17691 Dem Erfrierungstod entkommen
Beichthaus.com Beichte #00028495 vom 09.01.2011 um 17:16:39 Uhr (20 Kommentare).
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Meine Wohnung war circa 15-20 km von dem Wohnheim entfernt. Es war tiefster Winter und so was von kalt, dass man dem Wasser beim gefrieren zuschauen konnte. Ich lief los und wusste nicht worauf ich mich eingelassen hatte. Nach dem ersten Kilometer spürte ich nichts mehr an meinem Körper. Dann kam ein Taxi daher gefahren und ich hatte diesen einen kurzen Moment, wo ich mir vorgestellt habe wie schön warm es darin wohl sein mag. Ich habe kurzerhand das Taxi angehalten und bin eingestiegen, obwohl ich keinen einzigen Cent hatte. Ich sagte dem Fahrer dann nicht meine Adresse, sondern eine die in der Nähe meiner Wohnung lag. Als wir ankamen, tat ich einen Moment so als würde ich nach Geld suchen, bin dann ausgestiegen und los gerannt. Obwohl der Taxifahrer einiges mehr wog als ich, hatte er eine beachtliche Kondition. Unter normalen Umständen hätte ich ihn direkt abgehängt, aber ich war durch das Zufrieren meiner Gliedmaßen gehandicapt. Jedoch hat er irgendwann aufgegeben. Als er stehen geblieben ist, bin ich auch etwa 10m weiter stehen geblieben, weil ich auch nicht mehr konnte. Wir haben uns einen kurzen Moment lang angesehen und sein Gesicht werde ich niemals vergessen. Wenn ich ihn heute wieder sehen würde, würde ich ihm den Betrag bezahlen. Es tat und tut mir immer noch Leid, aber ich wäre glaube ich den Erfrierungstod gestorben.