Das gestohlene Leben

22

anhören

Aggression Ungerechtigkeit Familie Eifersucht Köln

Meine eineige Zwillingsschwester klaut mir mein altes Leben! Ich (w/21) bin Ende letzten Jahres wegen meinem Studium weit weg von Familie und Freunden gezogen. Und jetzt, ein paar Monate später, stelle ich fest, dass meine Schwester sozusagen meinen Platz in meinem Freundeskreis eingenommen hat. Eigentlich war meine Schwester immer der typische Einzelgänger, ohne wirkliche Freunde. Vor meinem Studium habe ich sie halt öfter mit raus genommen, damit sie auch mal unter Menschen kommt und nicht den lieben langen Tag daheim ist. Und wie das eben so unter Schwestern ist, telefoniert man hin und wieder miteinander. Da erzählt sie mir dann immer begeistert, dass sie mit meinen Kollegen dies und das gemacht hat. Anfangs hat es mich nicht gestört, aber mittlerweile macht sie jedes Wochenende was mit ihnen. Und als wäre das nicht schon genug, ist sie jetzt neuerdings auch noch mit einem meiner besten Freunde zusammen. Nur weil sie nicht in der Lage ist, sich eigene Freunde zu suchen. Hiermit beichte ich, dass ich es zutiefst bereue, sie jemals mit zum Feiern genommen zu haben. Versteht mich nicht falsch, ich mag meine Schwester, aber ich komme nicht damit klar, dass sie zu Hause mein Leben weiterlebt und ich hier drüben scheinbar einfach vergessen werde. Die einzige, die mich anruft, ist meine Mutter. Wenn ich mal mit Leuten von daheim spreche, ist das vielleicht ein Gespräch von weniger als zehn Minuten. Und da bekomme ich dann auch nur zu hören, wie toll doch meine Schwester ist. Ich hätte niemals weggehen dürfen!

Beichthaus.com Beichte #00030748 vom 03.02.2013 um 21:48:40 Uhr in Köln (Büchnerstraße) (22 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Angst vor dem Coming Out

36

anhören

Feigheit Verzweiflung Lügen Gesellschaft

Ich gestehe hiermit, dass ich seit meiner Pubertät eine Lüge lebe. Ich bin schwul. Allerdings spiele ich vor meinem Umfeld immer noch den Frauen angrabenden Hetero. Und das, obwohl ich seit Langem weiß, dass Frauen mich kalt lassen. Ich beichte hiermit auch, dass ich dabei ständig meine Freunde, Bekannte, Kollegen und vor allem meine Familie eiskalt anlüge, wenn es um den Umgang mit dem weiblichen Geschlecht geht. Ich gebe mich als Macho aus, dabei hatte ich niemals intimen Kontakt mit Frauen. Einerseits lebe ich den Aufreißer, andererseits frisst es mich von Innen auf, immer noch Jungfrau zu sein und mich davor scheue, mit anderen Männern intim zu werden. Warum? Weil ich eine bescheuerte Angst habe, sämtliche engen Kontakte zu verlieren und auch davor, zu den "Anderen" zu gehören. Und ich hasse die Gesellschaft dafür. Ich finde, diese Abneigung hat vor allem die Kirche zu verantworten, insbesondere die katholische, die ich, offen gesagt, in all ihren Manifestationen abgrundtief verabscheue. Dennoch: Das ändert nicht, dass es irgendwann mal raus muss. Vor allem, seitdem ich mich total in einen Studienkollegen verknallt habe. Wenn ich mich ihm öffnen sollte und er nicht schwul ist, dann ist das Spielchen vorbei.

Beichthaus.com Beichte #00030727 vom 28.01.2013 um 23:56:45 Uhr (36 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Folge

Keine Fleischeslust für die Vegetarierin

12

anhören

Boshaftigkeit Zorn Ernährung Internet WG Claußnitz

Vor einem Jahr studierte ich (w/21) noch in München, ehe ich zu meinem langjährigen Freund nach Berlin gezogen bin und daher auch die Uni gewechselt habe. In München gab es ein Mädchen, welches kurz vor meinem Umzug in die WG meiner besten Freundin zog. Sie war natürlich eine Vegetarierin dieser Sorte, die jeden verurteilt, der die armen Tiere isst. Entsprechende Probleme kamen schnell auf, da sowohl meine beste Freundin, als auch die andere Mitbewohnerin keine Vegetarier waren. Ebenso wenig wie sonst jemand in diesem Freundeskreis. Veranstalteten wir also Kochabende - beliebt war Spaghetti Bolognese - oder aßen wir auch nur in ihrer Nähe ein Schinkenbrot, fing sie sofort an zu zetern, dass wir den Kadaver wegnehmen sollten und was für grausame Menschen wir doch seien. Also, niemals einen Vegetarier in eine Fleischfresser-WG ziehen lassen.
Das eigentlich Paradoxe an ihr war, dass sie Lederschuhe trug, Ledergürtel, eine Lederhandytasche für ihr iPhone, Lederhandschuhe und so weiter besaß - alles echt natürlich. Sie wollte also keine Kadaver essen, die Haut der Tiere trug sie dennoch. Abgesehen davon gab sie ihrem Perserkater Katzenfutter. Das Vieh durfte Formkatzenfutter aus armen Tieren essen, und uns schrie sie an, wenn wir Kassler im Kühlschrank lagerten. Man muss dazu sagen, dass ich eine Wohnung für mich allein hatte, dort allerdings in den letzten Monaten nicht mehr kochen konnte, da es einen durch einen Blitzeinschlag verursachten Kurzschluss gegeben hatte und der Kühlschrank, sowie der Herd und die Mikrowelle nicht mehr funktionierten, was dazu führte, dass ich sehr oft in der WG mitaß.

Diese war nur eine Straße entfernt von mir. Alles in allem war die Vegetarierin anstrengend und nebenbei auch noch extrem dumm. Ihr Freund betrog sie andauernd und sie sagte immer nur: "Unsere Liebe wird das überstehen." Nachdem sie einmal doch tatsächlich Hühnchenbrustfilets, welche ich gekauft hatte, an ihren Kater verfüttert hatte, mit der Begründung, nur Tiere hätten das Recht, Tiere zu essen, wurde es mir zu bunt: Ich stellte am Computer eine Collage zusammen, auf welcher ein Foto ihres Freundes war, sowie Bilder von all seinen, mir bekannten, Seitensprüngen - Facebook weiß alles - und eines von ihr, unter welchem stand: "Ich lasse nicht zu, dass mir ein Stück Fleisch Befriedigung verschafft, daher treibt mein Freund es mit jeder anderen Schlampe in München."Ich erstellte unter einem Fake-Account eine Veranstaltung mit einem ziemlich ordinären Titel und lud die Collage dort hoch. Außerdem hing ich sie an jedes Schwarze Brett, das ich finden konnte. Zwei Wochen später bin ich nach Berlin gezogen. Ziemlich einfallslos, ich weiß. Und ziemlich gemein. Kurz nach der Aktion hat sie sich von ihrem Freund getrennt. Inzwischen soll sie viel umgänglicher sein und verfüttert kein fremdes Fleisch mehr an ihren Pelzball. Trotzdem tut es mir leid. Wahrscheinlich hätte auch ein simples Gespräch mit ihr geholfen.

Beichthaus.com Beichte #00030720 vom 25.01.2013 um 22:50:32 Uhr in Claußnitz (12 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Geld aus der Schule gestohlen

11

anhören

Diebstahl Falschheit Morallosigkeit Schule Geld

In meiner Schulzeit wurde ich in eine offizielle Funktion gewählt, weil ich so vertrauenswürdig, brav und angepasst war. Ich hab allen etwas erzählt nach dem Motto "ich möchte mich für die Schüler einsetzen und die Welt verbessern." In Wirklichkeit wollte ich nur ein paar Mädels aus der Parallelklasse beeindrucken und den Unterricht schwänzen, weil ich unentschuldigt in irgendwelche Besprechungen gehen konnte. Für spezielle Ausgaben gab es ein Sparbuch, das von Jahr zu Jahr an den neuen Vertreter weitergegeben wurde. Nur habe ich das Sparbuch nach meinem Jahr nicht weitergegeben, sondern behalten. Nun hatte ich allerdings ein schlechtes Gewissen und so habe ich mich nie getraut, das Geld (umgerechnet etwa 50 Euro) abzuheben. Heute bereue ich, dass ich das in mich gesetzte Vertrauen missbraucht habe. Allerdings nur die Sache mit dem Sparbuch. Der Rest war vollkommen in Ordnung und hat mir riesen Spaß gemacht und auch keinem geschadet. Das Sparbuch habe ich, soweit ich mich erinnere, noch immer. Allerdings hatte ich es völlig vergessen. Erst durch das Lesen einiger Beichthaus-Beichten fiel es mir wieder ein. Ich habe jetzt beschlossen, das Geld auf dem Sparbuch zu verdreifachen und an den heutigen Vertreter zu schicken. Und wegen so ein paar Euros werde ich nie wieder einen derartigen Scheiß machen und Jahr(zehnte) lang ein schlechtes Gewissen haben.

Beichthaus.com Beichte #00030715 vom 25.01.2013 um 01:15:47 Uhr (11 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Der traumatisierte Hund

31

anhören

Boshaftigkeit Engherzigkeit Tiere

Der traumatisierte Hund
Ich (m/24) beichte, dass ich wohl Schuld daran bin, dass der Hund meiner Schwiegereltern in spe jetzt traumatisiert ist. Das Ganze kam so: Die Eltern meiner Verlobten haben einen Hund. Irgendein Mischling, ziemlich klein, aber mit riesigem Spiel- und Jagdtrieb. Der Köter rannte wirklich allem hinterher, was sich bewegt hat und sprang es an, egal ob Katzen, andere Hunde, Fahrradfahrer oder Autos. Dabei hatte er auch überhaupt keine Angst, selbst wenn das gejagte Objekt sehr viel größer war als er selber. Auch ist er völlig unerzogen, weil meine Fast-Schwiegereltern total inkonsequent sind bei der Erziehung. Sie gehören zu der Art Hundebesitzer, die ihre Hunde mit Kindern verwechseln und sie total verhätscheln. Der Köter hat einen ganzen Schrank solcher alberner Hundemäntelchen und bekommt nur das teuerste Hundefutter und handgemachte Hundepralinen und so einen Quatsch. Mich nervte das Vieh, denn ständig rannte es einem um die Füße, sodass man immer aufpassen musste, nicht drauf zu treten, und biss einem in die Socken. Laut meiner Fast-Schwiegereltern ein Ausdruck von Zuneigung, meiner Meinung nach ein Ausdruck von Verzogenheit.

Zwischen Weihnachten und Silvester waren meine Verlobte, ihre Eltern und ich im Urlaub in einer Hütte am Waldrand. Der Köter musste natürlich mit und rannte den ganzen Tag kläffend am Zaun entlang, weil er wahrscheinlich ahnte, dass es in dem Wald hinter der Hütte etwas zum Jagen gab. Das ging mir nach einer Weile echt auf den Sack. Als ich an einem Abend noch mal alleine draußen war um eine zu rauchen, ging ich am Zaun entlang und entdeckte eine morsche Zaunlatte. Ich trat dagegen und der untere Teil der Latte zerbrach, sodass jetzt ein Loch im Zaun war. Groß genug für den Köter, um sich durchzuquetschen. Als der Hund am nächsten Tag wieder herausgelassen wurde, dauerte es natürlich nicht lange, bis der das Loch entdeckte und in den Wald abhaute. Zumindest kurzzeitig hatte ich Ruhe. Jedenfalls solange, bis das Verschwinden des geliebten Hundes bemerkt wurde. Danach war große Aufregung und wir mussten den ganzen Tag im Wald herumlaufen und nach dem Vieh suchen. Aber ohne Erfolg. Am Abend war eine Stimmung wie auf einer Beerdigung, aber wenigstens konnte ich endlich mal in Ruhe fernsehen, ohne Gekläffe und ständiges in-die-Socken-Gebeiße. Am nächsten Tag kam jedoch ein Anruf auf dem Handy meines Schwiegervaters in spe. Leider hatte jemand den Köter und auf dessen Halsband die Handynummer gefunden. Natürlich mussten wir sofort hinfahren, um ihn abzuholen. Allerdings wirkte der Hund irgendwie verstört, außerdem hatte er einen tiefen Kratzer am Hinterbein. Wahrscheinlich hatte er im Wald Tiere gejagt und sich da mit den Falschen angelegt, die ihm mal klar machten, dass nicht er der Boss ist. Seitdem will der Hund nicht mal mehr in die Nähe eines Waldes und jagt auch nichts und niemandem mehr nach. Jetzt hat er regelmäßig Termine bei einem bekannten Hundepsychologen.

Beichthaus.com Beichte #00030714 vom 24.01.2013 um 21:55:57 Uhr (31 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht