U-Bahn-Surfer

15

anhören

Dummheit Waghalsigkeit Bahn & Co. Berlin

Meine Beichte liegt schon etwas länger zurück. Genau genommen über 30 Jahre, es war in den 70ern. Ich war ein typischer Jugendlicher und wollte den üblichen Spaß haben, kennt man ja. Als Großstadtkind bin ich jeden Tag mit der U-Bahn zur Schule und zurück gefahren. Und wie es damals noch üblich war konnte man die Türen der Bahn immer öffnen, selbst wenn der Zug noch am Abbremsen war. Also machten meine Freunde und ich uns immer auf dem Schulweg den "Spaß" bei der abbremsenden U-Bahn eine Tür aufzumachen und während der Fahrt rauszuspringen, der Zug fuhr noch circa 20-30 km/h, die Sache war also nicht ganz ungefährlich. Und so kam es eines Tages auf dem Nachhauseweg, dass ich, toll wie ich sein wollte und aus jugendlichem Leichtsinn die Tür besonders früh öffnete und sprang. Bei der Landung habe ich mir natürlich ordentlich weh getan, irgendwas am Knöchel. Aber so dumm wie man als Jugendlicher war wollte man natürlich nicht doof dastehen und zugeben sich verletzt zu haben, sondern lief völlig locker den Rest der Woche herum, zumindest äußerlich, in Wirklichkeit tat es weh wie die Sau. Hiermit beichte ich, aus jugendlichem Leichtsinn, mir den Fuß verstaucht zu haben, da wir uns gegenseitig zeigen wollten, wie toll wir doch von der fahrenden Bahn springen konnten. Außerdem hat meine Mannschaft beim all-nachmittäglichem Fußballspiel vier mal in Folge verloren, da es ihrem Spielmacher zu peinlich war, eine Verletzung zuzugeben.

Beichthaus.com Beichte #00029232 vom 06.08.2011 um 04:57:46 Uhr in Berlin (Leopoldplatz) (15 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Geschirrspüler im Elektromarkt billiger

27

anhören

Geiz Peinlichkeit Shopping Berlin

Am Wochenende ist unser Geschirrspüler kaputt gegangen. Da wir in direkter Nähe einen kleinen Elektroladen haben, bin ich zunächst dahin. Die Frau dort war sehr nett und hat mich wirklich gut beraten und mir auch Infomaterial mitgegeben. Am Abend bin ich dann einfach mal um zu gucken zu einem großen Elektronikmarkt gegangen. Das gewünschte Gerät gab es dort 50 Euro billiger - ich hab es sofort gekauft. Das Problem ist, dass die nette Verkäuferin und ich dieselben Arbeitszeiten haben d. h., wenn ich das Haus verlasse, kommt sie mir entgegen und grüßt immer ganz freundlich. Hoffentlich fragt sie nicht nochmal nach. Ich beichte, dass ich ein Geizhals bin.

Beichthaus.com Beichte #00029227 vom 05.08.2011 um 09:36:00 Uhr in Berlin (27 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Weihnachtsshopping

25

anhören

Rache Boshaftigkeit Habgier Shopping Weihnachten

Folgendes trug sich letztes Jahr um die Weihnachtszeit zu: Einkaufen mit Mutti fürs gemeinsame Essen vom Heiligabend bis zum 2. Weihnachtstag. An Feiertagen, sogar an einem verlängerten Wochenende drehen die Leute kollektiv am Rad und hamstern, als stünde ein Atomkrieg bevor. Dementsprechend kahl gefressen waren auch die Läden. Meine Mutter war schon bedient, als wir in den überfüllten Laden marschierten und die Leute sich da fast gegenseitig auf die Füße traten. An der Kühltruhe mit dem Fleisch suchten wir nach Minutenschnitzeln, die waren natürlich aus. In dem Moment kam eine Mitarbeiterin mit einem ganzen Wagen neuer Ware und die Leute drängelten sich schon herum, meine Mutter hingegen fragte höflich, ob sie sich was runter nehmen dürfte, was natürlich kein Problem war.
Sie nahm also drei Pakete Schnitzel und freute sich selbst wie eins, dass das Heiligabend-Wunschessen gerettet war, da rauschte ihr plötzlich eine Frau vom Typ "Herrische, fette Matrone" entgegen und riss ihr kommentarlos das oberste Paket vom Stapel. Meine Mutter bekam große Augen und meinte noch mit einem Lachen: "Hey, das sind meine." Woraufhin der Pelztragende Wal aufs Herrischste keifte: "Pech, jetzt hab ich die." Meine Mutter war völlig perplex und auch ein bisschen eingeschüchtert und ich hatte im ersten Moment auch nichts schlagfertigeres als ein eher lahmes, geknurrtes "Warum nicht gleich ein halbes Schwein auf Toast" auf Lager. Die Angestellte brummte auch noch was von wegen grob unhöflich und Leute gibt's.

Miss Plantschkuh schob ihren Wagen unbeeindruckt weg und ich wurde immer angefressener, denn ich selbst bin ein ziemlich höflicher Mensch und erwarte das auch von anderen. Nachdem ein paar Minuten ins Land gegangen waren und die Alte gerade bei den Cornflakes-Packungen stand, ging ich kurzentschlossen hin, kidnappte ihren Wagen und lief damit trotz Herzklopfen durch die Gänge, um allen möglichen Scheiß rein zu werfen: Toilettenpapier, Warzenpflaster, Hundefutter, einen kitschigen Plastikschneemann, Konserven. Die Uschi regte sich schon auf, denn ihre Handtasche hing am Wagen. - Nein, ich habe ihr nichts geklaut! Mit dem völlig überfüllten Wagen bin ich dann zu ihr zurück und meinte im vertraulichsten Tonfall, dass ich die Kondome nicht finden könnte und auch den Einkaufzettel verloren hätte, aber die wesentlichsten Dinge wären ja da. Dann bin ich aber doch abgehauen, meine Mutter war schon zur Kasse gegangen.
Ich werde künftig einfach viel früher einkaufen gehen, und entschuldigen möchte ich mich bei den Mitarbeitern, die den ganzen Mist eventuell ausräumen durften, obwohl sie zu dieser ätzenden Zeit sicher schon genug um die Ohren hatten. Darüber habe ich in dem Moment nämlich nicht nachgedacht.

Beichthaus.com Beichte #00029225 vom 04.08.2011 um 18:15:16 Uhr (25 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Ein Arsch für einen Arsch

42

anhören

Neugier Zorn Hass Zwietracht Nachbarn Bremen

Ein Arsch für einen Arsch
Wir haben im Neubauwohngebiet einen Spanner. Der Idiot steht wahrhaftig mit einem Fernglas auf dem Balkon und glotzt den Nachbarn in die Wohnzimmer. Das kann der stundenlang machen und es nervt ziemlich, zumal er dann auch in der Nachbarschaft wie ein Waschweib klatscht und tratscht. Neulich stand er wieder dort und gaffte, da bin ich (m/24) flach auf dem Bauch zum Fenster gerobbt das seinem, ich vermute mal Schlafzimmerfenster, quasi genau gegenüber liegt. Er glotzte mir wieder ins Wohnzimmer und den Moment nutzte ich, um im Zeitlupentempo langsam mit meinem nackten Po am Fenster hoch zu wandern. Mit Edding hatte ich groß und quer über beide Backen "Noch mehr Details?!" geschrieben. Der Typ verschwand fluchtartig vom Balkon und zog die Vorhänge zu. Ein Arsch für einen Arsch, würde ich mal sagen. Dabei ist meiner der schönere.

Beichthaus.com Beichte #00029221 vom 03.08.2011 um 20:41:40 Uhr in Bremen (42 Kommentare).

Gebeichtet von diner3456
In WhatsApp teilen

“35.000

“Beichte

Der emotionslose Kontrolleur

63

anhören

Engherzigkeit Boshaftigkeit Manie Arbeit Bahn & Co.

Ich bin Fahrausweisprüfer bei einem Nahverkehrsunternehmen und muss beichten, dass ich quasi dem typischen Charakter des Ticketprüfers entspreche: Tag für Tag überlege ich mir effektivere Möglichkeiten möglichst viele Fahrgäste ohne gültiges Ticket aufzunehmen. Sei es die Oma, die um 8:58 mit ihrem ab 9 Uhr gültigen Monatsticket unterwegs ist oder der Jugendliche, der Tags zuvor Geburtstag hatte und deshalb aus dem Alter für Kinderfahrscheine raus ist. Es macht mir tatsächlich schon fast Spaß mit vollkommen emotionslosem Gesichtsausdruck die Personalien aufzunehmen und im Anschluss daran den Leuten zu unterbreiten, dass sie nun 14 Tage Zeit haben, um 40 Euro an meinen Brötchengeber zu zahlen. Ein besonderes Ereignis stellen dabei Menschen dar, die sich nicht ausweisen können oder wollen, was sie mir gegenüber ja auch nicht müssen). Dann kommen die Herren mit dem blauen Licht und man kann nach der Personalienübergabe sogar direkt vor Ort die Anzeige wegen Erschleichens von Leistungen stellen - was ein Service!
Und ich muss beichten, dass ich beim Betreten des Fahrzeugs schon ganz bewusst nach Menschen aus bestimmten Bevölkerungsschichten Ausschau halte, um diese dann bevorzugt zu kontrollieren. Es handelt sich nicht um Ausländer, wie manch einer denken würde. Viel mehr meine ich zum Beispiel Studenten bei Semesterbeginn oder Personen, die augenscheinlich nicht über große finanzielle Mittel verfügen. Bevor sie sich eventuell noch unter den Mitfahrgästen ein Ticket organisieren oder die Flucht ergreifen können, stehe ich schon vor ihnen und frage mit bereits erwähntem emotionslosem Blick nach dem Fahrausweis. Okay, ich muss zugeben, wenn sich dann herausstellt, dass er tatsächlich kein Ticket hat, dann kann mir schon mal ein kleines Lächeln über die Lippen huschen im guten Gewissen wieder einen ÖPNV-Schmarotzer zur Strecke gebracht zu haben.

Beichthaus.com Beichte #00029220 vom 03.08.2011 um 00:56:15 Uhr (63 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000