Freundschaft mit Gefühlen

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Begehrlichkeit Feigheit Verzweiflung

Ich habe vor knapp zwei Jahren Gefühle für eine sehr gute Freundin entwickelt, welche sich im Laufe der Zeit auch gesteigert und gefestigt haben. Ich möchte diese Freundschaft allerdings nicht durch meine Gefühle kaputtmachen. Es gab zwischen uns zwar auch durchaus schon Situationen, die man als mehr als freundschaftlich interpretieren könnte, aber ich bin mir relativ sicher, dass sie keine überfreundschaftlichen Gefühle für mich hat. Meine eigentliche Beichte ist aber nun, dass ich vermutlich nie herausfinden werde, ob sie Gefühle für mich hat, weil ich mich einfach nicht traue, ihr meine Gefühle zu gestehen. Eigentlich hatte ich damit auch noch nie ein Problem, aber ihr gegenüber bin ich diesbezüglich sehr schüchtern.

Beichthaus.com Beichte #00033949 vom 16.09.2014 um 01:14:23 Uhr (9 Kommentare).

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Das Mädchen mit dem Koffer

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Begehrlichkeit Hochmut Engherzigkeit Falschheit Bahn & Co.

Ich möchte beichten, dass ich oberflächlich bin. Ich habe letztens, als ich aus dem Zug gestiegen bin, ein Mädchen mit einem großen und allem Anschein nach auch genauso schweren Koffer gesehen. Ich habe mir dann vorgenommen, ihr auf jeden Fall bei den Treppen zu helfen - ihr wisst bestimmt, wieso. Aber dann, ich stand nur noch einen Meter weg, hat sie sich umgedreht und sie war doch nicht so von Schönheit gesegnet wie ich anfangs annahm, also habe ich mich sofort von meinem Vorhaben verabschiedet und bin weitergelaufen. Naja, man kann nicht alles haben. Hoffentlich passiert so etwas später trotzdem noch einmal - aber dieses Mal soll sie besser aussehen.

Beichthaus.com Beichte #00033947 vom 15.09.2014 um 21:30:21 Uhr (14 Kommentare).

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“Beichte

Patenschaft für ein Kind in Afrika

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Trunksucht Zwang Geld Kinder

Ich habe im total besoffenen Zustand - fragt mich nicht, wie ich auf diese Seite kam - eine Kinderpatenschaft für einen Jungen in Afrika abgeschlossen. Und obwohl ich rechtlich keine Verpflichtung habe, bringe ich es moralisch nicht übers Herz, das Ganze zu kündigen. Das läuft jetzt schon über ein Jahr und wir schreiben uns sogar Briefe.

Beichthaus.com Beichte #00033936 vom 13.09.2014 um 14:35:36 Uhr (12 Kommentare).

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Hobbydealerin mit Drogensammlung

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Betrug Morallosigkeit Engherzigkeit Drogen

Ich (w/19) mache im Moment eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-Technischen Assistentin. Das wird von Berufsfachschulen angeboten, was heißt, dass ich im Prinzip den ganzen Tag normalen Unterricht habe. Also Vollzeitunterricht, nicht wie bei betrieblichen Ausbildungen. Demnach haben wir auch viele Fächer, in denen wir auch Arbeiten schreiben müssen, Hausaufgaben haben und so weiter. Eines meiner Fächer heißt Botanik und da geht es zum Großteil darum, dass wir Pflanzen mikroskopieren und erkennen müssen. Ein besonderer Teil des Unterrichts ist, dass wir alle untersuchten Pflanzen in einer sogenannten "Drogensammlung" aufbewahren müssen. Zur Erklärung: Drogen im botanischen Sinne sind getrocknete Pflanzen oder Pflanzenteile. Also zum Beispiel so etwas wie Malvenblüten, Hibiskusblüten, Baldrianwurzel oder Brennnesselkraut. Also nicht die sonst übliche Vorstellung des Begriffs "Droge." Nun war es so, dass wir in Botanik eine Arbeit angekündigt bekommen haben und ein Teil davon war, dass wir unsere gesammelten Drogen erkennen mussten. Das läuft in etwa so ab: Man bekommt zum Beispiel fünf verschiedene Krautdrogen vorgesetzt und muss dann bei allen erkennen, um was es sich handelt. Man muss auch noch anderes Zeug wissen, wie den lateinischen Namen, Stammpflanze, Familie, Gewinnung, Inhaltsstoffe, pharmazeutische Verwendung und so weiter. Das ist aber auch gar nicht das Schlimme, schließlich kann man das einfach auswendig lernen. Das wirklich schwierige ist das Erkennen, da das meiste echt einfach nur grünes und braunes Gedöns ohne besondere Merkmale ist. Blüten erkennt man gut, aber da hört es auch schon auf. Kräuter, Wurzeln, Rinden, Blätter - sieht echt vieles auf den ersten Blick gleich aus. Das bedeutet, dass man sich hinsetzen und sich für jede Droge irgendein Erkennungsmerkmal raussuchen muss.


Jetzt zur eigentlichen Beichte: Da mir das alles ziemlich schwerfällt, habe ich wirklich die ganze Woche jeden Tag meinen Hefter mitgeschleppt, um während der halbstündigen Busfahrt zur Schule und wieder zurück lernen zu können, so auch gestern. Mein Hefter sieht so aus, dass vorne drauf groß und fett "Drogensammlung" steht. Meine Drogen bewahre ich in kleinen, wiederverschließbaren Plastikbeuteln auf, die ich mit Büroklammern an dem jeweiligen Steckbrief der Pflanze befestigt habe. Nach Schulschluss bin ich wie immer zur Bushaltestelle gegangen. Dort saß neben einem jungen Kerl mit seinem Hund, den ich so auf mein Alter schätze, niemand weiter. Ich hatte den Kerl noch nie gesehen, aber ich gehe davon aus, dass er nicht auf einen Bus wartete, denn neben ihm standen drei leere Bierflaschen und eine vierte hielt er in der Hand. Er hat dort wohl nur gegammelt. Er saß auf der linken Bankreihe, sodass ich mich auf die rechte setzte. Ich habe versucht, ihn zu ignorieren und da ich immer 15 Minuten auf meinen Bus warten muss, holte ich meinen Hefter raus. Er hat mich erst nur aus dem Augenwinkel beobachtet, doch er muss das "Drogensammlung" auf dem Hefter gelesen haben, denn plötzlich stierte er mich regelrecht an und sah mir einen Moment schweigend zu, wie ich durch die ganzen Blätter und Kräuter blätterte. Auf einmal meinte er "nette Sammlung" und ich habe ihn erst einmal nur verdutzt angeglotzt. Ich habe dann nur gelächelt und wieder in meinen Hefter geschaut. Dann war wieder Ruhe, doch ein paar Seiten weiter schlug ich meine Stärkearten auf. Dazu muss man sagen, dass es vier davon gibt (Kartoffel-, Weizen-, Mais- und Reisstärke), bei allen handelt es sich um weißes Pulver.


Das heißt also, für den unwissenden Kerl waren das in dem Moment nur vier Plastiktütchen mit einem weißen Pulver drin. An was er gedacht hat, muss ich wohl nicht weiter erläutern. Jedenfalls fragte er plötzlich, wie viel ich dafür haben wolle. Ich wusste erst nicht, was er meint, doch dann zeigte er auf meine Stärke und es hat so zwei, drei Sekunden gedauert, aber plötzlich traf es mich wie ein Schlag, dass man mich hier anscheinend für eine Hobbydealerin hielt! Ich war wirklich geschockt und habe dann versucht, mich irgendwie rauszureden, aber jetzt stand er auf und kam direkt zu mir und ich habe meinen Hefter schon reflexartig an mich gedrückt. Er fing weiter an zu erzählen, dass er schon seit zwei Tagen nichts mehr genommen hätte und Nachschub braucht. Ich war echt hilflos und habe ihn gebeten, mich einfach in Ruhe zu lassen. Wie aus heiterem Himmel hielt er mir plötzlich 50 Euro unter die Nase. Ich weiß nicht, was in diesem Moment passiert ist. Es war, als stünde ich neben mir und könnte mir nur dabei zusehen. Wie in Trance griff ich den Geldschein und hielt ihm dann eines meiner Tütchen hin. Das alles lief völlig kommentarlos ab, und nachdem der Austausch vollzogen war, machte er kehrt, nahm seinen Hund und verschwand.


Ich habe meiner Lehrerin heute gesagt, ich hätte meine Stärke irgendwo verlegt und durfte mir ein neues Tütchen abfüllen. Ich weiß wirklich auch jetzt noch nicht, welcher Teufel mich da geritten hat und es tut mir leid. Ich beichte also, einem Drogenabhängigen Reisstärke für 50 Euro angedreht zu haben. Und das vermutlich auch noch viel zu billig.

Beichthaus.com Beichte #00033933 vom 13.09.2014 um 01:03:22 Uhr (15 Kommentare).

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Vom Zugbegleiter und den Schwarzfahrern

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Falschheit Engherzigkeit Hochmut Morallosigkeit Bahn & Co. Ottbergen

Ich arbeite seit fast drei Jahren als Zugbegleiter der Nordwestbahn und gestehe, dass ich mich insgeheim stets freue, Schwarzfahrern zu begegnen. Dass jemandem sein Job Spaß macht, ist ihm normalerweise ja nicht anzurechnen, allerdings stellt es für mich inzwischen eine kleine Herausforderung dar, die einsteigenden Fahrgäste so schnell wie möglich zu kontrollieren - dies sorgt für etwas Abwechslung in meinem ansonsten eher eintönigen Job. Wenn ich Glück habe, schaffe ich es dann manchmal zu Fahrgästen, die gerade dabei sind ihren Fahrschein herauszusuchen, um ihn am Stempler zu entwerten, oder die gerade zum Automaten oder zum Stempler laufen. Da der Zug dann ja schon angefahren ist, besitzen diese Fahrgäste also laut Paragraph 12 der Eisenbahnverkehrsordnung zu Beginn der Fahrt keinen gültigen Fahrtausweis, weswegen ich ihnen dann auch häufig ein erhöhtes Beförderungsentgelt ausstelle. Manche beklagen sich zwar darüber, dass sie noch gar keine Zeit gehabt hätten, die Fahrkarte abzustempeln, aber dann müssen sie halt zusehen, dass sie diese gleich beim Einstieg bereithalten und dann direkt stempeln oder zum Automaten gehen und nicht erst rumtrödeln: Schließlich fahren sie sonst zu Beginn der Fahrt schwarz, wenn der Zug anfährt.


Ehrlich gesagt habe ich auch keine Lust, lange mit den Fahrgästen darüber zu diskutieren. Ich finde, man kann denen ruhig mal einen Denkzettel verpassen, dass sie sich nächstes Mal mehr beeilen und etwas mehr darum kümmern und rechtzeitig darum bemühen, ein abgestempeltes Ticket vorzuzeigen. Es erst während der Kontrolle zu entwerten ist zu spät, auch wenn die Kontrolle gleich zu Beginn stattfindet. Manche Fahrgäste sind auch entsprechend etwas frech geworden, aber das ist schließlich nicht mehr meine Sache - selbst schuld. Ein paar fragen mich dann auch danach, ob ich mich auch als Personal ausweisen kann, aber ich höre selten auf sie. Ich meine, ich stehe doch mit meinem Apparat vor ihnen und ziehe mich immer schick an, da ist es doch unverschämt mir vorzuwerfen, dass ich ein Betrüger oder Scharlatan sei - und schließlich sehen die Fahrgäste dann ja auch auf ihrer Fahrpreisnacherhebung meine Kontrollnummer. Da brauche ich ihnen gar nicht meine Dienstmarke zu zeigen, immerhin gehen meine persönlichen Daten die gar nichts an, die brauchen auch nicht meinen Namen von der Marke erfahren. Zumal wir uns sowieso nicht mit einem Personalausweis oder Ähnlichem ausweisen müssen. Meinen Namen habe ich denen grundsätzlich auch nicht zu nennen, unsere Kontrollnummer reicht da bereits völlig aus. Manchmal tut es mir leid, dass ich darauf so wenig Rücksicht nehme, und ich sehe auch ein, dass ich da etwas überpenibel bin und mich etwas rücksichtsvoller gegenüber den Fahrgästen verhalten könnte. Es tut mir leid, dass mich die verdutzten und verärgerten Gesichter der überraschten Fahrgäste, die gerade zugestiegen sind, innerlich erfreuen, aber schließlich habe ich, strikt nach Vorschrift, recht.

Beichthaus.com Beichte #00033928 vom 12.09.2014 um 12:12:57 Uhr in 37671 Ottbergen (Bahnhofstraße) (34 Kommentare).

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