21 Jahre Drogensumpf
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Weitere Arbeitslosigkeit folgte, bis ich irgendwann im Elternhaus Druck bekam. Also kümmerte ich mich um eine weitere Ausbildungsstelle. Über mehrere Umwege und eine weitere abgebrochene Ausbildung zum Koch, bekam ich dann meine Chance, in einem renommierten Gasthaus in unserer Umgebung zu arbeiten. Ich begann meine Ausbildung zum Restaurantfachmann. Ich war mit Eifer bei der Sache, hätte mir jedoch beinahe den Job auch wieder versaut, weil ich total verstrahlt zur Arbeit ging, nachdem ich eine Nacht lang feiern war und dementsprechend nichts auf die Reihe bekam. Das war dann einer der Knackpunkte in meinem Leben, der mich bewegte, mich vom Drogenkonsum zu befreien. Ich wandte mich von meinem gesamten Freundeskreis ab und lebte von da an erst einmal nur noch für die Arbeit. Ich wurde, was die chemischen Sachen anging, clean, kiffte nur noch abends zu Hause. Ich beendete meine Ausbildung erfolgreich, hatte auch eine Freundin, die zwischenzeitlich, aufgrund einiger Probleme, die sie hatte, bei mir eingezogen war.
Sie war jedoch nicht die Richtige für mich. Wir kifften wie die Blöden, ich versemmelte einen Job nach dem anderen und letztendlich, nachdem unsere Wohnung verlebt und versifft war und ich wieder arbeitslos wurde, zogen wir um. Sie wurde schwanger, wir bekamen eine Tochter und es machte abermals klick bei mir. Ich wurde aus eigenem Antrieb absolut drogenfrei, trainierte abends und musste ansehen, wie meine damalige Gefährtin sich weiter der Kifferei ergab. Auf mein Drängen hin, aufzuhören, sagte sie immer nur: "Ich bin ja noch jung und will was erleben!" Es endete in einer sehr heftigen Trennung und beinahe mit einer Psychose bei mir. Ich musste mit meinen 26 Jahren wieder bei meinen Eltern unterkriechen; eines der erniedrigsten Erlebnisse meines Lebens. Immerhin bekamen meine Ex und ich uns soweit in den Griff, dass ich meine Tochter sehen durfte, wann immer ich wollte. Ich konnte einen guten Job in der Branche ergattern, in dem ich über sehr weite Strecken erfolgreich und vor allem gerne tätig war. Trotzdem hatte ich leider immer wieder Rückschläge, was die Kifferei betraf. Irgendwann fand mich eine andere Ex von mir wieder und wir gingen eine Beziehung miteinander ein, die bis heute andauert. Nachdem wir beide zweimal miteinander gekifft hatten, erkannten wir, dass wir uns in diesem Zustand nicht ausstehen können und ließen es einfach bleiben, weil wir zusammen sein wollten. Leider war damit auch eine Verdrängungstaktik nicht mehr verfügbar, ich kündigte in einem Anfall von Depression meinen Job, beziehungsweise ich blieb einfach im Bett liegen und konnte mich nicht mehr motivieren, aufzustehen. So versemmelte ich ihn wissentlich.
Dennoch zogen meine Partnerin und ich zusammen. Ich habe inzwischen einen Sohn von ihr und wir erwarten jede Sekunde ein weiteres Kind, eine Tochter. Unsere Beziehung ist echt glücklich und dennoch schaffe ich es nicht, mich zu sortieren, geschweige denn einen Job zu suchen, der mich erfüllt. Ich schaffe es zwar, eine Maßnahme der ARGE zum Abschluss zu bringen, habe aber Angst, mich auf einen Job zu bewerben. Die Ungewissheit, was mich erwartet, und die Angst zu versagen sind einfach zu groß. Inzwischen trinke ich beinahe jeden Abend, zumindest im Augenblick, jedoch immer erst, wenn mein Sohn im Bett ist. Auf ihn nehme ich Rücksicht. Inzwischen haben wir auch einen Familientherapeuten, der uns auf häuslicher Ebene hilft, uns zu sortieren, weil wir Schwierigkeiten haben, den Haushalt vernünftig zu organisieren. Vielleicht hilft er mir ja auch, einen Psychologen zu finden, dem ich vertraue, damit ich meinen eigenen Seelenmüll mal loswerden kann. Ich bin mit meinen bald 35 Jahren mehr als 21 Jahre süchtig und gewillt etwas zu ändern, und doch habe ich Angst.