Bin ich wirklich übereifrig?

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Verrat Zorn Ungerechtigkeit Arbeit Leer

Ich habe wohl etwas Mist gebaut. Ich bin Krankenpfleger und arbeite in der Kinderintensivpflege. Ich betreue schwerbehinderte Kinder in der heimischen Umgebung. Ich mag meinen Job und ich denke mal, dass ich ihn gut mache. Ich sehe mich nicht als eine besonders gute Pflegekraft. Aber ich möchte gut sein und gebe mir Mühe. Nun ist es so, dass ich mich um viel kümmere, was eigentlich alle aus dem Team machen müssten. Pflegeplanung, Pflegeüberleitung schreiben, wiegen, messen, Medikamentenbestellungen, Materialbestellungen, Rezepte organisieren, etc. Hat mich nie gestört. Ich habe zwar mal gesagt, es wäre schön, wenn die anderen sich auch mal kümmern würden, aber im Endeffekt ist es so geblieben.

Bei den letzten beiden Pflegevisiten ist aufgefallen, dass fast alle Einträge in der Akte von mir sind. Das wurde in einem Teamgespräch von der Leitung bemängelt. Ich wurde gefragt, warum ich alles mache und habe nur mit den Schultern gezuckt und gesagt, dass ich die Arbeit erledige, wenn sie da ist. Mehr nicht. Anfang Dezember musste ich zu einem Personalgespräch ins Büro. Mein Chef sagt zu mir, das sich "mehrere" über mich beschwert haben. Ich würde alle Arbeit an mich reißen und eine Teamarbeit gar nicht zulassen. Das würde so nicht gehen. Ich war geschockt. Zum einen, weil jeder die Arbeit machen kann, wenn er im Dienst ist und weil man nicht mit mir gesprochen, sondern mich bei der Leitung angeschwärzt hat. Wahrscheinlich, um selbst nicht als Faulenzer dazustehen. Ich bin bis heute sauer. Ich fühle mich verraten. Ich habe inzwischen ein ziemliches Misstrauen gegenüber jedem im Team entwickelt.

Nun zu meinem Mist: Im Urlaub hatte mich der Vater meines Patienten gefragt, ob ich im Rahmen der Verhinderungspflege drei Stunden auf seinen Sohn aufpassen könnte. Ich sagte zu. Er fragte, ob ich es meiner Firma mitteile. Ich sagte, dass meine Firma es zwar erlaubt, dass wir das machen, es aber nicht gerne sieht. Und da ich aktuell eh als "übereifrig" gelte, sagte ich, dass wir wegen drei Stunden nicht unbedingt ein Fass aufmachen brauchen. Eine Kollegin hat es nun mitbekommen und schrieb mir per SMS, dass sie es unmöglich findet, dass ich nun auch noch privat dort arbeite. Mein Verhalten sei extrem unprofessionell. Ich erklärte ihr, dass es nicht privat ist, sonder über die Verhinderungspflege läuft. Aber ich machte mir jetzt Sorgen, dass sich wieder jemand bei der Firma beschwert. Besonders, da diese Kollegin mir schon einmal androhte, sich an die Firma zu wenden, wenn ich ihrem Rat nicht nachkomme. Ich informierte den Vater, dass er es gegenüber der Firma ruhig zugeben kann, wenn Fragen kommen. Dieser wiederum rief die Kollegin an und erklärte es ihr auch. Sie ist jetzt stinksauer auf mich, dass ich sie "angeschwärzt" habe. Es tut mir leid, dass ich sie jetzt verpetzt habe und dass sie vor dem Vater habe dumm dastehen lassen. Heute muss ich zur Firma, zu einer Fortbildung und werde dem Chef mitteilen, dass ich Mist gebaut habe.

Beichthaus.com Beichte #00039376 vom 21.02.2017 um 08:34:09 Uhr in 26789 Leer (11 Kommentare).

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Deppenleerzeichen und Denglisch

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Aggression Hass Dummheit Kollegen Hamburg

Ich habe einen förmlichen Hass auf Menschen, die in der deutschen Sprache absolute Fanatiker des sogenannten "Deppenleerzeichens" sind. Gerade bei meinen Arbeitskollegen kommt mir jeden Tag die Galle hoch. Beispiele gefällig? Technik Team (Korrekt: Technikteam oder Technik-Team). WLAN Passwort, Mail Adresse, Firmen Gruppe, Telefon Zentrale usw. Am liebsten würde ich vor allem für das Team, in dem ich tätig bin, bei der nächsten Teambesprechung einen erweiterten Deutschkurs für alle fordern. Es gibt Menschen, die Schwächen haben und sich mit solchen Formen schwer tun. Dafür habe ich volles Verständnis. Und jeder macht auch mal Flüchtigkeitsfehler, da schließe ich mich auch mit ein. Nur die Ignoranz aus Faulheit geht mir dermaßen auf den Zeiger!

Als Weiteres kommt noch das "erweiterte Denglisch": Ein refresh der Policies wird gerade durchgeführt. Es gibt Wörter, die man nicht übersetzen kann, aber solche, wie im Beispiel beschrieben, gehören nicht dazu. Kann man denn nicht einmal oder gerne auch öfter die Stelle des Körpers einsetzen, die sich bei aufrechter Haltung ganz oben befindet?

Beichthaus.com Beichte #00039343 vom 13.02.2017 um 22:58:06 Uhr in Hamburg (28 Kommentare).

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Karneval in Köln

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Hass Aggression Trunksucht Gesellschaft

Ich, ein gebürtiger Westerwälder, lebe in einem Wohndorf vor Köln. Dort ist es die meiste Zeit sehr ruhig, ja sogar beschaulich, Kinder fahren auf der Straße Fahrrad und zwei Nachbarn halten eigene Hühner. Doch leider ist ja ein Mal im Jahr Karneval, was bedeutet, dass man sich ein achwielustiges Kostüm anzieht und sich entweder in einen stickigen Saal setzt, um auf Kommando über Witze zu lachen, die in den Sechzigerjahren mal aktuell waren - oder sich an eine zugige Straße stellt, um mit billigen Süßigkeiten (Kamelle) beworfen zu werden. Bei der Kölner Jugend ist eine Art Karnevals-Disco üblich, bei der man besagte Kostüme trägt und überlaute kölsche Musik hört. Unglücklicherweise befindet sich in der direkten Nachbarschaft ein Gelände, auf dem jedes Jahr ein Zelt für mehrere Veranstaltungen dieser Art aufgebaut wird. Da es sich um eine Brauchtums-Veranstaltung (!) für die Jugend handelt, ist um Punkt Mitternacht Schluss. Dann geht der Stress für mich erst richtig los, denn nach kurzer Zeit torkeln die Ersten unter meinem Schlafzimmerfenster vorbei.

Dummerweise steht auch noch die erste Straßenlampe in unmittelbarer Nähe meines Fensters. Diese dient als Sammelpunkt für verstreute Gruppen, die Wartenden schreien in ihre Smartphones, rauchen, saufen und werfen ihre Kippen und leeren Flaschen auf die Straße. Wenn der Rest ankommt, wird dieser lautstark begrüßt, dann wird in derselben Lautstärke diskutiert, wie es denn weitergehen soll. Meist wird sich dafür entschieden, zur nicht weit entfernten Bushaltestelle weiterzugehen. Diese Bushaltestelle ist im Übrigen der Grund für den ganzen Ärger, denn sie ist die nächste in der Umgebung des Veranstaltungsgeländes. Die einzige funktionierende Methode zur Vertreibung dieser Gestalten ist es eine lichtstarke LED-Taschenlampe zu nehmen und ihnen direkt ins Gesicht zu leuchten - bei Gruppen suche ich mir dafür den Lautesten aus. Mein eigentliches Geständnis aber ist, dass ich rabiatere Abwehrmaßnamen plane. Seit Jahren habe ich vor an einer geeigneten Stelle Stolperdrähte zu spannen, damit diese Idioten sich auf die Fresse legen. Nur mein gesunder Menschenverstand hält mich noch davon ab.

Beichthaus.com Beichte #00039330 vom 09.02.2017 um 23:59:33 Uhr (17 Kommentare).

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Susi das Walross

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Rache Schamlosigkeit Arbeit Nürnberg

Vor inzwischen zehn Jahren war ich als damals 19-jähriger Zivildienstleistender in einem Berufsbildungswerk für behinderte Jugendliche - die Klientel war also mein Alter, was meine Chefin offensichtlich verwirrte. So behandelte sie mich, einen jungen Menschen, der gerade sein Abitur in der Tasche hatte, wie unsere Anvertrauten, die zum großen Teil "Lernschwäche" oder "Entwicklungsverzögerung" aufwiesen, wie man so schön sagt. Meine Chefin begegnete mir nie auf Augenhöhe und anstatt mir Tipps zu geben oder ein aufrichtiges Gespräch mit mir zu führen, spann sie sogar Intrigen gegen mich, hetzte Kollegen gegen mich auf und wollte mich sogar vom Bereichsleiter loswerden lassen. Dabei bin ich ein wirklich sozialer Mensch, der immer sein Bestes gibt. Inzwischen bin ich Sozialarbeiter.

Jedenfalls hat mich die Situation seinerzeit sehr belastet, dass ich mich an meiner Chefin "Susi, dem Walross", wie sie meine Zivikollegen und ich immer liebevoll hintenrum nannten, rächen wollte. Als ich in einer Nachtschicht alleine im Dienst und auf dem Klo war, hatte ich spontan eine kreative Idee für einen Schabernack: Als ich gerade meine Blase auf der Mitarbeitertoilette entleerte, sprang mir der Flüssigseifenspender ins Auge. Ich brachte mich durch erotische Handyvideos in Stimmung, befriedigte mich selbst, spritzte in die Flüssigseife ab, rührte danach schön durch und verschraubte den Seifenspender wieder. Mir gefiel die Idee, dass sich dieser schlechte Mensch künftig immer mit meinem Sperma die Hände waschen würde. Ich selbst verzichtete ab sofort beim Händewaschen auf die Seife, finde die Aktion aus heutiger Sicht jedoch unreflektiert und kindisch, weswegen ich um Absolution bitte.

Beichthaus.com Beichte #00039318 vom 06.02.2017 um 11:30:00 Uhr in Nürnberg (10 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Auf Diebeszug in der Kaserne

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Diebstahl Vandalismus Freizeit Waldbröl

Ich habe in einer leer stehenden Kaserne alles mögliche geklaut. Es war im Sommer 2009, ich war arbeitslos und wartete schon das halbe Jahr auf den Beginn meiner bereits bewilligten beruflichen Reha. Kurz gesagt: Mir war extrem langweilig. Deshalb fuhr ich - wenn ich das Geld für Benzin hatte - oft ziellos durch die Gegend. Dabei entdeckte ich eines Tages durch Zufall die leer stehende und zum Abriss vorgesehene Kaserne. Schon bald fand ich ein Loch im Zaun und lief staunend über das verwilderte Gelände. Dabei wurde mir schnell klar, dass diese Gebäude dort völlig unbewacht herumstanden. Bei meiner ersten Erkundung trug ich noch leichte Sommerkleidung und hatte nur Sandalen an den Füßen, deshalb konnte ich mir nur einen oberflächlichen Eindruck verschaffen. Der reichte aber, um bald besser ausgerüstet zurückzukommen. Also mit langen Hosen, Sicherheitsschuhen, Taschenlampe und Handschuhen. So konnte ich dann auch die unbeleuchteten Innenräume und Kellergeschosse unter die Lupe nehmen. Dort fand ich die interessantesten Dinge - unter anderem Luftfilter für Bunkeranlagen, benutzte Übungshandgranaten, einen leider leeren Tresor, alte Bundeswehr-Akten, Möbel, Werkzeuge, historische Feuerlöscher und noch vieles mehr.

Anfangs nahm ich nur Kleinigkeiten wie die Übungshandgranaten mit. Doch dann zerbrach ich meinen Klodeckel. Ein neuer hätte mich über 60 Euro gekostet, zu dem Zeitpunkt sehr viel Geld viel für mich! Aber da fiel mir ein, dass ich in der Kaserne auf den Toiletten der Offiziersmesse sehr hochwertige und recht neue Klodeckel gesehen hatte. Also packte ich etwas Werkzeug ein, fuhr zu Kaserne und montierte mir dort einen Gratis-Klodeckel ab. Ein bisschen säubern, anschrauben und ich hatte wieder ein vollständiges Klo! Von da an ging ich regelmäßig dort auf Raubzug. Manchmal verbrachte ich ganze Tage dort. Ich erkundete die Gebäude immer genauer und fand vieles, das ich mir aneignete. Das waren unter anderem zwei Hakenleisten, die Schlüsselrosetten des Tresors, viele Warnschilder, eine explosionssichere Lampe aus Gusseisen, den allerletzten Kaffeelöffel aus der Messe, eine sehr große Pinnwand aus Massivholz und Kork, aber auch persönliche Sachen wie ein Plüschtier. Anderes ließ ich dort, wie etwa einen defekten Kopierer und alte Telefone. Wieder anderes zerstörte ich, um meinen Frust abzubauen, dabei zerschlug ich jedes noch auffindbare Stück Porzellan, trat Türen ein oder zertrümmerte sie mit einer Axt. Mehrere Stunden lang klopfte ich mich nur zum Spaß durch die Betonwand einer Garage.

Irgendwann merkte ich, dass ich dort nicht der Einzige war, der auf Beutezug ging, denn in der Garage lagen jede Menge Gitterzaun-Elemente, die eines Tages komplett weg waren. So entgingen mir leider auch ein paar schöne Dinge wie z. B. eine Zapfpistole, die Feuerlöscher und die Leitwerk-Flosse einer Pershing-I-Rakete. Ich bereue es nicht, so viele Sachen geklaut oder zerstört zu haben, denn es wäre sowieso alles vernichtet worden. Aus meiner Sicht habe ich die (rettenswerten) Sachen gerettet, um sie weiter zu benutzen. Profit habe ich keinen aus der Sache geschlagen. Eher habe ich noch Zeit in die Sachen investiert um sie zu renovieren, vor allem bei der Hakenleiste, der Lampe und der Pinnwand habe ich mir echt Mühe gegeben. Würde sich mir eine solche Gelegenheit noch einmal bieten, ich würde wieder so handeln.

Beichthaus.com Beichte #00039303 vom 03.02.2017 um 00:27:40 Uhr in 51545 Waldbröl (9 Kommentare).

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