Surimi und California Roll

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Lügen Völlerei Ernährung Berlin

Ich möchte beichten, dass ich rückgratlos bin und alle meine Freunde belüge - und das nur für mein Lieblingsessen. Ich gelte nämlich als der absolute Vorbild-Veganer in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Ich setze mich für Tier- und Umweltschutz ein, lebe schon seit vielen Jahren vegan, kläre die Leute um mich herum immer wieder über die Vorteile veganer bzw. vegetarischer Lebensweise auf und so weiter. Ich predige nicht, und gelte auch nicht als nerviger Spinner - sondern eher als sehr konsequenter Mensch und die meisten bewundern und unterstützen meine Einstellung, wahrscheinlich, weil meine Art auch einfach sympathisch wirkt. Das Gesamtbild von mir ist einfach stimmig und konsequent. Was aber keiner von ihnen weiß: Ich habe vor Kurzem angefangen, manchmal heimlich Sushi zu essen. Klar, veganes Sushi mit Gemüsekram ist auch ganz nett, aber ich hatte jahrelang schon Heißhunger auf richtig fette Surimi- und Fischrollen. Eines Tages habe ich mir dann einfach mal welche geholt, und habe gehofft, dass mir davon schlecht wird und mein Verlangen dann einfach weggeht. Aber das hat es noch schlimmer gemacht.

Ich habe jetzt ständig Heißhunger auf Sushi und habe niemanden, mit dem ich mich einfach mal ins Restaurant setzen kann, ohne das mein ganzes Image zusammenbricht. Mal ganz abgesehen davon, dass ich ein unglaublich schlechtes Gewissen habe und ich mich dafür hasse, wenn ich überlege, was den Tieren alles angetan wurde, damit sie auf meinem Teller landen. Es verstößt absolut gegen alle meine Überzeugungen und Moralvorstellungen, aber ich habe schon wieder Bock auf eine geile California Roll. Ich fühle mich einfach nur beschissen, weil ich nicht damit klar komme mich selbst so zu verarschen. Aber wenn die Heißhunger-Attacke erst mal da ist, vergesse ich das eh wieder und greife einfach zu.

Beichthaus.com Beichte #00029038 vom 15.06.2011 um 16:20:56 Uhr in Berlin (70 Kommentare).

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Russendisco

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Habgier Morallosigkeit Selbstsucht Wuppertal

Vor einigen Jahren war ich als Taxifahrer immer nachts unterwegs. Eine schöne Sache war dabei das "Stichgeld", das man in bestimmten Etablissements bekam, wenn man einen dort unbekannten Gast dort hinlotste. So ergab es sich, dass mich ein Russe fragte, wo man denn noch was erleben könnte und ich ihn natürlich dahin bringen wollte, wo es für mich am meisten abzugreifen gab. Zwischendurch mussten wir noch eine Tankstelle anfahren zum Wechseln, weil er nur noch einen 1000-Mark-Schein hatte. Leider war der Gute so stramm, dass der Türsteher des Clubs zuerst mal dankend abgewunken hat, als ich ihm den Mann im wahrsten Sinne des Wortes anschleppte. Um ihn ein bisschen zu motivieren, sich des Gastes trotzdem anzunehmen, habe ich dann von den 1000 Mark erzählt, die wir gerade gewechselt haben. Freudestrahlend ließ man ihn dann ein und ich bekam meine 30 Mark Prämie. Ich beichte, dass meine Gier wahrscheinlich dazu geführt hat, dass ein besoffener Russe von ein paar leichten Mädels übel abgezockt wurde und hoffe, dass er wenigstens noch ein bisschen was davon hatte.

Beichthaus.com Beichte #00029027 vom 10.06.2011 um 11:04:27 Uhr in Wuppertal (Friedrich-Ebert-Strasse) (19 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Lebensretter: Gießkanne

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Ekel Faulheit Unreinlichkeit Rolofshagen

Lebensretter: Gießkanne
In unserem Haus sind zurzeit einige Reparaturen in den Badezimmern nötig. Gerade sind die netten Herren wieder gekommen und belagern schon seit einer Stunde das Badezimmer und die Toilette. Da ich heute sehr viel getrunken habe und noch meine Tage habe, muss ich halt einfach mal pinkeln. Dann kam meine Mutter in mein Zimmer und meinte, dass das jetzt für ungefähr vier Stunden nicht ginge. Na toll, was jetzt? Ich habe gerade eben in eine Gießkanne gepinkelt und diese auf den Balkon gestellt. Ich bete zu Gott, dass meine Mutter sie nicht findet. Ich bin ein Ferkel. Und ich hoffe natürlich, dass ich die Gießkanne mit dem Pipi nicht vergessen werde.

Beichthaus.com Beichte #00029024 vom 09.06.2011 um 14:00:48 Uhr in Rolofshagen (18 Kommentare).

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Katzensprung

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Dummheit Mord Tiere Ernährung Malterdingen

Lange Zeit aß ich jeden Morgen auf dem Balkon mein Frühstück, da es draußen schön warm und sonnig ist. Teewurst auf Schwarzbrot gab es eigentlich immer, schnell gemacht und sehr lecker. Emil, der Kater aus der Wohnung nebenan, leistete mir bei meinem morgendlichen 5-Minuten-Frühstück oft Gesellschaft. Als Dank erhielt er von mir immer eine Messerspitze Teewurst, welche er genüsslich aufleckte. Die Wochen vergingen, Emil aß sein Frühstück so gut wie jeden Morgen mit mir zusammen. Eines Morgens vergaß ich das Brot auf den kleinen Tisch zu stellen und ging es holen. Als ich wieder kam, saß Emil auf dem Tisch und schlug sich seinen Bauch mit Teewurst voll. Ich schlug mit der Hand gegen die Fensterscheibe um ihn von der Teewurst abzubringen, doch er erschrak und sprang über den Balkon - dummerweise wohne ich im 4. Stockwerk. Ich schaute nach, wie es ihm ging, doch Emil zuckte nur noch kurz und starb dann. Seitdem kann ich meiner Nachbarin nicht mehr in die Augen sehen. Traurig bin ich nicht, weil ich ihr ihren Kater genommen habe, sondern weil ich jetzt morgens wieder alleine frühstücken muss. Ich hoffe, dass es einen Katzenhimmel gibt, in dem Emil so viel Teewurst essen kann, wie er will.

Beichthaus.com Beichte #00029022 vom 08.06.2011 um 22:00:03 Uhr in 79364 Malterdingen (Am Seiberg) (23 Kommentare).

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DDR gegen Holland

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Hass Zwietracht Familie Peitz

Ich hasse meinen Schwiegervater. Nein besser gesagt: er hasst mich. Ich wohne seit über zehn Jahren mit meinen Schwiegereltern, meiner Frau und zwei lieben Kindern in einem Haus mit zwei Wohnungen und mit einem recht üppigen Grundstück. So kann es sein, dass ich meinen Schwiegereltern manchmal Wochen aus dem Weg gehen kann. Anfangs war die Atmosphäre noch recht angenehm, aber nach einiger Zeit merkte ich, dass mein Schwiegervater sich immer öfter an mir ärgerte. Er ist aus der alten DDR-Schule und ich als Niederländer passe schlichtweg nicht in sein Weltbild. Alles was ich tat, war in seinen Augen unpassend. Leider kann meine Frau keine Position beziehen und kommt nicht weiter mit dem Ratschlag, ihm einfach aus dem Weg zu gehen. Ich habe sie sehr lieb, aber es ist für unsere Ehe eine große Belastung.


Meine Schwiegermutter redet ab und zu mal auf ihn ein, aber kommt einfach nicht so richtig klar damit. Solange er seine Pfeile auf mich richten kann, sind alle anderen aus der Schusslinie heraus. Aber wie soll ich dies ruhig ertragen wenn er mich regelmäßig piesackt und verleumdet. Er hat es sogar geschafft seinen anderen Enkelkindern den Kontakt zu mir zu untersagen. Er beleidigt mich auch vor meinen Kindern. Rasenmähen auf dem gemeinsamen Innenhof ist für mich zum Beispiel verboten, mein Tochter dagegen kann 5 Euro bekommen, wenn sie es tut. Ich schweige oft, tue als ob er Luft ist und gehe immer schweigend an ihm vorbei. Einmal alle sechs Monate lasse ich aber die Sau raus und bin zehn Minuten richtig laut. Kommunistenschleimer war das letzte Wort, was ich zu ihm gesagt habe. Ich weiß, dass ihn das sehr verletzt. Und nein, es tut mir nicht Leid.


Ich habe mich also vor 12 Monaten entschieden, keine Familienfeier mehr mitzumachen, um ihm und allen, die ihm gerne zuhören und damit eine Plattform geben aus dem Weg zu gehen. Schwiegervater wenn du dies liest, du tust mir einfach nur Leid. Ich hoffe, dass ich nicht so verbittert alt werde wie du. Du kannst mir jeden Tag die Hand für Frieden reichen, aber ich tue es nicht mehr. Weil ich aus Erfahrung weiß, dass es sinnlos ist. Demnächst wirst du 80. Ich wünsche dir ein feinen Geburtstag und viele Jahre bei guter Gesundheit. Ich wollte dich nicht hassen, aber ich kann nicht mehr anders.

Beichthaus.com Beichte #00029006 vom 05.06.2011 um 18:13:12 Uhr in 03185 Peitz (20 Kommentare).

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