Der selbstgebaute Flammenwerfer

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Waghalsigkeit Vandalismus Selbstverletzung Hannover

Ich muss beichten, dass ich durch den Versuch, eine Waffe zu bauen, ziemlich in die Bredouille geraten bin.
Ursprünglich wollte ich nur mit ein paar Freunden abgrillen, zwar recht spät im Jahr, aber das war uns egal. Ich hab davor das übliche gekauft - Holzkohle und Briketts, Fleisch und Würstchen, Salate etc. Und dazu eben auch eine Flasche "Brandgel", weil sie im Supermarkt keinen Grillanzünder mehr hatten. Ich hab das Zeug letztendlich nicht aufgemacht, weil ein freund noch richtigen Grillanzünder zuhause hatte.


Ein paar Tage stand das Gel im Regal rum, bis mir auffiel, dass es ziemlich dickflüssig und klebrig war - etwa wie Honig, nur etwas flüssiger - und EXTREM brennbar.
Das Ergebnis zu vieler schlechter Filme und Experimentiersucht war allen Ernstes ein selbstgebauter "Flammenwerfer" aus einer alten Wasserpistole, einem kleinen Gasbrenner und einem erweiterten Tank, gefüllt mit einer Mischung aus Brandgel und Benzin.
Die ersten Tests waren ziemlich erfolgreich, zumindest konnte das Ding einen ca. 15 Meter weit reichenden Flammenstrahl abfeuern, der bei den Test im Wald beispielsweise einen Busch oder Baum effektiv in Brand setzen konnte, das verspritzte Gel brannte nach dem Abfeuern noch etwa 2 Minuten weiter und die "Munition" reichte für ca. 5 Schüsse. Für gelangweilte Pyromanen/Idioten wie mich recht spaßig.

Es kam natürlich, was kommen musste: Ich wollte mit dem Ding einen Jägerstand abfackeln, zum einen aus Leichtsinn, zum anderen weil ich den Besitzer kenne und hasse. Und ganz ruhig, das Ding stand auf einem Feldweg weitab von anderen brennbaren Sachen, die Felder sind schon abgeerntet. Zudem wollte ich testen, ob das Ding in der Lage war, auch wirklich was kaputt zu machen.


Das Ergebnis sollte klar sein.
Beim dritten Schuss ging mir der Tank in der Armbeuge hoch, der Metallauf hatte sich so weit erhitzt, dass das Plastik der alten Pistole weit genug schmolz, damit das Gel auslaufen konnte. Es gab nur ein irre lautes Fauchen, ich hab den Flammenwerfer sofort reflexartig weggeworfen, aber ich hab trotzdem riesige Brandblasen am Hals, in der Armbeuge und auf der Brust bekommen. Ich hatte noch Glück, dass ich eine Baumwolljacke getragen habe und nichts aus Plastik, was sich womöglich noch festgebrannt hätte. Es war nicht nur ein riesiger Schock für mich, sondern der Heilungsprozess war mehr als die Hölle. Der Jägerstand ist trotzdem abgebrannt, zumindest wurde er danach abgerissen und neu gebaut.

BITTE, Leute, macht so eine Scheiße bloß nie nach. Die Narben bleiben und werden mich im Idealfall dran erinnern, dass Spaß auch ne gefährliche Seite hat. Danke für´s lesen.

Beichthaus.com Beichte #00027173 vom 02.11.2009 um 18:23:11 Uhr in Hannover (34 Kommentare).

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Falsche Kontrolleure

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Betrug Falschheit Bahn & Co. München

Ein Kumpel und ich waren mal total besoffen in München unterwegs. Wir waren extrem straff und hatten Lust, irgendwelchen Schwachsinn zu machen. In der Straßenbahn kam uns dann die Idee, einfach mal die Ausweise zu kontrollieren. Wir haben uns dann krass zusammengerissen und einfach so getan, als ob wir echte Kontrolleure wären. "Grüß Gott, die Fahrscheine bitte" ging es von da an und die Leute zeugten uns auch brav ihre Fahrscheine. Wir hatten zwar kein MVG-Ausweis oder so, aber die Fitnessstudiokarte hat es anscheinend auch getan. Als jemand keine dabei hatte, haben wir das einfach kulant toleriert und gesagt, dass er ein mutiges Kerlchen sei und wir ihn deshalb weiterfahren ließen. Irgendwann hat ein schlauer BWL-Student es dann gemerkt. Wir haben uns dann vor dem "Publikum" verbeugt und sind bei der nächsten Haltestelle ausgestiegen.

Beichthaus.com Beichte #00027126 vom 20.10.2009 um 15:58:20 Uhr in München (51 Kommentare).

Gebeichtet von engelkotzen
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“35.000

“Beichte

Mehrfamilienhaus in Flammen

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Waghalsigkeit Hochmut Arbeit Kollegen

Mehrfamilienhaus in Flammen
Ich muss hier etwas beichten, dass mir jetzt schon viele Jahre auf der Seele brennt, ich aber noch keinem erzählen konnte. Ich hätte beinahe meinen besten Freund, den ich schon seit dem Kindergarten, also gute 25 Jahre kenne, umgebracht. Wir waren und sind es immer noch beide in der Freiwilligen Feuerwehr. Vielleicht sind hier auch Feuerwehrmänner bzw. -frauen anwesend und ich bitte euch, mich nicht zu verurteilen.
Wir hatten gerade beide erfolgreich unsere PA-Ausbildung, sprich Atemschutzgeräteträger-Ausbildung absolviert und brannten nur so auf einen Alarmruf. Der ließ auch nicht lange auf sich warten. Ein Mehrfamilienhaus stand in Flammen und wir meldeten uns sofort.
Man muss sagen, dass es noch nicht die Überhosen und -jacken gab, wie es heute der Fall ist. Wahrscheinlich wäre dann alles besser verlaufen.
Eine Person wurde noch vermisst und wir sind beide rein. Ein Glück wars nur im Erdgeschoss. Wir also rein und durch die ganze Aufregung machte sich der Sauerstoffvorrat unser beider Flaschen schnell flüchtig. Ich überredete meinen Freund, noch länger in dem Haus zu bleiben und diese Person zu finden, man müsse ja als vermeintlicher "Held" aus der Bude hinausmarschieren, mit der Person in den Armen.
Wie dumm das doch war. Komischer Weise, ich kannte es nur aus Filmen, jedoch habe ich sowas noch nie von PA-Trägern gehört, kamen tatsächlich auf einmal die Balken runter. Die Sauerstoffknappheit machte sich langsam bemerkbar und zu allem Überfluss traf ein Balken meinen Kameraden am Kopf und er wurde ohnmächtig. Wie geschockt stand ich da, als ich ihn am Boden liegen sah. Vereinzelte Balken versperrten mir den Weg und mein Sauerstoffvorrat war aufgebraucht. Alles auf eine Karte gesetzt, die Konsequenzen im Hinterkopf, dass die Balken die Decke stürzen könnten die Maske vom Kopf gerissen, Beil genommen und wie ein Besenkter auf die Balken eingekloppt. Schließlich hatte ich es geschafft und ich hatte "Glück" , dass er nur ohnmächtig war, da er flacher geatmet hatte und somit nicht ersticken konnte.
Mir und ihm die Sauerstoffflaschen abgeschnallt und ihn rausgeschleppt. Als man mich fragte, was denn passiert sei sagte ich, dass es ein Unfall war. Dass es sozusagen meine Schuld war verschweig ich.
Ich kam mit einer schweren Rauchvergiftung ins Krankenhaus und mein freund wegen einer Gehirnerschütterung. Seine Rettung, hat er mir verdankt, dass ich ihn in Gefahr gebracht habe, lässt er mich immer noch zum Spaß merken.
Die folgen der schweren Rauchvergiftung merke ich immer noch. Ich habe es immer schwerer mit meinem Sohn, der die große Welt immer ausgelassener erkundet mitzuhalten. Doch das war es mir wert, da ich meinen besten Freund nicht im Stich lassen konnte. Jetzt ist er der Pate meines Sohnes und ich werde der Pate seines Kindes. Ich möchte somit beichten, dass ich durch meinen Leichtsinn, den ich glücklicher Weise abgelegt habe, beinahe eine wundervolle Zukunft für mich und für meinen besten Freund zerstört hätte. Ich habe nur noch wenige PA-Einsätze absolviert, da mich die Ereignisse immer wieder einholen.

Beichthaus.com Beichte #00027103 vom 13.10.2009 um 16:01:14 Uhr (32 Kommentare).

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Wahlbetrug

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Betrug Politik Kiel

Ich habe bei der Landtagswahl gestern Wahlbetrug begangen. Ich habe mir einfach einen Zettel genommen, der so ähnlich von außen aussieht wie der richtige Wahlzettel. Dann kurz zur Kabine, auf dem richtigen Wahlzettel mein Kreuz gemacht und eingesteckt. Den falschen Zettel zerrissen und gesagt, dass ich mich verschrieben hätte. Einen neuen bekommen, ausgefüllt, den Alten mit rein gelegt und beide in die Urne gesteckt. Der Direktkandidat hat mit recht wenigen Stimmen gewonnen, und in meinem Bundesland ist das Ganze ja noch knapp. Ich weiß nicht warum ich das gemacht habe, so politisch bin ich nicht. Ich denke, ich wollte einfach mal testen ob es klappt. Nun habe ich aber ein schlechtes Gewissen, weil die OSZE nun ja zu recht da gewesen ist. Dass das klappte lag aber wohl nur daran, dass der Wahlhelfer den Zettel nicht von innen angucken wollte.

Beichthaus.com Beichte #00027042 vom 28.09.2009 um 12:29:44 Uhr in Kiel (32 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Der Mord an meiner Mutter

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Mord Ignoranz Verzweiflung Familie

Als ich 13 Jahre alt war, wohnte ich mit meiner Mutter, ihrem Lebenspartner (ich nannte ihn Onkel) mit dem ich irgendwie nie viel gemeinsam hatte und meiner Großmutter zusammen, die mich sehr nervte, da sie immer ins Wohnzimmer reinkam, während ich Fernsehen geschaut habe, wofür ich mich heute schäme da sie nichts dafür konnte und ich zu oberflächlich und egoistisch gedacht habe. Mein Vater starb als ich 7 Jahre alt war an Krebs. Das Traurige war, dass ich ihn nie wirklich gesehen habe, da ich mit 2 Jahren aus Russland auswanderte. Er geblieb dort und mir blieben nur die wenigen Fotos von ihm.

Mein Zimmer war im Obergeschoss und ich wachte in einer Nacht auf, weil im Flur Licht brannte. Ich ging die Treppe runter und sah meinen Onkel am Küchentisch sitzen. Ich fragte mich, warum er da so merkwürdig saß und warum die Lichter alle brannten. Ich ging zum Schlafzimmer meiner Mutter und sie schlief seelenruhig. Da ich ja auch müde war, es war ja 2 Uhr Nachts dachte ich mir nichts dabei und ging wieder in mein Zimmer und habe meinen Onkel auch nicht gefragt warum er da so sitzt. Als ich ruhig schlief, es war mittlerweile 3 Uhr, hörte ich ein dumpfes Schreien von unten und ein lautes klopfen als ob jemand oft auf den Boden einschlagen würde, ich stand auf und ging schnell nach unten und wollte sehen was los ist. Ich stand vor dem Schlafzimmer und sah, dass die Fenstertür offen war. Dann kam mein Onkel aus dem Garten zum Schlafzimmer und ich bemerkte, dass er ganz blutverschmiert war. Aber ich hatte keine Reaktion, keinen Verdacht, nichts. Ich war in meinem Leben das erste mal wirklich fassungslos und habe nicht reagiert. Er ging an mir vorbei, als wäre wirklich nichts geschehen und sagte einfach mit keuchender Stimme: "Geh wieder schlafen, alles ok!

Dann hörte ich wie er nur noch mit seinem Auto wegfuhr. Fassunsgslos wie ich dort stand griff ich intuitiv zum Telefon, bemerkte aber dass die Telefonschnurr abgerissen worden war. Dann ging ich schnell zum Nachbarn und rief von dort aus die Polizei. Sie kamen, durchsuchten das Haus und kriegten eine Meldung, dann sagten sie, dass ich mit meiner Oma im Wohnzimmer warten solle. Nach einiger Zeit kam ein Arzt zu mir und meiner Oma und sagte: "Was ich Ihnen jetzt mitteilen werde, wird ihnen sehr schwer fallen. Und ab dem Moment wurde mir klar, meine Mutter ist tot.

Ich habe auf der Beerdigung geweint. Ich war bei dem Gerichtstermin, wo der Mörder zu 15 Jahren lebenslanger Haft verurteilt wurde. Ich saß reglos am Zeugenpult, als der Mörder meiner Mutter links neben mir mit einem Anwalt saß. Das Schlimme ist, obwohl er meine Mutter umgebracht hat, empfinde ich immer noch Mitleid mit ihm. Wobei sie der Mensch war, den ich am meisten liebte und er nur irgendjemand ist der mit meiner Mutter zusammen war. Denn er hatte immer ein bemitleidenswertes Bild eines Obdachlosen, er litt auch unter Diabetes und atmete manchmal schwer, tatsächlich bin ich ein sehr kaltblütiger Mensch und ich kann mir noch nicht vergeben, dass ich wie ein verwöhnter Bengel nur an mich dachte und ich meiner Großmutter nicht zur Seite stand, sondern mir alles egal war. Drei Wochen nach meiner Mutters Beerdigung starb sie und diesen Mann bemitleide ich selbst heute noch. Ich hasse mich dafür, bin aber immer noch sehr subjektiv zum Leben. Ich hoffe, dass mir meine Mutter für mein Egoismus verzeihen kann und dass sie weiß, dass sie für mich der tollste Mensch auf Erden war. Ich weiß nicht was ich tun soll, wenn er aus dem Gefängnis kommt. Ob ich ihn aufspüre und ihn für seine Sünden wirklich bezahlen lasse oder mir keine
Gedanken mehr darüber machen sollte.

Beichthaus.com Beichte #00026973 vom 10.09.2009 um 00:16:35 Uhr (32 Kommentare).

Gebeichtet von fubu13
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