Stinker im Bus

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Ignoranz Arbeit Bahn & Co.

Ich bin Busfahrer einer öffentlichen Linie und stehe mit dem Bus oft für ein paar Minuten an der Endstation und nutze die Zeit, um zu rauchen. Die Fahrgäste steigen dann auch schon ein - auf der letzten Tour war das erst ein junger Mann, dann ein etwas Älterer, und dann kamen drei Schulkinder, ungefähr zehn Jahre alt. Ein normaler Junge, ein normales Mädchen und dann ein sogenannter Stinker. Der Typ Kind, den jeder kennt: übergewichtig, dämliche Frisur, dümmliches Gesicht aber dann eine große Klappe. Ich saß schon wieder auf dem Fahrersitz, als der Stinker zu mir kam und fragte, ob sie noch kurz zum Supermarkt laufen könnten, um sich etwas zu trinken zu holen. Ich bejahte, weil ich noch im Zeitplan war und die Drei ließen ihre Schulsachen im Bus, um zum Supermarkt zu laufen. Zwei Minuten später sah ich dann, dass sie wieder zurückkamen, und startete den Motor - die Kids fingen sofort an zu laufen, und als sie etwa zwanzig Meter vor dem Bus waren, schloss ich die Tür und fuhr los. Ich hörte noch, wie der Stinker mir zurief, dass ich doch bitte warten solle - ich fand es aber echt lustig, wie sie versuchten, sich noch bemerkbar zu machen und mit letzter Kraft den Bus erreichen wollten. Vor allem der Stinker sah so ulkig aus, weil ihm nach ein paar Metern die Puste ausging, während die anderen noch hinter dem Bus herliefen. Ich hatte ein fettes Grinsen im Gesicht, aber einer der Fahrgäste kam dann zu mir und beschwerte sich über mein Verhalten. Immerhin hat er die Aktion ja mitbekommen.


Drei Stationen später stand dann ein Auto an der Haltestelle und die drei Kinder stiegen in den Bus! Der Stinker hatte wohl ein Auto angehalten und den Fahrer gebeten, den Bus zu überholen, damit die Kinder wieder einsteigen konnten und zu ihren Schultaschen kamen. Blöderweise ging das so schnell, dass sie es tatsächlich in den Bus geschafft haben. Wenn ich besser reagiert hätte, wäre ich auch wieder vor ihre Nase davongefahren. Nun waren sie aber allesamt im Bus und ziemlich angepisst. Vor allem der Stinker beschwerte sich lautstark, dass sein Vater Anwalt sei, und er mich verklagen würde. Leider waren dann mittlerweile schon ziemlich viele Fahrgäste im Bus, sonst hätte ich den Stinker noch verarscht und ihn an seiner Haltestelle nicht aussteigen lassen. Ergebnis der Geschichte war, dass ich nicht verklagt wurde und es keine Konsequenzen für mich gab. Ich will solche Stinker einfach nicht in meinem Bus! Diese Typen gehen nach dem Schul-Turnen nicht duschen, weil sie sich schämen, und stinken dann mit ihrem Schweißgeruch meinen Bus voll, in dem ich zehn Stunden lang hocken muss. Der soll ruhig ein paar Hundert Meter am Tag laufen, damit er abnimmt, fitter wird, und sich nach dem Sport in die Dusche traut. Solange er aber ein Stinker bleibt, werde ich alles dafür tun, damit er nicht mit dem Bus fährt, wenn ich der Fahrer bin. Er muss irgendwann auch lernen, dass niemand Bock auf eklige Typen hat, und dass sein Vater ihm nicht wegen jeder Kleinigkeit behilflich sein kann. Besser wird es für ihn sein, wenn er normal wird, sein Stinker-Dasein ad acta legt und nicht auf große Klappe macht. Dann warte ich auch das nächste Mal, damit er den Bus erreicht.

Beichthaus.com Beichte #00032654 vom 01.02.2014 um 00:55:12 Uhr (47 Kommentare).

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Die Disziplin der Fahrgäste

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Engherzigkeit Zorn Bahn & Co. Wien

Die Disziplin der Fahrgäste
Ich bin seit fast zehn Jahren Straßenbahnfahrer. Ich fahre gerne, was mich aber stört, ist die Disziplin der Fahrgäste. Ich versuche jeden, der noch angerannt kommt, mitzunehmen - bloß irgendwann muss auch ich mal losfahren. Es gibt Haltestellen, an denen könnte ich fünf Minuten lang stehen und es würden immer noch Leute angerannt kommen, die unbedingt noch mitfahren wollen. Einfach weil sie keine drei Minuten auf die nächste Straßenbahn warten können. Die Fahrzeiten sind ohnehin schon sehr kurz bemessen und meine Pause verlängert sich durch die Wartezeiten an der Haltestelle auch nicht unbedingt. Und fährt man dann doch los, nachdem man noch den siebten angerannten Fahrgast hat einsteigen lassen, kann man sich von dem "Zurückgelassenen" - aber oft auch von den Fahrgästen im Zug - die nettesten Dinge anhören. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, die Fahrgäste zu disziplinieren. Solche, die rücksichtslos bei Rot über die Straße laufen, oft sogar noch ihre Kinder an der Hand haben und damit andere Verkehrsteilnehmer und sich selbst massiv gefährden, nur weil sie unbedingt noch mitfahren wollen, lasse ich über die Straße, und wenn sie dann vor der Tür stehen, fahre ich los. Ich werde nie verstehen, dass man sich absichtlich in Gefahr begibt, nur weil man nicht noch drei Minuten warten kann. Es tut mir leid, da ich mit meinem Verhalten bestimmt viele Menschen verärgere, aber ich denke in der heutigen Zeit kann man nur so einen Lerneffekt bei den Menschen erreichen. Ich bitte um Vergebung für mein Verhalten.

Beichthaus.com Beichte #00032651 vom 30.01.2014 um 10:51:54 Uhr in 1070 Wien (Kaiserstraße) (26 Kommentare).

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Tapete in der Nase

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Drogen Lügen Boshaftigkeit Silvester Wuppertal

Eines schönen Silvesters war ich auf einer Feier eingeladen, die an sich gut anfing. Mit gemütlichem Essen und ein paar Flaschen Bier - so weit, so gut. Im Verlaufe des Abends trafen jedoch Gesellen aus meiner Jugend ein, mit denen ich den einen oder anderen Joint geraucht, aber seitdem wenig zu tun hatte. Irgendwann wurde ich vom Gastgeber gefragt, ob ich mir denn nicht auch "eine Nase" ziehen wollte. Das letzte Pep war einige Jahre her, aber ich erinnerte mich wohl, dass man dadurch so gut wie keine Trunkenheit mehr wahrnimmt, wach und voller Tatendrang ist. Etwa zwei Drittel der Gäste hatte wohl schon eine Line gezogen, also stimmte ich ein - und es erwachte der Tatendrang. Der kümmerliche Rest an Amphetamin war des Aufhebens nicht besonders viel wert, aber ein weiterer Gast wollte "etwas ziehen" und wurde auf etwas Wandfarbe aufmerksam, die so langsam im Badezimmer von der Wand auf das Badezimmerregal rieselte. Wegen der großen Stücke ist ihm wohl bewusst geworden, dass es sich hierbei nicht um Pep handelte, sondern um irgendetwas anderes.


Unter dem Vorwand, pinkeln zu müssen, nutzte ich die Gelegenheit, die Substanz zu zerkleinern. Ich rief einen der Konsumenten herbei, es sei noch "eine Nase klar" und "er könne sie sich ziehen". Mittelfristig schabte ich mit einer Rasierklinge mehr und mehr Farbe von der Wand und präsentierte sie irgendeinem Gast als frisches Pep, das irgendwer anderes gerade ausgestreut hatte. Unter immer interessanteren Geschichten - wir haben uns gerade was gezogen, der und der hat was mitgebracht, oder sogar, dass wir ein Tütchen unter einem Handtuch entdeckt hätten - bewegte ich also etwa zehn Leute dazu, sich Tapete durch die Nase zu ziehen. Ich beichte also, dass ich ehemalige Bekannte, die total drauf waren stundenlang dazu animiert habe, die Tapete des Gastgebers zu konsumieren.

Beichthaus.com Beichte #00032649 vom 31.01.2014 um 00:20:20 Uhr in 42103 Wuppertal (Hofaue) (15 Kommentare).

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Ausgrenzung als Anti-Alkoholiker

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Zorn Aggression Trunksucht Gesundheit Familie Seligenstadt

Ausgrenzung als Anti-Alkoholiker
Meine Oma ist letztes Jahr an einer Leberzirrhose gestorben. Eigentlich kein Wunder, denn bei jeder Gelegenheit wurde bei meinen Großeltern ein Schnäpschen getrunken. Selbst bei ihrer Beerdigung wurde ihr Lieblingslikör reichlich ausgeschenkt. Ich (m/30) gelte als Sonderling in der Familie, weil ich eher selten etwas trinke. Und das nicht erst seit dem Tod meiner Großmutter. Ein bis zweimal im Jahr findet ein großes Familientreffen mit sämtlicher Verwandtschaft statt. So auch am letzten Wochenende. Seitdem ich denken kann, kommt im Verlauf des Abends dann jedes Mal der Vorwurf, was ich denn für ein komischer Kauz wäre und warum ich immer noch keinen Alkohol trinken würde. Dieses Mal hat es mir gereicht. Ich bin aufgestanden und habe das Familienoberhaupt angeschrien, dass ich mich sicher nicht dafür rechtfertigen muss, wenn ich keinen Alkohol trinken will. Eher müssten sich alle Anwesenden Gedanken machen, ob man nach dem Tod meiner Oma mal etwas kürzertreten sollte. Aber scheinbar haben alle schon ihr Gehirn weggesoffen. Es tut mir leid, dass ich so ausfallend geworden bin. Allerdings ändert das an meiner Meinung nichts. Mir schmeckt das Zeug einfach nicht und mir geht es danach dreckig. Ich sehe einfach keine Vorteile, die für den Alkoholkonsum sprechen würden.

Beichthaus.com Beichte #00032647 vom 30.01.2014 um 08:16:37 Uhr in Seligenstadt (36 Kommentare).

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Der Weltenbummler

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Verzweiflung Begehrlichkeit Dummheit Hass Ex

Ich habe seit einiger Zeit wieder Kontakt zu meinem Ex. Wir hatten uns fast ein Jahr lang nicht mehr gesehen. In der Zwischenzeit hatte er sich aber bei mir gemeldet, irgendwann reagierte ich darauf und erfuhr, dass er für eine ganze Zeit ins Ausland gehen würde. Deswegen traf ich mich mit ihm und wir hatten Sex. So ganz typisch. Ich wollte es auch so. Nur ein letztes Mal miteinander schlafen, mehr nicht. Er meinte aber, mir ausgerechnet jetzt all seine Gefühle offenbaren zu müssen. Unter anderem auch, dass er mich immer noch mag. Ich hielt nicht viel davon und ging. Daraufhin hatten wir wieder ein paar Monate keinen Kontakt, bis ich mich schließlich bei ihm meldete, weil ich es einfach nicht mehr aushielt, ohne ihn zu sein. Ich hatte einfach noch viele Fragen. Seitdem schreiben wir uns täglich und es läuft eigentlich alles super. Nicht mehr lange, dann ist er wieder da und wir können endlich wieder zusammen sein. Ich freue mich auch schon extrem. Aber ich möchte hier ja etwas beichten und das ist Folgendes:


Ich bin dumm genug, mich noch mal auf ihn einzulassen, obwohl ich genau weiß, dass er früher oder später wieder abhauen wird, weil er auf der unendlichen Suche nach sich selbst durch die Kontinente streift. Mit anderen Worten weiß ich, dass er mir wieder das Herz brechen wird, was bisher noch niemand außer ihm geschafft hat, und lasse es einfach zu. Wirklich, wie dumm bin ich denn? Ich verstehe es nicht, warum kann ich keinen normalen Kerl mögen, der weiß, was er will? Ach, ich hasse ihn. Ich hasse ihn für das, was er mir einmal angetan hat. Ich hasse ihn dafür, dass er es wieder tun wird. Ich hasse ihn dafür, dass ich das weiß, aber mich nicht von ihm losreißen kann. Ich hasse ihn dafür, dass er für mich einfach der perfekteste Mensch dieser Welt ist. Ich hasse ihn dafür, dass ich ihn, obwohl ich es nicht will, immer mögen werde. Und ich hasse ihn dafür, dass ich wegen ihm so verzweifelt bin.

Beichthaus.com Beichte #00032643 vom 29.01.2014 um 20:18:54 Uhr (20 Kommentare).

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