Profit ohne Rücksicht auf Mensch und Natur

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Feigheit Morallosigkeit Verzweiflung Studentenleben

Ich war schon als Kind sehr von Technik aller Art begeistert. Ich habe jegliches Spielzeug in seine Einzelteile zerlegt - egal, ob ich es wieder zusammensetzen konnte oder nicht. Natürlich habe ich mich besonders für Computer interessiert und wie man die Kiste schneller und besser machen könnte. Zum Glück haben meine Eltern nicht immer den neuesten Schrott angeschafft - das sage ich jedenfalls jetzt. Damals lag ich ihnen stundenlang damit in den Ohren, wie lahm unser PC doch sei. Meine Schullaufbahn ist vorwiegend technisch geprägt und ich bin jetzt mitten in einem Studium dieser Richtung. Im letzten Jahr habe ich allerdings damit angefangen, vieles zu überdenken. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass wir alle viel zu sorglos mit unserem Planeten und den Rohstoffen umgehen. Vor allem was Elektronik angeht: Geplante Obsoleszenz, ständig neue Geräte, die verkauft werden müssen und auch Elektroschrottlager irgendwo in Afrika sind keine Märchen. Natürlich musste ich nicht ein Jahr lang nachdenken, um dahinter zu kommen, aber ich habe beschlossen, zumindest meinen Lebensstil etwas zu verändern und versuche, nicht so viele Ressourcen in Müll zu verwandeln. Das Problem ist, dass ich nach meinem Studium davon leben werde, dass viele andere Menschen so leben und ich ein schlechtes Gewissen dabei habe, diesen Wahnsinn zu unterstützen. Das nagt zurzeit sehr an meiner Motivation fürs Studium und ich habe bereits viel versäumt. Dadurch werde ich wohl länger brauchen und liege meinen Eltern länger auf der Tasche. Das tut mir sehr leid.

Andererseits weiß ich auch nichts anderes mit mir anzufangen. Ich würde gerne anderen Menschen helfen, habe aber keine Ahnung, wie. Ich kann mir nicht vorstellen, einen künstlerischen Beruf zu ergreifen und auch im Sozialbereich habe ich Schwierigkeiten. Das Ziel, das ich mir jetzt gesteckt habe, ist, mal mein Studium abzuschließen. Vielleicht werde ich danach im Energiebereich tätig und kann etwas dazu beitragen, den Energieverbrauch zu reduzieren. Oder auch für den Datenschutz. Das ist zwar nicht mein Traumziel, aber eben ein Kompromiss. Ich möchte beichten, dass ich aufgrund des Weges, den ich mit 15 eingeschlagen habe, zu einem gierigen, leistungsorientierten Arsch ausgebildet werde, der Profit ohne Rücksicht auf Mensch und Umwelt macht. Ständig höre ich, wie toll mein Studium ist und dass ich es einmal weit bringen, viel Geld verdienen, und einen sicheren Job bekommen werde. Und ich denke ständig, dass ich das eigentlich gar nicht mehr will. Es tut mir leid, dass ich nicht den Mut aufbringe, etwas anderes aus mir zu machen.

Beichthaus.com Beichte #00032601 vom 21.01.2014 um 01:01:03 Uhr (31 Kommentare).

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Selbstzweifel zerstören die Beziehung

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Eifersucht Verzweiflung Dummheit Selbstsucht Partnerschaft Wien

Ich (w/20) bin kurz vorm Verzweifeln. Vor knapp einem dreiviertel Jahr habe ich meinen jetzigen Freund kennengelernt. Wir sind bereits seit knapp sechs Monaten zusammen und ich bin seitdem die glücklichste Person der Welt. Mein Freund ist ein sehr sozialer Mensch, denn er versteht sich mit jedem und hat viele liebenswerte Freunde, die ich mittlerweile auch kenne. Was mich aber eigentlich ein wenig ärgert, ist, dass sehr viele weibliche Personen in seinem Freundeskreis sind. Normalerweise bedeutet so etwas ja nichts, allerdings bin ich, obwohl mein Freund mir immer und immer wieder sagt, dass ich für ihn die schönste Person auf der Welt sei, eifersüchtig auf einige der Mädchen. Zum einen, weil ich kein Selbstwertgefühl habe und zum Anderen, weil ich mich immer als schlechter behaupte und fühle, als ich eigentlich bin. Erst letztens bin ich ihn sehr böse angegangen und habe gemeint, er solle doch lieber mit dem anderen Mädchen tanzen, weil sie doch viel besser ist. Er tut alles für mich - und obwohl diese Aussage sehr kindisch war und vor Eifersucht triefte, hat er trotzdem so getan, als hätte er es nicht gehört.


Wir haben uns neulich darüber unterhalten, weil ich ihn drauf ansprach, ob ich irgendetwas falsch mache. Und er meinte nur, dass ich unsere schönen Tage immer ruiniere, wenn ich wieder mit so einer Kleinigkeit anfange und ihm dann nicht mitteilen kann, was los ist. Denn dann keife ich ihn nur an, zucke mit den Schultern und vermeide jeglichen Blickkontakt. Und jedes Mal schwöre ich mir, dass ich das nicht erneut tun möchte. Ich vertraue ihm schließlich und glaube ihm, da er wahnsinnig ehrlich ist. Aber das schaffe ich dann nur einen Monat lang und dann ist alles wie vorher. Ich weiß nicht, woran das liegt. Ich würde alles für ihn tun und muss sogar sagen, dass es die erste Beziehung mit Vertrauen ist. Ich habe keine Angst, dass er mir fremdgeht, denn wir reden wirklich über alles und er erlaubt mir auch auf seinem Handy mitzulesen, wenn er jemandem schreibt. Aber ich habe Angst, dass er mich verlässt, weil ich immer und immer wieder den Tag ruiniere indem ich wieder Kind spiele. Letztens hat er mir gesagt, dass ich recht damit habe, dass er viele weibliche Freundinnen hat und er diese sehr schätzt - aber er fühle sich noch zu keiner Freundin so hingezogen wie zu mir, sonst wäre er ja mit einer von ihnen zusammen. Ich glaube ihm das. Aber meine Selbstzweifel sind stärker als die unzähligen Male, in denen er sagt, dass ich das Beste in seinem Leben bin. Ich schaffe es einfach nicht, dass seine Worte mehr Gewicht haben als meine Selbstzweifel. Ich möchte also beichten, dass ich eine tolle Beziehung dadurch zerstöre, dass ich kindisch, dumm und eifersüchtig bin.

Beichthaus.com Beichte #00032597 vom 20.01.2014 um 01:19:13 Uhr in 1080 Wien (Laudongasse) (24 Kommentare).

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Die verpasste Chance bei Rock am Ring

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Dummheit Verzweiflung Musik Arbeit

Ich (m/28) arbeite als Journalist für eine halbwegs bekannte Zeitschrift. Vor ein paar Jahren hatte ich mal die Berufsaufstiegschance und habe sie völlig in den Sand gesetzt. Es ist so, dass meine Zeitschrift mich damals zu "Rock am Ring" geschickt hat, die Musik dort ist absolut nicht mein Fall und entsprechend lustlos bin ich da auch hingefahren. Mir wurde als Vorgabe gesetzt, dass ich ein Interview mit einem wirklichen Rockstar führen soll. Also eine wirkliche Größe der Headliner - natürlich hatte ich einen Backstagepass, wovon viele sicher träumen. Ohne irgendeinen Kontakt zu den Plattenfirmen kann man aber Glück haben, wenn man ein Foto von richtigen Stars bekommt. Nachdem ich mit einigen kleineren Bands Interviews geführt habe, kam am dritten Tag ein Roadie zu mir und hat mich um Feuer für seine Zigarette gebeten. Der Typ schien sehr gesprächig und überaus freundlich zu sein und hat mich sogar auf ein Bier eingeladen.

Ich habe allerdings abgelehnt, mit der Begründung, dass ich noch einige Stars interviewen muss. Wodurch sich seine Laune schlagartig verschlechtert hat und er dann ohne weitere Worte abgezogen ist. Mit der Familie des Roadies in einem verschmutzten Wohnwagen Bier zu trinken, war auch nicht unbedingt das, wozu ich großes Interesse hatte. Ich habe mir eben nichts dabei gedacht, später kam ein anderer Journalist zu mir und war ziemlich aufgebracht. Der Roadie war natürlich in Wirklichkeit ein extrem bekannter Rockstar, wegen der kurzen Haare, dachte ich aber, dass es ein Roadie sein muss. Natürlich wollte der Star mir, als Normaloreporter, einfach nur eine Chance geben. Die Band kennt praktisch jeder und ich war kurz davor, zu heulen. Ich hatte in diesem Sinne auch meine Hausaufgaben nicht gemacht. Mein Chef hatte mir gesagt, ich solle mir die bekannten Gesichter gut einprägen, mich ein bisschen mit der Musik beschäftigen, mich in die Menge einfügen. Dazu hatte ich natürlich keine Lust. Da ich die Story auch voll vermasselt habe, und keines der anderen Interviews abgedruckt wurde, fährt jetzt jedes Jahr jemand anderes dort hin. Es ist sehr schwierig, zu erklären, was da gelaufen ist - es war eine Chance, die man in der Branche nur sehr selten kriegt. So wie das besondere Foto einer einzigartigen Momentaufnahme, das einmal um die ganze Welt geht und mit dem man sich einen Namen gemacht hat. Ich fürchte, dass ich nie darüber hinwegkommen werde, auch weil ich den Fehler gemacht habe, mich nachträglich mit der Musik zu beschäftigen und jetzt ein Fan der Band bin.

Beichthaus.com Beichte #00032596 vom 19.01.2014 um 18:18:24 Uhr (24 Kommentare).

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Demenz und mein Hass auf die Gesunden

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Ekel Hass Rache Zorn Gesundheit

Als bei mir (m) vor einigen Monaten Demenz diagnostiziert wurde, brach für mich eine Welt zusammen. Ich verspürte einen tiefen Hass gegen Gott und beneidete und missgönnte allen Menschen in meinem Alter ihre Gesundheit. Dann wurde mir bewusst, dass ich die Zeit, in der ich noch klar im Kopf bin, so gut es geht nutzen muss! So habe ich mir dann ein paar Dinge erfüllt, von denen ich schon lange träumte. Ich fuhr zum Beispiel in die nahe gelegene Stadt und gönnte mir die schärfste Bratwurst, die man in Deutschland essen kann. Ein paar Wochen später fuhr ich über die Grenze gen Osten auf der Suche nach einer Dame, die ihre Dienste auch ohne Kondom anbietet. Ich fand die Vorstellung, irgendwo eine Horde von Kindern zu haben, von denen ich nichts weiß, die mir aber ähnlich sind und durch die auch nach meinem Tod etwas von mir auf der Welt zurückbleibt, immer schon sehr stimulierend. Indem ich meine preislichen Vorstellungen etwas anhob, wurde ich auch schnell fündig, Sorgen wegen sexuell übertragbaren Krankheiten stellten sich bei mir nicht ein. Sollte es dazu kommen, werde ich die wohl sowieso nicht mehr mitbekommen.

Als mir dann ein paar Monate später mitgeteilt wurde, dass ich wohl bald nicht mehr in der Lage sein werde, alleine zu wohnen und wohl in eine entsprechende Einrichtung übersiedeln müsse, erstellte ich eine Liste von Menschen, die mir in meinem Leben entweder gut oder schlecht mitgespielt haben, um sie entweder dafür zu belohnen oder sie für ihr Verhalten je nach Grad des Vergehens zu bestrafen. Meinen Freunden widmete ich vermehrt Zeit und machte ihnen Geschenke. Für die schlechten Menschen aus Kindergarten, Schule, Ausbildung und Beruf, hatte ich mir etwas Besonderes überlegt. Ich sammelte über mehre Tage meine Fäkalien. Mit meinem Urin füllte ich Wasserbomben, mit dem Kot kleine Beutel. Mit einer Schleuder und meinen Beuteln bewaffnet zog ich mehrere Nächte los und beschoss die Häuser der Übeltäter. Brav setzte ich anschließend hinter jeden Namen der Gemaßregelten in der Liste einen Haken.

Was ich nun eigentlich beichten möchte? Vor ein paar Tage fand ich eine weitere Liste, mit Namen von Leuten, die bestraft werden sollen. Auf dieser Liste fanden sich aber fast alle Namen wieder, die auch schon auf der alten Liste zu finden waren. Hinter jedem dieser Namen befand sich bereits ein Haken. Ich muss also beichten, dass ich versehentlich manchen Menschen doppelt bestraft habe und ich ihnen dabei anscheinend übler mitgespielt habe, als ich eigentlich wollte. Dafür möchte ich mich entschuldigen und um Verzeihung bitten, auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, was es mit dieser Liste genau auf sich hat und wie diese dort hingekommen ist. Vor allem aber bereue ich meine frevelhaften Gedanken gegen Gott, die ich in den ersten Wochen, als mir meine Krankheit mitgeteilt wurde, gehegt habe.

Beichthaus.com Beichte #00032576 vom 15.01.2014 um 11:21:14 Uhr (33 Kommentare).

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Unverdienter Lohn

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Faulheit Trägheit Ungerechtigkeit Arbeit Geld

Ich "arbeite" bei einem Weltkonzern und bin momentan in einem Projekt "mittätig". Das klingt alles sehr spannend, und das ist es auch. Unser Team besteht aus vier Personen, inklusive meiner Wenigkeit. Eine Person hat sich richtig in die Arbeit reingekniet, sodass wir kaum noch etwas machen müssen. Auch alle anderen Teams sind immer noch durchgehend beschäftigt, obwohl sie weniger komplexe Aufgaben haben. Aber kommen wir zum Punkt. Ich trage, so kommt es mir zumindest vor, kaum etwas Produktives bei und bekomme dafür so eine Menge Geld, dass ich nicht mehr weiß, wohin damit. Aber dann sehe ich wieder die Reinigungskräfte, die oftmals in den Räumlichkeiten herumschwirren, und beobachte sie beim Arbeiten. Und dann fühle ich mich unglaublich schlecht, weil ich wahrscheinlich mehr als doppelt so viel Gehalt beziehe wie sie, es aber, im Gegensatz zu diesen Menschen, nicht verdiene.

Beichthaus.com Beichte #00032563 vom 13.01.2014 um 12:14:42 Uhr (22 Kommentare).

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