Lebkuchen 2010

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Unreinlichkeit Faulheit

Ich (m/21) habe es erstmals seit 2-3 Jahren geschafft mein Schlafzimmer auf Vordermann zu bringen. Zumindest habe ich mal damit angefangen. Auf Vordermann bringen heißt in diesem Fall mal grob zu saugen, Unrat zu entsorgen (zwei große Müllbeutel, das Zeug lag alles auf dem Boden zerstreut), Spinnweben entfernen und mal wieder zu lüften. All das habe ich seit Jahren nicht mehr gemacht. Abseits der "Gehwege" lag der Staub inzwischen teilweise Zentimeter hoch. Von den Lebkuchen auf dem Schreibtisch weiß ich, dass sie von Weihnachten 2010 waren. Man glaubt gar nicht wo überall noch alte Socken etc. zu finden sind. Ich muss nun allerdings noch überall feucht drüberwischen, damit auch der restliche Staub noch weggeht und nachdem sich der nun beim Saugen aufgewirbelte Staub wieder gelegt hat, nochmal Saugen. Zwischen all dem Dreck, Unrat und Staub habe ich natürlich täglich geschlafen. Wer weiß wie viel ich davon schon eingeatmet habe. Hoffentlich lass ich es in Zukunft nie mehr so weit kommen.

Beichthaus.com Beichte #00030025 vom 02.06.2012 um 19:32:08 Uhr (35 Kommentare).

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Fieser Schnupfen

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Unreinlichkeit Ekel Bahn & Co. Menteroda

Seit Wochen habe ich wieder einen ziemlich fiesen Schnupfen. Während ich heute in Bochum auf den Zug wartete, kam es plötzlich von einer Sekunde auf die andere über mich: Ich hatte einen heftigen Niesanfall und habe mir auf einmal meinen gesamten Naseninhalt versehentlich voll in die eigene Hand reingerotzt. Da ich leider kein Taschentuch mehr hatte, musste ich meine vollgerotzte Hand natürlich schnellstens irgendwo säubern, bevor jemand mein ekliges Malheur bemerken würde. Nachdem ich also in den Zug einstieg und einen freien Zweier fand, setzte ich mich ans Fenster und wischte meine Hand unauffällig auf dem leeren Nachbarsitz ab. Zwei Stationen weiter stieg plötzlich ein junges Mädchen ein und wollte sich neben mich hinsetzen. Anstatt sie auf den gelben Fleck auf dem Sitz aufmerksam zu machen, habe ich einfach nichts gedacht und mir meinen Teil gedacht, als sie später mit einem großen gelben Fleck am Arsch wieder ausstieg. Ich bitte um Verzeihung - manchmal bin ich schon ein Ferkel!

Beichthaus.com Beichte #00030024 vom 02.06.2012 um 18:50:54 Uhr in Menteroda (29 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Freund in der Not

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Diebstahl Missbrauch Gewalt Last Night Gesundheit

Mir (m/23) gehts gerade ausgesprochen scheiße, denn ich habe eben gelesen, dass mein ehemals bester Freund in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Und ich habe das Gefühl, dass ich daran mit schuldig bin, oder zumindest hätte ich verhindern können, dass das passiert. Die Vorgeschichte liest sich wie aus einem schlechten Film: Das ist schon fast vier Jahre her. Er, damals knapp 19, ging am Wochenende gerne mal in die Disco, trinken und feiern. Ich bin da eher der Langweiler und hocke lieber vor der Kiste. Trotz unserer doch recht verschiedenen Interessen waren wir sehr gute, oder eben beste Freunde, kannten uns auch schon aus dem Kindergarten.
Eines Morgens am Sonntag zu echt unchristlicher Zeit bimmelte mein Handy, er war dran, ob ich ihn an der Landstraße da und dort in der Nähe vom Golfplatz abholen und nach Hause fahren könnte. Er klang ziemlich seltsam am Handy, wollte auch nicht sagen was denn los war und ich setzte mich trotz der herzhaften Flüche halb schlafend ins Auto und fuhr hin.
Sein Anblick war tatsächlich wie aus einer Filmszene: Dreckige, hier und da zerrissene Klamotten, dicke, verkrustete Lippe, bleich wie der Tod, Geld weg, Handy noch da, vermutlich weil er es in der Disco ausgestellt hatte und den Typen das zu viel Arbeit gewesen wäre.
Ich fragte ihn, ob wir direkt zum Krankenhaus oder zur Polizei fahren sollten und er die Täter kannte, aber er verneinte und wollte Beides nicht. Ich bekam kaum was aus ihm raus und ehe ich noch wusste, was eigentlich abgeht, bekam er einen tierischen Heulkrampf, er, der sonst nach dem Motto "Nur Weicheier flennen" lebt. Ich war ziemlich erschrocken, fragte ihn nochmals was los ist - keine Chance. Ich fuhr ihn also nach Hause und er nahm mir das Versprechen ab, die Klappe zu halten, weder seinen Eltern noch seiner Freundin etwas zu erzählen. War mir nicht wohl bei, aber ich gab mein Wort.


Danach fing er an, sich abzukapseln. Wollte seine Freundin nicht mehr sehen, mich nicht mehr sehen, fehlte immer häufiger bei seiner Ausbildungsstelle und bekam da massive Probleme. Seine Freundin wollte mehrmals mit ihm reden, doch er verpasste ihr jedes Mal eine Abfuhr, war urplötzlich ständig auf 180 und das Ende vom Lied war: Erst die Ausbildungsstelle im Eimer (da permanent gefehlt ohne gelben Schein), dann die Beziehung. Mich blaffte er auch an und immer, wenn wir auf seinen seltsamen Zustand zu sprechen kamen, legte er entweder am Handy auf, ging im Skype off oder drehte sich auch im realen Leben um und ließ mich stehen.


Das wurde mir dann doch zu viel. Ich packte an einem verlängerten Wochenende was zu trinken ein, nahm mir einen Schlafsack und Klamotten und klingelte Sturm, bis er mich notgedrungen rein ließ, wo ich mich dann stumpf selbst zum Übernachten einlud. Ich ging das Ganze ziemlich schäbig an: à la Mal wieder ein Männerabend, lass und was trinken, Musik hören, einen Porno gucken. Vor allem aber trinken. Ich füllte ihn ziemlich ab und bekam dann auch tatsächlich raus, was in der späten Nacht passiert ist: Irgendjemand hat ihm wohl in der Disco etwas ins Trinken gemischt und er ist mit dem vor die Tür gegangen. Da haben die Kumpels von dem Kerl gewartet und ihn ins Auto geschleppt. Aus der Beschreibung ging heraus, dass es sich, sorry falls sich ein Gutmensch angegriffen fühlt, wohl um Südländer handelte. Die haben ihm nicht nur die Brieftasche abgenommen, sondern ihn vergewaltigt.
Nun muss man sagen, dass es wohl keinen größeren Schwulenhasser als meinen Kumpel gibt. Ich finde das auch ziemlich eklig, aber im Vergleich zu ihm ist das harmlos. Einer seiner Lieblingssprüche war immer: Wenn ich mal einen Sohn hab und der wird schwul, wird der enterbt.


Er konnte oder wollte mir den Ablauf nicht genau sagen, hatte wohl auch ziemliche Erinnerungsprobleme, aber nachdem er mir das erzählte, wurde er ziemlich schnell wieder nüchtern und ging sich erstmal übergeben. Ich muss gestehen, ich war absolut überfordert. Mir fielen auch keine tollen, einfühlsamen Worte ein und ich beharrte nochmals drauf, die Polizei anzurufen, Anzeige gegen unbekannt, aber er drohte mir, wenn ich das tun würde, würde er sich umbringen, weil seine Eltern und sein Umfeld das auch mitkriegen könnten. Da hätten vermutlich sämtliche Sirenen klingeln müssen, ich hätte vielleicht jetzt erst recht irgendjemanden informieren müssen, aber ich war eben wie gesagt massiv überfordert, wusste nicht wie ich damit umgehen sollte und es klang sehr ernst. Ich drängte ihn, dann wenigstens eine Psychotherapie zu machen und vor allem einen Test beim Arzt machen zu lassen (HIV), dabei beteuerte ich immer wieder die ärztliche Schweigepflicht. Zum Arzt ist er nach langem Zögern tatsächlich gegangen, Therapie lehnte er strikt ab.


Tja, er zog sich noch mehr zurück, fing richtig an zu trinken, hing arbeitslos zu Hause rum, auch seine Eltern kamen nicht an ihn ran, zusätzlich zu all dem Scheiß bekam er auch noch heftige familiäre Probleme. Das Ganze ging bestimmt ein Jahr so, ich bot ihm an, dass er immer zu mir kommen könnte, beteuerte dass er KEIN Weichei wäre und griff auch noch ein paar Mal das mit der Anzeige rum, von wegen Willst du, dass diese kranken *** damit einfach so durchkommen? Hätte eben so gut gegen eine Mauer predigen können, damit erreichte ich nur, dass er sich immer weiter von mir distanzierte. Und ich hab es zugelassen, da ich dann irgendwann auch eigenen Privatstress bekam (Lerndruck innerhalb der Ausbildung, Umzug etc).

Das Ende vom Lied ist: Wir haben uns ziemlich aus den Augen verloren, nur noch ganz losen Kontakt per facebook gehalten. Er sumpfte ziemlich lange zu Hause herum und wurde genau zu dem Typ Mensch, den er selbst als Assi bezeichnet hat: Arbeitslos, fett, kein Antrieb. Vor kurzem hat er wirklich versucht, sich umzubringen, und deswegen sitzt er nun, wie oben beschrieben, mindestens für 6 Wochen in der Psychiatrie.
Ich fühle mich wahnsinnig schäbig und überlege, ob ich die Sachen, die ich selbst immer angesprochen habe, gegen seinen Willen hätte tun sollen, zu seinem eigenen Besten. Aber mir war das Ganze auch unangenehm und ich war, zum dritten Mal, überfordert. Jetzt habe ich allerdings das Gefühl, ihn im Stich gelassen zu haben. Wer weiß, was mit einer Psychotherapie und all den anderen Sachen aus der Sache geworden wäre. Am Meisten macht mir zu schaffen, dass ich rückblickend auch etwas erleichtert war, dass ich in diesen ganzen Dramasumpf nicht allzu tief reingezogen wurde, im Gegensatz zu ihm eine Freundin und eine Ausbildungsstelle hatte und dass natürlich nicht mir diese kranke Sch**** passiert ist.

Sorry, das ist eine megalange Beichte geworden, aber ich sitze hier jetzt auch und könnt wie das beschriebene Weichei flennen. Das Leben ist manchmal echt mieser als jeder Film.

Beichthaus.com Beichte #00030022 vom 01.06.2012 um 22:06:57 Uhr (45 Kommentare).

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In der siebten Woche schwanger

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Hass Morallosigkeit Schwangerschaft

Ich (w/21), BWL-Studentin im 2. Semester, habe gestern abgetrieben. Meinen etwas älteren Freund habe ich vor einem Jahr im Studium kennengelernt, er ist umsichtig, verständnisvoll und alles, was sich ein Mensch in einer Beziehung nur wünschen kann. Selbst hasse ich Kinder wie nichts in meinem Leben und wünschte mir schon seit Jahren, mich sterilisieren zu lassen. Dieser Wunsch wurde mir natürlich von allen obligatorisch-moralischen Ärzten verwehrt, die sich dieser Verantwortung nicht stellen wollten. Selbst hatte ich aber zu große Angst vor einer Untersuchung, weswegen ich nur zu Gesprächen zu Gynäkologen gegangen bin. Folge: Er dürfte mir keine Verhütungsmittel verschreiben, weswegen mir nur das Kondom blieb.
Ich hasse meinen Körper, meine Weiblichkeit und Reproduktions-Fähigkeit insgeheim so sehr, dass es nur schwer in Worte zu fassen ist. Dennoch schlafe ich gern mit meinem Freund, da er der erste Mann ist, der jemals zärtlich und nett war und mich nicht nur als Objekt sah. Beide schlafen wir lieber ohne Gummi miteinander und es war so kurz nach meiner letzten Blutung, dass rein rechnerisch nichts passieren konnte. Wie es kommen musste, passierte es doch, obwohl er vorher rausging. Ich bekam Panik, rannte anderthalb Wochen nach meiner ausbleibenden Regel das erste Mal zur Untersuchung. Ich war in der 7. Woche schwanger.


Ich heulte, schrie und war dem absoluten Nervenkollaps nahe, wollte mich umbringen vor all dem Selbstekel, den ich empfand. Ich hasste mich. Bin in einen Laden, kaufte mir erstmal eine große Flasche Wodka, dabei wäre ich fast überfahren worden.
Bin sofort nach der Offenbarung zu Profamilia, die mit mir geredet haben, während ich vor Schock nur noch weiter trinken konnte, obwohl ich sonst nie Alkohol anfasse. Das Formular habe ich in Photoshop zurückdatiert, damit mich der Frauenarzt gleich am nächsten Tag von diesem widerlichen Parasiten befreien konnte, ohne wie gesetzlich vorgesehen, drei entsetzliche Tage warten zu müssen. Das war illegal und hätte als Urkundenfälschung böse ausgehen können.
Ich bin allein hingegangen. Unter Narkose haben Sie es weggemacht, ich hatte furchtbare Angst und Schmerzen, danach haben sie mir gleich ein wohl bekanntes Verhütungsmittel eingesetzt, wenn ich dort schon ausgeliefert lag. Mitbekommen habe ich davon nichts, auch trauere ich keineswegs um irgendwelche "Kinder" hinterher. Ich bin egoistisch, narzisstisch und alles andere als moralisch-korrekt, darum kam mir ein eventuell quälender Tod einer kleinen Kreatur nur mehr als recht. Außerdem hätte ich nie dafür finanziell und psychisch sorgen können, ich hätte es womöglich getötet.


Ich bin in psychologischer Behandlung, aber selbst dem Psychologen kann ich es nicht erzählen. Meine Familie wird nichts erfahren, Freunde habe ich keine wirklichen mehr, die mich nicht dafür verurteilen würden, wenn sie es wüssten.
Mein Freund, der eigentlich Kinder mag, und es zwar angenommen aber nicht glücklich damit gewesen wäre, wird es niemals erfahren. Es würde das gegenseitige Vertrauen zerstören und somit eine ganze Beziehung, da er auf meine korrekte Zyklus-Rechnung vertraute. Aber mit ihm schlafen kann ich nun auch nicht mehr, muss immer daran denken, was vor 7 Wochen passiert ist und könnte mich übergeben. Er wird denken, ich mag ihn nicht mehr und das wird das Ende für uns beide sein langfristig. Damit muss ich leben, obwohl es die erste schöne Beziehung ist, die ich je hatte, das ist meine Strafe. Ich erwarte keine Absolution für meine Tat oder die Gründe dafür, ich wollte es nur so dringend irgendwo loswerden.

Beichthaus.com Beichte #00030014 vom 26.05.2012 um 23:36:58 Uhr (85 Kommentare).

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“Beichte

Die Idee mit den Hartz IV Empfängern

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Vorurteile Faulheit Schamlosigkeit Kiel

Ich (w/26) habe bis vor zwei Jahren in einer großen Baumarktkette gearbeitet. Meine Schuld besteht daran das ich durch meine Faulheit meinen Vorgesetzten auf eine Idee gebracht habe andere Menschen ziemlich gemein auszunutzen. Meine Strafe habe ich dafür aber gekriegt. Das fing damit an das wir einmal im Jahr Inventur hatten, die Arbeit war zeitaufwendig und ätzend. Neues Personal wurde für so kurze Zeit nicht eingestellt, also mussten wir alle um Weihnachten herum Überstunden ohne Ende machen. Irgendwann ist mir dann mal die Idee gekommen das die Inventur doch auch durch Hartz IV Empfänger gemacht werden könnte. Ich hatte damals durch Talkshows usw. recht üble Vorurteile gegen die Leute gehabt. Ich habe meinem Vorgesetzten von der Idee erzählt und der hat es tatsächlich umgesetzt. Zuerst war ich ziemlich glücklich darüber, dass das alles so toll geklappt hat. Die Leute haben aber wirklich keinerlei Geld dafür gekriegt und wurden sozusagen vom Arbeitsamt gezwungen bei uns zu arbeiten. Ich habe das alles erfahren als ich mich mit denen unterhalten habe und war natürlich doch ziemlich geschockt. Es kam aber noch schlimmer, mein Vorgesetzter hat beruflich ziemlich von der Idee profitiert. In zwei anderen unser Baumärkte wurde es sogar kopiert und er war natürlich mächtig stolz. Zumal sich bei ihm wohl auch beruflich die letzten zwanzig Jahre nichts bewegt hat. Er war halt eher so ein Verwaltungsmensch und man hat ihm kein kreatives Denken zugetraut. Konnte man auch an seinen Klamotten und Haarschnitt sehen, war so im Stil der 80er Jahre.
Es gab eben nur eine Person die davon wusste, dass es nicht seine Idee war und daher bin ich dann wohl auch ein halbes Jahr später entlassen worden. Zum Glück habe ich schnell wieder neue Arbeit gefunden, sonst wäre ich vermutlich wieder im Baumarkt gelandet, zum jährlichen Schraubenzählen.

Beichthaus.com Beichte #00030013 vom 26.05.2012 um 19:07:56 Uhr in Kiel (16 Kommentare).

Gebeichtet von Drago83
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