Ein neugieriger Vermieter

10

anhören

Rache Neugier Zorn Nachbarn

Ich (m/33) lebte bis Anfang Dezember in einem Haus, das Anfang Oktober verkauft wurde. Es gab neben mir noch fünf anderen Wohnungen und der neue Besitzer, ein Mann Anfang 60, ist in eine der Wohnungen eingezogen. Auch ich hatte vor, zu kündigen, was aber nichts mit dem Verkauf zu tun hatte, sondern daran lag, dass meine Freundin und ich es nach vier Jahren mit Zusammenleben versuchen wollen. Die Kündigung bekam aber noch der alte Vermieter und der neue Vermieter schien das irgendwie übersehen zu haben. Seit der Mann im Haus lebte, passierten seltsame Dinge. Wenn ich über Nacht bei meiner Freundin war, stellte ich fest, dass Schubladen nicht ganz zu waren und manche Dinge anders standen, außerdem verhielt sich meine Katze seltsam.


Auch andere Mieter im Haus schienen so etwas bemerkt zu haben. Auch wurde ich vom Vermieter auf mein "Trinkverhalten" angesprochen, was mich wunderte, da ich höchstens ein oder zwei Mal den Monat mit meiner Süßen ein, zwei Flaschen Wein köpfe. Danach habe ich aber niemals die Wohnung verlassen, und laut oder anderweitig auffällig waren wir auch nie, das haben uns die anderen Nachbarn auch bestätigt. Also wie kam er darauf? Dann fiel es mir ein: In der kleinen Vorratskammer standen in Kisten etwa 20-30 leere und noch 12-15 volle Flaschen unseres Lieblingsweines, da ich unter der Woche viel unterwegs bin und damals noch nicht zum Entsorgen kam. Abends und am Wochenende ist ja die Nutzung von Glascontainern in Wohngebieten aus Lärmschutzgründen nicht erlaubt, also standen die halt noch rum - wegen eventuellen Geruchs oder Ungeziefer allerdings ausgespült.


Kurz gesagt, der Vermieter schnüffelte in den Wohnungen herum, wenn die Mieter nicht da waren. Ich weiß, dass Vermieter eigentlich nicht mal das Anrecht auf einen Schlüssel haben, aber der Vorbesitzer war ein sehr vertrauenswürdiger Mann und hatte in einer Mieterversammlung mitgeteilt, dass er zwar Schlüssel hätte, diese aber in einem Bankschließfach seien und uns auch angeboten, dies zu kontrollieren. Wir waren einverstanden. Leider musste er aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen das Haus verkaufen. Der neue Besitzer hatte die Schlüssel aber wohl sofort an sich genommen und sich nicht mit den zwei offiziellen Besichtigungen zufriedengegeben. Als ich ihn vorsichtig darauf ansprach, explodierte er, drohte sofort mit einer Anzeige wegen übler Nachrede und falscher Verdächtigung und seinem Anwalt. Er habe die Schlüssel nur für absolute Notfälle und würde die Wohnungen niemals ohne Polizei oder Feuerwehr betreten, und nur wenn etwas wäre, wie beispielsweise ein Wasserschaden oder Feuer.


Also dachte ich mir, dass es auch anders geht. Ein Freund von mir ist Sohn eines Landwirtes, und von ihm lieh ich mir einen elektrischen Weidezaun aus. Die Anlage, die ich verwendete, wird mit der Steckdose verbunden und hat einen Spannungswandler, der die Stromstärke herabsetzt, aber es funkt noch ganz ordentlich. Ein Kabel wurde mit meinem Ersatzschlüssel verbunden, das andere mit einer großen Klemme. Ich steckte testweise den Schlüssel halb ins Schloss und die Klemme an die Türklinke, und testete mit einem Grashalm, so hat es mir mein Kumpel gezeigt, ob es funktionierte, und tatsächlich, der Stromkreis war geschlossen.


Ich sagte den anderen vier Nachbarn, die ebenfalls genervt waren, dass sie die Metallteile meiner Türe nicht anfassen sollten, wenn ich vermeintlich nicht da war, und alle verstanden es, nur unsere "Hausomi", eine total liebe ältere Dame, hatte Bedenken, die konnte ich aber mit einem kleinen Kaffee-Nachmittag mit meiner Freundin und ihr zerstreuen und auch sie versprach zu schweigen. Ich musste zwar drei Mal eine Show abziehen, mit lautem Absperren, Treppe runterpoltern und dann leise und im Dunklen wieder hochschleichen, aber beim dritten Mal hörte ich dann endlich leise Schritte, die vor meiner Türe endeten. Ein Schlüsselbund klirrte leise und ebenso leise wurde ein Schlüssel angesetzt. Dann war es aber mit der Ruhe sofort vorbei.


Der Schlüsselbund krachte zu Boden, und ich hörte einen Schrei, der vor Schmerz und Zorn bebte. Sofort stellte ich den Strom ab und riss die Tür auf. Dort stand er, schwer atmend, und hielt sich die Hand. Bevor er ansetzte, teilte ich ihm mit, dass ich Ende des Monats ausziehen würde, und er, wenn ich noch einmal etwas feststellen würde, eine Anzeige bekäme, dass auch ich einen Anwalt hätte und dass ich das mit dem Strom kategorisch abstreiten würde. Er lief dunkelrot an, sagte aber kein Wort, nickte nur und lief die Treppe zu seiner Wohnung hoch. Sofort brauchte ich den Weidezaun weg, aber es kam keine Polizei, wie ich befürchtet hatte. Ende November zog ich dann aus und lebe jetzt mit meiner Freundin zusammen in einer Wohnung, die einer Baugesellschaft gehört. Aber trotzdem war das Erste, was ich tat, ein neues Schloss für die Wohnungstüre zu besorgen. Mein Ex-Vermieter hat die Lektion wohl gelernt, wie ich bei einem Besuch bei Hausomi erfuhr, außerdem hat auch dort inzwischen jeder neue Schlösser und der Vermieter verhält sich sehr still.

Beichthaus.com Beichte #00037315 vom 30.12.2015 um 15:04:26 Uhr (10 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Affäre mit einem selbstsüchtigen Arsch

19

anhören

Verrat Selbstsucht Rache Drogen Kollegen

Vor ungefähr drei Jahren bin ich (w) von zu Hause weggegangen, um mein Glück in den alten Bundesländern zu suchen. Ich bin jetzt 22 Jahre alt und an der Grenze zu Polen in einem verschlafenen Nest aufgewachsen. Anfangs war es schwer, mich neu zu orientieren. Eine Wohnung konnte ich ohne Arbeit nicht finden und umgekehrt ebenso. Meinen gelernten Beruf als Landschaftsgärtnerin konnte ich nach einem Unfall mit Hüftschaden nicht mehr ausüben. Es ist mir dann doch gelungen, einen festen Job in einem sehr guten Hotel im Südwesten zu finden. Dort konnte ich wohnen und habe als Küchenhilfe begonnen. Nach sechs Monaten schuften wollte ich mehr erreichen, der Küchenchef wollte mich unbedingt als Servicekraft haben. Das hat mehr als gut funktioniert und nach bereits einem Jahr übernahm ich die Schichtleitung für den Abend und machte die Pläne für den Einsatz des weiteren Personals. Nach fast drei Jahren habe ich in diesem Sternehaus eine rasante Karriere hingelegt. Ich wollte immer alle Zusammenhänge in einem so großen Hotel kennenlernen, wollte mehr über besondere Kochkünste und moderne Methoden wissen, hatte die Möglichkeit hinter die Kulissen der Arbeit als Hausdame zu schauen und vieles mehr.


Ich bin sehr glücklich über die persönliche Entwicklung und auch die berufliche. Was unter der ganzen Situation gelitten hat, sind Freundschaften. Ich kenne eigentlich nur die Personen, die mit mir unter einem Dach leben und arbeiten. Für mehr habe ich überhaupt keine Zeit, denn außer gelegentlichem Internetsurfen und Sport erlaube ich mir überhaupt keine Freizeitaktivitäten. Meinen Dialekt habe ich komplett abgelegt. Vor drei Monaten haben wir einen neuen Koch erhalten, er kam vom direkten Wettbewerb, der nur wenige Kilometer entfernt ist. Er hat sich dazu entschlossen, ebenfalls in unserem Hotel - also im Nebenhaus - eine kleine Wohnung zu beziehen. Dieser junge Mann ist in meinem Alter, deshalb haben wir uns schnell angefreundet. Einige Feierabende haben gemeinsam verbracht und es kam schnell zu einer intensiven sexuellen Beziehung.


Zum Aufputschen besorgt er sich Drogen, die er sich in nicht unerheblichen Mengen einwirft oder durch die Nase zieht. Abends trinkt er oft ziemlich viel, er meint, das habe er sich nach seiner Leistung auch verdient. Oftmals fährt er dann noch alleine in einen Club, der fast 40 Kilometer entfernt liegt. Ich wollte aber mehr von ihm, als nur abends die Beine für ihn zu spreizen, obwohl dies für mich auch sehr schön war. Ich wünschte mir aber eine echte Beziehung. Diese lehnte er ab, mit der Begründung, dass er sich noch zu jung fühle. Sex wollte er aber weiter haben. Als ich eine Entscheidung herbeiführen wollte, fertigte er mich böse ab, beleidigte mich aufs Übelste und bedankte sich sarkastisch für das häufige Gratisbumsen. Ich war ziemlich sauer und auch wirklich eingeschnappt. Er erzählte mir auch, dass er außerhalb des Hotels einige Frauen am Laufen habe, die ebenso doof seien wie ich.


Wir haben in unserem Haus einige Grundsätze, die jeder einzuhalten hat. Das sind drogenfreie Mitarbeiter, ausschließlich einwandfreie polizeiliche Führungszeugnisse und so weiter. Ich habe jetzt unseren Chef um ein Gespräch gebeten. Dieser Termin findet in drei Tagen statt. Dort werde ich ihm darlegen, dass einer seiner Köche gegen die Prinzipien unseres Hauses verstößt. Außerdem habe ich einen anonymen Brief an die Polizei geschrieben, mit Namen und Kennzeichen, falls er mal wieder besoffen in den Club fährt. Hier habe ich aber vielleicht etwas überreagiert, was mir jetzt doch leidtut, aber nicht mehr rückgängig zu machen ist.

Beichthaus.com Beichte #00037312 vom 30.12.2015 um 12:50:54 Uhr (19 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“35.000

“Beichte

Weihnachten in Amerika

18

anhören

Maßlosigkeit Ekel Peinlichkeit Drogen Weihnachten USA

Ich (m/36) bin seit fünf Jahren mit meinem Freund (27) zusammen, einem in Deutschland lebenden Amerikaner. Dieses Jahr verbringen wir zum ersten Mal Weihnachten zusammen bei seiner Familie, bislang haben wir immer in Deutschland oder getrennt gefeiert. Bei bisherigen Besuchen habe ich mich mit seiner Familie eigentlich ganz gut verstanden, und auch dieses Mal sind sie sehr freundlich zu mir. Nichtsdestotrotz gehen sie mir entsetzlich auf die Nerven. Jeden Abend sitzen sie hier im Wohnzimmer vor dem Fernseher rum, trinken Rotwein, kiffen und fressen sich mit Eiscreme voll. Alle. Die Eltern meines Freundes, seine Schwester, deren Mann und mein Freund. Ich selbst kiffe nicht und trinke nur ganz selten Alkohol. Mein Freund kifft zwar so einmal im Jahr und trinkt ab und an Wein, aber so habe ich ihn noch nie erlebt.


Ich bin entsetzt, wie maßlos diese Sippe ist. Mittlerweile ekeln sie mich richtig an, allen voran mein Freund, wie er dümmlich vor sich hinlacht und nonstop Eiscreme in sich reinfrisst. Ich beichte, dass ich nur noch mit Mühe eine freundliche Fassade aufrechterhalten und es gar nicht abwarten kann, bis ich am Sonntag wieder abreise. Die Zügellosigkeit dieser Leute widert mich an, egal, wie freundlich sie zu mir sind. Ich will hier nie wieder herkommen.

Beichthaus.com Beichte #00037310 vom 30.12.2015 um 07:32:32 Uhr in USA (Washington) (18 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Sex zu Hamlet

5

anhören

Waghalsigkeit Schamlosigkeit Begehrlichkeit

Ich (w/27) habe mir letztes Jahr die großartige Inszenierung von Hamlet im Burgtheater in Wien angeschaut. Ich hatte mir allerdings nur einen billigen Logenplatz gegönnt. Ich war von diesen Logen dann aber begeistert. Vorn, am Bühnenrand, sind sie mit drei Sitzplätzen nur sehr klein, aufgrund der Sichteinschränkung sehr günstig und es gibt trotzdem einen kleinen Garderoben-Vorraum. Der ist aber nicht abschließbar. Der Vorraum ist nur mit einem Stoffvorhang zum Saal getrennt. Auch die Nachbarloge ist nur durch einen dickeren Stoffvorhang abgetrennt.


Nunja, ich war in einer wilden Affäre und wir wollten mal was Neues ausprobieren. Also haben wir von einer dieser billigen Logen alle drei Plätze reserviert, sodass wir wussten, dass wir für uns sind, und haben uns Hamlet gemeinsam angeschaut. Das Stück ging über vier Stunden, man hatte also genügend Zeit. Während einer Pause kamen wir uns in dem Garderobenvorraum näher, es kam auch zum Geschlechtsverkehr, da lief das Stück aber schon weiter. Ich fand die Vorstellung absolut lustig, dass wir keine 20 Meter von der Bühne entfernt Sex hatten, während sich August Diehl als Hamlet vorn auf der Bühne die Seele aus dem Leib brüllt.


Gekommen ist mein Partner aber nicht, das Theaterstück versprüht absolut keine erotische Stimmung, außerdem war er zu aufgeregt, dass jemand reinkommt, weil er sich zum Beispiel in der Logennummer geirrt hat, oder dass die Leute in der besetzten Nachbarloge etwas hören könnten. So ganz still geht Sex dann auch nicht. Ich kam aber auf meine Kosten und nach einer halben Stunde haben wir uns wieder angezogen und uns zurück auf unsere billigen Plätze gesetzt. Seitdem gehe ich öfter ins Theater und denke gerne an diese Aktion, wenn ich mir die Logen direkt neben der Bühne anschaue. Aber ich glaube nicht, dass ich so etwas Respektloses der Kunst und der Schauspieler gegenüber noch einmal machen würde. Und vor allem nicht zu Hamlet, das Stück lässt eigentlich keinerlei sexuelle Gefühle zu.

Beichthaus.com Beichte #00037309 vom 30.12.2015 um 02:57:03 Uhr (5 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Ein Drogendealer packt aus

38

anhören

Drogen Habgier Waghalsigkeit Gewalt

Ich (m/50) möchte heute beichten, dass ich Mitte der 80er eine ganze Stadt mit knapp 100.000 Einwohnern fast alleine mit Cannabis versorgt habe, beinahe umgebracht wurde und auch ins Gefängnis ging. Es fing alles an, weil ein Freund von mir, mit dem ich ab und zu einen Joint geraucht habe, eines Tages ankam, und mich fragte, ob ich nicht als Gärtner - den Beruf habe ich gelernt, da meine Eltern eine eigene Gärtnerei mit Baumschule hatten - in der Lage wäre, große, kräftige Pflanzen zu züchten. Er selbst stellte dafür einen Keller und die Samen zur Verfügung. Mit 20 Samen fingen wir an.

Und alles war recht professionell, Tageslicht- und Wärmelampen und eine Bewässerungsanlage wurden installiert. Drei der Pflanzen stellten sich als männlich heraus, aber die anderen 17 waren weiblich und wuchsen zu einer Größe von gut zwei Metern heran. Die erste Ernte belief sich auf fast zwei Kilo. Zur Info, 50 Gramm pro Pflanze sind eigentlich Durchschnitt, aber durch gute Düngung und lange Lichtzeiten erzielten wir durchschnittlich 110 Gramm pro Pflanze. Wir froren einen großen Teil ein und beschlossen, den Rest selbst zu rauchen. Doch dann bekam mein Freund ein Angebot von seinem Dealer, der sich wunderte, warum mein Kumpel nichts mehr kaufte, und beschloss, seinen Anteil auf einmal zu einem viel zu niedrigen Preis zu verkaufen. Man muss dazu sagen, dass die Hauptarbeit an mir hing, und er sich ohne Absprache einfach die Hälfte aus der Kühltruhe rausnahm. Und gegenüber seinem Dealer die Klappe nicht halten konnte.

Es kam zu einem schlimmen Streit, da ich wusste, dass der Dealer keine kleine Nummer war - und daher auch nicht ungefährlich. Daraufhin beschloss ich, das Projekt zukünftig alleine durchzuziehen. Auch mein ehemaliger Freund versuchte weiterzumachen, gab aber nach zwei Missernten auf. Ich dagegen vergrößerte die Anzahl der Pflanzen. Ich fing an, selbst zu verkaufen und gab gute Preise: Ich verlangte für das Gramm damals 5 Mark, für "nen Fuffi" gab es 12 Gramm. Der andere Dealer dagegen verlangte 7-9 Mark und gab nie Rabatt, außerdem war mein Gras qualitativ um Längen besser. Kurz gesagt gingen bald nur noch wenige zu ihm, und das auch nur, weil er auch nachts Leute belieferte, während ich nach 20 Uhr meine Ruhe wollte, und Leute, die danach anriefen oder klingelten, auch konsequent nicht mehr belieferte, die gingen halt dann auch zu ihm.

Aber er verlor trotzdem viele Kunden, während ich in einer kleinen, angemieteten Lagerhalle mittlerweile, fast zwei Jahre waren vergangen, um die 100 Pflanzen zog und so monatlich einmal ernten konnte, da ich versetzt aufzog. Ich zog in eine schöne Wohnung um, und sagte, da ich ja regulär im Betrieb meiner Eltern arbeitete, ich hätte mir einiges gespart. Niemand schöpfte Verdacht, selbst meine Freundin, der ich einen Antrag machte, als das Geld regelmäßig einlief, wusste nichts. Außer, dass ich abends gerne, ein oder zwei Joints zur Entspannung und für guten Sex rauchte. Denn Gras wirkte bei mir in etwa so, wie die kleinen blauen Pillen, die etwa 10 Jahre später auf den Markt kommen sollten.

Ich verkaufte auch nie in meiner Wohnung, sondern alle paar Tage in einem Stundenhotel in der Innenstadt. Immer zur selben Zeit, wer nicht rechtzeitig kam oder nicht vorbestellt hatte, hatte eben Pech. Der Besitzer des Hotels war taub, blind und stumm, solange er sein Geld bekam und in den anderen Zimmern gingen eh Nutten ihren Geschäften nach. Also fiel niemandem auf, wenn das Haus von vielen Leuten betreten und verlassen wurde. Ich dachte, ich könnte ewig so weitermachen und mir meine Rente sichern. Welch ein Irrtum. Es kam, wie es kommen musste, irgendwann stand der Dealer mit zwei Schlägern und meinem ehemaligen Kumpel vor der Tür und verlangte, dass ich in Zukunft zu einem geradezu lächerlichen Preis an ihn zu liefern hätte, sonst würde er mir das Geschäft zerstören und mich vernichten. Ich weigerte mich. Ich wurde daraufhin von den Schlägern bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und bekam noch einen Schlagstock oder so etwas auf den Schädel. Als ich wieder aufwachte, war meine Wohnungseinrichtung zertrümmert und mein - zum Glück nicht großer - Vorrat gestohlen. Da ich mein Geld woanders versteckte, haben sie wenigstens das nicht gefunden gehabt.

Mir selbst fehlten drei Vorderzähne, der Kiefer war angebrochen und ich hatte eine Gehirnerschütterung und ein Brillenhämatom. Also beide Augen blau und zugeschwollen. Man hatte wohl, obwohl ich schon bewusstlos war, weiter auf mich eingeschlagen. Außerdem war mir jemand auf die Hand getreten. Ich rief die Polizei und einen Krankenwagen, obwohl ich kaum verständlich sprechen konnte und irre Schmerzen hatte. Zum Glück kamen die schnell. Ich meldete einen Einbruch, ich erwähnte, ich wäre im Dunkeln angegriffen, gewürgt und geschlagen worden, was ja auch zum Teil stimmte. Irgendwas musste ich denen ja sagen. Noch vom Krankenhaus aus organisierte ich eine sichere, neue Tür und sorgte dafür, dass die Halle abgeerntet wurde. Da ich mittlerweile selbst Kontakte hatte, die auch mal ein halbes Kilo auf einmal kauften, setzte ich alles, was ich noch hatte, zu einem guten Preis ab und beschloss, mich mit einem hohen Betrag aus dem Geschäft zurückzuziehen.

Kurz darauf wurde jedoch ein Fenster meiner Wohnung eingeworfen, und ein Brandsatz durch das Loch geworfen, vermutlich ein Molotov-Cocktail. Ich schaffte es mit leichten Verbrennungen aus der Wohnung, da ich durch das brennende Wohnzimmer musste, und wurde unten, noch bevor Polizei und Feuerwehr da waren, von hinten und ohne Vorwarnung niedergeschlagen und wachte im Krankenhaus wieder auf. Ich habe nie rausgefunden, wer das genau war. Doch ich stellte entsetzt fest, dass ich fixiert und mit Handschellen ans Bett gefesselt war. Kurz darauf kam ein Polizist und teilte mir mit, dass ich wegen Drogenhandels im großen Stil festgenommen sei und, sobald ich transportfähig wäre, ins Gefängnis verlegt würde. Der Haftrichter hatte den Haftbefehl bereits ausgestellt. Gegen mich war ausgesagt worden! Wie sich herausstellte, hatte mein ehemaliger Freund für das Versprechen von Straffreiheit ausgesagt, mein Zwischenhändler gewesen zu sein und für mich mehr als insgesamt 30 Kilo verkauft zu haben. Was, siehe oben, ja nicht stimmte.

Dafür wurde er wohl von meinem Konkurrenten bezahlt. Obwohl ich alles abstritt, was nicht der Wahrheit entsprach, aber Anbau und Verkauf gestand und den Konkurrenten ebenfalls belastete, bekam ich fast sechs Jahre Haft und wurde von meinen Eltern enterbt, bis auf den Pflichtteil bekam ich nichts vom Erlös des Verkaufes der Gärtnerei, die ich eigentlich hätte erben sollen. Meine Verlobte, die sagte, sie würde warten, hatte drei Monate nach meiner Verurteilung einen neuen Freund. Mein Konkurrent wurde zwar vorgeladen und seine Wohnung durchsucht, aber nichts gefunden und niemand, außer mir, traute sich auszusagen. Mir wurde daher Belastungseifer unterstellt und gegen den Konkurrenten wurde nicht einmal Anklage erhoben.

Im Knast machte ich eine Weiterbildung nach der anderen und wurde danach, ich saß vier Jahre ab, von der Stadt, in der ich lebe, als Landschaftsgärtner eingestellt. Zum Mindestlohn von 12 Mark die Stunde. Mehrere Jahre lebte ich in einer zugigen 1,5 Zimmerwohnung, in der es schimmelte, und wurde durch den Schimmel lungenkrank. Ich hatte kaum Freunde und nur kurze Beziehungen. Ich vereinsamte und verwahrloste zusehends. Und fing an zu trinken, was ich aber bald wieder ließ, da ich Alkohol nie vertragen habe und mein ganzer Körper extreme Abwehrerscheinungen zeigte. Das Geld aus dem Erbe war trotz einer monatlichen Auszahlung von 800 Mark für die Miete der Bruchbude bald weg. Zum Glück fand ich nach sechs Jahren des Lebens am Existenzminimum und einer teilstationären Therapie einen neuen Job, der besser bezahlt wurde, und dort bin ich bis heute.

Und mit etwas Glück bleibe ich bis zur Rente dort. Aber trotzdem waren drei fette Jahre es nicht wert, fast die ganze Zeit danach dafür zu zahlen. Ich hätte beim Eigenanbau bleiben sollen, aber wer zu gierig wird, der wird ausgeschaltet und bestraft. Heute rauche ich nur alle paar Wochen noch was, wenn mir eine alte Freundin, die immer zu mir hielt, mal zwei Joints zusteckt. Ich kann nur jedem Kiffer raten, es dabei zu belassen. Heute ist eh alles noch viel gefährlicher als vor fast 30 Jahren. Wirklich, lasst es.

Beichthaus.com Beichte #00037308 vom 30.12.2015 um 01:27:48 Uhr (38 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000