Unternehmensberater haben fast meine Firma zerstört

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Habgier Morallosigkeit Arbeit Hamburg

Nach meinem Informatikstudium habe ich in einer damals noch jungen Firma angefangen zu arbeiten, wir hatten schon sechzig Mitarbeiter, die Firma gab es aber erst seit etwa fünf Jahren. Unsere Verwaltung, Werbung usw. war nicht wirklich professionell, aber wir haben alle gut verdient und die Firma wurde immer größer, die Stimmung war auch gut und entspannt. Die Schwierigkeit mit der Verwaltung war allgemein bekannt und es herrschte die Auffassung, dass diese auch viel zu umfangreich ausgebaut war.

Meine Beichte ist nun, dass ich mir als junger Mitarbeiter hier einen Namen machen wollte, kurz entschlossen machte ich eine Firma aus Profi-BWLern ausfindig, die unsere Firma optimieren sollte. Die Präsentation der Firma war wirklich sehr überzeugend, wenn auch sehr aggressiv, alle Firmen mit denen bereits eine Zusammenarbeit stattgefunden hatte, haben innerhalb kürzester Zeit ihren Gewinn mindestens verdoppelt. Der Vertrag mit den Profi-BWLern war dann schnell unterzeichnet und die Ergebnisse konnte sich wirklich sehen lassen. Unsere Gewinne stiegen deutlich an und ich wurde in der Firma täglich gefeiert, zumindest von den anderen Kollegen aus dem Informatikbereich.

Der Verwaltung erging es zu dieser Zeit nicht so gut, diese wurde reduziert und ausgelagert, fast alle Kollegen aus dem Bereich wurden entlassen. Unseren Telefondienst übernahm ein Callcenter, die Buchführung ging an einen Steuerberater in einem anderen Bundesland. Nebenbei kümmerte sich die BWLer-Firma auch noch um unsere privaten Finanzen, wir wechselten fast alle die Versicherer und schlossen neue Verträge ab. Was die Firma genau machte, hat damals niemand so genau hinterfragt, das Ergebnis war aber, dass unsere Gehälter deutlich gestiegen waren.

Nach einem Jahr lief der Vertrag mit der Firma aus und es gab auch noch einmal einen Bonus, da das Unternehmen sein Ziel sogar übertroffen hatte. Von da an ging es mit der Firma dann ziemlich bergab, wir konnten uns das so gar nicht wirklich erklären. Die Profi-BWLer Firma wollte nicht wieder einspringen und hatte schon einen neuen Kunden. Also versuchten wir als Laien da durchzusteigen und konnten letzten Endes den Laden noch vor einer Insolvenz retten. Es war aber wirklich sehr knapp und wir mussten auch Softwarerechte an einen Konkurrenten verkaufen.

Fakt war, dass die Firma die ganze Zeit auf kurzfristige Gewinne umgestellt war, anfallende Kosten wurden genauso wie Investitionen verschoben. Logisch, dass da die Zahlen zunächst stimmten. Das Call-Center beispielsweise war so gesehen kaum dafür geeignet, wirklich technische Fragen zu beantworten, viele Stammkunden wechselten dann den Anbieter. Der Steuerberater stellte sich als eine Briefkastenfirma raus, die Person hatte nur das Nötigste gemacht und war mittlerweile nicht mehr auffindbar. Die neue Betriebshaftpflichtversicherung kam aus dem europäischen Ausland und verweigerte in einem Fall die Zahlung und kündigte uns dann den Vertrag. Die Streichung von Fortbildungen durch die Profi-BWLer hätte uns eigentlich stutzig machen sollen, zunächst fanden wir das aber auch recht gut, mehr Zeit zum Geld verdienen. Einige ältere Mitarbeiter waren nun aber nicht mehr auf den aktuellen Stand und mussten sich die Sachen während der Arbeit selbst beibringen, was alles sehr viel langsamer gemacht hat.

Ich kniete mich damals ziemlich rein, alles wieder geradezubiegen, aber ich war in der Firma einfach erledigt und niemand traute mir noch Verantwortung zu. Dass ich damals die Profi-BWLer angeschleppt hatte, hat nie jemand vergessen. Teilweise leider auch Mobbing, irgendwann tauchte z. B. eine Karikatur von mir auf, mein Kopf auf dem Körper einer Heuschrecke, als ob ich alleine für alles verantwortlich wäre. Und so habe ich dann vor fünf Jahren gekündigt und woanders angefangen. Allerdings erst nachdem die Firma gerettet war, so viel Stolz hatte ich noch.

Mir tut es leid, dass durch diese unnötige Aktion so viel Ärger entstanden ist, ich weiß von einem Kollegen, dass der Stress zu dieser Zeit ihn privat zuerst die Ehe und dann das Haus gekostet hat. Eine junges Mädel aus der Verwaltung, mit der ich damals oft geflirtet habe, konnte nach der Kündigung in einem Imbiss anfangen. Und es tut mir auch für mich selbst leid, ich habe damals bis tief in die Nacht gearbeitet und versucht den Schaden wieder auszugleichen, lange Zeit hatte ich so gesehen kein Privatleben mehr und habe insgesamt sieben gute Jahre verschenkt, um die Scherben wieder aufzufegen.

Beichthaus.com Beichte #00040452 vom 12.10.2017 um 15:10:19 Uhr in Hamburg (20 Kommentare).

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Eure Lebensmittel schmecken scheiße!

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Betrug Aggression Maßlosigkeit Ernährung Shopping

Ich (m/23) bin heute in einem überteuerten Einkaufszentrum in der Lebensmittelabteilung ausgerastet. Ich musste einkaufen und ging in den Supermarkt in meiner Nähe, dort war aber kaum noch Ware da, zumindest nicht die, die ich brauchte. Ich bin Asiate, meine Eltern haben mir immer nur das gleiche Essen, nur mit anderen Beilagen, vorgesetzt, weshalb mir die asiatische Küche zum Hals heraushängt. Ich mag Abwechslung und ärgerte mich über den Supermarkt, dessen geringe Auswahl erschreckend war. Genervt ging ich also in das Einkaufszentrum in meiner Nähe, welches in der ersten Etage überteuerte Lebensmittel anbot. Obwohl die Preise eine Frechheit waren, kaufte ich recht viel, denn die angebotenen Lebensmittel sahen sehr lecker aus.

Ich freute mich schon auf das Mittagessen, doch dann der Schock: es schmeckte fürchterlich! Meine angepriesenen Einkäufe hatten keinen Geschmack, obwohl ich gut gewürzt hatte. Eigenlob stinkt, aber ich kann sehr gut kochen, viele Menschen sind von meinen Kochkünsten überzeugt! Wütend packte ich mein geschmackloses Essen in eine Dose und ging in den Supermarkt, um mein Geld zurückzufordern. Der Kassierer sah mich nur abfällig an und sagte, dass ich die Verpackungen schon geöffnet hätte, somit würde ich mein Geld nicht zurückbekommen. Ich konnte es nicht fassen und öffnete die Dose, dann schlug ich ihm vor, von dem Essen zu probieren. Ich sagte: "Probieren Sie doch mal von dem ekligen Zeug, jeder Discounter bietet bessere Lebensmittel an!" Natürlich lehnte er meinen Vorschlag ab, weshalb ich in einer Kurzschlussreaktion die Dose auf der Kasse entleerte. Einige Kunden beschwerten sich schon hinter mir, ein Mann nannte mich sogar eine kranke Sau. Das war genug! Ich schnauzte ihn an und drohte ihm damit, sein weißes Hemd mit dem Essen zu bewerfen.

Kaum hatte ich meinen Wutanfall beendet, tauchten auch schon zwei Sicherheitsleute hinter mir auf. Groß wie zwei Schränke, schmächtig wie ich bin, konnte ich mich nicht sonderlich gut aus den Griffen der beiden Kerle befreien. Es war wirklich peinlich, einige Kinder lachten mich aus, während andere Mitarbeiter, die die unangenehme Situation mitbekommen hatten, meinten, ich solle bloß nicht wiederkommen und mich zukünftig beherrschen. Ich habe diese dreckige Absteige schlecht im Internet bewertet und hoffe, dass dort niemand mehr einkauft!

Beichthaus.com Beichte #00040399 vom 02.10.2017 um 18:11:35 Uhr (16 Kommentare).

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“Beichte

Das Monster in meiner Wohnung

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Verzweiflung Peinlichkeit Tiere

Mir (m/26) ist heute etwas äußerst Unangenehmes passiert. Ich wollte ausschlafen, doch ein lautes Geräusch ließ mich aufschrecken. Ich lief ins Wohnzimmer und bemerkte, dass ein Blumentopf umgefallen war, etwas verwirrt ging ich in die Küche, um einen Besen zu holen und dann sah ich sie. Die Katze meiner Nachbarn, die durch die Balkontür gekommen war, welche ich vergessen hatte zu schließen. Andere hätten sich Sorgen um einen Einbrecher gemacht, der durch eine offene Tür im Erdgeschoss in die Wohnung gekommen wäre. Ich allerdings hatte ein Problem mit der Katze - seit meiner Kindheit fürchte ich mich vor Katzen. Sie sind für mich die personifizierten Teufel, besonders schlimm: das Monster war eine Perserkatze, Perserkatzen haben diesen bösen Gesichtsausdruck, der es mir kalt den Rücken runterlaufen lässt. Mit zitternden Beinen kletterte ich auf den Küchentisch, rational denken war unmöglich. Sie starrte mich an, während ich mit den Tränen kämpfte. Eine ganze halbe Stunde blieb ich ängstlich in dieser Situation, dann kam meine Freundin (23) zurück. Sie hat die Katze zu den Nachbarn gebracht und mich getröstet. Ich schäme mich.

Beichthaus.com Beichte #00040320 vom 16.09.2017 um 20:46:55 Uhr (15 Kommentare).

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Hilfe, mein Sohn war arbeitslos!

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Peinlichkeit Ungerechtigkeit Familie München

Ich habe meinen Sohn im Stich gelassen und ihn noch bestraft, als er arbeitslos wurde und man ihm sein Geld sanktioniert hatte. Er hat drei Monate weder Bargeld noch sonstiges Vermögen besessen. Ich habe damals geglaubt, dass die Leute, die über ihn schlecht geredet hatten, recht haben - dass er wirklich ein Schmarotzer sei. Erst hinterher, als er wieder eine Arbeit fand, habe ich ihn zu Hause bei uns reingelassen und er hat mir das alles erzählt. Ich fühle mich so erbärmlich. Hätte ich das früher gewusst, hätte er in unserer oberen Wohnung einziehen können. Zu dem Zeitpunkt haben wir die Wohnung vermietet.

Wir haben uns vor den Leuten geschämt, weil wir es nicht kennen, dass jemand in unseren Kreisen tatsächlich arbeitslos werden würde. Ich habe nur eine Freundin, die ist mal Teamleiterin in so einem Jobcenter gewesen, nun hat sie sich aber selbstständig gemacht und uns so einiges erzählt. Ich erschrecke mich, dass mein Sohn so leiden musste. Jetzt geht es ihm wieder besser - er fand eine sehr gute Anstellung und ist auch durch das Erbe abgesichert. Er soll nie wieder so eine erbärmliche Erfahrung machen. Mein Sohn hat Besseres verdient, als sich mit dem Jobcenter rumzuplagen.

Beichthaus.com Beichte #00040246 vom 29.08.2017 um 23:14:09 Uhr in München (14 Kommentare).

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“Folge

Die faulen Rolltreppennutzer

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Hass Faulheit Gesellschaft

Ich (m/24) empfinde eine starke Abneigung gegenüber Menschen, die die Rolltreppen benutzen, welche sie meiner Meinung nach gar nicht benutzen sollten. Ich muss mehrmals die Woche von einem großen deutschen Hauptbahnhof vom oberen Gleis bis nach ganz unten zum U-Bahn-Gleis […]
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Beichthaus.com Beichte #00040198 vom 18.08.2017 um 17:21:35 Uhr (20 Kommentare).

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