Das Charakterschwein

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Gewalt Zwietracht Schule Appenweier

Der Grund und Anlass meiner Beichte hat ziemlich genau vor 12 Jahren stattgefunden. Doch von vorne: Einer meiner Schulkameraden war ein richtiges Charakterschwein, vorlaut, arrogant und selbstherrlich. Er mobbte und erniedrigte gerne andere Schüler, unter anderem mich und meinen besten Freund, weil wir so gut wie keine Markenklamotten besaßen, und relativ weit außerhalb wohnten. Seine täglichen Demütigungen und Handgreiflichkeiten führten fast dazu, dass ich die Schule schmiss. Als sicher war, dass wider Erwarten auch er sein Abi bestanden hatte, veranstaltete er großspurig eine Homeparty nach amerikanischem Vorbild. Seine Eltern überließen ihm dafür das Haus und fuhren übers Wochenende weg. Damals waren ja gerade so Filme wie Road Trip und American Pie in, wo er sich wohl sein Partymotto abgeguckt hatte. Sogar wir waren eingeladen, wahrscheinlich sollten wir aber eher so eine Art Belustigung für ihn sein. Wir gingen trotzdem hin. Allerdings mit bitteren Gedanken und fiesen Plänen im Sinn. Er sollte sich an diese Nacht erinnern, dafür wollten wir Sorge tragen. Und genau das tut er. Bis heute.

Wir wollten ihn abfüllen und bloßstellen. Das Schicksal spielte uns insofern in die Karten, als dass er schon ziemlich hinüber war, als wir gegen elf Uhr eintrafen. Er hatte ordentlich vorgeglüht, und auch schon den einen oder anderen Johnny geraucht. Wir wussten, dass er auf unser Schulmodel scharf war, und plante, sie auf dieser Party abzuschleppen. Was ihm wohl nicht so klar war, war, dass sie mit einem richtig üblen Typen ging, der Inbegriff eines muskulösen Bad Boys. Tattoos, Piercings, vierziger Oberarme, wesentlich älter und abgekochter als unser Peiniger. Was zunächst nur eine Randnotiz war, wurde uns erst richtig bewusst, als es bereits zu spät war, um noch etwas zu retten. Wir gingen gemeinsam auf der Party herum, und kippten ihm und seinen Mitläuferkumpels immer wohl dosiert kleine und größere Portionen Wodka in sein Bier, wenn niemand hinsah. Dann wollten wir ihn eigentlich unter einem Vorwand in irgendein Zimmer locken, warten bis er vollkommen am Ende war, nackt ausziehen, und als Pointe einen seiner besoffenen Kumpels dazulegen. Dann hätten wir dafür gesorgt, dass ihn jemand entdeckt, vorzugsweise besagte Schulschönheit. Dummerweise hatten wir aber mit einem Mal gar nichts mehr unter Kontrolle, denn er war plötzlich stockbesoffen, und machte sich mehr als offensiv an das Schulmodel heran, er ging sogar soweit, sie in seinem Suff zu begrapschen und zu bedrängen. Sie ließ sich immerhin ein Stück weit darauf ein, doch schließlich schob sie ihn weg, was ihn in seinem Suff veranlasste, sie am Hals zu packen, und zu schütteln.

Das war sein Verhängnis. Innerhalb von zehn Minuten war ihr Freund wie aus dem Nichts da, und drehte den Spieß um, nicht ohne vorher mit Nachdruck verkündet zu haben, dass die Party vorbei sei. Das Nachspiel war eine Bewährungsstrafe für den Freund des Schulmodels und ein völlig verwüstetes Haus unseres Peinigers, sowie eine gebrochene Nase und Verbrennungen im Gesicht seinerseits. Der Freund der Schulschönheit hatte wohl den Kopf unseres Erzfeindes auf das noch heiße Grillrost gedrückt. Die Narben sieht man jetzt übrigens immer noch. Er denkt auch nach wie vor, er habe damals von selbst zu viel getrunken. Obwohl ich diese Aktion aufs Tiefste bereue, habe ich ihm nie gesagt, wer ihn so abgefüllt hat. Aus ihm ist immerhin ein halbwegs erträglicher Mensch geworden, der seine Lektion gelernt hat. Er hat jetzt Frau und Kinder, und schlägt sich recht gut. Was mit dem Schulmodel und ihrem Freund passiert ist, weiß ich nicht genau.

Beichthaus.com Beichte #00031522 vom 27.06.2013 um 00:20:26 Uhr in Appenweier (32 Kommentare).

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Strafe für den Nachbarn

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Boshaftigkeit Rache Ekel Unreinlichkeit Nachbarn Bayreuth

Ich habe meinem Nachbarn vor die Haustüre geschissen. Einfach so, weil ich Lust dazu hatte. Ok, ich hatte meine Gründe, schließlich habe ich gesehen, wie sein Hund heute Morgen in meinen Vorgarten gemacht hat. Danach habe ich mir gedacht, das kann ich auch, und habe mich an die Arbeit gemacht. Nach vollbrachter Tat habe ich ihm noch die Wurst seines Hundes dazugelegt und mich davon gemacht. Da ich ungefähr weiß, wann er von der Arbeit zurückkommt, habe ich ihn vom Fenster aus beobachtet und mich an seinem Blick ergötzt, als er die beiden Würste sah. Ich glaube, er ist sogar in eine hineingetreten. Ich hoffe, es war meine. Mittlerweile tut mir die Aktion aber leid, und ich weiß nicht, warum ich mich mit meinen fast 30 noch immer so kindisch verhalte, anders gesehen hat es mein Nachbar aber auch irgendwie verdient, finde ich.

Beichthaus.com Beichte #00031521 vom 26.06.2013 um 23:30:21 Uhr in Bayreuth (38 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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My little pony

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Peinlichkeit Feigheit Lügen Medien Berlin

My little pony
Ich bin 25 Jahre alt und gucke gerne "My little pony". Immer, wenn mein Freund nach Hause kommt, schalte ich schnell weg. Mein Freund fragt dann, was ich da denn heimlich gucke. Da es mir peinlich ist, zuzugeben, eine Kinderserie anzusehen, sage ich ihm, dass ich gerade einen Porno schaue.

Beichthaus.com Beichte #00031517 vom 26.06.2013 um 19:47:49 Uhr in Berlin (Müllerstr.) (32 Kommentare).

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Der King of Pop

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Morallosigkeit Engherzigkeit Selbstsucht Berlin

Der King of Pop
Heute, vor genau vier Jahren, wachte ich nach einer langen Party-Nacht mit meinem One-Night-Stand auf. Aufgrund unseres hohen Alkoholkonsums hatten wir nur geschlafen. Ich war noch nicht zum Schuss gekommen, musste die Chance also nutzen. Da die Dame bei jedem noch so kleinen Stoß ein wahnsinnig lautes Organ hatte, schaltete ich notgedrungenerweise den Fernseher ein. Denn meine Nachbarn haben ihre Küche genau neben meinem Schlafzimmer und die Wände sind nicht gerade dick. Als wir im Doggy-Style richtig zugange waren, meldete sich Peter Klöppel mit den Breaking News. Michael Jackson, der King of Pop, ist tot! Ich dachte, ich höre nicht richtig. Ich war seit meiner frühsten Kindheit ein großer Fan. Ich stoppte, das war ein Schock für mich, und ich musste meine Tränen unterdrücken, während ich die Fernsehbilder sah. Meine hohle Bettbekanntschaft dagegen fand nur Interesse an dem Namen "King of Pop". Sie animierte mich weiterzumachen und schrie immer wieder "Bist du mein King of Pop? Oh ja... Pop mich King of Pop! Oh jaaaaaaa...!"

Ich bin noch heute über mich selbst schockiert. So unsensibel und unmoralisch. Die Frau habe ich nie wiedergesehen, aber diesen Tag werde ich wohl nie wieder vergessen.

Beichthaus.com Beichte #00031515 vom 26.06.2013 um 11:52:08 Uhr in Berlin (Prenzlauer Allee) (21 Kommentare).

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Das Noonan-Syndrom

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Verzweiflung Ignoranz Engherzigkeit Familie

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nicht, welche man kriegt. Und mein Bruder hat schon neun Monate vor seiner Geburt eine sehr schlechte Praline bekommen. Einen Gendefekt mit dem Namen Noonan-Syndrom, welcher wie das Downsyndrom unheilbar ist. Neben sehr vielen körperlichen Einschränkungen beinhaltet dieser Defekt auch eine reduzierte Intelligenz. So ähnlich, wie in dem Film Forrest Gump. Ich werde mir diesen Film niemals wieder anschauen, weil ein Happy End in der Realität fast nie möglich ist. Mein Bruder wurde, wie im Film, immer gemobbt. Ich weiß gar nicht mehr, wie häufig ich mich als jüngerer Bruder in unserer Schule geprügelt habe, um ihm beizustehen. Aber alle, bis auf unsere Familie, waren gegen ihn. Er war auf seine Art alleine und irgendwie seltsam. Aber wir wurden erwachsen und zogen von den Eltern weg. Und ab hier habe ich ein ungeheuer schlechtes Gewissen.
Nachdem unsere Eltern verstarben, hatten wir nur noch an Geburtstagen und Weihnachten Kontakt. Mehr nicht. Und nun ist er tot. Seine Ärzte haben mir nach seinem Tod den Gendefekt geschildert. Dieses Syndrom wurde als Defekt erst nach der Volljährigkeit meines Bruders entdeckt. Er hat seine Ärzte zum Stillschweigen verdonnert, sodass niemand etwas von seiner Krankheit wusste. Auch ich nicht. Er starb im Hinblick auf seine Krankheit scheinbar in einem hohen Alter. Kurz vorher hatten wir uns noch getroffen, weil es ein runder Geburtstag war. Er wirkte auf mich sehr lebensfroh, doch dann schlief er wenige Tage später einfach ein. Als Bruder, und einziger Verwandter, gehe ich nun alles durch, was in seiner Wohnung ist. Ich sehe sein Leben nach dem Auszug und bin mehr als traurig. Er hat sich komplett von der Familie abgeschottet. Wir hatten keinen Zutritt mehr. Aber sein Leben verlief nicht, wie in dem besagten Film.

Meine Frau und meine Kinder, welche niemals ihren Onkel bzw. Schwager kennengelernt haben, haben sich Sorgen um mich gemacht. Ich war einfach nur noch traurig nach der Erkenntnis, dass ich noch mehr für meinen Bruder hätte machen sollen. Warum hat er nur geschwiegen? Das Einzige, das mich nun tröstet, ist der Umstand, dass er nun nicht mehr unter seiner Krankheit leiden muss. Ich schäme mich wirklich dafür, dass ich zu Lebzeiten nicht mehr für meinen Bruder gemacht habe, obwohl ich ihn doch geliebt habe. Pralinen sind nicht immer gut.

Beichthaus.com Beichte #00031505 vom 25.06.2013 um 09:20:16 Uhr (16 Kommentare).

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