Von Vorurteilen gesteuert

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Vorurteile Hass Falschheit Gesellschaft

Von Vorurteilen gesteuert
Ich (m/18) hasse diese von Vorurteilen umgebene Welt, denn Leute wie ich bekommen sie fast jeden Tag zu unrecht zu spüren. Ja, ich habe schwarze Haare und etwas dunklere Haut. Ich habe schon öfters gehört, dass ich wie ein Afghane aussehe, was übrigens nicht stimmt, und ich habe auch generell mit der muslimischen Region nichts am Hut. Seit ich ein paar Monate alt bin, lebe ich hier in Deutschland, momentan mache ich mein Abi mit anständigen Noten, vor allem in Deutsch. Das heißt, außer meinem Aussehen unterscheidet mich fast nichts von einem normalen, gebildeten Deutschen. Trotzdem gibt es einige Lehrer, die ein ausländisches Aussehen automatisch als Grund nutzen, die Leistung mit einer schlechteren Note zu bewerten. Das ist nicht nur meine Meinung, die ganze Klasse stimmt mir zu. Es ist einfach schade, deshalb bei der Studienwahl so benachteiligt zu sein. Wegen meines Notendurchschnittes wird es wohl nicht möglich sein, auf Anhieb in ein gutes Fach reinzukommen. Dabei gibt es ja anscheinend Fachkräftemangel und jede gut ausgebildete Kraft wird gebraucht.

Selbst wenn ich meinem Nebenjob nachkomme und Zeitung austrage, geht das natürlich nicht ohne böse Blicke von der älteren deutschen Bevölkerung. Natürlich möchte ich nicht jeden da mit einbeziehen, es gibt auch einige sehr nette ältere Leute, von denen ich sogar an Weihnachten mal etwas Geld oder einen kleinen Schokoweihnachtsmann bekomme. Aber leider ist es nicht die Mehrheit. Ich weiß nicht, für wie dumm mich einige Anwohner halten und denken, dass sie Spion spielen können, ohne, dass ich etwas merke. Ich habe auch schon erlebt, dass Leute aus ihren Häusern herausgekommen sind, nur weil ich an ihren teuren Autos vorbei gegangen bin, und mich dann verscheucht haben. Dabei kleide ich mich ganz gewöhnlich und meine Haare sind auch nicht so kurz, dass es asozial aussieht.

In der letzten Zeit habe ich mir ein Hobby zugelegt und komme äußerlich dem Klischee des kriminellen Südländers nach. Ich ziehe dazu eine Jogginghose an, kombiniert mit einer Lederjacke, wandere durch die Straßen und gucke Leute böse an, bin aber sofort hilfsbereit, wenn jemand ein Problem hat. Dabei stehe ich im Bus auf, wenn ältere Menschen sich hinsetzen möchten, helfe ihnen, wenn sie mit ihren Gehstöcken nicht in den Bus kommen, oder Probleme mit dem Tragen schwerer Einkaufstüten haben. Das hört sich vielleicht komisch an, aber ich möchte nur dazu beitragen, dass die Leute sich nicht von ihren Vorurteilen steuern lassen und sich somit keine wertvollen Chancen entgehen lassen. Unglaublich, dass es dennoch Leute gibt, die lieber aus Stolz im Bus stehen, obwohl es so aussieht, als brechen sie gleich zusammen, statt von einem Ausländer einen Gefallen anzunehmen. Ich weiß, es ist menschlich Vorurteile zu haben, ich habe auch welche, aber ich gebe trotzdem jedem eine Chance, bis das Gegenteil bewiesen wird. So habe ich viel mit Leuten zu tun, von denen ich beim ersten Eindruck nie gedacht hätte, dass man mit ihnen so viel Spaß haben kann.
Ich beichte also meinen Hass auf Leute, die nur den Vorurteilen zufolge handeln und auch, dass ich Personen absichtlich mit meinem Kleidungsstil, umgangssprachlich formuliert, verarsche, und hoffe den Leuten so einen Anreiz zu geben, ihre Vorurteile zu verdrängen.

Beichthaus.com Beichte #00031280 vom 27.05.2013 um 10:32:10 Uhr (33 Kommentare).

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Rache im Kindergarten

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Dummheit Rache Hass Kindergarten

Ich (m) werde seit meinem vierten Lebensjahr von meinem schlechten Gewissen verfolgt. Dazu möchte ich sagen, dass ich wirklich nicht diese Art von asozialem Kind war und es in dieser Situation für mich und meine Freunde logisch erschien, sich so zu verhalten. Alles fing an, als wir im Kindergarten ein neues Kind in die Gruppe bekommen haben. Dieser Junge, sein Name ist mir entfallen, war ein ekliges, unverschämtes, mieses und unerzogenes Kind. Bei jeder Gelegenheit verpetzte er uns. Das schlimmste war jedoch das Essen. Bei jedem Mittagessen rotzte oder nieste er in unser Essen, immer in das eines anderen. Wir hassten ihn. Dann kam das tollste für uns Kinder, nämlich der Winter. Da wir im Kindergarten einen für uns riesigen Hügel hatten, der allerdings nie wirklich groß, geschweige denn hoch war, schnappten wir unsere Schlitten und diese Poporutschdinger. Direkt hinter dem Hügel war unser Sandkasten mitsamt Klettergerüst und dort war auch eine Rutsche verbaut. Da unser ungeliebter Gruppenkamerad zu dumm war, sich selbst anzustoßen, bat er uns um "Starthilfe". Nun kam unser fieser Racheakt. Meine Freunde und ich schubsten ihn mit so viel Schwung in Richtung Spielplatz, dass er mit lautem Knall seinen Oberkörper an der Unterseite der Rutsche platzierte und der Schlitten noch ein paar Meter weiter fuhr. Bis heute lachen wir über diese Geschichte, weil er es unserer Meinung nach wirklich verdient hatte, da sonst nichts bei ihm fruchtete. Ich bin zwar der festen Überzeugung, dass er es verdient hatte, habe jedoch immer noch ein schlechtes Gewissen.

Beichthaus.com Beichte #00031275 vom 25.05.2013 um 11:26:22 Uhr (6 Kommentare).

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Traubenzucker gegen Allergien

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Lügen Falschheit Gesundheit Hamburg

Traubenzucker gegen Allergien
Eine meiner Freundinnen behauptet, hochgradig allergisch gegen jegliche Tiere zu sein. Da ich viele Haustiere habe, gibt es also jedes Mal ein Drama, wenn sie die Wohnung auch nur betritt. Sie wird puterrot, ihre Augen schwellen und tränen und es wird geschnieft ohne Ende. Irgendwie konnte ich ihr die ganze Geschichte aber nie so ganz glauben, also habe ich ihr erzählt, meine Mutter, die Kinderkrankenschwester ist, hätte aus dem Krankenhaus ein ganz tolles neues Präparat mitgebracht. Dies sei natürlich gegen Allergien, und damit die Kinder es auch mögen, sei es extra süß.

Also habe ich einfach vor ihren Augen ein wenig Traubenzucker aus einem Plastikröhrchen in ein Glas Wasser geschüttet, kräftig verrührt und sie hat es getrunken. Und siehe da, die Symptome verschwanden. Ihr ging es prächtig und wir saßen den ganzen Abend in einem Zimmer mit einem Hund und zwei Kaninchen. Sie hatte überhaupt keine Probleme, keine tränenden Augen, nichts. Gönnerisch habe ich ihr dann noch ein Plastikröhrchen mit dem "Präparat" für Notfälle geschenkt. Seither trinkt sie jedes Mal, wenn sie bei mir ist, ein Glas mit Wasser und ein wenig Traubenzucker darin. Ich freue mich jedes Mal diebisch über den Placebo-Effekt.

Trotzdem tut es mir leid, dass ich einer guten Freundin fast jedes Mal, wenn ich sie sehe, ins Gesicht lüge.

Beichthaus.com Beichte #00031273 vom 24.05.2013 um 21:08:31 Uhr in 22177 Hamburg (Bramfelder Chaussee) (10 Kommentare).

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Wie ich beinahe eine Frau überfuhr

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Aggression Ignoranz Dummheit Hamburg

Ich (w/19) habe gerade fast eine Frau und ihren Hund überfahren. Die dumme Schlampe war der Meinung, am helllichten Tag, mitten im Verkehr, über eine vierspurige Straße spazieren zu können. Und als sie festgestellt hat, dass der Gegenverkehr zu stark ist, ist sie nicht etwa zurückgegangen, sondern seelenruhig auf dem linken Streifen der Fahrbahn stadteinwärts stehen geblieben.

Alle Autos vor mir sind auf die rechte Spur und an ihr vorbei gezogen, aber ich hatte sowieso miese Laune, also habe ich drauf gehalten. So lange, wie es ging. Und als diese eingebildete Trulla weiterhin telefonierend und rauchend stehen geblieben ist, bin ich volle Lotte in die Bremse gestiegen und habe gehupt. Schlitternd und quietschend, das ABS hat volle Arbeit geleistet, bin ich kaum einen halben Meter vor ihr stehen geblieben. Sie hat mich kreideweiß und wie ein Reh angeguckt, ihr Hund hat sich vor Angst fast im Geschirr aufgehängt. Um den tat es mir wirklich leid, ich hoffe sehr, das arme Tier hat keinen bleibenden Schaden davon getragen.

Als sie sich immer noch nicht bewegt hat, habe ich die Tür aufgemacht, bin ausgestiegen und habe sie angebrüllt, was für eine ignorante Fotze sie sei, die Ampel sei schließlich keine 50 Meter entfernt, und ob sie zu faul sei, ihren fetten Arsch da hinzubewegen. Ich sagte auch, dass ich eigentlich nur gebremst habe, weil es mir um ihren Hund leidgetan hätte. Letzteres habe ich nur im Affekt gesagt, weil ich derart stinksauer war, aber sie scheint es mir abgekauft zu haben. Mit einem letzten "Jetzt verpiss dich von der Fahrbahn!" habe ich sie endgültig verscheucht und siehe da, sie hat die Straße verlassen und sich auf den Weg zur Ampel gemacht, die wirklich nur einen Steinwurf entfernt war.

Ich hoffe, die blöde Trulla hat etwas gelernt, damit sich mein Adrenalinschub wenigstens gelohnt hat. Ich möchte trotzdem auf diesem Wege beichten, dass ich einen Menschen und ein Tier in Gefahr gebracht habe, und es mir im Nachhinein auch wirklich leidtut, weil ich normalerweise ein wirklich ruhiger und ausgeglichener Mensch bin. Ich bin noch nie derart ausgerastet, aber ich kann die Ignoranz der Menschen einfach nicht verstehen. Außerdem ist mir das jetzt schon das dritte Mal in zwei Wochen passiert, sodass plötzlich jemand auf der Fahrbahn stand und der Meinung war, dort stehen bleiben zu können, bis der Gegenverkehr abklingt.

Beichthaus.com Beichte #00031272 vom 24.05.2013 um 20:31:38 Uhr in 22177 Hamburg (Bramfelder Chaussee) (23 Kommentare).

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Das Internet als Geisel

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Ungerechtigkeit Verrat Internet

Ich bin seit vier Jahren bei einem großen magentafarbenen Unternehmen angestellt, das momentan durch eine Drosselung des Internetanschlusses in den Medien auffällt. Mit meinem Kollegen verstehe ich mich sehr gut und auch das Arbeitsklima ist gut. Allerdings wünsche ich mir, dass die Firma aufgrund der Drosselung pleitegeht. Ich kann nicht akzeptieren, dass das Internet als Geisel genommen wird, um mehr Geld vom Staat subventioniert zu bekommen. Zwar sagen die anderen Internet-Anbieter momentan noch, dass sie keine Drossel einführen wollen, aber ich befürchte, das wird trotzdem bald geschehen. Einfach, damit man noch mehr Geld aus dem Kunden quetschen kann. Ich bitte also um Absolution für meinen Wunsch, dass die Firma pleitegeht und vielleicht meine Kollegen und ich arbeitslos werden. Aber das Internet darf nicht von Firmen oder dem Staat kontrolliert und reguliert werden.

Beichthaus.com Beichte #00031269 vom 24.05.2013 um 13:01:01 Uhr (17 Kommentare).

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