Kein Wort über die Krankheit

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Engherzigkeit Verzweiflung Gesundheit

Momentan befinde ich mich in einer ziemlich beschissenen Lage. Ich studiere Germanistik und Geschichte und bin 23 Jahre alt. Vor ein paar Monaten hat es angefangen, in der Bauchgegend ziemlich stark zu krampfen. Ich dachte, das wäre nur das typische Anzeichen dafür, dass ich meine Periode bekomme, aber hinzu kam, dass ich ständig Durchfall und dann wieder üble Verstopfungen hatte und als ich eines Tages in meinem Stuhlgang Blut entdeckte, dachte ich, es wäre Zeit, zum Arzt zu gehen. Das habe ich dann auch getan und nach einigen Bluttests, einer Stuhlprobe und zwei weiteren Arztbesuchen für einen Ultraschall und einer unangenehmen Darmspiegelung, sagte mir der Arzt, dass ich Darmkrebs habe. Ich fiel aus allen Wolken und mein Leben veränderte sich schlagartig. Statt über den Lehrbüchern zu hängen und zur Uni zu gehen, ist die Arztpraxis, beziehungsweise das Krankenhaus zu meinem Zweitwohnsitz geworden. Der Krebs hat schon längst Fernmetastasen gebildet und meine Leber und meine Lunge angegriffen. Zuerst musste ich eine Chemotherapie machen, um zu versuchen, die Metastasen und den eigentlichen Tumor klein zu halten oder vielleicht sogar zu verkleinern, um ihn dann operieren zu können. Mir ging es so schlecht in der Zeit und nach der OP war klar, dass es nicht möglich ist, alles operativ zu entfernen, ohne zu viel gesundes Gewebe zu zerstören, das ich brauche, damit meine Organe weiterhin selbstständig arbeiten. Mittlerweile stecke ich in der zweiten Chemotherapie. Ich kotze im Minutentakt nach den Infusionen, mir fallen die Haare aus und ich habe unerbittlichen Durchfall. Meine Eltern wissen davon nichts. Wir sehen uns sowieso selten und deshalb kriegen sie das auch nicht zufällig mit. Mein Studium musste ich an den Nagel hängen und es fällt mir von Tag zu Tag schwerer, daran zu glauben, dass es nochmal irgendwie besser wird. Ehrlich gesagt, habe ich mich schon damit abgefunden, bald zu sterben. Ich beichte, dass ich es nicht übers Herz bringe, meinen Eltern zu sagen, dass ihre älteste Tochter bald stirbt und ihnen damit die Chance verwehre, für mich da zu sein oder sich mit dem Thema auseinander zu setzen und sich darauf vorzubereiten. Ich weiß, sie werden so oder so traurig sein, aber ich will nicht, dass sie mich so sehen und mit mir mitleiden müssen. Vielleicht ist das sogar egoistisch, aber ich kann es einfach nicht und es tut mir jetzt schon unendlich weh, dass sie solch einen Schicksalsschlag erleiden müssen.

Beichthaus.com Beichte #00030874 vom 12.03.2013 um 18:02:10 Uhr (25 Kommentare).

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Die Nacht, die mich veränderte

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Gewalt Missbrauch Feigheit Verzweiflung Ex Frankfurt am Main

Die Nacht, die mich veränderte
Ich habe das Folgende noch nie jemandem erzählt und habe es auch in Zukunft nicht vor, aber es liegt mir einfach auf der Seele. Ich bin 16 und weiblich und eigentlich ein ganz normaler deutscher Durchschnitts-Teenager. Etwas unterscheidet mich aber von meinen Altersgenossen: […]
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Beichthaus.com Beichte #00030870 vom 11.03.2013 um 22:54:14 Uhr in Frankfurt am Main (Philosophenweg) (43 Kommentare).

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Meine imaginären Freunde

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Lügen Verzweiflung Familie Frankfurt

Meine imaginären Freunde
Meine Beichte hat ihren Anfang vor etwa zwei Monaten. An einem sonst nicht weiter erwähnenswerten Freitagabend saß ich in meinem Zimmer vor dem Rechner und vertrieb mir irgendwie die Zeit, als mein Vater reinkam und mich fragte, ob ich nicht was mit meinen Freunden unternehmen wolle oder sonstige Pläne für mein Wochenende hätte, was ich verneinte. Das Gespräch ging dann noch eine Weile weiter, wobei er mich immer wieder nach Freunden und vor allem Mädchen fragte. Irgendwie habe ich es geschafft, seinen Fragen insofern auszuweichen, dass ich vermeiden konnte, ihm ins Gesicht sagen zu müssen, dass ich eigentlich keine Freunde habe und meine Erfahrungen mit Mädchen sich auf eine eher kurze Pseudo-Beziehung im Alter von 14 Jahren beschränken. Zu meiner Verteidigung könnte ich hier sagen, dass meine Familie sehr oft umziehen muss aufgrund des Jobs meines Vaters und ich deshalb nie wirklich "Wurzeln schlagen" konnte oder so was in der Art. Längere Freundschaften als ein Jahr hatte und habe ich nicht. Außerdem hat mich auch seit dem letzten Umzug vor einem halben Jahr irgendwie die Motivation verlassen, mich in diese Richtung zu engagieren, weil das Ende ja schon von vornherein absehbar ist und mir deshalb die ganze Angelegenheit leicht zwecklos erscheint. Ganz verbergen konnte ich meine Situation dann jedoch wohl doch nicht, weil mein Vater dann zwar glücklicherweise irgendwann klein beigegeben hat, sich jedoch nicht hat nehmen lassen, mir sein Auto anzubieten, sollte ich doch noch irgendwas unternehmen wollen. Nachdem ich dann eine Weile weiter meine Zeit verplempert hatte, bin ich irgendwann in die Küche gegangen, um mir was zu trinken zu machen. Als ich dabei an unserem Wohnzimmer vorbei kam, habe ich meinen Vater schluchzen oder leise weinen hören, wie auch immer man das genau nennen mag, es war jedenfalls klar als traurig auszumachen. Um ihn nicht zu blamieren, habe ich dann nur um die Ecke ins Zimmer geschaut, um herauszufinden, was denn los sei. Und dabei ist mir dann aufgefallen, dass mein vorhin in Anspruch genommenes schauspielerisches Talent wohl doch nicht im Ansatz so ausgeprägt ist, wie ich gedacht hatte, weil mein Vater auf der Couch saß mit seinem Freitag-Abend-Whiskey und sich das einzige Bild, das es von mir aus meiner Kindheit gibt, anschaute. Zugegeben, dass mag schon leicht abgedroschen klingen, aber selbst mir ist aufgefallen, woran es wohl liegen kann, wenn mein Vater sich das einzige Bild seines Sohnes als Strahlemann traurig anschaut.
Da ich mit der Situation so erst mal nicht umgehen konnte, habe ich mich mit meinem Trinken dann wieder in mein Zimmer geschlichen und bin dann auch erst wieder nach einer halben Stunde ins Wohnzimmer gegangen, wo sich mein Vater zum Glück mittlerweile wieder gefangen hatte. Ich habe ihn dann nach den Schlüsseln für sein Auto gefragt, weil sich imaginäre Freunde noch kurzfristig gemeldet hatten und wir was trinken gehen wollten. Das scheint ihn wirklich gefreut zu haben, denn so glücklich habe ich ihn schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Nachdem er mir dann freudestrahlend einen schönen Abend gewünscht hatte, bin ich dann losgefahren bis zu einem fünf Kilometer entfernten Wald, habe mich auf einen Parkplatz dann in den Kofferraum geschlichen und dann da den Rest der Nacht gepennt. Am nächsten Morgen habe ich dann noch ein paar Zigaretten abbrennen lassen, damit meine Klamotten auch einigermaßen glaubhaft nach Barbesuch gerochen haben und bin dann heimgefahren und habe meinen Eltern die tollsten Geschichten von meinen Freunden Lukas und Marius erzählt. Dass ich eine Nacht unangemeldet bei Freunden verbracht hatte, schien sie nicht einmal im Ansatz zu stören, sondern tatsächlich zu freuen.
Nun zu meiner eigentlichen Beichte: Solche Aktionen mache ich seitdem wöchentlich, wobei ich mir ständig neue Geschichten und angebliche Bekanntschaften ausdenke, mittlerweile ist sogar eine Marie hinzugekommen, mit der ich angeblich gemeinsam Mathe habe und in die ich mich ein wenig verguckt habe. Es tut mir ja einigermaßen leid, meine Eltern so dreist anzulügen, aber ich sehe ja, wie glücklich sie das macht.
Und ganz im Ernst, ich kann ihnen ja wohl kaum erzählen, dass ich seit den letzten zwei Jahren meine Tage nur noch damit verbringe, darauf zu warten, müde genug zum Einschlafen zu werden. So wie meinen Vater schon mein Mangel an sozialen Kontakten aus der Bahn wirft, würde das bestimmt zu einer ausgewachsenen Krise führen. Und davon profitiert ja auch keiner. Sollte es jemand tatsächlich geschafft haben, sich das alles durchzulesen, dann hoffe ich, dass er vielleicht ein wenig Verständnis für mich aufbringen kann; wenn nicht, hat es trotzdem gut getan, sich das alles mal von der Seele zu schreiben.

Beichthaus.com Beichte #00030868 vom 10.03.2013 um 21:49:37 Uhr in Frankfurt (Kaiserstraße) (33 Kommentare).

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Der Vater fehlt

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Verzweiflung Drogen Familie Gesellschaft

Ich (m/16) muss beichten, dass ich zur Zeit mein Leben nicht auf die Reihe bekomme und jeden Tag zusehen muss, wie es immer weiter bergab geht. Alles fing vor drei Monaten an, als mein Vater, mit dem ich wohl das beste Verhältnis hatte, das man sich vorstellen kann, […]
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Beichthaus.com Beichte #00030855 vom 06.03.2013 um 02:41:55 Uhr (25 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Offline Freunde, Online Feinde

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Hass Verzweiflung Internet

Offline Freunde, Online Feinde
Ich beichte, dass ich herausgefunden habe, dass eine andere Beichthaus-Userin, mit der ich hier ziemlich oft aneinander gerate, über die ich mich immer tierisch aufrege und die mir hier mega unsympathisch ist, eine gute Freundin von mir ist. Sie saß letztens in der […]
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Beichthaus.com Beichte #00030853 vom 05.03.2013 um 16:25:25 Uhr (25 Kommentare).

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