Der Preis für Gewalt

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Engherzigkeit Selbstsucht Geld Ex Partnerschaft Karlsruhe

Ich war bis vor sechs Jahren mit einem sehr netten Mann zusammen und wir wollten auch heiraten. In einer gemeinsamen Wohnung lebten wir schon und er hatte gerade sein Studium als Ingenieur abgeschlossen. Wirklich eine Traumbeziehung und ich hätte sie nicht so ohne Weiteres abgebrochen. Leider ist mir schon früh an ihm aufgefallen, dass er, sobald er wieder in seinem Heimatdorf war und dort total fertige ehemalige Schulfreunde getroffen hatte, eine völlige Veränderung durchmachte. Aus einem netten, freundlichen Menschen wurde ein übler Schläger, der rumgepöbelt hat und nur auf Streit aus war. Eben genauso wie diese Freunde dort im Ort, die entweder auf dem Bauernhof ihrer Eltern lebten oder schon seit Jahren arbeitslos waren. Ich habe es gehasst, dorthin zu fahren, sodass ich dann auch irgendwann nicht mehr mitgekommen bin. Leider schien er dadurch völlig auszuticken. Auf einem Dorffest hat er dann einen anderen Kerl sehr heftig zusammengeschlagen. Dieser musste sogar wegen der Schmerzen ins künstliche Koma versetzt werden. Natürlich folgte eine Gerichtsverhandlung, er musste eine höhere Geldstrafe zahlen, kam aber zum Glück nicht ins Gefängnis. Die Sache schien noch einmal gut ausgegangen zu sein und hatte den Vorteil, dass er nun auch sein Heimatdorf mied. Allerdings kam von dem Opfer noch eine Schadensersatzklage mit medizinischem Gutachten. Darin wurde durch einen Neurologen bestätigt, dass die Person nur noch eingeschränkt berufsfähig sei. Er könne seinen Beruf als Fernfahrer nicht mehr ausüben, weil er eine Gehirnverletzung davon getragen hätte und nun immer wieder kurz wegtrete.


Nach einem langen Gerichtsprozess wurde mein Freund dazu verurteilt, dem Opfer bis zur Rente monatlich 600 Euro zu zahlen. Bis zur Rente des Opfers waren es fast 20 Jahre. Außerdem musste er die Kosten für eine Umschulung bezahlen, was noch einmal mehrere tausend Euro waren. Wir haben daraufhin sehr starke finanzielle Probleme bekommen. Meine Beichte ist nun, dass ich mich deshalb von meinem Freund getrennt habe und heute mit jemand anderem zusammenlebe. Ich gebe zu, dass ich kein Interesse daran hatte, die nächsten 20 Jahre auf Sparflamme zu leben, nur weil mein Freund jemanden fast zu Tode geprügelt hat. Über meinen Ex weiß ich nur, dass er wieder in seinem Heimatdorf gelandet ist, nachdem er es geschafft hat, seinen Job zu verlieren, um dann beim Arbeitslosengeld II zu landen. Vielleicht hätte ich das verhindern können, aber ich wollte diesen Preis nicht zahlen.

Beichthaus.com Beichte #00030519 vom 02.12.2012 um 20:05:30 Uhr in Karlsruhe (38 Kommentare).

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Mit Freibier durch den Wald

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Diebstahl Trunksucht Dummheit Last Night Göttingen

Es ist mittlerweile einige Jahre her, als ich und meine Freunde eine der witzigsten und im Nachhinein dümmsten Sachen unserer Jugend durchgezogen haben. Bei uns in der Gegend stand mal wieder das jährliche Brauereifest an. Seit eh und je eine der feinsten Gelegenheiten sich einen hinter die Binde zu gießen. Natürlich gehörte es zum Guten Ton schon mittags dort zu erscheinen, ehe das Freibier vergriffen war. Bekanntermaßen werden Menschen, sofern es was umsonst gibt,
zu kopflosen Bestien. Gesagt getan. Innerhalb einer Stunde hatten wir uns jeder 3-4 Liter leckerstes Fassbier reingefahren. Meine zwei morgendlichen Nutellabrötchen und ein Kaffee bildeten hierfür natürlich die perfekte Grundlage. Im Grunde war ich von 0 auf 100 ein Zombie. Glücklicherweise ging es einigen meiner Freunde nicht viel besser
und wir beschlossen es wäre besser nach Hause zu gehen. Wir kamen auf die Idee einfach durch den Wald zu laufen, da dies die kürzeste Strecke nach Hause war. Als wir uns dann schwankend so langsam vom Festbetrieb entfernten und Richtung Wald stolperten, ist uns der Kühlwagen aufgefallen, wo auf großen Volksfesten immer die Getränke gelagert werden. Zu unserem Glück war der Getränkewagen nicht abgeschlossen und wir standen vor dem größten Biervorrat, den man sich nur vorstellen kann. Wir waren einstimmig der Meinung, dass man ein Fässchen für zuhause abgreifen könnte. Die Abgelegenheit des Kühlwagens hinter dem Zelt kam dem ganzen ganz gelegen und wir schnappten uns ein 50-Liter-Fass zu dritt.


Wie das bei Alkohol so ist, überschätzten wir unsere Kräfte maßlos. Man muss sich vorstellen, dass so ein Fass wegen der Henkel nur von maximal zwei Mann mit jeweils einem Arm getragen werden kann. Natürlich konnten wir jetzt nicht mehr den bequemen Weg über die Waldwege zurücklegen, sondern mussten das ganze Ding querfeldein irgendwie nach Hause schaffen. Es wäre jedem Spaziergänger sofort klar gewesen, dass drei rabenstramme Halbstarke etwas mit einem 50-Liter-Bierfass im Schilde führen. Wie gesagt 25 Kilo an einem Arm und derbe einen im Tee quer durch den Wald vier Kilometer nach Hause. Irgendwann hat es einem meiner Freunde beim Tragen auf die Fresse gehauen und das Fass ist samt ihm 30 Meter eine steile Böschung runter gepurzelt. Im ersten Moment haben der andere Freund und ich uns vor Lachen kaum eingekriegt aber dann wurde uns klar das wir das Ding wieder aus der Böschung hochholen müssen. Etliche Versuche scheiterten, nicht zuletzt wegen des immensen Alkoholpegels. Mit dreckverschmierten Klamotten und völlig ernüchtert, aber nicht nüchtern, beschlossen wir das Fass in den nächsten Tagen zu holen. Zum Glück war es nicht beschädigt und wir haben es mit einem Flaschenzug ganz einfach wieder den Berg hochbekommen. Zwei Wochen später musste es dann auf einer Geburtstagsparty auch dran glauben. Im Nachhinein war das Ganze ziemlich dumm und unnötig, zumal sich mein Freund beim Berg runter rollen ein wenig verletzt hatte. Zumindest linderte der köstliche Geschmack des Freibiers ein wenig seine Prellungen. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00030509 vom 29.11.2012 um 21:00:14 Uhr in 37035 Göttingen (Kreuzbergring) (17 Kommentare).

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“Beichte

Der Preis der Faulheit

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Dummheit Faulheit Peinlichkeit Last Night Graz

Ich war dieses Jahr im Sommer bei einem Bekannten, der seinen 20. Geburtstag feierte, eingeladen. Es war eine riesige Party, etwa 40 Personen waren dort. Die Meisten waren im Laufe des Abends schon gut angetrunken. Während ich mein bestes gab, bei einer hübschen Blondine zu landen, machte sich langsam meine Blase bemerkbar. Da mein betrunkenes Ich zu faul war, den weiten Weg ins Haus anzutreten, verschwand ich nur hinter einer Hecke und ließ meinen Drängen freien Lauf. Leider war ich wohl etwas zu stürmisch unterwegs, denn auf meinen weißen Shorts waren deutliche Spuren des Manövers zu sehen. Da dieser Fauxpas die Chancen bei meiner Angebeteten nicht gerade verbessert hätte, war ich verzweifelt auf der Suche nach einer Lösung. Die vermeintliche Rettung bemerkte ich nach einigen bangen Sekunden: Ein paar Mädels, inklusive meinem Objekt der Begierde, waren unter lautem Gegröle auf dem Weg in den Pool. Ich sah die Gelegenheit, ein paar Extrapunkte zu sammeln und gleichzeitig mein Malheur zu vertuschen. So sprang ich voll bekleidet, begleitet von einem tarzan-ähnlichen Schrei, direkt vor den Mädels in den Pool. Obwohl die Arschbombe mit besten Haltungsnoten einwandfrei gelang, hatte mein Plan einen kleinen, teuflischen Haken. Was ich nicht wusste: der Pool hatte genau unter meiner Landefläche eine Sitz-Erhöhung - quasi ein Whirlpool im Pool. Dementsprechend heftig war mein Aufprall. Zunächst hatte ich natürlich den geballten Spott der anderen Anwesenden zu ertragen, doch nach einigen Sekunden großer Schmerzen hatte ich plötzlich andere Sorgen. Ich spürte meine Beine nicht mehr. Ich begann, um Hilfe zu schreien und zog mich an den Armen aus dem Wasser. Nach einigen bangen Minuten konnte ich sie, Gott sei dank, wieder bewegen und das Gefühl kam zurück. Der Krankenwagen war jedoch schon gerufen, die Stimmung der Party im Keller. Auch wenn ich versuchte, den Vorfall herunterzuspielen, meine unbedachte Aktion bedeutete dann ein relativ rasches Ende der Veranstaltung, wie mir erzählt wurde. Ich fuhr ins Krankenhaus und wurde durchgecheckt. Als Strafe konnte ich die nächsten zwei Wochen nur unter heftigen Schmerzen sitzen, an Gehen war die ersten Tage nicht zu denken. Wie sich später herausstellte, war meine Angebetete ohnehin die Schwester des Gastgebers, die obendrein vergeben war. Ein weiteres Opfer der Aktion war mein neues Handy, das ich in meiner Hosentasche trug; es überlebte den waghalsigen Sprung leider nicht. Beichten möchte ich, dass ich jemandem gehörig seinen Geburtstag vermasselt habe, nur weil ich zu faul war, die Toilette aufzusuchen.

Beichthaus.com Beichte #00030506 vom 29.11.2012 um 15:00:39 Uhr in Graz (Heinrichstraße) (19 Kommentare).

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Das ewige Andenken

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Dummheit Last Night Sex Düsseldorf

Seit meinem 18. Lebensjahr war mir klar, dass ich ein Tattoo haben wollte. Allerdings gehörte ich nicht zu den Leuten, welche direkt ins nächste Tattoo Studio rennen und sich etwas machen lassen. Dafür hatte ich viel zu viel Respekt vor der Sache - immerhin ist es ja eine Zierde für die Ewigkeit. Es sollte auch kein Mainstream Quatsch à la Chinazeichen werden, was dann im Endeffekt vielleicht "Waschmaschine" bedeutet, sondern etwas ganz persönliches. Also ließ ich mir mit der Erfüllung dieses Wunsches zehn Jahre Zeit - mit 28 Jahren war es endlich so weit. Ich wandte mich an einen Könner, dem mehr an der Kunst lag als am Geldverdienen. Er verstand sofort, was ich wollte und erarbeitete mein Motiv mit äußerster Sorgfalt und Liebe zum Detail. Ich war wirklich glücklich und trug es voller Stolz - bis zu dieser einen Sache. Der Tätowierer und ich verstanden uns auch menschlich sehr gut und redeten oftmals sehr lange. Er hatte sich unsterblich in eine Frau verliebt, die lediglich mit ihm spielte und ich war aufgrund diverser Gründe maßlos von einem Typen enttäuscht, also zu dem Zeitpunkt Single. Eines Abends schrieben wir wieder bis spät in die Nacht, dann fragte er mich, ob ich nicht einfach zu ihm kommen möchte. Ich dachte mir noch: Boah, Mädchen, wenn da was schief läuft, hast du die Erinnerung auf Ewig auf der Pelle. Doch das war mir an diesem Abend egal: Ich habe es getan. Etwas Alkohol tat sein Übriges und wir sind im Bett gelandet. Ich muss sagen, dass es extrem gut war, aber ich war schockiert von mir selbst, da ich meine Prinzipien mit Füßen getreten habe. Nun meine Beichte: Ich hatte Sex mit einem Typen, der fast doppelt so alt war wie ich (52) - dabei stehe ich grundsätzlich nur auf jüngere. Es gab dann noch einen Beziehungsversuch, da er meinte, er hätte sich in mich verliebt. Nächster Fehler! Ich hätte damals einfach klipp und klar nein sagen müssen und das Tattoo erinnert mich immer daran, dass ich einen Menschen verletzt habe, der ohnehin schon am Boden war.

Beichthaus.com Beichte #00030503 vom 29.11.2012 um 08:20:35 Uhr in Düsseldorf (Steinstraße) (22 Kommentare).

Gebeichtet von ganjafly
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Gerechte Verteilung an Weihnachten

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Boshaftigkeit Falschheit Familie Geld Weihnachten Regensburg

Ich (m/19) bekomme seit acht Jahren von meinen Eltern kurz vor der Weihnachtszeit eine nicht geringe Summe Geld, um ihnen davon Geschenke zu kaufen. Doch um alles zu erklären, muss ich früher anfangen. In meiner Kindheit habe ich gerne selbstständig Geschenke gebastelt und diese dann meinen Eltern recht herzlich überreicht. Allerdings wurden diese einfach lieblos und ohne Anerkennung weggeschmissen. Als ich meine Eltern in der damaligen Zeit darauf angesprochen habe, meinten sie nur, dass sie dafür keinen Nutzen hätten. Für meine tollen Sachen, die ich in stundenlanger Arbeit gebastelt habe, in der Hoffnung, dass sie meinen Eltern gefallen könnten. Seitdem bekomme ich von ihnen kurz vor Weihnachten immer Geld, um ihnen etwas kaufen zu können. Der Betrag ist sogar relativ hoch, weil beide nicht schlecht verdienen. Allerdings nervt mich das alles immer noch so sehr, dass ich, anstatt etwas Teures für das Geld zu kaufen, immer in einen billigen Schmuck-Ramsch-Laden gehe, ihnen dort lieblos irgendwelche Sachen kaufe und diese dann anschließend in eine Tüte von einem Juwelier stecke, die ich noch irgendwo zu Hause rumliegen hatte. Meine Eltern meinen bis heute, all der Schmuck, den sie haben, wäre wertvoll und auch ihre Freunde komplimentieren sie durch ihre ebenfalls nicht vorhandene Ahnung.


Das restliche Geld, wovon meistens noch einiges übrig bleibt, verwende ich dann dafür, kleinen Kindern, die notdürftig erscheinen, zu Weihnachten eine kleine Freude zu bereiten. Ich weiß, es ist nicht fair gegenüber meinen Eltern. Jedoch kann ich einfach nicht damit aufhören, zu sehen, wie glücklich ich diese Kinder mache und zudem weiß ich, dass meine Eltern den Schmuck so oder so kaum tragen würden, geschweige denn, sich darüber wirklich freuen. Und wenn sie ihn dann mal tragen, merken sie eh keinen Unterschied. Obendrein tut ihnen das bisschen Geld, auch wenn es für manche eine große Summe ist, nicht weh. Um ehrlich zu sein, mir tut das alles noch nicht mal wirklich leid.

Beichthaus.com Beichte #00030500 vom 28.11.2012 um 17:47:06 Uhr in Regensburg (25 Kommentare).

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