Der Karabiner

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Neugier Diebstahl Waghalsigkeit Kinder

Der Karabiner
Meine Sünde liegt schon viele Jahrzehnte zurück: In den 1960ern war der Großvater eines Freundes von mir an Demenz erkrankt. Heute würde man sagen Alzheimer, damals kannten wir das Wort noch gar nicht. Er war Landwirt und die Familie konnte überhaupt nicht mit der Sache umgehen. Der Großvater war nicht mehr klar im Kopf, machte nachts Feuer im Ofen und schloss die Ofentüre nicht und ähnliches. Deshalb wurde er in den Altenstift gegeben. Die Frau des Großvaters war einige Jahre zuvor bereits gestorben und so stand die Schlafkammer der Großeltern leer und wurde nicht mehr betreten nachdem der Großvater weg war. Eines Tages schlichen wir uns tagsüber, als alle ihrem Tagesgeschäft nachgingen, in das Zimmer und guckten neugierig alles durch. Da fanden wir das ganze Zeug: zwei Pistolen und einen abgesägten Karabiner, alles Kriegswaffen. Der Großvater musste als Unteroffizier noch in den Krieg, trotz Hof, und hat den Kram irgendwie zur Seite geschafft, vielleicht sogar um zu wildern. Dafür spricht der abgesägte Karabiner, den man unterm Mantel verstecken konnte. Für die Pistolen war keine Munition da, aber beim Karabiner lagen noch einige Clips mit Munition. Wir wollten natürlich schießen, haben uns aber nicht getraut. Erst ein oder zwei Jahre später, der Großvater war gestorben und ich dachte das Thema sei jetzt erledigt, da kam der Freund wieder auf mich zu und erzählte was er damals getan hatte: er hatte den Karabiner gestohlen und versteckt. Die Pistolen waren nach dem Tod des Opas gefunden worden. Aber das Gewehr eben nicht. Wir nahmen die Waffe nachts mit in den Tunnel einer alten Passstraße in der Nähe. Dort war im Umkreis von zwei Kilometer kein Haus, die moderne Straße lief jetzt anders und wir dachten es sei der richtige Platz um die Waffe auszuprobieren. Im Tunnel versuchten wir die Waffe zu laden, bekamen die Munition zuerst nicht geladen, irgendwie ging es dann doch. Mein Freund drückte ab, zum Glück stand ich einige Meter abseits und hielt mir die Ohren zu, denn der Knall war höllisch laut. Mein Freund erlitt einen Hörschaden und zu allem Überfluss hörte ich im Moment darauf Hundegebell: Ein Jäger musste in der Umgebung auf dem Hochsitz gewesen sein zur Jagd. Dass der jetzt alles daran setzen würde uns zu kriegen, war klar. Wir rannten als ginge es um unser Leben. Mein Freund heulte trotz seiner fünfzehn Jahre Rotz und Wasser auf dem ganzen Weg ins Dorf, er hatte starke Schmerzen. Natürlich hatten wir die Waffe vergessen, er hatte sie vor Schreck fallen gelassen. Am Tag drauf war es das Thema im Dorf und auch in der Zeitung: bei uns wird wieder gewildert! Mein Freund versuchte noch zwei Tage lang seine Verletzung zu verbergen, aber die Mutter merkte es bald. Woher die Verletzung kam, war klar, der Sohn wurde in die nächste Stadt ins Krankenhaus gefahren. Auch wenn es bald alle wussten, dass er dort war, wusste ja keiner was ihm fehlte. Gerüchte gab es aber mehr als genug und es schien mehr als unwahrscheinlich, dass jetzt die Kinder schon wildern. Ich vergesse es ihm nie, dass er mich nicht reinziehen wollte, auch wenn es sich die Eltern bestimmt denken konnte. Auf jeden Fall kühlte das Klima zwischen seinen Eltern und mir merklich ab, wenn ich ihn besuchen kam. Die Waffe wurde unbrauchbar gemacht (zugeschweißt) und steht bis heute im Gemeindehaus in einer Vitrine als letzte Waffe eines Wilderers in der Gegend. Eigentlich ging die Sache noch gut aus, nur mein Freund hörte auf einem Ohr immer schlecht. Er starb zwölf Jahre nach diesem Ereignis an Muskeldystrophie und noch immer besuche ich an seinem Geburtstag sein Grab.

Beichthaus.com Beichte #00027061 vom 02.10.2009 um 12:02:33 Uhr (15 Kommentare).

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Apfelallergie

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Hass Waghalsigkeit Gesundheit Familie

Ich (m/18) habe vor einigen Jahren meinem egoistischen, fetten und trinkenden Stiefvater, der eine Allergie gegen Äpfel hat, einen geriebenen Apfel in sein Sauerkraut untergemischt. Ihr könnt euch bestimmt die Folgen ausdenken: er hat keine Luft mehr bekommen, musste mit einem Nothubschrauber in das nächste Krankenhaus gebracht werden. Er ist wirklich sehr allergisch auf Äpfel. Dort wurde ihm dann der Magen ausgepumpt. Auf jeden Fall musste er dann noch 2 Wochen im Krankenhaus bleiben. Heute verstehen wir uns sehr gut, aber ich habe es ihm immer noch nicht erzählt.

Beichthaus.com Beichte #00027058 vom 01.10.2009 um 18:18:32 Uhr (15 Kommentare).

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Ehefrust

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Wollust Trägheit Verzweiflung Partnerschaft

Meine Frau weigert sich, seit sechs Monaten mit mir zu schlafen und ich habe keine Ahnung warum. Ich hab schon alles probiert: Massagen, (bei denen schläft sie allerdings immer ein); schick essen gehen; sehr gutes Wellnesshotel, das mich für ein Wochenende den halben Monatslohn gekostet hat und ähnliche Scherze. Alles vergeblich. Als ich sie nach zwei Monaten drauf angesprochen habe, meinte sie nur wörtlich das die "Phase mit dem vielen Sex" ja nun nach sechs Jahren Partnerschaft und einem Jahr Ehe "endlich mal vorbei" sein müsse. Ich hab mich im Bett immer sehr angestrengt damit sie auch was davon hat, daran kann es, denke ich, nicht wirklich liegen. Sie hat mir außerdem verboten mich in irgendeiner Art selbst zu befriedigen. Das mach ich natürlich trotzdem. Ich überlege mittlerweile auch echt mal in den Puff zu gehen oder mir eine Geliebte anzuschaffen. So kann es nicht weitergehen, obwohl ich in der Ehe ansonsten glücklich bin, da meine Frau nie zickig oder übertrieben rechthaberisch ist. Sie ist auch keine von diesen anstrengenden Weibern die immer bestimmen müssen wo es lang geht. Wir sind zusammen seit sie achtzehn war und ich dreiundzwanzig. Ich bereue es aber trotzdem sie geheiratat zu haben. Ich hätte nie gedacht, das Sex so wichtig ist. Bin ich irgendwie oberflächlich?

Beichthaus.com Beichte #00027052 vom 01.10.2009 um 08:57:38 Uhr (65 Kommentare).

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Alkohol im Altenheim

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Waghalsigkeit Trunksucht 50+

Alkohol im Altenheim
Ich habe vor vielen Jahren mal ein Praktikum in einem Altenheim gemacht. Ich kann nur sagen es ist nicht leicht, auf einer Schwerstpflegestation zu arbeiten. Dort gab es einen älteren Herrn, der immer rumnörgelte, egal was man tat, oder auch wie schnell man etwas tat. Ich war natürlich auch im Schichtdienst eingeteilt. Ich mochte die Spätschicht, da man sich mehr um die Belange der Senioren kümmern konnte. Ich wurde nach dem Kaffeetisch losgeschickt, um herauszufinden, ob die älteren Herrschaften noch etwas brauchten, oder aber auch um das ein oder andere Gespräch zu führen. Also ging ich auch zu besagtem Mann. Er bat mich, ihm wenigstens eine kleine Flasche von seinem Lieblingsschnaps mitzubringen. Er argumentierte, dass es seine Sache sei und er durchaus noch klar genug im Kopf sei, um eine solche Entscheidung zu treffen.

Ich war jung und ließ mich darauf ein. Ich kaufte zwei kleine Flaschen Schnaps und war mir sehr sicher, damit kein Unheil anzurichten. Am darauf folgenden Tag übergab ich diese stillschweigend. Er lächelte und war fortan sehr freundlich. Hatte mir aber noch gesagt, dass wenn man mich fragen würde, ob ich ihn am heutigen Tage gesehen habe, ich dieses Verneinen sollte. Ich ging an diesem Abend nach Hause, mit dem Wissen, einen alten Mann sehr glücklich gemacht zu haben. Ich wechselte dann von der Spätschicht in die Frühschicht und sah am Morgen die Schwestern nur an mir vorbeirennen. Was war geschehen? Der nette Herr hatte auf wundersame Weise meinen Schnaps zu insgesamt acht Flaschen gemacht und sich einen Vollrausch angetrunken. Singend kam er dann wohl der Nachtschwester entgegen. Am Frühstückstisch grinste die Hälfte der Schichthabenden, da konnte ich mir dann denken, dass nicht nur ich ihm etwas mitgebracht hatte.

Beichthaus.com Beichte #00027050 vom 01.10.2009 um 01:55:53 Uhr (31 Kommentare).

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Falsche Berühmtheit

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Falschheit Lügen Medien Berlin

Falsche Berühmtheit
Ich (w/27) muss beichten, dass ich eine kleine Nebenrolle in einer deutschen Fernsehserie habe. Ab und an kommt es dann tatsächlich vor das mich jemand auf der Straße erkennt, allerdings ist mein Part so klein das sie meinem Namen nicht kennen bzw. sich auch nicht recht an die Serie erinnern. Meistens kommt dann ein Spruch alla "ich kenne sie doch irgendwoher" oder "sind sie nicht beim Fernsehen?". Wenn es eine männliche Person ist mit Freundin oder Frau antworte ich jedes mal "tut mir Leid, ich drehe nur Pornos".

Beichthaus.com Beichte #00027045 vom 29.09.2009 um 06:27:06 Uhr in Berlin (82 Kommentare).

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