Erholung von der Sitznachbarin

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Selbstsucht Lügen Feigheit Schule

Ich möchte etwas beichten, dass für viele vielleicht lächerlich klingen mag. Aber als ich (m) fünfzehn Jahre alt war, war ich fürchterlich in eine Klassenkameradin verknallt. Irgendwann wurden wir nebeneinander gesetzt und es war für mich der totale Horror. Mein ganzer Körper spielte verrückt und ich konnte mich auf nichts mehr konzentrieren. Aber nach knapp zwei Wochen blieb ihr Platz leer. Eine ganze Zeit lang. Wir erfuhren dann, dass sie eine Hirnhautentzündung hatte und im Krankenhaus lag. Dem Mädchen, das ich so liebte, ging es also unglaublich schlecht. Und für mich war es Erholung pur. Mir tut es so leid, vor allem da ich es danach darauf anlegte, dass der Lehrer mich wieder umsetzt - nahe ans Lehrerpult, wohin man gerne die Störenfriede setzt. Jahre später sah ich eben dieses Mädchen mit einigen Freundinnen im Bistro und wir sprachen über unsere Schulzeit. Mein Herz steht für sie zwar nicht mehr in Flammen, aber ich kann immer noch gut nachvollziehen, dass ich mal in sie verschossen war.


Sie erzählte dann doch tatsächlich von ihrem Krankenhausaufenthalt wegen der Hirnhautentzündung und sagte mir, dass sie die Genesungswunschkarte unserer Klasse noch immer habe. Das war der richtige Zeitpunkt, ihr zu beichten, wie ich damals empfunden hatte, aber stattdessen spielte ich ihr vor, dass ich in dieser Zeit ganz schön Angst um sie gehabt hätte. Dabei stimmt das nicht. Angst habe ich nie empfunden - obwohl wir alle wussten, dass ihr Zustand zeitweise kritisch war. Ich habe die Zeit ohne sie einfach nur genossen, weil mich ihre Gegenwart einfach nur fix und fertiggemacht hat.

Beichthaus.com Beichte #00032173 vom 04.11.2013 um 22:28:21 Uhr (6 Kommentare).

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Die harte Finanzbranche

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Aggression Hass Stolz Zorn Arbeit Euerdorf

Ich beichte hiermit, dass ich meinen momentanen Job und meinen Chef hasse. Derzeit absolviere ich ein Praktikum in einer Beratungsfirma und bis vor einigen Monaten hatte ich noch Freude an Zahlen und dem Finanzwesen. Bis ich hierhin kam. Ich bin jetzt 24 Jahre alt, sitze täglich locker 12 Stunden im Büro, wobei ich nur etwa vier Stunden wirklich arbeite. Der Rest ist sogenannte "Facetime". Man will sich ja vor dem Chef beweisen. Dann können aber auch gut und gerne 14 oder 15 Stunden aus einem Arbeitstag werden. Ohne, dass es Anlass dazugäbe. Außerdem entsprechen die Arbeiten, die ich erledigen muss, nicht meiner eigentlichen Anstellung. Als Praktikant werde ich dazu verdonnert administrative Arbeiten zu erledigen - man kann sich so gemütlich die Assistentin sparen und den Praktikanten für einen Hungerlohn arbeiten lassen und das Prinzip der Gewinnoptimierung verfolgen.


Das wäre mir eigentlich noch egal, doch sind die Arbeitsanweisungen meines ewig gestressten Chefs so schwammig, dass im Endeffekt sowieso wieder alles falsch ist. Er zieht dann mit genervter Miene davon und erledigt die Dinge selbst. Nicht selten sagt er, ich solle dies so tun, am nächsten Tag soll ich es aber dann doch wieder etwas anders machen. Ich hasse ihn. In einem Monat ist das Zeug zu Ende. Man bin ich froh. Ich hasse ihn. Ich habe schlimme Aggressionen ihm gegenüber entwickelt. Wie gesagt, ich beichte hiermit, dass ich meinen momentanen Job und Chef hasse und die Finanzindustrie mittlerweile langweilig und dämlich finde. Trotzdem habe ich vollen Respekt vor den mehrheitlich sehr intelligenten Personen, die in dieser Branche arbeiten. Allerdings ist es nichts mehr für mich. Weiter möchte ich beichten, dass ich früher nie Respekt vor den Leuten hatte, die wirklich arbeiten. Die Krankenschwester, die Altenpflegerin oder der Maurer um die Ecke, welche vielleicht aus geldtechnischen Gründen nie eine Universität besuchen konnten, hätten die 400.000 Euro jährlich viel mehr verdient, als der Sesselfurzer in seinem Armani-Anzug. Den Kapitalismus verehre ich trotzdem. Nach meinem Praktikum will ich aber ins Marketing. Ich möchte keiner dieser Typen werden, die ihrem Boss für Geld in den Arsch kriechen. Zudem will ich mich nach dem Ende dieses Praktikums bei meinen Freunden entschuldigen. Ich hatte kaum noch Zeit für sie. Lieber etwas weniger Geld und dafür Freunde, als viel Geld und keine Freunde.

Beichthaus.com Beichte #00032170 vom 04.11.2013 um 20:07:27 Uhr in Euerdorf (19 Kommentare).

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Nackt im Schwimmunterricht

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Boshaftigkeit Peinlichkeit Engherzigkeit Ignoranz Schule

In der Schule hatten wir oft Schwimmunterricht. Dort waren zwei große Umkleidekabinen für die Jungen und für die Mädchen direkt nebeneinander. Diese waren allerdings nicht komplett getrennt. Natürlich war eine Mauer dazwischen, allerdings ging diese nicht ganz bis zur Decke. Ich fand es damals unglaublich witzig, zu warten, bis eine Mitschülerin ausgezogen war und gerade in ihren Badeanzug schlüpfen wollte. In diesem Moment riss ich ihr den Badeanzug aus der Hand, nahm auch ihre Tasche mit den ganzen Sachen und warf sie über die Wand zu den Jungs. Sie wusste erst gar nicht, wie ihr geschah, als sie plötzlich nackt und schutzlos in der Umkleide stand. Da sie nicht sehr beliebt war, lachten die anderen eher noch, als ihr zu helfen. So blieb ihr nichts anderes übrig, als splitternackt in die Umkleide der Jungen zu gehen und ihre Sachen zurückzuholen. Heute tut es mir sehr leid, dass ich sie so blamiert habe und alle Jungs unserer Stufe das Mädchen nackt gesehen haben.

Beichthaus.com Beichte #00032166 vom 03.11.2013 um 15:38:45 Uhr (24 Kommentare).

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Angst vor der Kommunikation

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Falschheit Sex Vorurteile Engherzigkeit

Ich (w/26) hatte schon viele Sexpartner. Allerdings nicht alle aus einer Umgebung, sondern recht "diskret" verteilt. Das wissen auch nur meine Freundinnen, ich bin also nicht verschrien. Dafür wissen sie etwas anderes nicht. Sie denken nämlich, ich hätte einen Narren an Süd- oder Osteuropäern gefressen, weil meine Bekanntschaften meist von dort kommen. Ich hatte zwar auch schon Deutsche, aber die gehen in der Statistik quasi unter. Dass ich aber immer wieder etwas mit Ausländern habe, liegt vielmehr daran, dass ich vor deutschen Männern Angst habe. Allerdings nicht, weil ich befürchte, dass sie mir etwas antun. Nein - mir graut vor der Kommunikation, die in diesem Fall ja glatt laufen müsste. Mit radebrechenden Ausländern kann ich einfach besser - übrigens meine ich Männer, die vielleicht seit zwei Jahren in Deutschland sind, und nicht irgendwelche Enkel eines italienischen Gastarbeiters. Was auch immer da mit mir schief gelaufen ist. Meine Freundinnen denken seit eh und je, ich sei einfach verzückt von bulgarischen Verputzern und lettischen Spargelstechern und hätte bislang nur leider noch nicht die große Liebe gefunden. Dabei nehme ich die ausländischen Männer nur nicht für so voll, wie die Deutschen. Bevor ihr mich nun wüst beschimpft, bedenkt, dass ich mit den Männern, von denen ich nicht so viel halte, schlafe. Vielleicht entschärft das die Diskussion.

Beichthaus.com Beichte #00032162 vom 03.11.2013 um 22:21:15 Uhr (22 Kommentare).

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“Beichte

Der verlorene Traum

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Verzweiflung Begehrlichkeit Partnerschaft

Meine Beichte ist ziemlich blöd und sicherlich für viele unverständlich. Ich (w/21) sehe angeblich ziemlich gut aus, habe etwas im Kopf, Humor, kann putzen, kochen - generell alles, was eine Frau haben/können muss. Ich hatte jedoch noch nie eine richtige Beziehung. Erschwert wird mein Leiden noch durch die Verwandtschaft. Natürlich hat jeder und jede einen Partner. Andauernd und immer wieder einen Neuen. Und selbstverständlich fragen mich alle, wo ich denn meinen Freund gelassen hätte. Nur damit ich jedes Mal allen erklären muss, dass ich keinen habe, was alle total unverständlich finden. Meine erste "Beziehung" habe ich mir mehr eingebildet, als dass sie tatsächlich stattfand. Der Typ hat mich verletzt bis zum geht nicht mehr. So ging das über die Jahre, immer das Gleiche. Ich war verliebt, er wollte nur Sex. Damit, Männer für Sex zu finden, habe ich überhaupt kein Problem - Bewerber gibt es massig. Ich will aber etwas Festes, doch kein einziger dieser Typen sieht eine liebenswerte Frau in mir. Dabei bin ich anständig, sehr sogar. Meine Sexpartner kann man an einer Hand abzählen, ich trinke keinen Alkohol und benehme mich gut. Ich habe Panik, dass ich alleine sterben werde. Fett, einsam und mit 30 Katzen. Ich bin 21 und habe den Traum von Mann und Kindern bereits aufgegeben, obwohl ich mir nichts sehnlicher wünsche.

Beichthaus.com Beichte #00032159 vom 02.11.2013 um 23:25:44 Uhr (42 Kommentare).

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