden war. Nach kurzer Bedenkzeit sagte ich zu. Nachdem ich im Haupthaus Probleme mit anderen Jugendlichen hatte, wurde ich auf eine sehr ruhige Außenwohngruppe verlegt. Dort hatten die anderen Jungs und ich ein sehr ruhiges, in Teilen sogar langweiliges Leben. Alle waren mindestens siebzehn Jahre alt oder älter. Bis eines Tages die Konzeption der Gruppe geändert wurde, weil auf einen Schlag drei Jungs gegangen waren. Nun kamen kurz hintereinander vier dreizehn bis fünfzehn Jahre alte Kinder daher, die sich aber eigentlich ganz gut integrierten. Bis auf Einen: Markus. (Name geändert) Markus war fünfzehn Jahre alt, hatte den geistigen Entwicklungsstand eines 11-Jährigen und den Körperbau einer Seekuh. Ein armes Schwein genau genommen, bei dem alles Negative zusammenfiel. Markus hatte allerdings noch eine andere, schlimmere Eigenschaft: Er war die Mutter aller Petzen. Kam ein Jugendlicher unter achtzehn Jahren nur fünf Minuten zu spät nach Hause, rannte Markus freudestrahlend und (wortwörtlich!) vor Petzgier sabbernd zu den Betreuern. Dort angekommen, stotterte er im übelsten Trottel-Stil los. Schnippte einer eine Kippe vom Balkon, Markus war schon im Büro. Nannte einer einen anderen im Spaß einen Deppen - Markus rannte freudig los.

Und so ging das bei jeder Kleinigkeit weiter. Von den wirklich petzwürdigen Vorgängen wie Saufereien und Rauchereien war er natürlich kategorisch ausgeschlossen, sodass er uns wenigstens da nichts konnte. Selbst die Erzieher waren nach wenigen Tagen total entnervt. Dieser Zustand musste ein anderer werden, und zwar schnell. Da Gewalt keine Lösung ist - und es außerdem Sitte war, Jugendliche dort zur Selbstanzeige zu zwingen - mussten wir mit einer List vorgehen. Man muss dazu wissen, dass Geistergeschichten, urbane Legenden und Geschichten über schwarze Messen in Heimen in der Zeit vor der globalen Vernetzung einen dankbaren Nährboden fanden. So erzählten wir Markus, dass es im Haus einen Geist gäbe. Dieser würde Jugendliche, die nach zehn Uhr am Abend nicht in ihren Zimmern waren, die Treppe herunterschubsen und man würde sie am nächsten Morgen mit gebrochenem Genick finden. Der Junge schlich nämlich auch nachts durchs Haus, um an Türen zu lauschen - z.B. "Der P. wichst gerade in seinem Zimmer! Verbieten sie ihm das!" Somit war er erst einmal aus dem Weg. Dann legten wir unser letztes Geld zusammen und bestellten bei einem Zulieferer für Theaterbedarf schwarze und weiße Theaterschminke und einige Blutkapseln. Dann nahmen wir uns Markus zur Brust, und erklärten, dass jeder Neue sich einer Runde Gläser rücken unterziehen müsse, quasi als Einweihung. Markus bekam schon wieder dieses petzgeile Funkeln in die Augen und sagte freudig zu. Er dachte, uns dranzukriegen, weil die Erzieher ihm erst kurz zuvor verboten hatten, zu petzen, wenn er das nicht beweisen könnte, so dachten sie, dem Problem Herr zu werden. Er hatte ja keine Ahnung, was auf ihn zukam.

Am betreffenden Abend gab es keine Nachtbereitschaft, also keinen auf Gruppe übernachtenden Erzieher, sondern nur einen alle zwei Stunden aus dem Haupthaus herüberkommenden Nachtdienst, der absolut berechenbar war. Wir hatten also zwei Stunden, um das Ding durchzuziehen. Ich, als Oberzeremonienmeister verkleidet, mit schwarz-weißem Gesicht eröffnete die Runde. Auf dem Tisch lagen Karten mit allen Buchstaben des Alphabets: "Ja", "Nein" und die Zahlen von eins bis zehn. Die erste Frage war natürlich, ob jemand da sei. Diese wurde vom Glas mit "Ja" beantwortet. Da es halbdunkel war und der Raum nur mit Kerzen beleuchtet war, sah M. nicht, dass ich die oben erwähnten Blutkapseln in den Haaren und den Handflächen versteckt hatte. Nach einigen Fragen fragte ich, was man mit Petzen tun sollte. Das Glas buchstabierte: Töten. Markus wurde schon merklich blasser. Dann verkündete ich, dass ich eine Anwesenheit spüren würde, die immer stärker würde. Plötzlich schlug ich mir die Hände vor das Gesicht und an den Kopf (dabei gingen wie geplant die Blutkapseln zu Bruch) und sprang vor ihm auf den Tisch. Ich schrie mit übelst verstellter Stimme, dass ich der Teufel sei, und ihn höchstpersönlich am Penis aufhängen und langsam häuten würde, wenn er nicht sofort aufhören würde, alles zu petzen. Man muss sich vorstellen, mein Gesicht war im The-Crow-Style geschminkt und mir lief Blut über Gesicht und Hände. Ich sah aus wie der Racheengel persönlich. Dann sagte ich ihm, dass ich ihm seine Seele rauben und sie in einen See aus Feuer einsperren würde, wo er für die Ewigkeit den Schmerz der Verbrennung erleiden müsse. In diesem Moment fing es an, stark nach Urin zu riechen. Ich packte ihn am Kragen und kreischte ihn an, ob er mich verstanden habe - meine Tonlage wechselte zwischen extrem tief und total hoch, aber nicht lustig klingend, das kann ich euch sagen - und dass er drei Tage absolutes Redeverbot hatte. Und dass er nie wieder petzen dürfe, sonst käme ich zurück.

Dann ließ ich mich vom Tisch fallen, was ziemlich weh tat, und tat so, als wäre ich weggetreten gewesen. Markus hatte sich inzwischen vollgeschissen. Ich fragte ihn, was los gewesen sei - mit normaler Stimme - und er schüttelte nur den Kopf. Dann schickte ich ihn zum Umziehen und ging ihm nach. Im Gang zeichnete ich ihm mit den blutigen Fingern noch ein X auf die Stirn und sagte wieder mit Teufelsstimme, ich würde ihn beobachten. Fazit: Er hat nie wieder jemanden verpetzt. Dennoch tut es mir heute leid, einem Menschen solche Angst eingejagt zu haben. Aber was sein musste, musste sein.

Beichthaus.com Beichte #00023917 vom 03.06.2008 um 05:19:31 Uhr (30 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Beseeltes Schlabbern

26

Wenn ich sehe, wie Leute genüsslich an ihrem Eis lutschen und lecken, möchte ich sofort meine Faust in deren Hackfressen schlagen. Dieser verträumte Blick, dieses beseelte Schlabbern, das zufriedene Schlürfen und Schmatzen. Bäh! Ich könnte sofort zuschlagen!

Beichthaus.com Beichte #00023826 vom 18.05.2008 um 08:13:32 Uhr (26 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Schläge innerhalb der Familie

11

Trunksucht Gewalt Aggression Familie

Ich bin auf diese Sache nicht stolz und keiner kann mich so dermaßen beleidigen und verachten, wie ich mich für diese Sache. Aber auch wenige werden so viel Reue wie ich dafür empfinden können. Es geht also um Folgendes: Meine Mutter ist starke Alkoholikerin, und […]
Diese Beichte kann nur von Beichthaus Bewohnern gelesen werden. Jetzt schnell anmelden!

Beichthaus.com Beichte #00023812 vom 13.05.2008 um 05:56:32 Uhr (11 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Ein billiges Shirt

18

Diebstahl

Vor kurzem habe ich (30/m) mir in einem größeren Klamottenladen mit 2 Buchstaben ein paar Kleidungsstücke ausgesucht, die nach erfolgreicher Anprobe über meinem Arm hingen. Da ich nicht 2x an der Kasse anstehen und meine Freundin sich in der Damenabteilung noch kurz umsehen wollte habe ich die Sachen einfach mit dorthin genommen. Da sie nichts fand hab ich mich dann an die Kasse der Damenabteilung gestellt. Als es ans Bezahlen ging ergab sich der unglückliche Umstand dass eines der von mir ausgesuchten T-Shirts leider kein Preisschild angeheftet hatte. Da die Herrenabteilung 2 Stockwerke unter der Damenabteilung ist, und die Kassiererin nicht alle Preise der Bekleidung des fünfstöckigen Gebäudes auswendig wusste bat sie mich dieses T-Shirt doch bitte unten zu bezahlen. Ich willigte ein. Daraufhin hat sie den Alarm-Chip gelöst und mir das T-Shirt in die Hand gedrückt. Mit etwas Herzklopfen habe ich mich dann auf die Rolltreppe ins Erdgeschoss begeben, während der Fahrt ließ ich das T-Shirt in die Tüte mit den anderen Kleidungsstücken fallen und bin Seelenruhig aus dem Geschäft hinausspaziert.

Beichthaus.com Beichte #00023767 vom 09.05.2008 um 01:42:30 Uhr (18 Kommentare).

In WhatsApp teilen
“35.000

“Folge

Ich glaube, ich bin bi-sexuell

13

Begehrlichkeit Schamlosigkeit

Ich (m/21) habe keine Ahnung, was ich sexuell gesehen bin, jedoch denke ich, dass ich Bi bin. Beim Training im Sportstudio sehe ich immer einen etwa gleichaltrigen Typen der mir total sympatisch erscheint. Körperlich ist er auch perfekt gebaut, und in der angeschlossenen Sauna muss ich mich immer zurückhalten, dass ich nicht allzu offensichtlich zu ihm rüberschaue. Schon oft genug habe ich mir gedacht, dass ich einfach mal zu ihm gehe und ihm sage, dass ich ihn toll finde und ob wir mal nicht was zusammen machen wollen, aber mein Verstand hat mich bisher zum Glück immer zurückgehalten - welche Chance besteht denn schon, dass er was anderes als Hetero ist.

Ich hatte noch nie einen Beziehung und bin Jungfrau in jeder Hinsicht - und das ohne wirklichen Grund. Körperlich bin ich (Selbstbeweihräucherung stinkt zwar) nicht gerade unansehnlich und auf den Kopf gefallen auch nicht. Ich bin nur viel zu schüchtern in der Sache, obwohl ich mich oft genug nach Nähe sehne. Die Ratschläge in der Sache sind zwar immer wieder dieselben (einfach mal machen!), aber wenn jemand etwas Handfesteres, Ernst gemeintes hat, wäre ich froh. Auch wenn nicht - das habe ich mir jetzt einfach mal von der Seele schreiben müssen.

Beichthaus.com Beichte #00023751 vom 03.05.2008 um 21:43:57 Uhr (13 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“Folge