Ungewaschene Hemden

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Faulheit Unreinlichkeit Arbeit Australien

Ich (m/22) war vor einem Jahr in Australien und habe dort ein Praktikum über zwei Monate bei einer großen, dort ansässigen Firma vollbracht. Das Besondere war, dass alle PraktikantInnen sich komplett schwarz kleiden mussten (Anzug, Hemd, Hose und Schuhe). Da ich faul und in Hausarbeiten nicht sonderlich begabt(bzw. motiviert) bin und über so gut wie gar keinen Körpergeruch verfüge, hatte ich über zwei Monate immer die selben zwei Hosen und drei Hemden abwechselnd und in unterschiedlichen Kombinationen - um den Schein der wechselnden Klamotten zu bewahren - an. Ich beichte, dass ich ein unreinlicher Mensch bin und die Sachen bis heute nicht gewaschen habe, da sie auch für andere Menschen wirklich kein bisschen nach Schweiß stinken.

Beichthaus.com Beichte #00026840 vom 10.08.2009 um 16:41:05 Uhr in Australien (Melbourne) (19 Kommentare).

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Grillabend mit Türken

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Vorurteile Gewalt Verrat

Die Ferien hatten noch nicht angefangen, aber es war Freitag und gutes Wetter, ergo perfekt zum treffen mit Kollegen. Da wir das fast jede Woche Freitag machen, war das nichts ungewöhnliches.
Das Bier war nach Schulschluss schnell gekauft, und so waren wir um 16:00 Uhr beim Grillplatz. Es waren noch nicht alle von uns da, von normalerweise 12 Leuten erst fünf. Davon waren ein Kollege und ich zu Fuß, die anderen drei mit Fahrrädern da.

Es war eben gutes Wetter, folglich kamen auch andere auf die Idee, sich dort zu treffen: Circa. 15 ausländische - wahrscheinlich türkische - Jugendliche kamen ebenfalls.
Da wir am gemütlichen Ort bereits Stellung bezogen haben, dachten sie sich wohl, sie könnten uns problemlos von dort verjagen, also kamen sie zu uns fünf Leuten und machten direkt Stress. Da wir darauf ja keine Lust hatten, haben wir uns lieber verzogen - friedlich. Bis auf eine Ausnahme und hier fängt der interessante Teil an:

Einer unserer Kollegen - nochmal erwähnt sei, ein anderer und ich waren zu Fuß - rief, als wir gingen, lautstark "Ihr dreckigen Kanacken" und fuhr los, um die anderen beide einzuholen. Die männlichen Jugendlichen sprinteten los, um ihn einzuholen.
Tja, sie rannten an meinen Kollegen und mir vorbei (dieser Kollege ist übrigens dunkelhäutig), ihn hinterher.
Sie haben den wegfahrenden Kollegen nicht eingeholt, denn sie standen dann zu acht am Weg. Weit und breit kein Mensch, nur wir beide, die direkt auf sie zugingen. In dem Moment wurde mir klar, was passieren würde.

Um mich kurz zu fassen, nach ein paar "freundlichen" Fragen, wer der Kerl sei - wor wir freilich ruhig blieben - saß es eine. Wen hat es getroffen? Mich, natürlich. Das passierte noch einige male, bis mein dunkelhäutiger Kumpel den Vornamen sagte. Das reichte ihnen aber nicht, so saß es noch ein paar. Den körperlichen Schmerz konnte ich problemlos aushalten, aber ich hatte Angst, dass sie noch weiter gingen, also nannte ich ihnen den ungefähren Wohnort. Sie ließen uns daraufhin gehen - nachdem ich trotz weiteren Schlägen ruhig blieb (mein Kollege auch - er hat es wohl an meinen Blick erkannt...).

Wir sind natürlich schnellstens abgehauen. Als wir dann die anderen trafen, mittlerweile waren die anderen zehn Leute auch da, musste raus, was passiert war. Wir haben alles detailgetreu erzählt, mit einer Ausnahme: Wir haben verschwiegen, dass wir seinen ungefähren Wohnort nannten (Stadtviertel). An diesem Abend wurde ich königlich behandelt, weil ich die Schnauze gehalten habe.

Tja, wie es das Leben so will, haben sie ihn vorgestern wohl getroffen. Glücklicherweise waren sie dort wohl nur zu dritt, mein Kollege (der sie beleidigt hat) war aber auch mit zwei anderen unterwegs. Allerdings drohten sie ihn an, ihn zu finden.

Nun weiß ich nicht, was ich machen soll. Ich mache mir Vorwürfe, weil ich doch mehr verraten habe, als gut war. Aber bin ich wirklich Schuld? Ich habe doch die Schläge kassiert, weil er Scheiße gebaut hat. Ich bereue allerdings, mich damals nicht gewehrt zu haben, egal wie es ausgegangen wäre. Ich bereue es, nicht standhaft geblieben zu sein.

Beichthaus.com Beichte #00026839 vom 10.08.2009 um 16:26:46 Uhr (44 Kommentare).

Gebeichtet von Tolaner
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Zufallsbeichte
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Nach außen gefühlskalt

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Feigheit Stolz Verzweiflung

Nach außen gefühlskalt
Mein Vater ist vor drei Jahren gestorben, ich lasse mir aber nichts anmerken, da ich generell als gefühlskalt, rational und souverän gelte - und bin. Ich habe auch nicht die Blumen vom Grab geräumt und behauptete, das sei eh nicht nötig. In Wahrheit hatte ich nicht die Kraft dazu, aber niemand anders hat sich darum gekümmert. Er hatte sich von der Familie abgewandt und nur wenige Freunde. Ich vermisse ihn sehr und habe es bis heute nicht überwunden - niemand weiß das. Über alles andere konnte ich immer, wie es meine Art ist, hinwegsehen, ohne mit der Wimper zu zucken. Weder, als mich meine Freundin verlassen hat, noch als ich meine Katze, die angefahren wurde und unrettbar verletzt war, selbst von ihrem Leid erlöst habe. Noch als meine Oma, oder ein sehr guter Freund von mir starben. Ich gestehe also, dass ich selbst vor einem Therapeuten nie zugeben könnte, dass es mich noch sehr bedrückt und das ich diese Beichte schon mindestens 10-12 Mal in den letzten zwei Jahren hier geschrieben habe, es dann aber nicht abschicken konnte, oder gar geweint habe.

Beichthaus.com Beichte #00026835 vom 09.08.2009 um 23:37:42 Uhr (27 Kommentare).

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Prügeleien mit den eigenen Eltern

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Aggression Gewalt Familie Weilimdorf

Meine Eltern haben mich als Kind öfters geschlagen, vor allem bei schlechten Noten. Als ich älter wurde hab ich dann auch zurückgeschlagen und so wurde aus kleinen Schubsern immer große Prügeleien. Jetzt bin ich fast 18 und das geht immer noch so, zwar nicht so oft aber trotzdem. Ich beichte, dass ich manchmal als Erster zugeschlagen habe.

Beichthaus.com Beichte #00026834 vom 09.08.2009 um 22:37:56 Uhr in Weilimdorf (27 Kommentare).

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Erlebnisse eines Nachtportiers

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Hass Zwietracht Vorurteile

Ich arbeite neben dem Studium in einem Hotel als Nachtportier. Das Hotel ist so ziemlich das Beste, was diese Stadt an der Nordsee zu bieten hat, ein Vier-Sterne-Hotel und wird von einem gepflegteren Publikum besucht - gerne ältere Menschen, die ein paar Tage entspannen wollen. Oder Geschäftsleute - Menschen eben, denen es finanziell nichts ausmacht, für eine Nacht knapp 100 Euro zu zahlen. Der Job selber ist natürlich schlecht bezahlt, aber dafür total easy. Die Nettoarbeitszeit beträgt maximal 1,5 Stunden, den Rest der Nacht verbringe ich vor dem Fernseher, im Internet oder steigere mich in Arbeiten für die Uni rein - fast optimal also. Die Mitarbeiter des Hotels sind naturgemäß freundlich, aber im Grunde genommen total hinterfotzig. Sie haben grundsätzlich alle Angst um ihren Job und versuchen natürlich, sich durch Fehler anderer zu profilieren. Das Geschnattere übereinander ist gigantisch. Ein Großteil ist darüber hinaus auch noch strohdoof und irgendwann haben sie gemerkt, dass ich trotz fehlender Vorkenntnisse einiges auf dem Kasten habe und schnell dazulerne. Es scheint ein Zustand zu sein, der in dem Hotel nicht üblich ist, denn innerhalb weniger Tage war ich dafür "verantwortlich", dass alles Geschriebene bei mir durch die Rechtschreibprüfung ging. Kein Wunder, wenn ich Dinge lesen muss wie: "Achtung, WAX auf Tischdecke".

Sicherlich, man könnte meinen, da wäre ein Scriptkiddie am Schreiben gewesen, es war aber von einer Reinigungsdame im besten Alter um die 50 geschrieben worden. Lässt tief blicken. Normalerweise komme ich mit Menschen relativ gut aus. Ich kümmere mich auch nicht um den Intellekt der Leute, wenn sie aber beginnen, mir die Welt zu erklären, dann lasse ich sie gerne auflaufen. Gerne streue ich neuerdings bei den besonders blöden und penetranten Mitarbeitern lateinische Zitate in meinen Redefluss. Herrlich, diese Gesichter, wankend zwischen Unwissenheit und Stolz, nicht nachzufragen, weil ich ja der blöde ungelernte Nachtportier bin. Zum Kotzen der junge Azubi, der mir Dinge erzählt, die so haarsträubend blöd sind, dass ich es aufgegeben habe, mich weiterhin ernsthaft mit ihm zu unterhalten. Gut, die jungen Mädchen, die der Chef aussucht, würden auch bei mir ins Beuteschema passen, wenn sie aber zum Teil den Mund aufmachen, scheint sich irgendwie immer ein geistiges Vakuum aufzutun. Eine gerade Ausgelernte erzählte, sie hätte in der Abschlussprüfung eine Vier bekommen, in der Zeit davor hatte sie ein reines Dreier-Zeugnis und nun meinte sie, dass man daran erkennen könne, dass die schlechtere Note auf Prüfungsangst zurückzuführen sein - was für ein gigantischer Quatsch. Dann die Gäste. Ok, sie zahlen ein Heidengeld für das Zimmer, aber zum Teil meinen sie, sie hätten das ganze Hotel inklusive der Mitarbeiter als Leibeigene bezahlt. Gut in Erinnerung ist mir eine Dame, die vor der Schiebetür des Eingangs stand und nicht reinkam. Sie rief dann per Telefon an, da ich mich gerade nicht am Empfang aufhielt, und motzte mich an, sie würde nicht ins Hotel kommen. Kein Problem, sage ich freundlich, ich bin in einer Minute da. Sie motzt weiter, es könne doch nicht angehen, dass sie von ihrem Privathandy im Hotel anrufen müsse, um Herein gelassen zu werden.

Ihre Magnetkarte war defekt, ich habe es am Computer ausgelesen und eröffnete ihr, dass Magnetkarte und Handy zu solchen Problemen führen würden. Brachte sie dazu, weiter zu motzen, so etwas müsse man doch dem Gast sagen, außerdem seien Karte und Handy immer getrennt aufbewahrt - dazu eine Beobachtung von mir: Bei Männern ist das so, denn die stecken die Karte in die eine Seite der Hose und das Handy in die andere Seite der Hose. Wenn es blöd läuft, beides zusammen und sie sagen dann auch: Mensch, das kann angehen. Frauen haben für gewöhnlich Handtaschen dabei, in die sie alles reinwerfen - auch Karte und Handy. Erhöht die Wahrscheinlichkeit einer defekten Karte um 100 Prozent. Nun gut, ich codiere der Dame eine neue Karte, begleite sie aufs Zimmer, Trinkgeld erwarte ich ja schon gar nicht mehr, stattdessen werde ich mit der Forderung für eine üppiges Abschiedsgeschenk konfrontiert, ob dieser Unannehmlichkeiten. Ja, spinnt die Alte denn?

Dann penetrante Gäste am Empfang, die mich mit den dämlichsten Fragen löchern. Keine Ahnung, ob die jemanden zum Reden suchen oder tatsächlich so blöd sind, ich weiß es nicht. Artig antworte ich auf alles und bin immer freundlich. Ein geborener Dienstleister eben. Wahrscheinlich, wenn ich es jeden Tag machen müsste, wäre meine Freundlichkeit schnell passé.
Arbeitskleidung ist natürlich ein Anzug - darin sehe ich sogar richtig schick aus. Es führt mich dazu, bestimmten Leuten dann von "oben herab" die Dinge zu erklären, die sie über die Stadt wissen wollen. Auch hier streue ich gerne aktuelle politische Themen in ein Gespräch ein, damit diese bekloppten überheblichen Gäste eingeordnet werden und wissen, wo sie hingehören. Vielen kann ich ansehen, dass sie schnell damit überfordert. Lässig winke ich ab und verweise dann auf die aktuellen Tageszeitungen mit dem entsprechenden Artikel. Und plötzlich kaufen die Leute nachts um 23:00 Uhr noch schnelle eine Zeitung, obwohl in wenigen Stunden die des nächsten Tages frisch von mir auf dem Empfangstresen verbreitet werden. Mann, wie blöd - peinlich. Angenehme Seiten als Nachtportier gibt es auch. Eine einsame Dame wollte Zigaretten und kam mit der Karte nicht klar. Charmant helfe ich ihr, sie fragt, ob sie mit mir noch Eine rauchen könne - kein Problem, wir setzen uns in die Raucherlounge und nach knapp einer Stunde landen wir bei ihr im Zimmer. Ich pimpere die halbe Nacht mit ihr, verabschiede mich rechtzeitig. Es war grandios, sie war knapp 50 und hat mich so richtig durchgenommen. Wenn ich bedenke, dass sie hätte meine Mutter sein können, betrachte ich meine Eltern heute mit anderen Augen.

Beichthaus.com Beichte #00026821 vom 07.08.2009 um 14:05:21 Uhr (21 Kommentare).

Gebeichtet von Kohli18
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