Mein Manuskript

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Peinlichkeit Verzweiflung Trunksucht Familie

Ich habe aus Versehen, einen Teil eines Romans, den ich gerade schreibe, an meine Eltern geschickt. Jetzt schiebe ich Panik, weil darin auch eine exzentrische Sexszene vorkommt. Eigentlich wollte ich den Roman noch niemandem zeigen, weil ich damit ja noch nicht fertig bin. Ich schicke die Word-Datei gelegentlich als Sicherungskopie an mich selbst. Als ich das vor ein paar Tagen mal wieder tat, war ich ein bisschen betrunken und habe es deshalb geschafft, die Datei meinen Eltern zu schicken.

Beichthaus.com Beichte #00028668 vom 23.02.2011 um 22:42:55 Uhr (17 Kommentare).

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Als mein Vater im Sterben lag

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Lügen Verzweiflung Gesundheit Familie Jena

Darf man einen totkranken Menschen aus Mitleid anlügen, um ihn zu schonen? Diese Frage stelle ich mir persönlich bereits seit über zwei Jahren immer wieder. Mein Vater war schon seit Ende der 80er an Diabetes erkrankt. Diabetes ist eine schleichende und tückische Krankheit. Sie tut nicht weh und verursacht zu Anfang keine nennenswerten Beschwerden. Jedoch schädigt sie über Jahre hinweg, wenn sie unzureichend behandelt und auch vom Betroffenen selbst nicht wirklich ernst genommen wird, dauerhaft die Nierentätigkeit. So geschehen meinem Vater. Niere kaputt bedeutet Dialyse. Dialyse bedeutet Lebensverlängerung mit Hilfe einer Blutreinigung, und diese belastet früher oder später das Herz und schwächt es dauerhaft. Ein Teufelskreis! Nachdem mein Vater einen Hinterwandinfarkt überstand, ihm ein Defibrillator eingesetzt wurde und er sogar wieder aus einem einwöchigen Zuckerkoma erwachte, bekam ich einen Ärztebericht über den Gesundheitszustand meines Papas in die Hand, in welchem ihm, als einzige Möglichkeit noch ein paar schöne Jahre mit seinen Lieben zu verbringen, die Transplantation der Niere und des Herzens empfohlen wurden.


Kurz entschlossen erklärte ich mich sofort bereit, die erforderliche Niere für meinen Vater zu spenden, da wir ohnehin die gleiche Blutgruppe hatten. Nachdem ich ausführlich mit meinem Vater gesprochen hatte, nahmen wir Kontakt zur Uniklinik in Jena auf und verbrachten anschließend endlose Wartezeiten und Untersuchungen in der Transplantations-Klinik. Relativ schnell stand fest, dass die Transplantation des Herzens höchste Priorität hatte, denn ohne neues gesundes Herz würde mein Vater eine Nierentransplantation erst gar nicht überstehen. Im Herbst 2007 begann so eine Zeit voller Hoffnung. Die Jenaer Ärzte und selbstverständlich auch wir, als seine Familie, sprachen unserem Vater Mut zu.


Ende November kam meine kleine Nichte auf die Welt und mein Vater durfte erleben, wie er Opa wurde und hatte viel Freude an seinem kleinen Sonnenschein. Meiner Geburtstagsfeier Ende Februar 2008 konnte mein Vater nicht beiwohnen, da er für eine Woche die letzten, wichtigsten Transplantations-Voruntersuchungen in der Klinik stationär auf sich nehmen musste. Man versprach uns, meinen Vater so schnell als möglich über die Untersuchungsergebnisse zu informieren.
Doch es kam leider anders. Einen Monat später erlitt mein Vater einen schweren Herzanfall. Seine Herztätigkeit war nun auf ganze 15 Prozent gesunken. Kämpfertyp, der er war, rappelte er sich auch davon nochmals auf, so dass er sogar zu einem Aufenthalt in eine Kurklinik transportiert werden konnte. Zusammen mit meiner Mutter und meinem Bruder fuhr ich in dieser Zeit nach Jena, um uns die Untersuchungsergebnisse bekannt geben zu lassen. Das Gespräch dort war für uns ernüchternd und wie ein Schlag ins Gesicht. Das Venen- und Arteriensystem meines Vaters war laut Ärzten viel zu porös, als dass er für eine Herztransplantation überhaupt in Frage käme oder diese gar überleben würde.


Wer aber sollte meinem Vater diese schlimme Nachricht übermitteln und ihm sozusagen sein Todesurteil verkünden? Wir entschieden uns für eine Notlüge, und ich war die Person, die ihm diese überzeugend beibringen sollte. Irgendwie brachte ich es fertig, ihm glaubhaft zu erklären, dass ein abschließendes Ergebnis noch nicht feststünde, und die Ärzte aus Jena nach seiner Entlassung aus der Reha selbst mit ihm reden würden.
Seither plagten mich aber üble Gewissensbisse und ich besuchte meinen Vater nur noch ganze dreimal, bis er nach einem erneuten heftigen Herzanfall Ende Mai 2008 für immer von uns ging. Ich konnte ihm einfach nicht in die Augen sehen.
Durch eine entfernte Verwandte, der er sich in seinen letzten Wochen des öfteren telefonisch anvertraute, erfuhr ich, dass er sehr wohl über seinen tatsächlichen Gesundheitszustand Bescheid wusste. Ich bin mir heute zwar sicher, dass mein Vater mir diese Lüge verziehen hat, weil er meine Beweggründe kannte. Aber kann ich sie mir jemals selbst verzeihen?

Beichthaus.com Beichte #00028656 vom 21.02.2011 um 11:48:23 Uhr in 07743 Jena (Universitätsklinikum Jena, Bachstraße 18) (24 Kommentare).

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“Beichte

Der Unfall meiner Freundin

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Verzweiflung Unfall Frankfurt

Ich (m/28) beichte, dass mein Leben nur noch ein Haufen Elend ist und ich nicht die Kraft und den Willen dazu habe etwas zu ändern. Ich war schon immer eher der Außenseiter Typ, ich hatte nie viele Freunde, verbrachte viel Zeit mit Videospielen, war nicht besonders gut in der Schule und für die Mädels war ich nur Luft. Als ich mit Mühe und Not mein Abi geschafft hatte und mein Studium an der Uni begann, änderte sich mein Leben schlagartig. Ich war sehr beliebt unter den Kommilitonen und fand viele neue Freunde, ging viel auf Studentenpartys und hatte auch auf einmal Erfolg bei den Frauen. Als ich dann mit 23 Marie kennenlernte begann die schönste Zeit meines Lebens, sie war wie ein Engel, einfach perfekt und vor allem war sie noch mehr in mich verliebt, als ich in sie glaube ich. Ein Jahr später zogen wir in eine gemeinsame Wohnung und machten auch beide innerhalb der nächsten 2 Jahre unsere Studienabschlüsse in Architektur und Medizin. Ich bekam einen sehr gut bezahlten Job als Architekt und sie ging als Assistenzärztin in die Unfallklinik. Kurz darauf zogen wir in eine größere Wohnung um und verlobten uns, mein Leben hätte nicht besser laufen können, die perfekte Frau, der perfekte Job und die besten Freunde die man haben kann. Uns ging es einfach richtig gut.


Vor 14 Monaten passierte es dann, ich war mal wieder länger im Büro und kam erst gegen 20 Uhr raus. Im Gedanken war ich schon bei Marie, die diesen Abend eigentlich frei haben sollte. Kurz bevor ich ins Auto einstieg erreichte mich aber eine SMS, dass sie noch zur Klinik müsste, da eine Kollegin sich krank gemeldet hätte. Ich fuhr also nach Hause und als ich gegen 21 Uhr Zuhause ankam stand die Polizei vor der Tür und nahm mich quasi direkt in Empfang. Ich werde diesen Moment nie vergessen, der Beamte erklärte mir, dass meine Verlobte einen Unfall hatte und wohl schwer verletzt wurde, hier brach für mich schon eine Welt zusammen. Als ich kurz darauf ins Krankenhaus kam, sah ich schon ihre beste Freundin, die ihre Kollegin dort war, wie sie mir heulend entgegen kam. Hier wusste ich sofort was los war, nämlich dass es meine Marie nicht mehr gibt. Ich fühlte erst mal nichts anderes als absolute Kälte, ich weinte nicht, ich wollte es nicht glauben. Kurz darauf bekam ich einen Nervenzusammenbruch und wurde über Nacht direkt im Krankenhaus behalten.


Ohne meine Freunde hätte ich die darauf folgenden Wochen wohl nicht überlebt, denn ich wollte ohne sie nicht mehr weiterleben. Mein bester Freund deutete meine Worte rechtzeitig und setzte alles in Bewegung, um mich einweisen zulassen. Ich kam also einen Monat in geschlossene Behandlung und wurde dann entlassen, unter der Bedingung die Therapie fortzuführen. Nach 6 Monaten wurde die Therapie dann für Beendet erklärt, aber besser ging es mir nicht.

Ich habe inzwischen meinen Job und meine Wohnung verloren und mit meinen Freunden rede ich auch kaum noch. Ich bin nur noch ein Wrack meiner selbst, eine fast leere Hülle. Jeden Tag stelle ich mir vor wie mein Leben heute aussehen würde, wenn ich an diesem Abend früher nach Hause gekommen wäre und sie überzeugt hätte die Schicht nicht zu übernehmen oder ich sie selbst zur Arbeit gefahren hätte. Ich gebe mir selbst die Schuld an Allem was passiert ist, obwohl ich eigentlich weiß, dass es nicht meine Schuld war, dass es ein Unfall war. Und ich habe mein Leben aufgegeben, obwohl ich weiß das ich weitermachen sollte. Es tat ganz gut, dass alles mal nieder zuschreiben, vielleicht hilft es mir mein Leben endlich wieder in den Griff zu bekommen.

Beichthaus.com Beichte #00028632 vom 12.02.2011 um 00:43:40 Uhr in Frankfurt (40 Kommentare).

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Meine Stasi-Vergangenheit

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Falschheit Verrat Lügen Verzweiflung Röslau

Das wird jetzt nicht leicht für mich, aber ich beichte, dass ich in den 1980er Jahren IM (Inoffizieller Mitarbeiter) bei der Stasi war. Zu dieser Zeit war ich sehr unzufrieden mit meinem Leben, ich hatte überhaupt keine Perspektive. Ich kam zwar mit allen Leuten gut klar, aber ich habe meine zwischenmenschlichen Beziehungen nie als echte Freundschaft empfunden. Nach meinem Empfinden waren "die anderen" immer nur oberflächlich und dumm, ich konnte mich mit ihnen einfach nicht identifizieren.


Ich bin dann irgendwann in die Punk-Szene geraten, da es für mich die Möglichkeit war, mich von der ganzen vermeintlichen Oberflächlichkeit der Gesellschaft abzugrenzen, aber ich war nach wie vor unfähig, echte Freundschaft zu empfinden. Ich glaube den Leuten die mit mir zu tun hatten, ging es anders - ich war wohl sehr begabt was das "Vorspielen" von Freundschaften anging. Viele schütteten mir ihr Herz aus und ich hörte mir immer alles an, auch wenn ich mich nie wirklich für die Probleme der anderen interessiert hatte. Ich heuchelte nur Interesse vor.

Wie genau die Stasi, bzw. das K1 nun ausgerechnet auf mich gekommen ist, weiß ich nicht. Ich wurde jedenfalls angeworben und mir wurde die Tätigkeit mit allerlei Vergünstigungen schmackhaft gemacht. Da ich - wie gesagt - eh keine richtige Freundschaft zu den anderen empfand, fand ich auch nichts dabei hier und da mal ein wenig auszuplaudern. Ich bekam manchmal Geld dafür, was mir ganz gelegen kam. Ein paar meiner "Freunde" verschwanden sogar nachdem ich bei der Stasi berichtet hatte, doch ich setzte das alles nicht in den richtigen Zusammenhang. Sicher, ich hatte Informationen ausgeplaudert und nun war die Person plötzlich weg. Doch da ich mich eh nicht für die Probleme der anderen interessierte, glaubte ich (oder ich redete es mir erfolgreich ein) dass die Leute einfach für eine Zeit in eine andere Stadt gegangen sind.


Mit dem Zusammenbruch der DDR und der Aufarbeitung der Bespitzelungen wurde mir allmählich klar, was ich da eigentlich gemacht hatte. Es dauerte zwar Jahre bis es mir endlich dämmerte (ich war sehr gut im Verdrängen) doch dann traf es mich eines Tages wie mit einem Vorschlaghammer. Ich verfiel in tiefe Depressionen und war sogar in stationärer Behandlung deswegen, doch den wahren Grund für meine Depressionen konnte ich niemandem verraten, ich schämte mich vor mir selbst. Ich konnte in keinen Spiegel mehr gucken, weil ich mich nicht mehr sehen wollte.

Ich habe sogar 3 Selbstmordversuche hinter mir, weil ich es einfach nicht mehr ertragen konnte, das Vertrauen anderer Leute für ein paar lächerliche Vergünstigungen so missbraucht zu haben genau so wie ich es nicht mehr ertragen konnte, dass ich zu niemandem so viel Vertrauen fassen konnte, dass ich mich ihm anvertrauen konnte, nicht einmal zu den Ärzten. Noch heute leide ich unter den Geschehnissen und ich befinde mich immer noch in psychiatrischer Behandlung, nachdem ich nach einer wahren Odyssee endlich einen Psychiater fand, zu dem ich ein Vertrauensverhältnis aufbauen konnte. Und jetzt habe ich Angst von diesem Psychiater so missbraucht zu werden, wie ich damals das Vertrauen anderer Missbraucht habe und diese Beichte ist das erste mal, dass ich mich mit meiner IM-Vergangenheit so sehr auseinandersetze.

Mir tut es sehr Leid, was ich damals getan habe und ich wünschte ich könnte es meinen Opfern ins Gesicht sagen, doch das werde ich wohl nie schaffen und ich fürchte mich davor Leute von damals zufällig auf der Straße zu begegnen.

Beichthaus.com Beichte #00028608 vom 06.02.2011 um 14:25:52 Uhr in Röslau (29 Kommentare).

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Ich habe geerbt - was nun?

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Verzweiflung Studentenleben Familie Augsburg

Ich beichte, dass ich vor einer Woche ein großes Vermögen geerbt habe. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt allerdings nichts von einem Vorhandensein dieses Vermögens, meine Eltern haben durchschnittlich verdient, aber anscheinend wirklich unterdurchschnittlich gelebt. Durch ihr jahrzehntelanges Sparen habe ich jetzt also 400.000 Euro in bar und noch zwei Häuser geerbt. Ich weiß gar nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich studiere noch und habe bisher auf niedrigstem Niveau gelebt - und bin jetzt plötzlich reich? Was es da zu Beichten gibt? Dass ich unglaublich traurig bin! Hauptsächlich natürlich wegen dem Tod meines Vaters, aber auch ein bisschen, weil ich bisher in meinem Leben nicht wirklich gelebt habe. Kein Auto mit 18, keine Urlaubsreisen, keine ausschweifenden Partys. Außerdem bin ich total verwirrt, was soll ich jetzt machen? Ich möchte niemandem davon erzählen, da ich auf jeden Fall vermeiden möchte, dass ich jetzt plötzlich beliebter bin als vorher. Ich kann jetzt aber auch nicht zum nächsten BMW-Händler gehen und mir ein tolles Auto kaufen, dazu bin ich auch nicht der Typ beziehungsweise bin ich das einfach nicht gewohnt. Ich bin also mit meinem neuen Vermögen absolut überfordert, obwohl es dazu eigentlich keinen Grund gibt. Bin wohl der erste Erbe, dem sein Geld zu schaffen macht.

Beichthaus.com Beichte #00028606 vom 06.02.2011 um 02:31:52 Uhr in Augsburg (70 Kommentare).

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