Die Frau mit dem Fahrrad

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Peinlichkeit Schamlosigkeit Morallosigkeit Frankfurt

Vor ungefähr zwei Jahren feierte ich (m/20) mit vielen Freunden in einem Park den Geburtstag von einem Kollegen. Es herrschte gute Stimmung, der Alkohol floss natürlich auch und wir feierten alle ausgelassen. Irgendwann saßen wir dann alle (circa 20-25 Leute) um einen Brunnen rum und erzählten uns Geschichten und plauderten ausgelassen. Man muss sich das so vorstellen, dass in der Mitte ein mittelgroßes Wasserbecken ist und dort waren Marmorskulpturen und andere Kunstwerke eingelassen. Drumherum waren Bänke auf denen wir uns niedergelassen hatten. Da dieser Park in der nähe vom Main liegt, waren wir natürlich nicht die einzigen Leute dort. Mitten in der harmonischen Stimmung, kam ein Paar auf dem Fahrrad angeradelt. Nichts besonderes eigentlich, bis die Frau urplötzlich die Kontrolle über ihr Fahrrad verlor und mitten in das Wasserbecken fuhr und damit nicht genug, sie knallte volle Kanne mit dem Gesicht auf eine Marmorplatte. Gemeinerweise lachten wir uns ausnahmslos alle kaputt, die Situation war einfach zu komisch.
Wir lachten so laut, dass der ganze Park auf uns aufmerksam wurde und alle Leute lachten die arme Frau mit uns aus.
Sie tat mir schon Leid, sie angelte so schnell es geht ihren Drahtesel aus dem Becken und fing an sofort loszustrampeln, um der peinlichen Situation schnellsmöglichst zu entkommen. Ihr Begleiter hatte natürlich angehalten und fing an uns anzuprechen, dass es doch nicht in Ordnung sei, die Frau dermaßen auszulachen. Irgendwo hatte er ja auch recht, aber es sah einfach urkomisch aus und soweit man das beurteilen konnte, hatte sie sich auch nicht ernsthaft verletzt.
Mitten in der Moralpredigt, ihr werdet es kaum glauben, fiel die Frau im Hintergrund erneut vom Fahrrad und diesmal war das Gelächter noch lauter. Der Mann gab es auf und eilte seiner Frau herbei und weg waren sie.

Ich beichte, dass ich die arme Frau schamlos ausgelacht habe und hoffe, dass es ihr gut geht. Im Nachhinein tat sie uns allen Leid, aber naja, passiert ist passiert.

Beichthaus.com Beichte #00028050 vom 10.08.2010 um 18:29:01 Uhr in Frankfurt (Museumspark) (24 Kommentare).

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Verräterschwein

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Verrat Drogen Zwietracht Polizei

Mein Kumpel und ich kannten uns schon von klein auf. Stets haben wir unsere Freizeit gemeinsam verbracht und auch mal die ein oder andere kleine Dummheit begangen. Nach der Schulzeit bemerkte ich plötzlich, wie sich mein Kumpel immer mehr veränderte und ich sprach ihn darauf an. Er sagte mir, dass doch nichts sei und fragte mich, was ich denn habe. Da ich es nicht darauf beruhen lassen wollte, stellte ich meine eigenen Nachforschungen an. Ich fand heraus, dass mein Kumpel in die Drogenszene abgerutscht war. Ich war schockiert und stellte ihn zur Rede. Er versicherte mir zwar, dass er doch nur mal ab und zu einen Joint rauchen würde, aber ich wusste es aufgrund meiner Nachforschungen besser. Er konsumierte das Zeug nicht nur selbst, nein er fing auch an zu dealen. Es tat mir richtig weh, dass ich mit ansehen musste, wie mein Kumpel sein Leben wegschmeißt und dabei andere noch mit in den Sumpf zieht. Also fasste ich den Entschluss ihn "zu retten". Ich rief ihn an und sagte ihm, dass ich eine Aussprache mit ihm wolle. Er stimmte zu und sagte, dass er vorher noch etwas zu erledigen habe. Das war die Gelegenheit, denn erledigen hieß bei ihm dealen. Ich rief also die Polizei zum besagten Treffpunkt. Wie das Ganze dann abgelaufen ist, kann man sich ja vorstellen. Mein Kumpel beschimpfte mich auf das Übelste und warf mir so einige Sachen an den Kopf. Ich fühlte mich wirklich wie ein Verräterschwein, aber ich wollte doch nur das Beste für meinen Kumpel und ihm irgendwie helfen. Es kam zu einem Prozess und aufgrund einer Vorstrafe wurde die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt. Ich fühlte mich noch mieser. Seit dem Vorfall sind jegliche Kontakte abgebrochen und ich ringe mit mir, ob ich ihn mal besuchen gehe. Ich hoffe einfach, dass er irgendwann versteht, dass ich ihm nichts Böses wollte und er mir sogar verzeihen kann.

Beichthaus.com Beichte #00028048 vom 10.08.2010 um 13:37:30 Uhr (80 Kommentare).

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Abgewiesen von den eigenen Eltern

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Hass Ungerechtigkeit Verzweiflung Familie

Abgewiesen von den eigenen Eltern
Meine Eltern können mich nicht lieben. Als ich geboren wurde, habe ich meine Eltern wie mein Vater sagte "enttäuscht". Weil ich nun die 2. Tochter wurde, und man hatte doch so sehr auf einen Sohn gehofft. Meine Kindheit verlief unfair, grausam und einfach Höllisch. Sie bestand nur aus verboten, harter Arbeit (bis hin zu gesundheitlichen Schäden, die zum Teil bis heute noch da sind!), Zwängen, Aggressionen gegen mich, und viel Geschrei. Meinen Eltern konnte ich es nie recht machen, immer wiesen sie mich ab. Und so kam es, das ich mein bisheriges Leben damit verbracht habe, immer irgendetwas zu tun um doch noch von meinen Eltern geliebt zu werden. So arbeitete ich sehr hart, um es meinem Vater gleich zu tun. Um Anerkennung zu erhalten. Sogar steckte ich in ihr Haus 20.000 Euro. Alles half nichts, ich bin es nicht wert das meine Eltern von mir sprechen, mich anrufen, mich besuchen oder gar an meinen Geburtstag denken. Meine Eltern waren mehr als Grausam zu mir. Und so habe ich schon versucht als Kind von dort weg zukommen. Doch leider hat mich keiner Ernst genommen. Jeder kann sich vorstellen das ich einen langen Spießrutenlauf hinter mir habe. Es gab sogar als ich Kind war eine Kinderpsychologin die ich regelmäßig besuchen musste (weil ich ja das Problem war). Ihr schickte ich irgendwann einen Brief, weil ich Hilfe wollte, weil ich wollte das man mich aus dieser Lieblosen und für mich schädigenden Familie raus nimmt. Und was tat diese Frau? Sie rief meine Eltern an, erzählte von dem Brief und ich bekam Ärger!.

Heute fühle ich nichts mehr, ich habe so gekämpft um doch noch geliebt zu werden, irgendwie. Jetzt ist es mir egal. Ich möchte beichten das ich mir wünsche das sie sterben, das ich mein Geld was ich in das Haus gesteckt habe wieder bekomme. Es gibt nichts was mich von diesem Gedanken abhält. Ich hasse diese Menschen, die nur auf dem Papier meine Eltern sind.

Beichthaus.com Beichte #00028042 vom 06.08.2010 um 15:40:12 Uhr (54 Kommentare).

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Überdosis Antidepressiva

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Selbstverletzung Verzweiflung

Der 4. März 2010 war ein kühler, bewölkter Tag, der nicht dazu Beitrug meine Stimmung zu verbessern. Durch die Antidepressiva die ich nahm, ging es mir an diesem Tag nicht wesentlich besser. Hinzu kam, dass ich mich, trotz des festen Vorhabens nicht rückfällig zu werden, wieder massiv selbst verletzte. Der Schmerz brachte mir keine Erleichterung und die Leere in mir, breitete sich zusehends aus. Ich versuchte mich abzulenken, doch die Musik die ich hörte, trug nicht im Geringsten etwas dazu bei, meine Stimmung zu verbessern. Mir war kalt, ich war müde und ich war es Leid, jeden Tag dieselben Qualen durchstehen zu müssen. Ich las den Zeitungsartikel, indem über meine Mutter berichtet wurde und über ihre schwere Krankheit und den damit bevorstehenden Tod. Ich wollte mich diesem Schmerz entziehen, nicht länger zusehen müssen, wie sie langsam und stetig aus dem Leben scheidet. Ich ging in die Küche und holte meine Antidepressiva, öffnete die Packung und nahm davon so viele, wie ich konnte. Bereits kurze Zeit später spürte ich, wie ich müde wurde, mir wurde schwindelig, sämtliche Farbe wich aus meinem Gesicht. Ich hoffte zu sterben, doch ich überlebte es. Das war meine schlimmste Sünde.

Beichthaus.com Beichte #00028041 vom 06.08.2010 um 10:54:44 Uhr (25 Kommentare).

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Kisten schleppen

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Verzweiflung Zorn Partnerschaft Liebe Karlsruhe

Ich komme zunehmend weniger mit meiner Freundin aus. Egal was wir zusammen tun - es führt zu Streit. Bauen wir ein IKEA-Regal auf dauert es nur ein paar Minuten und irgendwas passt ihr nicht und sie schnauzt mich an - was ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen kann. Vielleicht wäre ich da etwas toleranter wenn es nicht jedes mal so wäre? Ein Beispiel: Ich habe schon mit vielen Leuten z.B. beim Umzug Kisten von A nach B getragen. Aber wenn ich das mit ihr zusammen mache ergeben sich Probleme die ich vorher noch nie so erlebt habe. Normalerweise stelle ich mich an ein Ende der Kiste und warte bis mein Gegenüber das auch getan hat und hebe dann mein Ende der Kiste an. In der Regel macht der andere das auch. Nicht so meine Freundin: Entweder hebt sie an bevor ich überhaupt einen Griff gefunden habe und meckert dann warum das so lange dauere - die Kiste sei schwer. Oder sie hebt nicht an und ich stehe mit der Last alleine herum. Dafür aber macht sie mir dann Vorwürfe, dass ich entweder die Kiste demolieren würde, ihre Finger eingeklemmt habe (weswegen sie nicht hochheben könne) oder sonst irgendwas.
Gehen wir dann durch ein enges Treppenhaus gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder beschwert sie sich dass ich zu langsam mache - die Kiste sei schwer - oder zu unachtsam (zu schnell) und sie beinahe gegen die Wand stoßen (oder die Kiste demolieren) würde.
Hingegen haben wir es nie hinbekommen, dass sie keinen Grund zum Meckern gefunden hätte. Das einzige was etwas geholfen hat ist alles ständig zu versprachlichen: "Ich hebe jetzt hoch - OK?" "sollen wir schneller/langsamer machen?" etc.
Wie gesagt, ich habe das so extrem noch mit niemandem erlebt und es beschränkt sich bei weitem nicht aufs Kisten schleppen.

Zu Beginn unserer Beziehung hatten wir immerhin alle paar Tage einmal Sex, inzwischen liegt das letzte mal über zwei Monate zurück. Und wenn ich ganz ehrlich bin - es zerreißt mir zwar das Herz, aber eigentlich habe ich auch gar keine Lust mehr. Denn jedes mal wenn wir "uns näher gekommen sind" hat es meist nicht lange gedauert und wir haben - wie zu erwarten war - angefangen zu streiten...
Es gibt nichts blöderes als nackig im Bett zu sitzen und sich Vorwürfe machen zu lassen weil man dieses angeblich zu viel und jenes zu wenig gemacht habe - ja kann ich denn Gedanken lesen? Aber vielleicht bin ich ja auch einfach nur ein ungeschickter Tollpatsch.


Außerdem muss sie immer den Ton angeben. Und hat feste Vorstellungen. Das Wohnzimmer muss so und so eingerichtet sein. Überall hängen Babybilder von ihr herum. Ich habe ihr gesagt, dass das auch mein Wohnzimmer ist und ich mich darin nicht wiederfinden würde. Natürlich war sie unglücklich und hat vorgeschlagen auch (Baby-) Bilder von mir aufzuhängen. Dass ich überhaupt keine Babybilder im Wohnzimmer hängen haben will versteht sie zwar, aber akzeptieren kann sie es nicht.

So langsam zweifle ich an mir selbst und an unserer Beziehung. Am besten verstehen wir uns wenn wir uns längere Zeit nicht sehen. Klar: Keine Gelegenheit zu streiten.

Wenn ich ehrlich bin sind wir nur noch zusammen, weil wir zusammen wohnen und es bisher noch nicht so weit gekommen ist, dass einer von uns beiden endgültig ausgezogen wäre. Und weil wir beide jemanden zum kuscheln brauchen - was wir ja auch ab und zu hinbekommen ohne zu streiten. Und weil wir eigentlich gemeinsame Pläne für die Zukunft haben, die aufzugeben nicht so leicht ist. Und natürlich weil wir uns lieben. Aber wenn ich mir vorstelle dass dass immer so weiter gehen wird, dann wird mir schlecht.

Ich gebe ja gerne zu, dass ich nicht ohne Fehler bin und sicherlich auch meinen Teil zu den Problemen beitrage. Zum Beispiel bin ich nachtragend. Kleine Verletzungen räche ich noch nach Monaten. Ich neige dazu meine eigenen Wünsche nicht auszusprechen sondern einfach zu erwarten dass man sie mir an der Stirn abliest. Was im Übrigen mit den meisten Menschen funktioniert, nur nicht mit meiner Freundin. Vermutlich bin ich recht durchschaubar, nur nicht für sie.
Aber, um auf die Umzugskartons zurückzukommen: Solche Probleme hatte ich noch nie, mit niemandem. Deshalb weise ich 90% der Schuld von mir.


Sie hat sich, seit wir zusammen sind gewaltig zu ihrem besseren verändert - sie hat sehr viel abgenommen, ist von Antidepressiva losgekommen, hat ihre Schulden abgebaut, ihre Familie, die seit Jahren total zerstritten war hat sich wieder eingerenkt, sie hat sehr an sich gearbeitet und, und, und. Und ich habe sie schon geliebt als sie noch dick (120 kg), verschuldet und unglücklich war. Also - warum sollte ich sie gerade jetzt hergeben?


Zur Beichte: Ich habe lange Zeit versucht guten Willens zu sein und versucht mit meiner Freundin klar zu kommen. Ich habe viel Geld investiert, Zeit und Mühe geopfert, mit ihr geredet und an mir gearbeitet. Aber wenn nicht schleunigst irgendetwas passiert bin ich im Herbst wieder solo. Bis dahin werde ich ihr, so gut es geht, heile Welt vorspielen. Wenn sie wüsste wie ich mich fühle würde sie mich unter Druck setzen "mich sofort zu entscheiden" was darauf herauslaufen würde Schluss zu machen. Aber wir wollen bald in den Urlaub fahren und das will ich nicht gefährden. Außerdem hoffe ich immer noch auf ein Wunder, ich liebe sie doch.

Beichthaus.com Beichte #00028028 vom 02.08.2010 um 12:59:36 Uhr in Karlsruhe (42 Kommentare).

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