4621 Maskierter Parkplatz-Scheißer

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Ekel Unreinlichkeit Peinlichkeit Shopping

Vor einigen Monaten hat es sich zugetragen, dass mir das Peinlichste passiert ist, was ich mir ausmalen kann. Ich leide unter psychosomatischem Reizdarm, der so unberechenbar ist, wie die Terroristen von Al Kaida. Alles das, was meinem Hirn nicht passt, schlägt mir auf den Darm. Selbst, wenn ich nicht mal selber realisiere, dass mir etwas nicht passt. Dementsprechend weiß ich nie, ob und wann und wie mein blödes Gedärm wieder zuschlägt. Und jetzt kommt natürlich, was kommen musste. Ich stand im Supermarkt an der Kasse, als ich merkte, dass sich mein ganzer Bauch verkrampft. Unglücklicherweise stand vor mir eine riesige Schlange von Menschen und der Supermarkt befand sich direkt an einer Hauptstraße mit einem kleinen Parkplatz vorne dran. Eigentlich ist es mir echt peinlich, fremde Leute nach einem Klo zu fragen, aber ich habe dann die Kassiererin ganz nett gefragt, ob ich die Örtlichkeiten benutzen dürfte. Mir stand da schon vor Schmerzen der Schweiß auf der gefühlt kalkweißen Stirn. Doch die Dame meinte nur, dass das Klo nur für Mitarbeiter ist und sie mich da nicht drauf lassen kann.


Da ich keine Szene machen wollte - und mir eine solche auch gar nicht leisten konnte, aufgrund des Zeitdrucks - habe ich meinen Einkaufswagen stehen lassen und bin auf den Parkplatz gerannt, wo zehntausend Leute hin und her liefen und habe mich dort zwischen zwei parkende Autos gehockt und gefühlte 20 Liter Wasser geschissen. Meine Beichte ist jedoch nicht, dass ich den Parkplatz verschmutzt habe - die blöden Tanten sind immerhin selbst schuld - sondern dass ich der heutigen Handygeneration so dermaßen misstraue, dass ich mein Geschäft mit einem alten Jutebeutel, in dem ich normalerweise mein Leergut aufbewahre, über dem Kopf getätigt habe, damit bloß keiner von diesen Smartphonesüchtigen meine - im wahrsten Sinne - beschissene Aktion filmt und ich meine Fresse nachher mit diskreditierender Überschrift auf sämtlichen Videoportalen wiederfinde. Das einzig Gute an der Situation war, dass ich durch den Jutesack nicht sehen konnte, wer mich da alles angestarrt und ausgelacht hat. Denn wenn es ein Motto gibt, das sich dadurch bewahrheitet, dann ist es "Wenn ich sie nicht sehe, sehen sie mich auch nicht."

Beichthaus.com Beichte #00035030 vom 06.02.2015 um 14:42:32 Uhr (16 Kommentare).

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4622 Die Ängste eines Lehrers

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Maßlosigkeit Schule Romrod

Ich bin Lehrer und möchte beichten, dass ich vor Prüfungen fast genau so nervös wie meine Schüler bin. Denn wenn meine Schüler nicht bestehen, dann nehme ich das aus irgendeinem Grund immer persönlich und denke, dass ich als Lehrer versagt habe, anstatt die Schuld für das Durchfallen bei den Schülern zu sehen. Dabei kriege ich immer wieder die Rückmeldung, dass meine Schüler mit meinem Methoden sehr einverstanden sind und gerne bei mir Unterricht haben.

Beichthaus.com Beichte #00035140 vom 23.02.2015 um 21:16:52 Uhr in Romrod (9 Kommentare).

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“Beichte

4623 Wenn der Bissen im Halse stecken bleibt

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Ignoranz Waghalsigkeit Dummheit Ernährung

Ich habe irgendwie ein Problem mit meiner Speiseröhre, ab und zu bleibt schon einmal ein zu großer Brocken, meistens Fleisch, stecken, und kann nur so zurück, wie er reinkam. Sehr unangenehm, eventuell mal peinlich, aber sonst harmlos. Dachte ich jedenfalls bis gestern. Es war mitten in der Nacht und ich nahm noch einen kleinen Imbiss, als wieder etwas stecken blieb. Erst einmal nachgespült, manchmal rutscht es dann weiter. Tat es aber nicht. Und dann merkte ich, dass ich im Gegensatz zu sonst keine Luft mehr bekam. Weshalb weiß ich nicht, ist mir auch egal. Ich blieb überraschend ruhig und ging erst einmal zum Klo, um mir den Finger in den Hals zu stecken, die übliche Lösung für das Problem. Ich war mir nicht sicher, ob das Atemproblem dadurch auch gelöst würde und ob ich es überhaupt schaffen würde, in 30 - 60 Sekunden, die ich mir gab, bis meine Welt schwarz wird. Außerdem dachte ich drüber nach, wie peinlich es wäre, ohne Hose zu sterben und dass auf dem PC ein Porno am Laufen ist. Nunja, das Problem löste sich. Aber alles, was man über knappe Sachen hört, die das Leben verändern, ist falsch, oder klappt bei mir nicht. Kein carpe diem oder memento mori. Ich ignoriere den Vorfall einfach. Ich werde sicher nicht mal zum Arzt gehen.

Beichthaus.com Beichte #00025489 vom 31.12.2008 um 00:02:22 Uhr (35 Kommentare).

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4624 Vertauschte Schubfächer

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Engherzigkeit Morallosigkeit

Mein bester Freund hat einen Billy-Raumteiler von Ikea mit 25 quadratischen Fächern. Immer, wenn ich bei ihm bin und er pissen geht, vertausche ich ihm zwei Fächer. Daheim lache ich mich krank, wenn ich daran denke, wie er vor dem Regal steht und langsam an seinem Verstand zweifelt.

Beichthaus.com Beichte #00007272 vom 01.04.2006 um 02:05:32 Uhr (4 Kommentare).

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“Folge

4625 Betrunken in Frankreich

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Trunksucht Schamlosigkeit Neugier Ekel Last Night

Ich bin gerade in einem Erasmusaufenthalt in Frankreich und wohne gezwungenermaßen in einem hiesigen Studentenwohnheim. Wie das als Ausländer - und vor allem als Erasmusstudent so ist, ist man quasi dazu verpflichtet, jede Festlichkeit, die sich bietet, mitzunehmen und natürlich auch das eine oder andere Bierchen zu naschen. Man hat ja als Deutscher die Bierkultur hochzuhalten, hört sich vielleicht komisch an, aber sobald man sich im Ausland bewegt, ertappt man sich des Öfteren, dass man sich auf dieses Stereotyp der unerreichten deutschen Braukunst beruft. Wie dem auch sei - zugetragen hat sich Folgendes: Der Zenit der Campusparty war längst überschritten und ich hatte demnach Unmengen von alkoholischen Leckereien inhaliert, wiedergefunden habe ich mich auf einer kurzen Afterhour im besagten Wohnheim. Wie das wohnheimtypisch so ist, ähnelt ein jedes Stockwerk exakt dem Anderen. Ich muss mich in der siebten Etage befunden haben, als mich der langsam anbahnende und immer stärker werdende Stuhldrang forcierte, mein eigenes Schlafgemach schnell aufzusuchen, eine Stange Lehm aus den Lenden zu pressen und in der Wonne meiner durchgelegenen Matratze in den Schlaf zu gleiten.


Praktisch, dachte ich mir beim Verlassen der Afterparty - der Flur ist ja meiner, 20 Meter dann links und dann bin ich ja schon da. Nur blöd, dass ich vergessen hatte, die vier Etagen zu meinem Reich runterzugehen. Mein Türäquivalent war offen und ich trat ein. Zuerst bemerkte ich nicht, dass ich mich nicht in meiner Wohnung befand, erst als ich mich auf dem Keramikthron platzierte, hemmungslos entspannte und mich vollkommen dem befreienden Gefühl der Erleichterung hingab. Mein Blick schweifte umher und ich erkannte zwangsläufig an Duschgel, Postern und Handtüchern, dass ich mich nicht bei mir befand. Nach vollendetem Geschäft erklärte ich die Toilette umgehend für Lebewesen mit funktionierendem Geruchsepithel als Sperrzone - für die kommenden drei Jahre. Eigentlich wollte ich mich schnellstmöglich auf den Heimweg machen, doch beim Verlassen der Toilettenräumlichkeit ergriff mich ein starker und unnachgiebiger Drang der Neugier, wer denn hier wohnt. Ich trat ein und eine ganz passable Brünette lag schlafend im Bett.


Ich fasste das nicht erschallende "raus hier" als Einladung, mich im Zimmer und Küche umzusehen, netterweise waren noch Crêpes da und ich snackte erst einmal gefühlte 37 der bretonischen Eierkuchen und bediente mich am Saftarsenal aus dem Kühlschrank, bis ich dann beschloss, schlafen zu gehen. Neben der Französin. Was das dann am nächsten Morgen für verstörende Blicke ihrerseits hervorgerufen hatte, könnt ihr euch sicher denken, mittlerweile ist einige Zeit vergangen und ich besuche diese Madame des Öfteren, man konzentriert sich dabei aber nicht auf Crêpes essen, so viel sei gesagt. Ich bereue, dass ich mit meinem unmoralischen Verhalten noch auf einen grünen Zweig gestoßen bin, und meine nächtliche Unverschämtheit noch erfolgreich war. Meiner Meinung nach sollte keine Tat folgenlos bleiben.

Beichthaus.com Beichte #00035274 vom 18.03.2015 um 23:13:10 Uhr (10 Kommentare).

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