Der Fall Tugce

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Ungerechtigkeit Engherzigkeit Gesellschaft Medien

Ich möchte beichten, dass mir das mediale Ausschlachten um den Fall Tugce vollkommen auf die Nerven geht. Ich möchte nicht als herzlos abgestempelt werden, aber dieses Tägliche: "Und das gibt es Neues im Fall Tugce" finde ich unerträglich, genauso wie das bloße Denken darüber, ihr ein Bundesverdienstkreuz zu geben. Für etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte. Es ist schön, dass sie es getan hat. Aber wenn man mal ehrlich ist, würde es niemanden jucken, wenn sie noch am Leben wäre - keine druckbare Story, kein Gedanke über ein Bundesverdienstkreuz. Ich finde es auch etwas seltsam, wie viele Menschen Anteil an einer Frau haben, die sie nie gekannt haben. Versteht mich nicht falsch, so etwas ist schon schön, aber ich glaube, einem großen Teil geht es bloß um Selbstdarstellung.


Ich kann mich nicht in die Familie hineinversetzen und möchte es auch nicht, aber ich habe auch schon Todesfälle in der Familie gehabt und glaube nicht, dass die "öffentliche Anteilnahme" oder eine kleine sinnentleerte Medaille ihnen auch nur im Geringsten so etwas wie Trost spendet. Ich glaube, ich würde eine gerechte Strafe für den Täter wollen und danach irgendwie versuchen, mit dem Schmerz umgehen zu können. Und bis dahin beichte ich, dass mir das Ausschlachten auf die Nerven geht und ich Schlagzeilen mit ihrem Namen oder Gesicht bewusst ignoriere. Lasst die Familie doch einfach in Ruhe trauern.

Beichthaus.com Beichte #00034580 vom 11.12.2014 um 19:13:04 Uhr (19 Kommentare).

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Ein christliches Europa ohne Feministen

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Falschheit Feigheit Lügen Vorurteile Politik

Ich möchte gestehen, dass ich meinem Umfeld meine politische Meinung vorlüge. Ich arbeite an einer Universität und hier ist das Milieu sehr links geprägt. Ich stimme all den Gutmenschen um mich herum immer zu, wenn sie Feminismus, Multi-Kulti und Toleranz predigen. Ich nicke brav und wiederhole ihre Argumente. Dabei bin ich in Wirklichkeit stockkonservativ. Ich bin für die traditionelle Familie, Beschränkung der Zuwanderung und ein christliches Europa. Aber da ich mit dieser Meinung auf Ausgrenzung und Ablehnung stoßen würde, heuchle ich eben weiter. Zum Glück gibt es in der Bundesrepublik das Wahlgeheimnis. Das heißt, meine Kollegen werden nie erfahren, dass ich mein Kreuz nicht bei den Grünen mache, wie ich immer behaupte. Ich möchte beichten, zu feige zu sein, für meine Ansichten einzustehen.

Beichthaus.com Beichte #00034546 vom 08.12.2014 um 11:47:47 Uhr (23 Kommentare).

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“Folge

Keine Ahnung was ich beruflich machen soll

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Verzweiflung Faulheit Trägheit Arbeit

Ich möchte beichten, dass ich (m) mit 27 Jahren immer noch nicht weiß, wo es beruflich hingehen soll. Es ist so, dass ich noch nie wusste, was ich mal werden möchte und das macht mich fertig. Vor allem, weil ich eine eigene wundervolle Familie habe und meine Frau und mein Kind gerne stolz machen würde. Stattdessen bin ich stets unglücklich im Beruf und verliere auch schnell die Lust daran. Wenn junge Leute mit 18 Jahren schon ganz genau einen Karriereplan aufgestellt haben, bewundere und beneide ich sie dafür zugleich. Nach dem Fachabitur habe ich eine kaufmännische Ausbildung bei einer Bundestagsabgeordneten abgeschlossen, in diesem Job wäre ich gerne geblieben. Leider gab es diese Möglichkeit damals nicht, da sie nicht erneut angetreten ist. Also hat es mich in den Landtag eines anderen Bundeslandes verschlagen, dort hielt man mich zuerst hin und ließ mich nach drei Jahren fallen, dabei hat man sehr von meiner Arbeitsmoral und -kraft und meinem Einsatz profitiert. Diese menschlichen Abgründe in der Politik haben mich ausgelaugt und dazu bewogen, etwas anderes zu machen, wobei ich bei einer Chance, wieder im Bundestag zu arbeiten, sicherlich zugesagt hätte - aber einmal raus, immer raus. Nun ja, das Geschäft ist schnelllebig. Zurück in der Hauptstadt heuerte ich bei einer Stiftung an, um ein wenig Abstand vom direkten Politikbetrieb zu bekommen. Die Konditionen waren gut, die Kollegen waren sehr nett, nur der Arbeitsaufwand war in der regulären Arbeitszeit einfach nicht mehr zu bewältigen. Also begann ich auch samstags alleine im Büro zu arbeiten.

Da es sich um eine neue Abteilung handelte, wurden neue Aufgaben überwiegend an mich delegiert. Ich schaffte es nicht mehr und hatte auch keine Freude mehr an der Tätigkeit. Ich wollte weg. Also musste ich mich weiterbilden und erhielt einen Studienplatz. Leider habe ich das Studium einfach ins Blaue hinein begonnen, um einfach eine Veränderung zu erzwingen und habe es letztendlich einfach nicht mehr finanziert bekommen - ich musste also schnell wieder aufhören. Nach einigen geringwertigen Minijobs und dem Gefühl, von ganz oben nun wirklich ganz unten angekommen zu sein, studiere ich nun wieder und würde danach im gehobenen Beamtendienst tätig sein. Die Studieninhalte sind so schwierig und viel, dass ich wieder einmal voller Sorgen vor mich hin grüble und nicht weiß, wie es weitergehen soll. Ich schaffe es nicht, alles unter einen Hut zu bringen und mittlerweile ist der Lernzug schon abgefahren. Ich beichte, dass es mir noch nie an einer gesunden Arbeitseinstellung gemangelt hat und ich stets viel Herzblut investiert habe, damit alles läuft, aber meiner Familie einfach nicht gerecht werde. Meinem Gefühl nach bin ich dabei selbst oft zu kurz gekommen, oder ich habe meine Zufriedenheit einfach nicht finden können. Nun sitze ich da und weiß wieder mal nicht, was ich tun soll. Als Büromensch bin ich zu lange aus dem Beruf. Jeder hat früher gedacht, dass aus mir mal etwas wird. Aber ich vermute, dass ich irgendwo als Verkäufer enden werde.

Beichthaus.com Beichte #00034508 vom 05.12.2014 um 10:22:34 Uhr (16 Kommentare).

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Der unqualifizierte Bürgermeister

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Rache Engherzigkeit Arbeit Nauwalde

Ich (w) habe es unserem Bürgermeister so richtig heimgezahlt. Als ich fast 15 Jahre alt war, war ich schon einmal bei diesem Bürgermeister und seiner rechten Hand im Vorstellungsgespräch für den Ausbildungsberuf der Verwaltungsfachangestellten. Damals ging ich auf eine Realschule und war in der neunten Klasse mit einem Durchschnitt von 1,80. Das war mein erstes Vorstellungsgespräch und er wusste um meine Nervosität, aber nach drei Minuten sagte er: "Frau Müller, es gibt wesentlich höher qualifiziertere Bewerber als Sie." Danach war ich völlig fertig und eingeschüchtert. Klar, dass es nichts mit dem Ausbildungsplatz wurde. Vor kurzer Zeit war jedoch wieder die gleiche Stelle ausgeschrieben und ich bewarb mich wieder, jetzt mit meinem Abschlusszeugnis von 1,24. Ich musste meinen Ausweis erneuern und der Azubi übernahm dies, ich fragte ihn, was er für einen Schulabschluss hatte, um diesen Beruf ergreifen zu können. Er antwortete, dass er einen Realschulabschluss habe. Ich fragte auch nach seinem Durchschnitt von damals und er sagte zu mir: "2,56." Dann erklärte er mir mit freundlichem Grinsen, dass sein Vater ihn hineingebracht hatte. Ich konnte dem Kerl nicht böse sein, warum auch? Ich würde auch Vitamin B nutzen, wenn ich es hätte. Mich ärgerte es mehr, was der Bürgermeister zu mir gesagt hatte und dass mein Vorstellungsgespräch nur Schein war.


Ich wurde dann zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und saß wieder in diesem Raum. Die gleichen Personen kamen herein und setzte sich. Was die beiden nicht wussten? Ich habe schon bei einem super Unternehmen unterschrieben, ich hatte dort auch einen Monat lang ein Praktikum und sie nahmen mich sofort. Alle sind lieb, freundlich und aufgeschlossen, ich habe 29 Tage Urlaub und verdiene 640 Euro netto. Es ging los mit einem bisschen Small Talk, und ob ich wüsste, wer die Bundeskanzlerin ist und so weiter. Dann kam wieder der Satz: "Frau Müller, es gibt wesentlich höhere qualifizierte Bewerber als Sie." Dann stand ich ganz gelassen auf, zog meine Jacke an, nahm meine Tasche und sagte: "Wissen Sie Herr A. - es gibt wesentlich höher qualifiziertere Bürgermeister als Sie. Ich ziehe meine Bewerbung hiermit zurück. Brauchen Sie das noch schriftlich?" Er war total verdattert: "Äh - ja?" Und ich zog aus meiner Tasche eine Mappe mit einem Schreiben über den Rückzug meiner Bewerbung, mit Unterschrift und allem Drum und Dran und überreichte sie ihm. Und so verließ ich den Raum und sah ihn nie wieder. Ich bitte um Absolution, da ich es nicht einfach ruhen lassen konnte und weil ich mich so in die Sache reingesteigert habe. Es tut mir leid.

Beichthaus.com Beichte #00034486 vom 03.12.2014 um 18:11:53 Uhr in 01609 Nauwalde (Mühlweg) (22 Kommentare).

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“Beichte

Der Herrscher des Studentenheims

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Selbstsucht Hass Waghalsigkeit Nachbarn Studentenleben

Ich bin Student und wohne in einem Studentenheim. Dieses besagte Studentenheim ist recht günstig und somit wohnen dort viele junge Leute aus dem Ausland, unter anderem Pakistanis, Inder, Chinesen, Bulgaren und Vietnamesen. Diese verschiedenen Kulturen können ja ganz […]
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Beichthaus.com Beichte #00034483 vom 02.12.2014 um 23:19:16 Uhr (9 Kommentare).

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