Diktatur im Kindergarten

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Hochmut Stolz Ungerechtigkeit Kindergarten Kinder Neustadt am Rübenberge

Ich hatte damals das Glück, sowohl zum richtigen Zeitpunkt geboren worden zu sein, als auch eine liebe Mutti zu haben, weswegen ich erst mit 7 eingeschult wurde. Das machte mich eine ganze Weile zum Ältesten Kind im ganzen Kindergarten. Da es sich um einen Großkindergarten handelte, der vor allem eine nahe gelegene öffentliche Einrichtung und deren Mitarbeiter versorgte, soll das schon was heißen, bei rund 60 Kindern in 5 Gruppen. Im Nachhinein eine absolut tolle Zeit: Die Erzieher waren lieb und äußerst kompetent, das Spielzeugangebot mehr als luxuriös. Jedoch gab es einen Umstand, der mich meine ganzen frühen Jahre verfolgt hatte: Einen Mangel an guten Schaufeln. Dazu muss ich noch sagen, dass es üblich war, erstmal nach dem Mittagessen gemeinsam Zähne zu putzen und dann möglichst schnell ins Freigehege zu stürmen. Auf dem Weg dahin befand sich eine für unsere Verhältnisse damals riesige Box mit allem möglichen an Sandspielkram. Besonders beliebt waren Schaufeln und Spaten. Davon gab es sowohl eine billige, stumpfe Variante, mit der man total mies buddeln konnte, und dann noch die richtig guten Deluxe-Dinger. Wer älter, größer, schneller oder einfach nur harte Ellenbogen hatte, griff sich die guten Teile. Der Pöbel musste den Rest nehmen. Gelebter Sozialdarwinismus im Zwei-Kastensystem!

Als ich dann irgendwann aufgrund der natürlichen Rangfolge in die höhere Kaste aufstieg, entschied ich mich, diesem System ein Ende zu bereiten und entwickelte ein System zur gerechten Verteilung der Schaufeln. Erst mit körperlicher Gewalt etabliert, dann noch ein bisschen Heul-Manipulation mit Hilfe der Erzieher konnte ich unter den Mitkindern durchsetzen, dass die guten Schaufeln von mir und 2 damaligen Freunden (ebenfalls ältere) ausgeteilt wurden. Jeweils 3 Kinder bekamen eine gute Schaufel, womit innerhalb von kleinen Spielgruppen die Verteilung gewährleistet wurde. Wollte einer innerhalb einer Gruppe nicht seinen Spielgefährten die gute Schaufel abgeben, haben wir umgehend exekutiv den Missstand beseitigt. Was keiner wusste: Wir haben uns selbst vorher jeder eine der neuesten und besten Schaufeln beiseite gelegt; natürlich nur als Hoheitsanspruch unserer gütigen Verwaltung!
Im Nachhinein kommt mir das so unglaublich lächerlich wie genial vor, trotzdem möchte ich beichten, dass ich mit 6 Jahren meine erste kommunistische Mikronation erschaffen habe und im guten Glauben meiner Spielgefährten an die gerechte Umverteilung selbst bereichert habe, und das alles mit Hilfe eines ausgewählten Kaders an persönlichen Gefährten. Ich bin mittlerweile absolut unpolitisch.

Beichthaus.com Beichte #00030271 vom 18.09.2012 um 14:24:17 Uhr in Neustadt am Rübenberge (33 Kommentare).

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Mittagsgeschäft

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Prostitution Stolz Hochmut Arbeit

Ich habe in meinen Studienzeiten mir auch auf der roten Meile mein Taschengeld verdient. Sechs Jahre ging das so. Ich habe keinen Tag bereut an dem ich die Männer bedient habe. Heute arbeite ich in einer größeren Firma und sehe immer noch Männer die ich damals befriedigt […]
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Beichthaus.com Beichte #00030155 vom 08.08.2012 um 08:00:19 Uhr (31 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

6 Revolverschüsse

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Hass Hochmut Falschheit Frankfurt am Main

Ein früherer Arbeitskollege gab mir vor vielen Jahren mal einen ganz ausgezeichneten Ratschlag. Ich sollte mir einfach jeden Tag einen imaginären Revolver mit exakt sechs Schuss mitnehmen, um damit in meiner Phantasie die Leute zu erschießen, die mir mit ihrem Verhalten […]
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Beichthaus.com Beichte #00030120 vom 25.07.2012 um 18:14:17 Uhr in 60308 Frankfurt am Main (46 Kommentare).

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Spuckattacke

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Boshaftigkeit Hochmut Ignoranz Zwietracht

Als ich (w) von meiner Arbeit als Elektronikerin nach Hause gehen wollte, begegnete ich einer etwas schickeren Frau. Wasserstoffblondierte Haare bis zur Hüfte und leicht auffällig geschminkt mit ihrem rotzfrechen, vielleicht vier Jahre alten Balg. Als ich an ihnen vorbei ging und sie grüßte (wie man es in einer Kleinstadt nun einmal tut) spuckte mich das Kind an. Die Mutter sah dies und tat nichts. Ich fragte dann freundlich, ob sich das Mädchen nicht entschuldigen will. Ich bekomme als Antwort von der Kleinen ein knallhartes "Nein". Daraufhin frage ich die Mutter, was sie davon hält. Ich bekomme, nach acht Stunden hartes Arbeiten einen Vortrag darüber, dass ihre Tochter ihre eigenen Entscheidungen treffen muss und sich für nichts entschuldigen braucht. Außerdem sei das Mädchen alt genug zu wissen, welche Entscheidungen richtig und welche falsch sind. Daraufhin habe ich der Mutter einfach ins Gesicht gesagt: "Also meine Mutter hätte mir einmal gesagt, dass ich mich entschuldigen soll und wenn ich dann diese Entscheidung für richtig empfunden hätte, hätte mir meine Mutter so eine auf den Arsch gegeben, dass ich mich eine Woche nicht mehr hinsetzen gekonnt hätte. Ich arbeite jeden Tag acht Stunden und mache anschließend mein Abitur. Ihre Tochter wäre sogar zu dumm in die Baumschule zu gehen, da sie nicht einmal einen anständigen Baum abgeben würde". Die Frau starrte mich entsetzt an und zog ihre weinende Tochter zu dem Porsche Cayenne und raste davon.

Beichthaus.com Beichte #00030105 vom 19.07.2012 um 22:44:02 Uhr (40 Kommentare).

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“35.000

“Folge

Der Raser

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Ignoranz Hochmut Waghalsigkeit Trunksucht Auto & Co. Zürich

Ich habe den Führerschein jetzt seit gut 3 Jahren. Bereits am ersten Abend fuhr ich betrunken nach Hause. In der Folge fuhr ich regelmäßig sorglos betrunken. Nach einem Jahr und dem geschätzten 60. Mal wurde ich dann von der Polizei erwischt. Ich hatte 2,3 Promille im Blut und musste den Führerschein für 6 Monate abgeben. Da ich dies auch meinen Eltern sagte, bekam ich das Auto für diese Zeit nicht mehr, weshalb ich nur ein einziges Mal ohne Führerschein rumfuhr. Nachdem ich den Ausweis wieder hatte, wurde ich bald rückfällig. Allerdings mache ich es nicht mehr ganz so oft. In den letzten 1,5 Jahren, vielleicht 40 Mal. Der Grund weshalb ich hier schreibe. Ich wurde diese Woche von der Polizei kontrolliert und ich hatte 2 Liter Bier getrunken. Glücklicherweise bemerkten dies die Polizisten nicht und sie ließen mich gehen, nachdem ich sie anlog nichts getrunken zu haben.

Doch dies ist erst die Hälfte der Geschichte. Die andere Hälfte beträgt meine Fahrweise (nüchtern und betrunken). Die Geschwindigkeitslimite halte ich so gut wie gar nie ein (außer bei Staus). Ich fahre regelmäßig um etwa 50% zu schnell. Soll heißen, etwa 80 im 50er, 120 im 80er, 170 auf der Autobahn (120 erlaubt in der Schweiz) und 60 in der 30er Zone. Außerdem versuche ich ab und zu neue Rekorde aufzustellen. Ein paar Rekorde, damit ihr eine Vorstellung habt: 250 auf Autobahn, 160 in 50er Zone, 120 in 30er Zone. Außerdem versuche ich immer wieder Freunde und Bekannte zu Rennen aufzufordern. Von diesen hab ich erst eines verloren, und auch nur weil ich mich verfahren habe. Es kommt auch öfters vor, dass ich rote Ampeln überfahre, was ich allerdings eher selten mache, da dies schon sehr gefährlich sein kann. Geblitzt wurde ich noch nie, da ich alle Orte, wo Blitzer sind auswendig gelernt habe, und wenn ich eine neue Strecke fahre, schaue ich erst nach, wo die Blitzer stehen. Einmal als ich mit 140 in der 60er Zone fuhr, verfolgte mich anschließend ein Polizeiauto. Als es mich aufholte, bremste ich stark ab. Später konnten die Polizisten mir nichts anhängen, da sie keinen Beweis für meine Raserei hatten. Ansonsten habe ich schon viele viele brenzlige Situationen erlebt, wo ich einen Unfall in allerletzter Sekunde vermeiden konnte. Ganz besonders viel Adrenalin schüttete ich jeweils aus, wenn ich mehrere Autos gleichzeitig überholte (auf Landstraßen) und mir ein Fahrzeug entgegenkam. Die entgegenkommenden Autos bremsten jeweils stark ab (oder hielten ganz an), so dass ich es noch schaffte.

Nun zum dritten Teil, was bisher dabei schief gelaufen ist. Das sind meine vier Unfälle. Es waren drei Selbstunfälle jeweils im Winter bei Schnee als ich betrunken gerast bin. Am vierten Unfall war ich nicht Schuld, da ist ein älteres Ehepaar in mich hineingefahren. Bei den anderen drei war es jeweils ähnlich: ich fuhr bei Schnee viel zu schnell auf Landstraßen, verlor die Kontrolle und rutschte gegen die Wand. Einmal hatte ich einen Totalschaden, einmal war der Schaden etwa 8.000 Fr. und einmal 3.000 Fr. Da meine Mutter aber Vollkasko versichert und den Bonus "keine Prämienerhöhung" hat (sie hatte vorher 20 Jahre lang nicht einen Unfall), musste ich jeweils nur 300 Fr. Selbstbehalt zahlen. Dass ich jeweils betrunken fuhr, konnte ich jedes Mal verschleiern (auch meinen Eltern gegenüber). Ansonsten hätte die Versicherung natürlich nicht gezahlt.

Ich möchte sagen, dass ich schon seit gut einem Jahr versuche mich zu bessern. Es aber jeweils einfach nicht schaffe. Ich rege mich so sehr auf das angegebene Tempo zu fahren. Ich habe das Gefühl, ich wäre eine Schnecke, wenn ich mal tatsächlich 50 in der 50er Zone fahre. Und das Auto nehme ich nun seltener mit in den Ausgang, da sobald ich betrunken bin, meine Vorsätze sowieso vergesse und wieder ins Auto steige. Zugegeben meine Besserung kommt eher davon, dass ich meinen Führerschein behalten möchte (bin sogar noch in der Probezeit), dass ich nicht bis ans Lebensende Schulden haben möchte, wenn ich jemanden überfahre, anstatt wirklich einzusehen, dass es falsch wäre etwas schneller oder betrunken zu fahren. Wenn ich betrunken fahre, habe ich immer noch das Gefühl, sicherer unterwegs zu sein als manch anderer. Was ich einsehe ist, dass ich nicht mehr mit 150 durch Dörfer fahren kann. Dabei gefährdet man einfach das Leben der Passanten. Bis ich aus der Probezeit bin, möchte ich es vermeiden betrunken zu fahren. Und vom Tempo her, nur soviel zu schnell wie es mir vernünftig erscheint (nicht schneller als 100 durch Dörfer), nicht schneller als 50 durch Quartiere. Da die Autobahn mir allerdings sicher erscheint, werde ich auch weiterhin mit gegen 200 darauf fahren. Ich bin froh, es mal erzählt zu haben, da sonst nur meine engsten Freunde davon wissen. Und da die das ganze auch scheiße von mir finden, kann ich auch schlecht mit ihnen darüber reden.

Beichthaus.com Beichte #00029972 vom 04.05.2012 um 06:08:27 Uhr in Zürich (81 Kommentare).

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