Wir sind keine Polen!

52

anhören

Stolz Vorurteile Hochmut

Wir sind keine Polen!
Ich (26, Berlinerin) beichte, dass meine Eltern strenggenommen offiziell aus Polen kommen, ich aber immer sehr darauf bestehe, dass sie Schlesier sind und daher eigentlich keine Polen sind. "Pole" ist bei uns in der Familie schon fast ein Schimpfwort. Meine Großeltern haben damals ihr gesamtes Hab und Gut an die Polen verloren, die ihr Land eingenommen haben und sich alles genommen haben, was sie wollten. Sie wurden gezwungen, Polnisch zu lernen und durften in der Öffentlichkeit kein Deutsch sprechen. Da man mit großem Ärger rechnen musste, wenn man in der Öffentlichkeit Deutsch sprach, waren sie aus Angst gezwungen, ihren Kindern nur Polnisch beizubringen, da bei Kindern natürlich die Gefahr besteht, dass sie sich in der Öffentlichkeit verplappern. So haben meine Eltern erst richtig Deutsch gelernt, als sie (im Alter von 22 und 25 Jahren) nach Deutschland gekommen sind. Sie haben beide einen polnischen Akzent und werden daher immer für Polen gehalten und alle wundern sich immer, dass sie einen deutschen Familiennamen haben. Ich glaube, die Leute halten mich immer für verrückt, wenn ich sage "Nein, wir sind keine Polen, wir sind Schlesier!" Dann sagen immer alle "Äh ja, aber das ist doch in Polen, oder?". Ich glaube, das können nur Schlesier verstehen. Tut mir leid an die Polen, die gar nicht so schlimm sind, wie wir denken.

Beichthaus.com Beichte #00031058 vom 21.04.2013 um 01:02:12 Uhr (52 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Die süße Kassiererin

29

anhören

Vorurteile Eitelkeit Hochmut Studentenleben

Ich (m/26) komme aus einer Familie mit relativ niedrigem Einkommen und bin daher auch sehr stolz darauf, dass ich es trotz vieler Hindernisse geschafft habe, zu studieren (mache gerade meinen Master) und einmal gute Aussichten auf einen gut bezahlten Job habe. Obwohl meine Eltern immer alles dafür getan haben, dass es uns gut geht, fehlte es uns trotzdem oft an allen Ecken. Ich hatte eine tolle Kindheit und bin meinen Eltern sehr dankbar, versteht das nicht falsch, aber für meine eigenen Kinder wünsche ich mir etwas besseres. Früher ging ich nebenbei jobben, inzwischen finanziere ich mich aber ausschließlich durch einen Studienkredit, weil ich sonst mein Studium nicht packen würde.


Wir hatten in unserem lokalen Supermarkt eine wirklich süße Kassiererin, hübsch, schöne Stimme, tolle Figur und etwa in meinem Alter. Als ich sie einmal in der Stadt traf kamen wir ins Gespräch und ich dachte mir, dass die Kleine wirklich zu intelligent ist für ihren Job. Erst tat sie mir leid, dann dachte ich mir "Tja, selbst Schuld!" Sie fragte mich, ob wir mal einen Kaffee trinken gehen wollen und ich lehnte ab mit der Lüge, ich hätte eine Freundin. Nicht, weil sie mir nicht gefiel, sondern weil ich einfach einmal eine Frau haben möchte, die etwas aus ihrem Leben macht, die nicht einfach in einem saulangweiligen Job versauert, wenn sie augenscheinlich doch mehr drauf hat. Gesagt habe ich das natürlich nicht, aber ich habe mich ziemlich schnell verdrückt, weil es mich irgendwann echt wütend gemacht hat, dass das Mädel offenbar einfach zu faul war, etwas aus sich zu machen. Wenn ich das kann, schafft sie das auch. Sowas kotzte mich an!


Ein paar Wochen später wollte ich mir in der Uni mit einem Kumpel im Nebengebäude meiner eigenen Fakultät einen Kaffee holen. Wir saßen dort an einem Tisch und schlugen mehr oder weniger die Zeit bis zur nächsten Vorlesung tot, als eine Mitarbeiterin uns bat, den Flur zu verlassen, da gerade mündliche Prüfungen zum ersten Staatsexamen der Juristen stattfanden (das ist praktisch die wichtigste Prüfung nach circa 9 Semestern). Da es recht warm war, setzten wir uns auf die Treppe vors Gebäude. Nun könnt ihr euch sicher denken, wer eine halbe Stunde später freudestrahlend aus dem Gebäude kam, mit einem dicken Schönefelder unterm Arm? Die hübsche Kassiererin.
Es stellte sich heraus, dass sie soeben ihre erste juristische Prüfung abgelegt hatte. Sie war gar nicht faul - de facto war sie sogar fleißiger als ich, da sie neben ihrem Jurastudium noch im Nebenjob gearbeitet hat, während ich mir jeden Monat 600 Euro von einer Bank leihe. Ich habe mich unendlich für meine Überheblichkeit und meine Vorurteile geschämt. Es tut mir leid, dass ich mich für etwas besseres gehalten habe!

Beichthaus.com Beichte #00031014 vom 11.04.2013 um 11:24:13 Uhr (29 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Folge

Bewerbung bei einem Egomanen

19

anhören

Hochmut Arbeit Stuttgart

Bewerbung bei einem Egomanen
Ich (m/25) bin vor einigen Monaten mit meinem Studium fertig geworden und dementsprechend fing auch das große Bewerben bei mir an. Das Anschreiben heißt jetzt Motivationsschreiben und natürlich "warum möchten Sie denn unbedingt in dieser Firma arbeiten?"
Natürlich weil es schon von Kindesbeinen an immer mein Traum war beim führenden Hersteller von Klettverschlüssen arbeiten zu dürfen. Das Beispiel war jetzt aus der Luft gegriffen aber ich hoffe ihr habt gemerkt worauf ich hinaus will. Dieses Theater zieht sich leider durch so gut wie jedes Unternehmen. Natürlich will ich als Unternehmer nicht jeden Lumpenhannes in der Firma haben und ein entsprechendes Anschreiben sollte schon vorausgesetzt sein, aber manch Personaler und Abteilungsleiter leidet leider an Wahnvorstellungen. Hier ein Auszug aus einem Bewerbungsgespräch von einem 08/15 Mittelständler, eher ein Monolog und Huldigung des Abteilungsleiters wie geil er und seine Abteilung ist. Es fing damit an das er mir 30 Minuten lang von seiner Arbeit erzählt hat, wie geil er ist, was er alles erreicht hat, das seine Abteilung Berichte direkt für den Vorstand anfertigt und damit quasi direkt unter der Geschäftsführung anzuordnen sei (nach seiner Sichtweise wäre die Sekretärin dann wohl stellvertretende Geschäftsführerin). Nach langen 30 Minuten war dann die erste Frage: "haben Sie sich noch bei anderen Firmen beworben?". Auf ein Bejahen der Antwort klappte er dann seinen Notizblock zu und meinte, dass wir das Gespräch dann an dieser Stelle beenden könnten, weil es mir anscheinend an Motivation fehle. Ich antwortete dann im etwas freundlicherem Ton das wir im 21. Jahrhundert leben und ich selten dämlich wäre meine Zukunft in die Hände eines Unternehmens zu legen, für das ich nur ein anonymer Bewerber bin - oft genug bekommt man nicht mal eine Absage auf seine Bewerbung.

Ich wurde zwar letztlich zu einem zweiten Gespräch eingeladen, habe aber abgesagt, weil ich kein Interesse daran hatte für solch einen Egomanen zu arbeiten. So ähnlich ging es leider in wirklich vielen Unternehmen zu. Letztlich habe ich dann eine Stelle bei einer großen Beratung angenommen, bei der der Partner im Gespräch eigentlich nur über Inhalte meines Studiums, was mich in der Arbeit erwartet und etwas Smalltalk über Hobbys gesprochen hat. Mein Resümee zum Bewerbungsprozess, am liebsten hätte ich im Anschreiben und VG als Motivation einfach geschrieben und gesagt, dass ich ein zuverlässiger Bewerber bin, der für gutes Geld auch gute Arbeit leistet und dem es völlig egal ist, ob er für einen Automobilkonzern oder Hundefutterhersteller arbeitet. Leider hat mir der Mut dazu gefehlt was ich wirklich bereue. Falls ich jemals Personalgewalt bekomme und sich jemand so bei mir bewirbt, wird dieser den Job zu 90 Prozent sicher haben. Achja, mir macht meine Arbeit wirklich Spaß, ich versteh mich auch privat sehr gut mit den Kollegen und behaupte einfach mal das die Arbeitsmotivation sehr viel mehr mit dem Betriebsklima als mit dem Namen und Ansehen der Firma zu tun hat.

Beichthaus.com Beichte #00030993 vom 09.04.2013 um 06:52:30 Uhr in Stuttgart (19 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Der beliebte Arbeitskollege

16

anhören

Hochmut Feigheit Eifersucht Arbeit Kollegen Hüffenhardt

Ich hasse meinen Arbeitskollegen. Er ist nicht einmal unfreundlich zu mir oder Ähnliches. Aber er stellt immer all jene Arbeit, welche gemeinsam geschafft wurde, als seine hin und alles, was schief gelaufen ist, als unsere. Er wird in unserer Firma so hochgelobt, weil er alles und jedem seine Intelligenz an den Kopf wirft und auch noch den kühlen Herzlosen spielt. "So ist er halt, der ...", sagen die anderen Kollegen. Auch die Chefs sehen das so. Ich, der um Längen bessere Leistungen bringt, bin halt eher der ruhigere Typ und kann mich nicht so verkaufen. Er, dagegen, verkauft sich so gut, dass ich jedes Mal wie ein Idiot dastehe. Aber er ist zu mir selbst sehr freundlich. Er macht alles richtig im Subtext. Ich bin, glaube ich, sehr eifersüchtig auf ihn. Ich weiß aber nicht, wie ich vorgehen soll, da ich schon um meinen Job fürchte. Allein wäre er zwar hilflos, nur hilft mir das im Nachhinein nichts mehr.

Beichthaus.com Beichte #00030572 vom 11.12.2012 um 08:48:28 Uhr in Hüffenhardt (16 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Erfahrung schlägt die große Klappe

13

anhören

Boshaftigkeit Hochmut 50+ Sport Bonn

Erfahrung schlägt die große Klappe
In unserem Tennisclub spiele ich in der Seniorenmannschaft (über 60 Jahre) schon seit vielen Jahren Wettkampfspiele, im Rahmen des Tennisverbandes, mit anderen Clubs. Wir spielen auf bescheidenem Niveau (Kreisklasse), aber mit viel Spaß. Einer aus unserer Mannschaft fiel dabei allerdings aus dem Rahmen: Er konnte einfach nicht verlieren. Jedes Mal, wenn er verlor, fand er 1000 Gründe dafür. Wenn man ihn so hörte, mit welchen Gebrechen er zu dem Spiel angetreten ist, und dass er nur deswegen verloren hat, konnte man meinen, es hätte ihn jemand aus der Intensivstation auf den Tennisplatz geholt. Er war fest davon überzeugt, dass er ein brillanter Tennisspieler ist, den immer nur widrige Umstände davon abhalten, sein Können zu entfalten. In dem Tennisclub im Nachbardorf, gegen den wir fast jedes Jahr einmal im Rahmen der Wettkampfspiele antreten, war ein 82-Jähriger, der ein ganz exzellenter Tennisspieler war und früher in der Oberliga gespielt hat, zeitweise sogar in der Bundesliga. Mittlerweile war er schlecht zu Fuß, aber mit seiner brillanten Technik konnte er uns 60-Jährige aus der Kreisliga immer noch bezwingen. Wir haben ihn überredet, sich dort in seinem Club nochmal in der Mannschaft aufstellen zu lassen. Unsere Absicht dabei war, ihn einmal gegen unseren Aufschneider antreten zu lassen. Er hat es dann auch tatsächlich gemacht und eines Tages war es so weit: Er trat gegen unseren Gernegroß an. Als es soweit war, ging unser Freund voraus auf den Platz und wartete auf seinen Gegner. Als dieser auf den Platz kam, fielen ihm fast die Augen aus dem Kopf: Sein Gegner schlurfte mit einem Rollator auf den Platz. Erst dachte er noch an einen Witz und fing an zu lachen, aber sein 82-Jähriger Gegner war unbeirrt und nahm den Kampf auf, eine Hand auf den Rollator gestützt, in der anderen den Tennisschläger. Um es kurz zu machen: Der 82-Jährige gewann das Spiel gegen unseren Aufschneider mit 6:4, 6:4. Unser Freund war nervlich völlig am Ende und fuhr sofort nach Hause. Das Spiel hat jemand mit der Videokamera aufgenommen und Ausschnitte daraus beim Tennisball am Jahresende dem Publikum vorgeführt. Das war wirklich der Brüller. Unser grandioser Tennisfreund war zu diesem Zeitpunkt aber leider bereits aus dem Club ausgetreten. Vielleicht haben wir es etwas zu weit getrieben?

Beichthaus.com Beichte #00030561 vom 07.12.2012 um 17:11:30 Uhr in Bonn (13 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

Lies neue Beichten und vote für die Veröffentlichung! Hilf mit im PRECHECK - Bereich!