Geistiger Totalausfall

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Dummheit Peinlichkeit Boshaftigkeit Trunksucht Ernährung

Es ist schon über ein Jahr her, da ist mir etwas passiert, das mir heute noch manchmal in den Sinn kommt. Ich schäme mich sehr dafür und weiß noch, dass ich ein bisschen was getrunken hatte. Dementsprechend war ich ein wenig angeheitert und offener als sonst. Aber trotz allem war ich im "Vollbesitz meiner geistigen Kräfte", wie es so schön heißt. Deshalb kann ich meinen geistigen Totalausfall noch weniger nachvollziehen. Jedenfalls begab es sich, dass ich eine Freundin an diesem Abend zur Bahn brachte. Auf dem Weg dorthin fiel mir ein Paar auf, bei dem der Mann lief, als sei ihm gerade der Fuß eingeschlafen. In angeheitertem Zustand machte ich meine Begleitung darauf aufmerksam und äffte den Mann auf absolut bescheuerte Art und Weise nach. Die besagte Freundin wirkte leicht entgeistert und meinte nur, dass sie davon ausgeht, dass der Mann körperlich behindert ist. In diesem Moment wurde mir eiskalt und ich glaube, ich war sofort wieder ausgenüchtert.

Natürlich war mir sofort klar, dass sie recht hatte und es absolut unter aller Sau war, dass ich diesen Mann nachgemacht habe. Und das nur, weil ich dachte, dass er betrunken wäre. Das ist mir vor allem deshalb peinlich, weil meine Begleitung körperlich auch nicht auf dem besten Stand war und ich auch eine körperlich behinderte Großcousine hatte, die mittlerweile leider verstorben ist. Es tut mir unheimlich leid, dass ich mir auf die Kosten dieses Mannes einen Spaß erlauben wollte. Zumal ich unseren Mitmenschen mit Behinderung immer mit Respekt begegne. Jedes Mal, wenn ich an die Situation denke, kann ich mein Gesicht nur in purer Ablehnung für mich selbst verziehen und den Kopf schütteln. Ich hoffe, dass meine Begleitung von damals den Vorfall vergessen hat. Mir fällt dies allerdings nicht so leicht, und deshalb bitte ich um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00032057 vom 16.10.2013 um 14:28:58 Uhr (13 Kommentare).

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Anatomisch nicht für Sex geeignet

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Feigheit Sex Falschheit Partnerschaft Intim

Anatomisch nicht für Sex geeignet
Ich (w/26) bin anatomisch nicht in der Lage, einen Orgasmus zu haben. Nicht nur keinen Vaginalen, auch keinen Klitoralen. Das ist ja an sich keine Beichte wert, allerdings weiß es mein Mann nicht. Ich habe trotz dieses Defizits ja Spaß am Sex, und so hatte ich vor ein paar Jahren auch den ein oder anderen One-Night-Stand. Einer davon ist mein heutiger Ehemann. Damals habe ich ihm einen Orgasmus vorgetäuscht, er gab sich wirklich viel Mühe, und ich wollte ihm den Abend nicht versauen. Ich dachte ja eigentlich auch, ich würde ihn nie wieder sehen. Ein paar Monate später war er dann der neue Kollege in unserer Abteilung und wir lernten uns besser kennen. Inzwischen haben wir zwei Kinder. Die eigentliche Beichte ist, dass ich ihm jedes Mal, wenn wir Sex haben, einen Orgasmus vortäusche. Wenn er einen schlechten Tag hat, auch mal zwei oder drei - das hebt sein Selbstwertgefühl. Aber wie könnte ich ihm nach sieben Jahren denn sagen, dass ich ihn von Anfang an belogen habe?

Beichthaus.com Beichte #00032051 vom 13.10.2013 um 22:11:15 Uhr (52 Kommentare).

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Mit Spraydosen zum Date

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Vandalismus Boshaftigkeit Lügen Selbstsucht Wolfhagen

Ich hatte mal einen Bekannten, der als Hausmeister in einem Wohnblock gearbeitet hat. Er musste immer viel Graffiti wegmachen, weil es auch eine recht schwierige Gegend war. Die Hausverwaltung war wohl ziemlich streng und er musste das immer innerhalb von einem Tag wegmachen, damit die Sprayer merken, dass es eh nichts bringt. Irgendwann haben wir mit unserer Gruppe ein nettes Mädchen kennengelernt und man merkte, dass sie ihn nicht uninteressant fand. Allerdings schien sie auch Interesse an mir zu haben - und ich war damals wirklich lange Single und fand sie echt klasse. Da wir mit unserer Gruppe fast jeden Freitagabend etwas unternahmen, bot es sich an, dass wir das Mädchen dazu einluden. Lange Rede kurzer Sinn. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag bin ich zu dem Wohnblock und habe dort eine ziemliche Sauerei angerichtet.


Meiner Aktion fielen etwa drei Spraydosen zum Opfer - und ich habe auch Sachen geschrieben, die schnell entfernt werden mussten. Deshalb musste er wohl tatsächlich bis spät abends die Wände bearbeiten. Mein Plan, dass ich seine Abwesenheit nutze, um mich an die Kleine ranzumachen, ging aber leider nicht auf. Sie hat auf der Party nämlich irgendwie einen anderen kennengelernt. Im Nachhinein war das eine völlig dumme und unnötige Aktion und es tut mir für meinen Kumpel richtig leid. Ich habe ihm aber trotzdem nie die Wahrheit erzählt und heute habe ich auch nichts mehr mit ihm zu tun.

Beichthaus.com Beichte #00032046 vom 13.10.2013 um 02:39:58 Uhr in Wolfhagen (12 Kommentare).

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Mein undankbarer Freund

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Dummheit Zorn Verzweiflung Feigheit Partnerschaft Münster

Ich bin mit einem Mann zusammen, bei dem ich schon länger den Eindruck habe, dass er von mir genervt ist und nur darauf wartet, dass ich Schluss mache. Statt auf mein Gefühl zu hören, denke ich mir jedoch immer wieder: "Quatsch, das bildest du dir nur ein". Aber heute war mal wieder so eine Situation. Er war die letzten zwei Tage im Krankenhaus und ich habe mich natürlich um ihn gekümmert. Heute kam dann die freudige Nachricht, dass ich ihn abholen kann - er wirkte auf mich auch so, als ginge es ihm gut. Wer herzhaft über das TV-Programm lacht und zuvor schon fleißig virtuelle Aliens abgeknallt hat, dem scheint es so übel nicht zu gehen. Also legte ich mich zu ihm ins Bett, weil ich mich so freute, ihn wieder bei mir zu haben und kuschelte mich an ihn. Als er dann nicht reagierte und nur die Arme verschränkte, erkundigte ich mich dann tatsächlich, ob er mich nicht mal in den Arm nehmen wolle, weil ich mir solche Sorgen um ihn gemacht hätte. Das hat er natürlich nicht gemacht. Gott - muss das schrecklich sein, mit Freundinnen, die sich immer anbiedern. Die armen Männer. Später wollte der Herr dann schlafen, aber ich habe das offensichtlich nicht schnell genug verstanden und mich erdreistet, nach der zweiten fadenscheinigen Andeutung noch dort zu sitzen und unverständlich zu schauen.

Prompt kam ein Rüffel, der sich gewaschen hatte - was er wolle, warum es ärgerlich sei und dass er diesen Stress nicht haben kann. Warum ich ihn so in Verlegenheit bringe und nicht einfach verstehe, was er meint. Ich solle dann doch bitte meiner Wege gehen. Man darf sich das also vorstellen, wie bei dem Opa auf dem Bauernhof. Wenn der Hund gerufen wurde, hatte er gefälligst zur Stelle zu sein - aber wenn Hasso dann mal wieder im Weg rumsteht, bekommt er einen Tritt. Nur, damit mich niemand falsch versteht - ich habe mich natürlich nicht nur um ihn gekümmert, damit er später nett zu mir ist. In einer Beziehung steht man seinem Partner schließlich bei, wenn er krank ist, ich hatte nur nicht erwartet, dass er so undankbar wäre. Ich meine, wenn mir jemand sechs Stunden lang Kotztüten hinhalten würde, dreimal am Tag ins Krankenhaus kommt, weil ich dieses oder jenes brauche - dann fiele mir nicht im Traum ein, dieser Person gegenüber dann kalt und abweisend zu sein. Und mich als Krönung auch noch rotzfrech zu verhalten. Jetzt schläft er, wahrscheinlich aber nicht sonderlich gut - vermutlich werde ich mir morgen anhören dürfen, was ich mir dabei gedacht habe. Und ich? Tja, ich sitze hier und nippe an einem Glas Wein, statt einfach mal den Mut aufzubringen, um mit ihm Schluss zu machen, weil solche Sachen immer häufiger vorkommen. Herr, wirf Hirn vom Himmel - oder zumindest den Mumm, den ich brauche.

Beichthaus.com Beichte #00032033 vom 12.10.2013 um 01:30:08 Uhr in 48155 Münster (Kesslerweg) (19 Kommentare).

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Als Lehrer versagt

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Engherzigkeit Falschheit Boshaftigkeit Ungerechtigkeit Schule

Ich bin seit über 20 Jahren Lehrer an einer Grundschule und ja, ich gebe es, wenn auch nur anonym zu: Ich kann einige Schüler/innen nicht ausstehen. Ich mag Kinder, sonst wäre ich nicht Lehrer geworden, aber es gibt auch die Sorte von Kids, die man einfach nicht geschenkt haben möchte und die einen innerlich zur Weißglut treiben. Ich bin Pädagoge genug, um mir vor ihnen nichts anmerken zu lassen oder sie zu benachteiligen - meinen (zum Glück noch) starken Nerven sei Dank! Ich versuche immer, alle Kinder gleich zu behandeln, was gewiss nicht einfach ist. Ich habe ziemlich gute und nette Kollegen, die ein Lied von schwierigen Schülern und deren ebenso komplizierten Eltern singen können. Das lässt einiges leichter ertragen! Nun ist es mir allerdings doch passiert. Ich schäme mich dafür, denn meine Fairness und Selbstbeherrschung hat plötzlich komplett versagt. Ich hatte gestern einen Schüler im Unterricht, der ohnehin schon einige Schwierigkeiten macht und mir in der Mathematik-Stunde den letzten Nerv geraubt hat. In der Pause ging er mit den anderen Schülern dann auf den Schulhof, ich blieb im Klassenraum, um mich auf die nächste Stunde vorzubereiten. Vom Fenster aus konnte ich dann beobachten, wie er von ein paar anderen Jungen aus der Parallel-Klasse in die Ecke gedrängt und ausgelacht wurde.


In diesem Moment stand ich nur da und wartete ab. Beim Auslachen blieb es aber nicht, sie schubsten ihn grob herum, rissen ihm seine Brotbüchse aus der Hand und warfen ihm - wohl wegen seines Übergewichts - gehässige Gemeinheiten an den Kopf. Ich hätte normalerweise sofort eingegriffen, doch ich stand gefühlte fünf Minuten noch immer wie angewurzelt da und dachte mir im Inneren, dass der kleine Satansbraten genau das verdient hat. Im Unterricht hatte er ständig die große Klappe und nun konnte er sich nicht mal verteidigen. Ja, es war eine Genugtuung für mich, nach all dem Ärger, den er mir bereitet hatte, zu sehen, wie hilflos er sich nun fühlte. Im gleichen Moment schämte ich mich aber für diese wirklich dummen Gedanken und konnte noch sehen, wie die Jungs wieder wegliefen und er ganz betrübt dastand. Dieser Moment war für mich als Lehrer wirklich erschreckend, ich bekam ein schlechtes Gewissen und musste mich erst wieder sammeln. Warum schritt ich nicht sofort ein, sondern blieb stehen und freute mich innerlich, dass er mal eine Abreibung bekam? Hatte ich als objektiver, sachlicher Lehrer versagt? Warum ließ ich mich von meinen Emotionen so dermaßen leiten und wieso hatte ich das Gefühl, bei etwas ertappt worden zu sein? Er war doch ein Kind und ich der Erwachsene! Als er den Klassenraum wieder betrat, konnte ich ihm nicht mehr in die Augen blicken und hatte das Gefühl, er wisse von meinen Gedanken, dass ich am Fenster stand und alles, ohne mit der Wimper zu zucken, beobachtet hatte. Ich fühle mich so mies und ungerecht, dass ich das hier beichten konnte, hat mein Gewissen zwar minimal erleichtert, aber bis ich die ganze Sache verdaut habe, dauert es wohl noch. Und egal, wie schrecklich sich auch ein Schüler im Unterricht aufführt, wenn er Hilfe braucht, werde ich trotzdem einschreiten, ich schwöre es!

Beichthaus.com Beichte #00032030 vom 10.10.2013 um 13:53:23 Uhr (27 Kommentare).

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