Ich wirke wie ein Gutmensch!

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Falschheit Feigheit Lügen Zwietracht Gesellschaft

Ich möchte beichten, dass ich mich immer als weltoffen gebe und als Pro-Asyl positioniere, während ich, wenn mich keiner sieht, Aufkleber an Laternen, Klos und Papierkörbe klebe, die deutlich "Anti-Asyl" sind. Leider sind viele in meinem Freundeskreis das, was man derzeit als "Gutmensch" bezeichnet und hätten ein großes Problem damit, wenn jemand nicht ihrer Meinung ist - man wird dann sofort als Nazi abgestempelt. Mittlerweile sind diese Aufkleber stark im Gespräch, auch Leute aus meinem Freundeskreis regen sich furchtbar darüber auf, wie man so etwas nur machen könne. Auch ich stimme den Leuten dann immer zu und sage, dass das eine Schweinerei wäre und hoffe, dass man den irgendwann erwischt.


Beichten möchte ich somit nicht meine Meinung zu der Thematik, sondern dass ich ein falsches Spiel spiele und einige meiner Freunde belüge. Ich hoffe sehr, dass das Thema irgendwann mal vom Tisch kommt, beziehungsweise gelöst wird, damit sich die Leute wieder beruhigen. Die Leute sind so ja ganz nett und ich mag sie - die Einstellung in diesem Punkt teile ich aber nicht.

Beichthaus.com Beichte #00037528 vom 03.02.2016 um 19:01:48 Uhr (18 Kommentare).

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Nebenverdienst mit Erwachsenenfilmen

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Falschheit Begehrlichkeit Schamlosigkeit Arbeit

Ich (w/22) bin bei einem recht gut bekannten Amateurportal für Erwachsenenfilme angemeldet und lade in schöner Regelmäßigkeit Filmchen hoch. Durch Werbung und Auftritte bei Erotikmessen verdiene ich ganz gut damit, und weil ich die komplette Kontrolle über meine Filmchen habe, macht es mir auch eine Menge Spaß. Was aber niemand weiß: In dieser Welt bin ich bereits 24. Ich habe das Glück, dass ich meiner älteren Schwerster sehr ähnlich sehe, daher konnte ich ihren Ausweis benutzen, um meine angebliche Volljährigkeit zu verifizieren, was bei diesem Portal unumgänglich ist. Meine Schwester war geschockt, als sie plötzlich Post von der Firma bekommen hat. Inzwischen ist sie eingeweiht und bekommt monatlich eine kleine Entschädigung, so haben wir beide etwas davon.

Beichthaus.com Beichte #00037527 vom 03.02.2016 um 14:59:27 Uhr (12 Kommentare).

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“35.000

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Ich bin des Lebens müde

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Ich (m/39) weiß seit Kurzem, dass ich nicht mehr sehr lange zu leben habe, wenn ich mich nicht operieren lassen würde. Niemand, der mich kennt, weiß etwas davon und auch nicht davon, dass ich mich gegen die Operation entschieden habe. Es wird kein schlimmer Tod sein, ich wache nur eines Tages nicht mehr auf oder falle schlichtweg um. Der Grund ist: Ich mag in dieser Welt eh nicht länger sein. Ich wäre schon tot, wenn ich nicht fürchten würde, dass bei einem Suizidversuch etwas schiefgeht und ich als sabbernder Fleck in einem Heim dahinvegetieren würde. Außerdem will ich weder jemanden reinreißen noch damit belasten. Geld für die Verbrennung ist da, und meine Asche wird im Meer verstreut, das ist alles schon seit Jahren geregelt. Wenn ich eines Tages einfach nicht mehr auf der Arbeit erscheinen werde, wird es noch zwei Tage oder so dauern, bis man mich findet. Viele Freunde habe ich nicht, Familie ist entweder tot oder weit weg und man kennt sich kaum.


Die letzte Beziehung hatte ich vor 12 Jahren und auch kein Interesse daran, da ich eh fast asexuell bin. Und Haustiere gibt es bei mir auch nicht, ich finde, Tiere gehören nicht in Menschenhände, es sei denn zum Essen. Es gibt also nichts, was mich hier hält und so bin ich sogar froh, dass ich die 40 nicht weit überschreiten werde. Ich bin auch nicht depressiv oder so, sondern einfach nur jemand, der gehen möchte. Und ich war daher nicht einmal geschockt, als ich die Diagnose bekam. Besser so, als in ein paar Jahren entweder in die Luft gejagt oder geköpft zu werden, weil ich keinen imaginären Freund anbeten will oder an nuklearer Strahlung elendig zugrunde zu gehen. Das Wort Lebensmüde, also müde des Lebens, trifft es wohl.

Beichthaus.com Beichte #00037486 vom 27.01.2016 um 20:40:19 Uhr (36 Kommentare).

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Ich habe ihm einfach beim Sterben zugesehen

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Selbstverletzung Verzweiflung Tod Internet

Vor einigen Wochen war ich (w/21) zu später Nacht in einem dieser internationalen Chatrooms, bei dem man sich ohne Registrierung mit allen möglichen Leuten austauschen kann - ich konnte absolut nicht schlafen und hoffte, mir dort irgendwie die Zeit vertreiben zu können. Wie so oft traf ich dort auf viele interessante Leute. Besonders mit einer Person (irgendwo in den USA) hatte ich mich so gut unterhalten wie schon lange nicht mehr. Wir hatten sehr ähnliche Lebenserfahrungen gemacht und konnten den jeweils anderen und seine Gedanken so gut nachvollziehen, als seien wir geistige Zwillinge - es war klar, dass wir in Kontakt bleiben wollten und so tauschten wir E-Mail-Adressen aus. Wir schrieben uns täglich, redeten über unsere Probleme und Dinge, die man sonst keinem von Angesicht zu Angesicht sagen kann, weil man zu stolz ist und sein Gesicht nicht verlieren will oder weil man in der sozialen Umwelt auf taube Ohren stößt. Wir vertrauten uns Traumata aus unserer Vergangenheit an und versuchten dem jeweils anderen Ratschläge und mentalen Beistand zu geben - wie in einer kleinen, zweiköpfigen Selbsthilfegruppe.


Ich habe durch meine schulische Laufbahn einiges Fachwissen im Bereich Pädagogik und Psychologie - natürlich bin ich kein Profi, aber sagen wir mal, dass meine Kenntnisse über die Alltagspsychologie weit über die Kenntnisse der meisten Normalsterblichen hinausgehen. Daher kann ich mit relativer Sicherheit sagen, dass diese Person eindeutig professionelle Hilfe gebraucht hätte. Als ich einmal an einem Tag nicht auf die letzte Mail der Person geantwortet hatte (als Studentin ist man halt auch beschäftigt), kam eine sehr heftige und der Situation unangemessene Reaktion von der Person, die mir verdächtig vorkam und als ich unseren Gesprächsverlauf noch einmal von ganz von Anfang an durchging, wurde mir einiges klar: Ich fand mehr als genug Anzeichen für eine schwere Boderline-Persönlichkeitsstörung.


Lange Rede, kurzer Sinn: Vor einigen Tagen eskalierte die Situation erheblich. Meine Antworten kamen immer etwas verspätet, weil ich eben auch noch ein Leben habe, aber ich versuchte dennoch mein Bestes für diesen armen Menschen, der scheinbar das wohl trostloseste und einsamste Leben führt, das man sich vorstellen kann. Seine letzte Nachricht las ich zwei Tage zu spät. Er schrieb von einer heftigen Auseinandersetzung mit seiner Familie, und dass er sich in einer Bar betrunken habe. An den Formulierungen und den Tippfehlern konnte man auch erkennen, dass er wirklich betrunken war, als er die Nachricht schrieb. Er schrieb, dass sich keiner für ihn interessieren würde, weil er arm sei und dass auch ich nicht mit ihm reden wolle. Er unterstellte mir, dass ich mich vielleicht mehr mit ihm abgeben wollen würde, wenn er Geld hätte - völlig betrunkene Unlogik.


Die Mail endete jedenfalls mit den Worten: Ich weiß, dass sich keiner für mich interessiert, es ist sinnlos. Werde mich jetzt bald umbringen. Wünsche dir noch ein schönes Leben. Ich habe natürlich sofort zurückgeschrieben, mehrmals sogar, aber seit der letzten Nachricht ist absolute Funkstille, weshalb ich entgegen meiner anfänglichen Annahme, es sei eine halbernste Drohung gewesen, um mich unter Druck zu setzen und eine schnellere Antwort auf seine Mails durch schlechtes Gewissen zu provozieren, nun wirklich glaube, dass er sich in seinem trunkenen Wahn tatsächlich umgebracht hat. Und das Problem ist, dass ich absolut nichts hätte tun können, um das zu verhindern - wie gesagt, er war irgendwo aus den USA, ich weiß noch nicht einmal woher genau. Und ich werde niemals erfahren können, was wirklich passiert ist, genauso wie seine Familie möglicherweise niemals erfahren wird, was er mir erzählt hat.


Niemand wird je erfahren, was sich die ganze Zeit in seinem Kopf abgespielt hat und ich kann absolut nicht tun, außer weiter E-Mails schreiben, die unbeantwortet bleiben. Und hoffen, dass irgendwer Zugang zu seinem Postfach hat und anhand unserer Nachrichten nachvollziehen kann, was passiert ist. Diese Ungewissheit ist unerträglich grausam. Ich fühle mich, als hätte ich jemandem tatenlos beim Sterben zugesehen. Ich weiß nicht, wie ich das jemals vergessen soll, es brennt ständig in einer Ecke meines Bewusstseins. Diese letzte Nachricht von ihm ist wohl das Grausamste, was man sich in dieser Situation vorstellen kann. Wie soll ich jetzt einfach so weiterleben, als wäre nichts geschehen? Ich fühle mich wie ein Mittäter.

Beichthaus.com Beichte #00037483 vom 27.01.2016 um 15:55:43 Uhr (17 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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In den Armen meines Ex

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Begehrlichkeit Partnerschaft Ex

Gestern habe ich (w/32) meinen Ex-Freund im Supermarkt beim Einkauf mit meinem Sohn (4) getroffen. Zur Vorgeschichte: Mein Mann, mein Ex und ich, wir haben uns beim Studieren kennengelernt. Wir waren damals alle solo und verstanden uns auch hervorragend. Die Jungs haben des Öfteren auch zum Teil derbe Witze gemacht und wir lachten gemeinsam. Irgendwann entwickelte sich aus unserer Freundschaft etwas. Sie waren auf einmal ganz von mir begeistert und bemühten sich mehr denn je. Ich fand beide attraktiv, war ihnen bisher aber immer treu. Dann entschied ich mich für meinen Ex-Freund. Wir waren etwa zwei Jahre zusammen, bevor wir uns trennten, weil er zum Studieren ins Ausland ging. Ich war sehr traurig und bekam eine bipolare Störung. Das sind abwechselnd Depressionen und Manie. Deshalb gehe ich regelmäßig zum Psychotherapeuten. Er und auch mein Mann halfen mir dabei. Mein Mann war sehr lieb zu mir.


Ich wollte es zuerst nicht, aber dann verliebte ich mich in ihn. Zwei Jahre später (vor fünf Jahren) heirateten wir und bauten ein Haus. Ein Jahr nach der Heirat kam unser Sohn auf die Welt. Er machte uns beide sehr glücklich. Ich blieb ein Jahr zu Hause bei ihm. Er hat mich wieder fröhlicher gemacht. Seit drei Jahren geht der Kleine in die Kita und ich arbeite in der Kanzlei meines Mannes als Partner. Wir lieben uns. Wir sind eine richtige Familie. Mein Mann weiß mit meiner Krankheit umzugehen. Meinen Ex haben ich und auch mein Mann seit der Trennung, als er ins Ausland ging, nicht mehr gesehen. Ich war überrascht, ihn hier zu sehen. Er war seit etwa sieben Jahren im Ausland. Wir schrieben uns regelmäßig Briefe, aber dass er hier Urlaub macht, hat er nie erwähnt, genauso wenig wie das er seit drei Jahren verheiratet ist. Zu unserer Hochzeit kam er übrigens auch nicht. Er hatte keine Zeit, er musste arbeiten, schrieb er.


Jetzt zu gestern. Als ich im Supermarkt überlege, welches Mehl ich nehmen soll, tippt jemand von hinten auf meine Schulter. Ich drehe mich erschrocken um und sehe meinen Ex. Wir kommen ins Plaudern und er erzählt mir von seinem Job und von seiner Frau und dass hier ein paar Tage Urlaub macht. Ich fragte ihn, ob er schon etwas vorhatte. Er verneinte dies und lud mich auf einen Kaffee ein. Ich lehnte das Angebot ab und lud ihn stattdessen zum Abendessen zu uns ein. Als ich nach Hause kam, erzählte ich meinem Mann davon. Er freute sich. Ich kochte das Essen, und als er kam, aßen wir. Wir unterhielten uns, er erzählte neue Witze und es war wunderschön, wieder an einem Tisch zu sitzen. Es war wunderschön, wieder seine Stimme zu hören, auch wenn ihm einige deutsche Wörter entfallen sind. Wir stießen alle noch einmal auf unsere Hochzeiten an. Irgendwann war er zu betrunken, um mit dem Auto zu fahren, also bot ihm mein Mann das Gästezimmer an. Wir umarmten uns alle, wünschten uns eine gute Nacht und gingen in unsere Betten. Ich konnte nicht schlafen, also ging ich ins Wohnzimmer, um den Fernseher anzumachen.


Ich legte mich aufs Sofa und suchte mir einen Film, als ich die Stimme meines Ex hörte. Er konnte auch nicht schlafen. Er fragte mich, ob er sich zu mir legen darf, legte sich hin und kuschelte sich an mich und legte seinen Arm um mich. So wie er es früher immer machte. Ich genoss seine Anwesenheit und schlief irgendwann ein. Mein Mann weckte mich heute Morgen. Und meinen Ex, denn sein Arm war immer noch beschützend um mich gelegen. Nur zur Klarstellung - es ist nichts außer Umarmen passiert. Wir haben alle gemeinsam gefrühstückt und er ist zurück in sein Hotel. Bevor er wieder zurückfliegt, kommt er noch einmal bei uns vorbei. Wir haben ausgemacht, uns mindestens einmal im Jahr abwechselnd zu besuchen. Nächstes Jahr besuchen wir ihn. Ich vermisse ihn jetzt schon. Er hat mir erzählt, dass er extra mit der Hochzeit gewartet hat, bis ich geheiratet habe, weil er immer dachte, wir würden heiraten. Er hat sich nur nie getraut, mir das so offen zu sagen. Jetzt zweifle ich auch daran, den Richtigen geheiratet zu haben. Sorry Schatz, ich liebe dich, aber bei ihm fühle ich mich geborgen.

Beichthaus.com Beichte #00037476 vom 26.01.2016 um 14:21:56 Uhr (25 Kommentare).

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