Nein, ich will wirklich keine Kinder!

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Lügen Falschheit Vorurteile Zorn Gesellschaft

Ich (w/23) habe keine Lust, Kinder zu bekommen. Klar, jetzt regnet es gleich Kommentare, von wegen das würde sich noch ändern, ich sei noch zu jung um so etwas zu entscheiden, bla bla. Fakt ist, dass mich der Gedanke, schwanger zu sein, würgen lässt und die Vorstellung, dieses Ding durch meine Vagina zu pressen, verursacht beinahe körperliche Schmerzen. Dazu sei vielleicht gesagt, dass ich auch bei normalem Geschlechtsverkehr schnell mal Schmerzen habe. Wenn das Thema Kinder zur Sprache kommt und ich sage, dass ich keine möchte, werde ich nicht ernst genommen. Dann wird abgewunken und gesagt "Jaja, in deinem Alter...", "Das war bei mir auch immer so, aber dann...". Interessiert mich nicht. Ich bin nicht du. Nur weil andere Leute ihre Träume für vollgeschissene Windeln aufgeben, heißt das nicht, dass ich genau so bin. Überall machen sie auf perfekte Familie, dabei hat mir der eine oder andere Kollege und Familienvater schon erzählt, dass es zu Hause ganz anders aussieht. Da ist nicht mehr viel von Liebe und Leidenschaft übrig, da wird einiges nur durch Verantwortungsbewusstsein und der Angst vorm Sorgerechtsstreit und den Alimenten zusammengehalten.

Jedenfalls bin ich vor einiger Zeit dazu übergegangen, den Leuten zu erzählen, dass ich immunologisch steril bin. So wird nicht einfach abgewunken und belehrt, ich werde ernst genommen. Sogar bemitleidet. Ich tue dann so, als ob mir das nichts ausmacht, weil das schon festgestellt wurde, bevor ich über einen Kinderwunsch nachdenken konnte und für mich das einfach Tatsache sei. Das habe ich auch den Eltern meines neuen Freundes erzählt. Wir sind zwar erst seit einigen Wochen zusammen und haben vor etwa einem halben Jahr begonnen uns zu treffen, aber die sind deswegen ganz aus dem Häuschen. Mein Freund ist zehn Jahr älter und hat schon ein Kind mit einer anderen, deswegen stört ihn meine angebliche Sterilität nicht. Er bemitleidet mich nur ein wenig, weil seine Eltern mich deswegen nicht so recht akzeptieren wollen. Das Einzige, das mir leidtut ist, dass ich ihn diesbezüglich auch belogen habe.

Beichthaus.com Beichte #00040321 vom 16.09.2017 um 21:07:20 Uhr (28 Kommentare).

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Gewalt in der Familie

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Aggression Gewalt Familie Wels

Ich (w) beichte, dass ich vor ungefähr zwei oder drei Jahren meine Aggressionen überhaupt nicht unter Kontrolle halten konnte. Kaum war ich etwas genervt oder fühlte mich ein wenig provoziert, bestand die Gefahr, dass ich handgreiflich wurde. Dies unterdrückte ich zwar in der Öffentlichkeit, aber wenn ich dann Mal zu Hause war, ließ ich die Wut oft an meinen zwei jüngeren Schwestern aus. Die beiden hätten mich nur kurz sekkieren können und das war schon der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Sie mussten sowohl meine schlechte Laune als auch mein Geschrei ertragen und wie gesagt, es kam auch zu körperlichen Auseinandersetzungen.

Wenn ich jetzt zurückblicke, schäme ich mich so abnormal für meine Taten und ich könnte nie wieder irgendjemandem was antun (außer in Notsituationen). Meine Aggressionen habe ich schon lange wieder im Griff, da ich mich inzwischen mit Sport befasse und dies zu einem Ausgleich meiner Emotionen führte. Ich sprach mit meinen Schwestern schon öfters darüber und sie verstehen mich und haben mir alles verziehen, dennoch weiß ich, dass sich mein damaliges Verhalten sehr negativ auf ihre Persönlichkeitsentwicklung hätte auswirken können und das tut mir unfassbar leid.

Beichthaus.com Beichte #00040257 vom 31.08.2017 um 13:46:56 Uhr in Wels (7 Kommentare).

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Meine Ausrede? Ich habe eine Essstörung!

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Lügen Morallosigkeit Gesundheit Selbstsucht Düsseldorf

Was ich (m) in meiner Schulzeit abgezogen habe, war wohl die Spitze des Eisberges. Die Lehrer haben immer einige Mitschüler bevorzugt, die aber größtenteils Mobber waren. Es ging mir auf die Nerven, da ich mich anstrengte und doch immer der war, den man grundlos anschnauzen konnte. Irgendwann kam mir dann eine Idee, wäre ich das Sorgenkind, würde ich mehr Verständnis erwarten. Eine Essstörung wäre sofort aufgefallen, da ich normalgewichtig war. Ich fing an, immer weniger zu essen, ernährte mich hauptsächlich von Gurken und Wasser und tatsächlich: bald sah man mir meinen Gewichtsverlust deutlich an und ich machte weiter, bis es schon krank aussah. Körperlich war ich angeschlagen, doch die Vorteile überwogen. Plötzlich machten sich die Lehrer Sorgen um mich und sprachen mich darauf an, woraufhin ich eine dramatische, erlogene Geschichte erzählte. Sofort wurde ich zugetextet, es wäre ja so schlimm, dass ausgerechnet mir so etwas passiert. Man hätte es nicht ahnen können. Ich nickte traurig und drückte auf die Tränendrüse.

Was ich mir in den folgenden Wochen erlaubte, war wirklich das Letzte. Ich kam öfters zu spät zum Unterricht, hatte mich ein Lehrer darauf angesprochen, fing ich mit der angeblichen Essstörung an. Ich wäre zusammengebrochen, wollte aber trotzdem zur Schule. Und wieder: Lob und Anerkennung für den mutigen, kleinen Jungen. Ich wurde von allen Seiten in Watte gepackt, musste nicht mehr am langweiligen Sportunterricht teilnehmen und konnte mir mit den Hausaufgaben mehr Zeit nehmen oder sie ganz weglassen. Als meine Eltern allerdings immer verzweifelter und trauriger wegen mir wurden, fing ich an, wieder normal zu essen. Alle freuten sich, ein Happy End! Doch die restlichen Schuljahre verbrachte ich damit, meine Essstörung als Ausrede zu benutzen, schließlich ist man nie vollständig geheilt und gerade durch den Stress in der Schule verliere ich den Hunger. Heute tut es mir leid, dass ich so viele Menschen belogen und ausgenutzt habe. Sogar meine Gesundheit habe ich aufs Spiel gesetzt, um vor lästigen Dingen zu fliegen. Ich habe wirkliche Essgestörte in den Dreck gezogen, durch Menschen wie mich werden viele als Lügner dargestellt. Es tut mir leid.

Beichthaus.com Beichte #00040247 vom 30.08.2017 um 09:36:34 Uhr in Düsseldorf (3 Kommentare).

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So rächt man sich an seinem Ausbildungsplatz!

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Rache Ungerechtigkeit Arbeit

Vor ein paar Monaten habe ich eine Ausbildung begonnen, meine zweite, denn eine abgeschlossene besitze ich bereits. Ich bin Mitte 20 und dachte mir "jetzt oder nie" und sollte nun also nochmals für drei Jahre Azubi sein - im Einzelhandel. Die Firma, in der ich gelandet bin, ist der allergrößte Kackhaufen, den ich bis dato erlebt habe und ich bin seit meinem 17. Lebensjahr vollkommen beruflich eingespannt. Überstunden ohne Ende (173 Stunden pro Monat sind erlaubt, ich komme nie unter 190 raus, die weder durch Freizeitausgleich noch durch Auszahlung beglichen werden), unfaire Personal-Einsatz-Pläne, dass es zum Himmel stinkt (Azubis haben niemals Samstags frei. Das ist oberstes Gebot) und grundsätzlich dieses "Depp vom Dienst"-Gehabe, obwohl jetzt schon ohne mich nichts mehr läuft. Einen zweiwöchigen Sommerurlaub gab es nur nach ewigem Betteln, obwohl er einem Azubi ebenfalls zusteht. Narrenfreiheit gibt es hier sowieso nicht, da Azubiss ihren Urlaub nach den Schulferien planen müssen - während der Schulzeit wird kein Urlaub erteilt. Wenigstens gab es hier ein Einsehen, ansonsten wäre ich wieder ohne Erholung da gestanden.

Wohlgemerkt lässt man mich jetzt schon allein im Laden stehen, ich mache abends die Kassenabrechnungen und auch sonst alles - Vollzeitkraft als Azubi getarnt mit mieser Bezahlung. Ich komme mit meinem Azubigehalt im Monat nicht aus, da ich mit meinem Mann seit anno dazumal in einer eigenen Wohnung lebe. Was dies kostet, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, das kennt ja jeder von euch. Das Ende vom Lied: ich könnte mir mit dem Rest meines Gehaltes nicht mal Kinokarten leisten, soll aber irgendwann in eine entfernte Filiale wechseln - ohne Auto (welches ebenfalls nicht drin ist) und kann mir nicht mal ein beschissenes Zugticket für den Monat leisten. Eine Hilfe von der Firma gibt es natürlich nicht; ist ja mein Problem. Ohne meine Rücklagen, die ich bereits Jahre davor geschaffen habe, wäre das ein Todesurteil.

Nach dem völlig überzogenen Getrieze jeden Tag, dem "schleppe mal dies da hin" und den völlig berufsfremden Mobbing-Aufgaben und dem ständigen Bossing sagt mein eigentlich verheilter Bandscheibenvorfall jeden Tag "Guten Morgen und Gute Nacht", ich bin dem Burn-out nahe und nachdem ich dort drinnen einmal jedem meine Meinung gesagt habe, meinte die Ausbilderin zu mir auf gut deutsch "halt die Schnauze, dann ist alles in bester Ordnung." Ich muss mich aber ständig den Azubi-Mobbereien kommentarlos hingeben. Schuften ohne Ende, den Mund verboten bekommen, körperlich und nervlich am Ende sein, aufgrund des Azubi-Status wie der letzte Dreck behandelt werden und das für einen Lohn, dass es auf gut Deutsch die Sau graußt. Nicht mit uns - sagen mein Mann und ich. Da wir demnächst ohnehin heiraten möchten und eine Familie planen, haben wir uns dazu entschlossen, das Kinder kriegen von "spätestens in drei Jahren" auf JETZT zu verschieben.

Da in diesem Betrieb ohnehin katastrophale Zustände herrschen, weiß ich jetzt schon, dass ich ziemlich schnell im Berufsverbot lande und mich somit vollkommen auf Schwangerschaft, Mann und Familie konzentrieren kann. Durch die durch Hochzeit und Kind veränderten Steuerklassen verdient mein Mann zu seinem ohnehin schon guten Gehalt noch mehr, was uns ebenfalls in die Karten spielt. Nach der Geburt geht es dann direkt zwei Jahre in die Elternzeit - wobei mein Arbeitgeber natürlich fleißig im BV weiterhin voll und im Mutterschutz leider nur einen Teil zahlen muss. In der Elternzeit leider gar nichts mehr - das hätte ich denen jedoch auch noch gegönnt. Wer seine Mitarbeiter so verheizt und so ausbeutet, wie es mein jetziger Betrieb tut, hat es schlicht und ergreifend nicht anders verdient. Wenn ich dann wieder einsatzbereit bin, beende ich meine Ausbildung entweder in einem anderen Betrieb mit mehr Gehalt, der sich nach mir bereits die Hände leckt, oder ich lasse das Thema "Zweitausbildung" komplett in der Versenkung verschwinden und arbeite in meinem bisherigen Beruf weiter. Die Türen stehen offen. Wir freuen uns jedenfalls auf die hoffentlich bald eintretende Schwangerschaft und mein Mann freut sich vor allem über eines: wieder seine geliebte Frau bei sich zu haben und kein nervliches und körperliches Wrack, das er nicht mehr wiedererkennt.

Beichthaus.com Beichte #00040216 vom 23.08.2017 um 11:21:37 Uhr (18 Kommentare).

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Meine sexbesessenen Mitmenschen

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Ungerechtigkeit Misstrauen Gesellschaft Missbrauch Düsseldorf

Ich bin zwanzig und Jungfrau, zumindest in Gedanken, körperlich nicht mehr. Schon oft hatte ich die Chance dazu, Sex zu haben, doch niemand war meiner würdig. Es ist unfassbar, wie beschmutzt und widerlich meine Mitmenschen sind, so auf Sex versessen, wie Tiere, die sich nicht beherrschen können. Es ist so ekelerregend, dass ausgerechnet meine Wenigkeit mit diesen suspekten Gestalten einen Planeten teilen muss. Manchmal wünschte ich, es gäbe mich zweimal, so hätte ich jemanden vor mir, der mir den Atem raubt, diese Eleganz, eine einzige Versuchung.

Doch eine höhere Macht wollte, dass meine Einzigartigkeit erhalten bleibt, denn wenn es mich zweimal gäbe, wäre die personifizierte Perfektion keine Besonderheit mehr. Deshalb muss ich mich mit meiner Person begnügen, mit der bitteren Tatsache, dass niemand jemals meinen gemalten Körper berühren darf, außer mir. Niemand sonst wird den Genuss erleben, meine Warmherzigkeit zu spüren. Ich breche viele Herzen, aus Güte, denn neben mir fühlt sich jeder minderwertig und erbärmlich. Nur an Weihnachten beschenke ich die Menschen, wie am 24. Dezember vor 14 Jahren, als sich jemand gewaltsam meinen Körper geschenkt hat, um die Perfektion ganz nah zu spüren.

Beichthaus.com Beichte #00040183 vom 15.08.2017 um 10:38:24 Uhr in Düsseldorf (12 Kommentare).

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