Feierwütige Studenten

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Falschheit Ignoranz Hochmut Studentenleben Moosinning

Ich beichte hiermit, dass ich am Liebsten keine Freunde hätte. Ich empfinde das Pflegen von Freundschaften mittlerweile als mühselig und nervig. Das bezieht sich vor allem auf das Finden und "Aufbauen" neuer Freundschaften. Es geht mir seit dem Beginn meines Studiums letzten Jahres so, da die meisten Studenten anscheinend denken, der Sinn ihres Lebens sei es, jeden Tag zu feiern und zu saufen, dann so oft wie möglich mit ihren Sauf- und Sexgeschichten zu prahlen und auf ihr Studium eigentlich vollkommen scheißen. "Morgen um acht Uhr habe ich ein wichtiges Seminar, aber hey! Ich gehe bis vier Uhr morgens feiern und schwänze im Endeffekt eh." Da ich mit meinem alten Studium unzufrieden war und nun bald mit einem anderen Studiengang neu starte, geht es mir mit den neuen Bekanntschaften wieder genauso. Wir kennen uns eine Stunde, dann werden schon jegliche gemeinsame Aktivitäten für die nächsten zwei Wochen verabredet, die Eine offenbart uns ganz selbstverständlich, dass sie unter Depressionen leidet und sich eigentlich umbringen will und ich fühle mich direkt so furchtbar verpflichtet und gebunden, dass ich eigentlich sofort flüchten will, aber die traurige Wahrheit ist, dass diejenigen, die in den nächsten Wochen nicht an so vielen Treffen wie möglich teilnehmen, niemals Teil der Gruppe werden.


Tja, Quantität statt Qualität. Achja, zu den Menschen aus meinem alten Studiengang habe ich keinen Kontakt mehr, weil ich mich nicht mehr gemeldet habe. Nur mit meinen alten Freunden, die ich schon ewig kenne, fühle ich mich wohl und bei ihnen fällt es mir leicht, Kontakt zu halten. Woran liegt das? Sind die ganzen neuen Eindrücke des Studentenlebens einfach zu viel für mich? Fühle ich mich noch nicht reif genug für das alles? Bin ich doch nur der langweiligste Mensch der Welt oder vielleicht innerlich um 20 Jahre gealtert, weil ich lieber ruhig und allein vor dem Fernseher sitze, als mit Freunden feiern zu gehen, oder bin ich einfach nur ein Arschloch? Ich bereue mein Verhalten, weil ich undankbar bin und bestimmt mal sehr einsam sein werde. Und weil es mir leidtut, dass ich zu manchen Freunden einfach den Kontakt abgebrochen habe.

Beichthaus.com Beichte #00033859 vom 01.09.2014 um 01:00:08 Uhr in Moosinning (20 Kommentare).

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Die Vorteile der Leiharbeit

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Neid Falschheit Arbeit

Ich (m, Mitte 30) bin seit nunmehr zwei Jahren Teil des Betriebsrats eines mittelständischen Unternehmens aus der Logistikbranche. Seit der Krise 2008/09, die uns hart erwischt hat, setzt die Unternehmensführung zunehmend Leiharbeiter ein. Das kommt bei der Stammbelegschaft natürlich nicht gut an und dies stellt auch inoffiziell einen Grund dar, wieso ich es in den Betriebsrat geschafft habe. Ich skandierte im Unternehmen gegen die Zeitarbeit und den damit verbundenen Rückgang der Festbeschäftigung und wandte mich deshalb sogar an die Lokalpresse. Dies kam bei der Belegschaft extrem gut an, sodass ich nun dem Betriebsrat beiwohne.

Anfangs war ich noch davon überzeugt, dass Leiharbeit unvorteilhaft für die Firma und die Angestellten sei, weil ich die vielen unqualifizierten und demotivierten Arbeitslosen vor Augen hatte. Doch mein Bild hat sich total gewandelt. Seit auch in meiner Abteilung (Personalabteilung) und der Unternehmensführung Zeitarbeiter eingesetzt werden, komme ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Nicht nur, dass diese Leute überhaupt nicht meinen Vorstellungen entsprechen, sie sind im Wesentlichen auch besser qualifiziert, motivierter und leistungsfähiger als die Festangestellten! Die Vorteile der Leiharbeit nutzen die Leiharbeiter auch aus. So bekam ich mit, wie ein befristeter Kollege meinen Chef niedermachte, weil dieser nicht am wöchentlichen Teamleitermeeting teilnahm. Das würde ich mich nie trauen. Aber unsere Leiharbeiter wissen genau, dass sie aufgrund ihrer Flexibilität und ihres breiten Wissens jederzeit woanders genommen werden. Mit besagtem Kollegen führte ich dann ein aufschlussreiches Gespräch, wo er mir mitteilte, dass er sich seine Flexibilität auch etwas kosten lasse, er verdient knapp 20 Prozent mehr als ich, netto! Trotz alldem bin ich im Betriebsrat immer noch knallhart und verteufle Zeitarbeit aufs Äußerste, auch wenn ich die Leiharbeiter insgeheim um ihr breites kulturelles Wissen und ihre erworbenen Sozialkompetenzen beneide, doch wenn ich das offen zugeben würde, wäre mein Platz im Betriebsrat futsch. Und auf die vielen Geschäftsveranstaltungen und mehrtägige "Tagungen", bei denen es auch oft ins Ausland geht, möchte ich auf keinen Fall verzichten. Daher werde ich auch weiter gegen die Leiharbeit wettern, obwohl sie vorteilhaft für alle Beteiligten ist.

Beichthaus.com Beichte #00033804 vom 23.08.2014 um 12:36:38 Uhr (11 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Ich mache mich über meinen Freund lustig

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Morallosigkeit Selbstsucht Fetisch Partnerschaft

Ich mache mich über meinen Freund lustig
Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll. Ich glaube, ich bin eine bösartige Egoistin geworden. Ich (w/20) habe seit fast zwei Jahren einen festen Freund - er ist wirklich süß zu mir, sieht richtig gut aus, macht viel Sport, ist sehr beliebt und so weiter. Nur hat […]
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Beichthaus.com Beichte #00033794 vom 20.08.2014 um 16:50:58 Uhr (66 Kommentare).

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Die Arbeitsmoral beim Bundestag

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Morallosigkeit Faulheit Ungerechtigkeit Politik

Ich bin Abgeordneter des Deutschen Bundestages und möchte beichten, in der namentlichen Abstimmung "Bundeswehreinsatz im Libanon (UNIFIL)" mit "Ja" gestimmt zu haben, ohne mich vorher informiert zu haben, oder den Antrag moralisch zu hinterfragen. Es war mir einfach egal. Ich war gedanklich den ganzen Tag lang schon bei der Planung meines Urlaubs in der parlamentarischen Sommerpause. Im UNIFIL-Einsatz sind schon über 250 von unseren Leuten gestorben, aber ich bin nicht in der Lage, mich dafür zu interessieren - oder meiner Faulheit im Bezug auf solche Abstimmungen ein Ende zu setzen. Dabei ruhe ich mich auf GG Art. 38 Abs. 1 aus und bitte um Vergebung für meine Gleichgültigkeit.

Beichthaus.com Beichte #00033782 vom 19.08.2014 um 03:36:43 Uhr (13 Kommentare).

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Mein verlorener Sohn

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Ignoranz Familie

Ich (m/60) hatte zu meinem Sohn, der mittlerweile 40 ist, eigentlich immer ein gutes Verhältnis. Wir haben zusammen schöne Urlaube gemacht und ich habe trotz meines Status als Alleinerziehender (Mutter früh verstorben) immer versucht, ihm alles zu ermöglichen, was er wollte und was in meiner Macht stand. Vielleicht war das manchmal nicht genug, aber es war damals alles, was ich ihm geben konnte. Es gab keine Schläge, kein Anschreien, ich habe wirklich alles für ihn getan. Als er 19 war, ist er nach mehrfachem Anlauf wieder durch die Abiturprüfung gefallen. Wir hatten, auch wegen anderer Dinge, damals ziemlich viel Streit. Es geht hierbei nicht um Vorwürfe wegen schulischer Leistungen, sondern um ganz andere Dinge. Irgendwann ist das Ganze auf einer emotionalen Ebene so eskaliert, dass er den Kontakt zu mir vollständig abgebrochen hat. Lange Zeit konnte ich das nicht verstehen, war deshalb in Behandlung und habe alles versucht, um wieder Kontakt aufzunehmen - doch alles blieb erfolglos. Er ist dann auch aus der Heimatstadt weggezogen und das Letzte, das ich von ihm hörte, war, dass er zur Bundeswehr gegangen ist. Ich hatte einen guten Freund, der in der Verwaltung dort gearbeitet hat. Ab und zu, wenn es mich arg gebeutelt hat, habe ich den Freund angerufen und gefragt, was er jetzt für einen Dienstgrad hat, wo er wohnt, wie der Familienstand ist - so kleine Dinge eben und so etwas hat mich dann wieder über das nächste Jahr gebracht.

Nach einigen Jahren ging das nicht mehr, weil die Akte gesperrt war und der Geheimhaltung unterlag. Ich habe daraufhin einen Privatdetektiv beauftragt, dieser konnte mir aber leider auch keine Informationen liefern. Sogar an einen bekannten Fernsehsender habe ich mich gewendet, der regelmäßig Familien wiedervereint. Es sollte eine Folge gedreht werden, da mein Sohn aber auch für diesen Sender nicht auffindbar war, wurde das Ganze gecancelt. Jetzt, nach 21 Jahren, hat sich ein Zufall ergeben, wie es ihn wahrscheinlich nur einmal im Leben gibt. Seit mehreren Jahren betreibe ich mit einem guten Freund eine Firma, die alles rund um das Haus macht. Wir haben Kräfte zum Putzen, die den Garten machen, sich um Elektronik oder Sanitärprobleme kümmern. Vor einiger Zeit haben wir einen neuen Auftrag für ein Haus in der Nähe von Frankfurt bekommen. Vor einigen Wochen rief ein Angestellter der dort gerade beschäftigt war an, er hätte durch Wasser einen Schaden am Boden verursacht. Ich fuhr sofort hin, um mir das Ganze anzuschauen, da die Hausbesitzer, ein Ehepaar nicht erreichbar waren. Vor Ort erwartete mich ein gut eingerichtetes Haus. Alles vom Feinsten mit einem riesigen Garten. Als ich drin war, habe ich auf Fotos, die dort hingen, meinen Sohn wiedererkannt. Der Name der Hausbesitzer ist mittlerweile ein ganz anderer, als der meines Sohnes früher.

Ich war einfach nur unglaublich froh, ihn wiedergefunden zu haben, hatte aber Angst, dass er, sollte er es merken, sofort den Auftrag kündigt, um mich dieses kleinen Fensters zu berauben. Einmal habe ich ihn auch gesehen, wie er von einem Fahrer der Bundeswehr abgeholt worden ist. Es freut mich, dass er offensichtlich den richtigen Weg für sich gefunden hat. Es tut mir leid, dass ich mich nicht an seinen Wunsch halte, sondern immer wieder mit diesen kleinen Aktionen unbemerkt in sein Leben trete.

Beichthaus.com Beichte #00033766 vom 15.08.2014 um 13:02:19 Uhr (17 Kommentare).

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