Shoppen mit Windpocken

8

anhören

Ungerechtigkeit Hass Zorn Shopping Arbeit

Ich (m/20) arbeite bei einer Drogeriekette in Deutschland, um mir die Studiengebühren zu finanzieren. Gerade zu Weihnachten ist da die Hölle los. Ich fange gar nicht erst von den Kunden an, die mich beschimpfen, weil sie zu dumm sind, rechtzeitig einkaufen zu gehen. Neulich (letzter Einkaufssamstag vor Weihnachten) kam eine Familie mit einem viel zu großen Kind im Kinderwagen zu uns. Mir ist es am lauten Husten der Kleinen aufgefallen, als ich näher kam, sah ich, dass sie Windpocken hatte. Welche Eltern schleppen ihr krankes Kind mit zum Shoppen? Dann hat sich die Kleine ein Plüschtier geschnappt und mit ihm gekuschelt, ins Gesicht gerieben etc. Kurz: Sie hat es verseucht. Ruft mein Kollege also bei der Filialleitung an, hebt die Chefin ab. Er fragt, ob er da was machen kann, denn es waren viele Kinder unterwegs, und dieses Kind würde alle ansteckten. Nach geltendem Recht haben wir als Geschäft ja immerhin die Möglichkeit, Kunden mit ansteckenden Krankheiten des Ladens zu verweisen, wenn es ein Sicherheitsrisiko für uns und die anderen Kunden darstellt.


Sie hat ihm dann nur gesagt, wir sollen - nachdem die Kunden weg sind - alle Dinge aus dem Verkauf nehmen und desinfizieren. Fragt mich nicht, wie das bei Plüschtieren gehen soll, und wer die dann nachher noch kauft, wenn die nach Desinfektionsmittel stinken. Und als mein Kollege erwiderte, dass alle krank werden würden, und dass er selbst die Windpocken noch nie gehabt hatte, und als Erwachsener sei das ja wirklich gefährlich, meinte sie nur patzig: "Und? Was soll ich da jetzt machen?" und legte auf. Ich finde es generell scheiße, wie im Verkauf mit den Arbeitern umgegangen wird. Dass einen die Kunden wie ein Stück Scheiße behandeln, ist ja leider selbstverständlich geworden, aber dass die Chefs einem auch noch so in den Rücken springen finde ich abnormal. Vor allem sind ihr die 15 Euro, die diese Familie ausgegeben hat, viel wichtiger, als die Gesundheit der anderen Kunden und vor allem der Mitarbeiter.


Eben auch diese Chefin wollte mich einmal fast nicht von der Arbeit nach Hause gehen lassen, obwohl ich starkes Nasenbluten und Übelkeit hatte. Da meinte sie zuerst, ich solle nebenan zum C&A laufen - in der Pause dann - und mir ein neues Hemd kaufen, weil das alte vollgeblutet war. Und als sie letzten Samstag (obwohl der Umsatz längst geschafft war) noch extra gierig war, ließ sie fünf Minuten nach Geschäftsschluss noch Kunden rein, und wir sind erst über eine halbe Stunde später hinausgekommen. Auch wenn es mal Probleme mit randalierenden Kunden gibt, und wir sie ausrufen, kommt sie nur, entschuldigt sich bei ihm für uns und schimpft vor dem Kunden dann mit uns, wie wir es wagen können! Sie gibt ihm dann Recht ohne nachzufragen! Hätten wir aber das Gleiche gegeben, ohne sie zu rufen, hätte sie uns zusammengeschrien, warum wir das gemacht haben. Ich halte diese arrogante Zicke nicht mehr aus, und allgemein den Verkauf, ich bin dank der Arbeit zu einem richtigen Menschenfeind geworden. Wenn die mir mal nach der Uni, wenn ich Arzt bin, unter das Messer kommt.

Beichthaus.com Beichte #00034667 vom 22.12.2014 um 12:37:22 Uhr (8 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Möchtegern-Gangster aus dem Ausland

21

anhören

Aggression Boshaftigkeit Ungerechtigkeit Vorurteile Gesellschaft

Ich beichte hiermit, dass ich Ausländer abgrundtief hasse. Ich bin eigentlich ein sehr anständiger, gerechtigkeitsliebender und sozialer Mensch. Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - hat sich in mir eine große Abscheu gegen fast alle Ausländer, die in Deutschland leben, verwurzelt. Ich habe nichts gegen diejenigen, die hier ehrlich arbeiten, ihr Geld selbst verdienen, Deutsch sprechen und sich integrieren. Nur leider tun das die Allerwenigsten. Ich könnte kotzen, wenn ich Frauen verhüllt herumlaufen und sich lautstark auf ihrer Muttersprache unterhalten sehe. Oder wenn ich am Ende des Monats auf dem Lohnbescheid sehe, wie viele Steuern mir abgezogen werden. Ich komme aus einer hart arbeitenden Familie. Meine Eltern haben ihr ganzes Leben lang hart gearbeitet, um ihre Familie ohne Unterstützung des Staates ernähren zu können. Als mein Vater kurz vor der Rente arbeitsunfähig wurde und Frührente beantragen musste, wurde seine Rente gnadenlos um fast die Hälfte gekürzt! Er bekommt nun nur knapp über sechshundert Euro!


Und jeder Ausländer, der hier reinkommt und keinen Bock hat, zu arbeiten, wird wie der König von Deutschland behandelt und schön durchgefüttert?! Ich kann einfach nicht verstehen, wieso hier immer mehr Ausländer reingelassen werden, das Land ist doch schon voll! Und wer mit solchen Argumenten kommt, dass es sich doch um arme Flüchtlinge handele, denen man ein besseres Leben bieten solle, dem sage ich: Guckt euch bitte wenigstens mal eine Folge von Aktenzeichen XY an, da sieht man, dass ungefähr 95 Prozent der dort gezeigten Straftaten von Osteuropäern, Arabern und Co. verübt werden. Echt, wenn ich auf der Straße arabische oder muslimische Möchtegern-Gangster sehe, die Frauen mit ihren Blicken ausziehen und laut herumpöbeln, kriege ich im Inneren so dermaßen das Kotzen!

Beichthaus.com Beichte #00034651 vom 20.12.2014 um 10:48:00 Uhr (21 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Die Traumfrau aus dem Sommerurlaub

10

anhören

Begehrlichkeit Feigheit Urlaub Partnerschaft

Meine Großeltern, die einen Dreiseitenhof mitten im Nirgendwo besaßen, starben vor fünf Jahren im Abstand von nicht einmal einem halben Jahr. Meine Eltern erbten den Hof zwar, aber sie wollten ihn nicht - er galt als nahezu unverkäuflich und musste teilsaniert werden. Ich arbeitete damals in London, daher war ich an dem Hof zunächst überhaupt gar nicht interessiert. Leider feuerte mich mein Arbeitgeber kurze Zeit später, weil die Firma auf eine Pleite zusteuerte. Ich erstritt mir vor Gericht eine saftige Abfindung, die ich auch teilweise ausgezahlt bekam, und ging zurück nach Deutschland. Bevor ich mir einen neuen Job suchte, wollte ich den Sommer auf dem ungeliebten Dreiseitenhof verbringen, mit dem Hintergedanken, da mal eine Weile meine Ruhe vor der Welt zu haben. Die ersten Tage waren jedoch ernüchternd. Die Scheunen waren nahezu unbenutzbar und halb verfallen, uraltes Heu gammelte fröhlich vor sich hin, überall lagen vollkommen verrostete Werkzeuge herum, es sah aus, als wäre dort seit 20 Jahren niemand mehr gewesen.

Das Wohnhaus war besser in Schuss, es roch allerdings immer etwas muffig und die Möbel waren uralt. Immerhin regnete es aber nicht herein, das Bad und die Küche funktionierten und das Gästezimmer war durchaus heimelig und bewohnbar. Außerdem fand sich in der Garage Opas alter Fünfer BMW mit V8-Motor, sogar noch angemeldet, das einzige, leicht behebbare Manko war eine platte Batterie. Ich machte es mir dort also gemütlich, las eine Menge Bücher und machte ansonsten viel Sport. Bald fiel mir auf, dass jeden Morgen gegen halb neun ein wunderschönes Mädchen den einsamen Feldweg mit dem Fahrrad entlangfuhr. Ich schätzte sie auf etwa 18 Jahre. Bald grüßten wir uns, wenn wir uns sahen, und begannen schließlich auch mal ein Gespräch. Wir redeten irgendwann jeden Morgen kurz miteinander. Sie wohnte einen Hof weiter und fuhr während der Ferien zu ihrer Mutter in den einzigen Laden unten im Dorf, um dort auszuhelfen.

Es dauerte nicht lange, bis wir uns auch einfach mal so trafen. Sie war in Wirklichkeit leider erst 16 und hatte absolut keine Erfahrung mit Jungen. In ihrer Klasse war sie wohl ziemlich isoliert, weil sie so weit hinten vom Dorf kam. Ihre Eltern hatten nicht einmal einen Fernseher, geschweige denn Internet, dafür aber eine ganze Schar Kinder. Wir verbrachten die restlichen Ferien so gut wie jeden Abend miteinander und redeten oder gingen spazieren. Es wurde absolut nicht langweilig, sie war witzig, intelligent, und reif für ihr junges Alter. Ich merkte auch bald, dass ich Gefühle für sie entwickelte und dass es ihr ähnlich ging. Wir hatten eine wahnsinnig intensive gemeinsame Zeit. Dennoch schliefen wir ihres Alters wegen nicht miteinander. Wir küssten uns noch nicht einmal, denn ich wollte ihr nicht noch mehr wehtun, als es ohnehin der Fall sein würde. Schließlich waren die Ferien vorbei und sie ging wieder auf ihr Gymnasium. Ich blieb noch zwei Wochen auf dem Hof und wir verbrachten die letzten beiden Wochenenden gemeinsam. Ihre Eltern waren davon zwar nicht gerade begeistert, aber immerhin vertrauten sie ihrer Tochter und mir so weit, dass sie es zuließen.

Am letzten Abend kuschelten wir ausgiebig miteinander und ich küsste sie zum Abschied auf den Mund. Danach hielten wir per SMS Kontakt, aber der riss nach einem Dreivierteljahr ab, auch weil eventuelle Besuche ihrer Eltern wegen nahezu unmöglich waren. Allzu große Mühe, den Kontakt aufrechtzuerhalten, gab ich mir zugegebenermaßen auch nicht. Ich wollte, dass sie mich vergisst und sich jemanden in ihrem Alter sucht. Bei mir kamen und gingen einige Frauen, aber es war nichts von Bedeutung darunter. Ich dachte sehr oft an meine 16-Jährige und verfluchte abwechselnd mich, die Umstände und die damalige Idee mit dem Sommerurlaub. Meine Eltern ließen indessen den Hof zu einem Ferienwohnungskomplex umbauen. Zum 18. Geburtstag schrieb ich ihr noch einmal eine Karte und schickte ihr ein kleines Geschenk, aber ich erhielt nie eine Antwort.

Tief in meinem Inneren bereute ich es jahrelang wie ein Irrer, damals nicht mal einfach unkonventionell und etwas mutiger gewesen zu sein. Das ist dann auch meine erste Beichte. Allerdings, und auch glücklicherweise, geht die Geschichte noch weiter. Vor eineinhalb Jahren war ich mit einem Freund im Sommer am Baggersee. Er ist so ein typischer Aufreißer, braun gebrannt, sogar noch etwas trainierter als ich, immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, und nicht verlegen darin, Frauen anzusprechen. Als wir Hunger bekamen, ging er zum Imbissstand und ich sah aus den Augenwinkeln, wie er dort mit einer äußerst wohlgeformten Blondine und ihrer hübschen brünetten Freundin anbandelte. Neugierig geworden drehte ich mich zur Seite, und muss dann wohl geguckt haben wie eine Kuh, wenn es blitzt. So hat es zumindest mein Kumpel später beschrieben. Ich kann mich selber nicht mehr wirklich daran erinnern. Das Nächste, was ich weiß, ist, dass ich die wohlgeformte Blondine um den Hals hängen hatte, sie hemmungslos weinte, und mich im ganzen Gesicht wild abküsste.

Die Brünette und mein Freund standen daneben, und jetzt war es an ihnen, dämlich zu gucken. Dann fragte mich meine 16-Jährige, ob ich eine Freundin hätte, was ich verneinen konnte, und schob mir anschließend direkt die Zunge bis zu den Mandeln. Viel Erfahrung mit Jungs hatte sie wohl immer noch nicht. Der Kontaktabbruch von ihrer Seite kam, wie ich nach unserer wunderschönen Wiedersehens-Nacht erfuhr, übrigens nur dadurch zustande, dass sie ihr Telefon verloren und sich meine Nummer nirgends aufgeschrieben hatte. Sie hatte mir zwar einen Brief auf dem Hof in den Briefkasten getan, aber dazu besaß niemand einen Schlüssel. Mein Geschenk zu ihrem 18. Geburtstag hatte sie nicht erhalten, weil ihre Eltern inzwischen in die Stadt gezogen waren. Sie hatte mich nach eigenen Angaben fünf Jahre lang gesucht - in sozialen Netzwerken, im Telefonbuch, und sogar die Auskunft hatte sie bemüht. Leider war ich weder beim großen blauen F noch anderswo und die einzige E-Mail-Adresse, die sie ergoogelt hatte, war noch aus meinen Londoner Zeiten.

Nur eine Stadt und einen Unilehrstuhl hatte sie in Verbindung mit meinem Namen gefunden und ging zum Studieren dahin. Leider hatte ich in der Zwischenzeit auch den Job gewechselt, war aber immerhin in der Stadt geblieben. Ich beichte also außerdem, dass ich ihrer Eltern wegen zu feige war, mal bei ihr vorbeizufahren, und dass mich das wertvolle Zeit mit dem tollsten Menschen der Welt gekostet hat. Außerdem möchte ich gestehen, dass ich nicht wirklich etwas unternommen habe, um sie wiederzufinden, obwohl mir alle Möglichkeiten dazu offen gestanden hätten. Immerhin sind wir beide seitdem überglücklich miteinander.

Beichthaus.com Beichte #00034646 vom 19.12.2014 um 13:40:02 Uhr (10 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Überholmanöver mit dem Motorrad

18

anhören

Maßlosigkeit Waghalsigkeit Waghalsigkeit Auto & Co.

Ich fahre seit meinem 18. Lebensjahr Motorrad und habe klein angefangen. Mofa, Enduro, Tourer und dann endlich eine Supersportler. Ich wünschte mir schon immer ein Straßenfahrzeug, das oben in der Nahrungskette anzusiedeln ist. Ich habe mir also mit 25 wirklich das Beste auf dem Markt gekauft und bin mit dieser Maschine nicht überheblich unterwegs, für mich steht das "cruisen" oder fahren an erster Stelle. Ich möchte einfach die Freiheit spüren und mich mit meinen fast 200 PS an der Hinterachse gut aufgestellt fühlen. Ich fahre gerne auf der Landstraße, was eigentlich für so eine Maschine untypisch ist, allerdings machen mir die Kurven und die Landstraße am meisten Spaß. Klar, am Anfang fährt man sehr viel und ist wirklich verliebt in sein Zweirad. Jetzt kommt allerdings meine Beichte: Ich werde schon etwas älter und habe mir meinen Traum erfüllt, aber irgendwie kippt bei mir ein Schalter um, wenn ich es nicht vermute.


Ein Taxifahrer in einem Transporter fuhr auf der Autobahn auf der linken Spur, rechts war absolut nichts, aber da das Rechtsfahrgebot in Deutschland herrscht, bin ich mit ca. 250 Sachen auf der linken Spur neben dem Taxi vorbeigeflogen. Nicht dass ich nicht auch rechts hätte vorbeifahren können, mich kotzt es einfach an, dass jemand meint, dass er mit 160 Sachen schnell auf der BAB ist. Auch wenn es unglaublich knapp war - ich würde es wieder tun! Selbst ich fahre mit über 300 Sachen auf der rechten Spur, es gibt hier bei uns immer noch schnellere Fahrzeuge und das ist auch gut so! Leidtut mir nur der Taxifahrer, der vielleicht einen Schock bekommen hat oder nicht mehr Taxi fährt. Aber was machst du auch links, wenn ich endlich mal schnell unterwegs sein will?

Beichthaus.com Beichte #00034608 vom 15.12.2014 um 23:49:12 Uhr (18 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Ein


Der Rosenkrieg meiner Eltern

18

anhören

Hass Zorn Ungerechtigkeit Familie

Als ich 12 Jahre alt war, ließen meine Eltern sich unter großem Tamtam scheiden. Mein Vater war meiner Mutter mehrmals fremdgegangen und machte auch keinen Hehl daraus, dass sein Grund dafür war, dass meine Mutter in der Ehe 30 Kilo zugelegt hatte. Der folgende Rosenkrieg war gleichermaßen ziemlich gnadenlos von beiden Seiten, und auch irgendwie erbärmlich. Beide Parteien bewarfen sich öffentlich so lange mit Dreck, bis sie sich überall absolut lächerlich gemacht hatten. Natürlich war das eine bescheidene Zeit für mich, ich war haltlos hin- und hergeworfen, und konnte nicht verstehen, wieso die beiden Menschen, die ich neben meiner 5-jährigen Schwester am meisten liebte, sich plötzlich hassten. Sie versuchten, mich gegen den jeweilig anderen auszuspielen, aber nur so lange, bis ich schließlich mit 13 vollkommen aus der Bahn geriet. Ich begann mit Alkohol, Drogen, und Sex. Meine Eltern merkten das natürlich und schoben sich die Schuld gegenseitig zu.

Mittlerweile lebten sie in getrennten Wohnungen, mein Vater hatte zwei Affären und meine Mutter einen neuen Freund. Ich lebte größtenteils bei meiner Mutter, die zunehmend streng, unnachgiebig und unfair mir gegenüber wurde, gleichzeitig meine Schwester aber gnadenlos verhätschelte und bevorzugte. An den Wochenenden war ich bei meinem Vater, der es nicht auf die Reihe bekam, seine Affären, die nichts voneinander wissen durften, vor mir abzuschirmen. Ich merkte natürlich recht schnell, was gespielt wurde, und mein Vater erlaubte mir daraufhin gewisse Freiheiten, wie Rauchen, und ab und an etwas trinken, im Gegenzug dazu, dass ich den beiden Frauen nichts verriet. Meine Mutter versuchte indessen meine Schwester vor meinem Vater fernzuhalten und ihm war das wegen der Umstände ganz lieb.

Ich rutschte allerdings in dieser Zeit immer mehr ab. Meine Drogenkarriere erreichte ihren tragischen Höhepunkt, als ich mir mit 14 auf einer Party versehentlich im Mix mit etwas Alkohol und Marihuana eine Überdosis Koks zog und geistig vollkommen weggetreten war, währenddessen noch von meinem damaligen besten Freund mehr oder weniger vergewaltigt wurde, und schließlich einen Herzstillstand erlitt. Glücklicherweise war eine der Anwesenden Krankenschwester und mein bester Freund bemerkte meinen Herzstillstand rechtzeitig, sonst wäre die ganze Sache wohl anders ausgegangen. Danach wurde ich in eine Klinik für Suchtkranke eingewiesen, wo ich mehrere Monate blieb. Die Situation zwischen meinen Eltern eskalierte allerdings in der Zeit. Meine Mutter verklagte meinen Vater wegen irgendwelcher Unterhaltszahlungen und versuchte, ihm das Umgangsrecht zu entziehen. Sie verhätschelte meine Schwester nun noch mehr und versuchte, mich mithilfe ihres mittlerweile zweiten neuen Freundes, der recht viel Geld hatte, in ein kirchliches Internat abzuschieben.

Solange ich mich weigerte, dahin zu gehen, durfte ich so gut wie nicht mehr raus, nicht mehr Fernsehen - geschweige denn an den Computer, meine Hobbys wurden mir verboten und ich durfte keine Freunde oder Freundinnen mit nach Hause bringen. Schließlich kapitulierte ich vor den Zwängen und ging in das Internat. Dort sollte eigentlich alles besser werden, aber stattdessen wurde es nur noch schlimmer. Der Alltag war geprägt von Mobbing und Hass. Es gab eine Art Gang, die alle anderen einzuschüchtern versuchte und sie bestahl. Wenn die Erzieher nicht hinsahen, gab es schon einmal Handgreiflichkeiten, oder man wurde unter der Gemeinschaftsdusche mit nassen Handtüchern verdroschen, oder von der Gang sexuell belästigt. Die Gang vergewaltigte wohl sogar mal ein Mädchen mit ihrem eigenen Mobiltelefon, aber da war ich glücklicherweise nicht dabei. Ich bettelte in der Zeit regelrecht meinen Vater an, dass er mich wieder aufnahm, obwohl sein Umgangsrecht nach wie vor in der Schwebe war.

Ich beschrieb ihm die Zustände in dem Internat und eines Tages kam er mich endlich holen. Meine Mutter hatte es nach langem Zögern doch erlaubt, wohl weil sie Angst hatte, dass ich wieder zu ihr zurückkommen und ihr neues Familienglück stören könnte. Sie war mit Anfang vierzig noch mal schwanger von ihrem neuen Mann. Ein halbes Jahr nach meinem Weggang wurde das Internat übrigens komplett umstrukturiert und die Mädchen der Gang erhielten Anzeigen und umfangreiche Disziplinarmaßnahmen. Aber da war ich schon längst in der nächsten Misere: Meine neue Stiefmutter war ein Hausdrachen sondergleichen, hatte eine verzogene, stinkend faule Tochter, und konnte mich überhaupt nicht leiden. Außer zum Putzen war ich für nichts gut genug. Meine Stiefschwester durfte sich alle möglichen Freiheiten herausnehmen - ich durfte gar nichts. Ich wurde mit Holz hacken und Hausputz getriezt, während meine Schwester vorm Fernseher hockte und sich einen Ranzen anfraß.

Bei jeder noch so kleinen Verfehlung gab es mächtigen Ärger, meine Stiefschwester konnte indessen regelrecht machen, was sie wollte. Sie kam am Wochenende abends zwei Stunden zu spät und mit einer Alkoholfahne heim, es gab einen Gutenachtkuss für sie und eine kleine Ermahnung. Ich hatte in der Woche ungelogene fünfzehn Minuten Verspätung wegen Blitzeis und bekam wochenlang Hausarrest und eine saftige Predigt. Mein Vater tat nie etwas gegen diese Ungerechtigkeiten. Ich hatte es satt. Als mich meine Stiefmutter zu schlagen begann, war das Maß endgültig voll. Ich verschwand von zu Hause, mit dem Ziel zu meinen Großeltern in einen anderen Teil Deutschlands zu ziehen. Ich trampte und lernte dabei einen äußerst attraktiven jungen Mann kennen, dem ich erzählte, ich sei 19, und machte Urlaub. In Wirklichkeit war ich noch nicht einmal 16. Meine Großeltern nahmen mich vorerst auf, waren bestürzt über meine Geschichte und zeigten deswegen auch sehr viel Verständnis.

Mein Leben verlief bald in geordneteren Bahnen. Ich blieb in Kontakt mit dem jungen Mann, er war übrigens 31, wir dateten uns ein paar Mal, waren auf einer Wellenlänge und schließlich schliefen wir miteinander. Er sah blendend aus, hatte einen tollen muskulösen Körper und gab mir selbst beim Sex das Gefühl von Geborgenheit. Wir begannen eine Beziehung, in der ich ihn allerdings wegen meines Alters anlog. Es stellte sich heraus, dass er Psychologe war und als ich ihm nach einem kleinen Zusammenbruch alles gestand, verließ er mich wider Erwarten nicht, sondern stellte mich einem Kollegen vor. Heute sind wir auf den Tag acht Jahre lang ein Paar, ich studiere selbst Psychologie und habe meine Vergangenheit hinter mir gelassen.

Die Einzige, mit der ich aus der Familie noch Kontakt habe, ist meine kleinere leibliche Schwester, die wegen des Ganzen an Borderline leidet. Durch sie habe ich letztens erfahren, dass meine Mutter an Brustkrebs erkrankt ist und die Prognosen nicht gut sind. Ich beichte, dass ich trotz dieser Tatsache keinesfalls wieder Kontakt mit meinen Eltern aufnehmen werde, dafür sind die Narben, die sie mir seelisch zugefügt haben, einfach zu schlimm.

Beichthaus.com Beichte #00034585 vom 12.12.2014 um 13:29:16 Uhr (18 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000